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Jüdische Rundschau · 1910-06-10 · Heft 23 (10.6.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 23 (10.6.1910)
Date
1910-06-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ •■'5־ L Abonnomonts aul 01c wöchentlich am Freit.ig mchctncmlc ״JDtlliche k'uiitUch.iu" Komcii hei der l'.MicOiitnn »'"> hei alle» P01Iuiiitcin vlortrliahrllch 1.25 M.;.nvirtlMlb UcuKchland* und (),»!.•fftlch-Unijm» 2,— M; lur .Mitslirilcf |(1 JKchcr Ver* eine im S.1n1mclhc1ua durch dm Verein I,— M. Verlag JiUlltcho Rumlichau I!. U. in. b. II. Ilerlln SW. tS, Zlmmcrilr. 77. tk**e)1.1!t"l״ndcn; 3 bl» 7 Uhr atmet Sonnabend und Sonntag. I I I I I I I I I I I I r I I I I I I I I L- Anzelfion kovten IBr die tnnfge»pa]tene Pelltielle oder deren K»״״} 25 1*1«. 1 Stellen-AnKi bo e und Oecucbe sowie Vcrelncniitttilunem «. ..Kleine Anl״K*n_ nur 15 l»lg. o o o 0 o 0 0“ Mamnkrirte werden. '4',}1י Pnrtn bcllleel. »tCt» f«׳UCK- Redaktion Jüdliche Rundichau Uerlm.CharloUcntmrg. Rlelblreuitr. 47. Tel. Cb. 9S8I. Sprechetunden D1en»ta« und!)onnersug W lucUtmUacv ר¬ ו I 1 1 1 1 1 ו 1 1 1 I ALLCS^SJKId §jy§®0§<Slr3S SlSITUNä Nummer 23 Berlin, den 10. Juni 1910 3. Siwan 5670 XV. Jahrgang D. FERIEN REISE wi.u vielen unserer Freunde Gelegenheit 0e ׳ :! jene Ideen, zu deren Vertretung di. JUEDISCHE RUNDSCHAU“ beru!1 ist, in Kreise zu tragen, die dem lei udigen, bewusst politischen Judentum bis er ferngestanden haben. Wer dieser Werbearbeit einen nachha gen Erfolg auch über die kurze Zu 11 des sommerlichen Beisammenseins hi;;..us sichern will, der vergesse nicht, durch ein Abonnement auf die ״Jl'EDISCHE RUNDSCHAU“ dafür zu sorgen, dass dem für unsereBestrebungen neu Gewonnenen Woche für Woche die Fragen des jüdischen Lebens unter dem Gesichtswinkel bewusster, nationaler Ansciiauung vorgeführt werden. Der bevorstehende Quartalsweise! bietet hierfür günstigste Gelegenheit. VERLAG DER!UI-:0IS(flEN RUNDS0AU Das System der Palästina- Arbeit und die Landspende Von Richard Licli theim. ■'11 .!er soeben erschienenen Hcrzl-Gcdenknum* mer d T ״Welt“ erzählt Dr. Bode 11 h e i m e r, c׳t Wmi/cikIc des Nationlfoiulsdirektoriums, von di r! alirt nach Palästina, auf der er im Jahre F<fS I Id/) begleitete. Sie standen am späten Abt ־.; auf dem Verdeck und erörterten, was zu wn •in. wenn die Uebcrfülirung der jüdischen •Va ו nach Palästina beginnen solle. ״Dann,“ ^k׳■' Pr.!’•ndeitlteimer. ״müssen wir eine l.aiul• nc>v!' .liaft bilden, eine Gesellschaft mit gewalli• Coii .Kapital, um die Staatsläiulereien, und die hon ca zu erwerben und in Kultur zu setzen, und 1 wird der Exodus begitmeu.“ Jawohl,“ sagte unser Führer, ״eine Land־ *A'.' liaft. das ist es. was wir brauchen, und die I k wird sie uns schaffen müssen.“ ' -itdem sind Jahre vergangen und vieles hat sieh unserer Bewegung geändert. Die poli* ühL h Mittel sind andere geworden und das utopi -!: ■die Bild der ״Masscnwandcrung“, die sieli der Erlangung des Charters anschließen 011י; . m verblaßt. Unsere besten Köpfe sind heute ■üiHiht, den Weg der wirtschaftspolitischen I rol rang Palästinas auf/.ufintleit. und schon sind die Grundlinien des lang ersehnten ״Kolo* ni aii'iusnlans" zu erkennen. Inmitten dieser Bemühungen hat der Ge* danke der l.a n d ges eil s c 11 af t seine Aufer- Deining gefeiert. Aber er ist heute nicht mehr 50 einfach zu formulieren, wie an jenem Sommer* *,ücikI auf der Fahrt nach Palästina. Mit der l'rkuimnis der verschiedenartigen Bedürfnisse ״״'! wirtschaftlichen Kräfte der Ansiedler hat er *ich entfaltet und differenziert. ״Der Zlonlimtis erstrebt IBr d*1 IBdltche Volk dl* Schaffung einer OUcnillch.rcchfilch gesicherten Heimstätte In Palästina.“ Dsiclcr Protrena. Aus dem Inhalt Das System der Paüistliiaarbclt und die Land* spende. Von Richard L i c 11111 c i in. — l-cypten und seine Heduntiinu für den Zionismus• Von Pr Hans Gideon llcymaiin. — Moses Monteliore. Vcrclnli'tnm lur das Ithcratc Juden* tum in Deutschland. — Aus aller Wett — ,.ZcUtmusciitcu“. — Pa!:is1t11a*U11ndschau. — Aus den Gemeinden. -- Vereins-Rundschau. — Feuilleton: l)le Kunst het den moderiteii Juden. Lin Interview mit Hermann Struck. — Gedankensplitter ans Moses Hess* ..Rom und Jerusalem“. — Literarische Rundschau: Diiclicr* besprccliuuueii, I;l1u׳e1w11sene Diiclicr. Die Palcstine-Eaiid-Dcvclopmciit-Company ist eine Eandgcscllschaft. deren Hauptaufgabe in der Frleiclitcrung des l.andkaufs besieht. Sie soll Land erwerben, wenn nötig meliorieren und an Ansiedler weiter verkaufen. Schneller Umsatz ihres Kapitals ist die Bedingung ihrer Rentnbi* litat. Das Agrarl:re<lninr.titat. dessen Notwendig* keit von jedem Kenner unserer Kolonisations* Probleme betont wird, ist noch nicht geschaffen. Seine Aufgabe wäre• die hypothekarische Beleih* ung von Grundstücken, deren Käufer nicht im* stände sind, den vollen Kaufpreis zu entrichten, sowie die Gewährung von Kredit zur Vcrgröße* riiug mul Verbesserung bestehender Betriebe. Die Agrarbank wird — allen schlecht unterrich* teten Pessimisten zum Trotz, in wenigen Jahren zu arbeiten beginnen. p. I.. D. C. und Agrarbank sind die Instrumente der privat-wirt* s c h n f 11 i c 11 e n Kolonisation, der An* Siedlung und Stärkung mehr oder weniger kapi* talkräftiger Elemente. Ganz anderen Charakter hat die Kolonisa* üoiistätigkeit des Jüdischen Nationalf on d s. Auch der Naiionalfomls ist eine ״Land* gesellschaft“. denn er kauft und bewirtschaftet Boden. Aber während P. L. D. C. und A g r a rb a n k Aktiengesellschaften,kapitalistische Unter* ucluuuugeu sind, die Geschäfte machen sollen — Kauf und Verkauf. Mclioricrung und Beleihung von Grundstücken, - ist der liitlisclie National* fonds eine g c w a 11 i g e, st ä!1 cl i g w a c!1 s c n d e V o i k s s p e n d c. c i n I n st ru tn e n t der öffentlichen Wohlfahrt. Der Nationalfonds kauft f and und läßt cs durch den Verein Oelbaumspcnde bepflanzen. Pie Ertragnisse der Pflanzungen sollen für Schulzwecke verwendet werden. Der Nationalfonds hat wich* tigen Instituten wie dein Bezalcl. dem hebräisclien Gymnasium in Inffa, dem Technikum in Haifa die nötigen Terrains zur Verfügung ge* stellt. IT hat die 1 läuserhaugesellscliaft Achu* sath Baith in laffa beliehcn und so die Ent* Stellung eines jüdischen Viertels ermöglicht, das den Besucher mit Stolz und Freude erfüllt. In ähnlicher Weise wird er den Aufbau eines jüdisehen Viertels in Haifa fördern. Auch an der Gründung der Oppenhcimer’schen Siedlungsge* nossenschaft wird er sich mit 100 000 Frcs. betei* ligctt. Grundsatz des Nationalfonds ist die Unvcräusserlichkeit des von ihm erworbenen Bodens. Er kauft ländlichen wie städtischen Besitz, ausschließlich für Zwecke der öffentlichen Wohlfahrt und verwendet einen Teil seines nicht in Boden angelegten Vermögens zur Beleihung von Gesellschaften, deren Tätigkeit die jüdische Kolonisation zu fördern geeignet ist Noch aber fehlt uns eine sehr wichtige Inst», tution. W i r h a b c n noch keinen Fonds’ zur A n s i e d 1 u n g unbemittelter E I c m e n t c. Es ist nicht die Aufgabe der P, L. D. C. — wie vielfach auf Grund der ersten Prospekte der Gesellschaft angenommen wird — jüdische Pächter zu Schafte״. Sie soll Land kaufen und durch raschen Verkauf in möglichst kur* zer Zeit möglichst viele besitzende Elemente ins Land zielten. Sie kann dabei — wie Herr Ussischkin in Nr. 20 der ״Jiid. Rundschau“ aus* führt — solange wir noch keine Agrarbank bähen, einen Teil der Kaufsumme f i't rwenige J ah re stunden. Die Festlegung ihres Kapitals auf lange Zeit aber, wie dies bei der An- Siedlung besitzloser Pächter nötig ist. liegt außerhalb des Rahmens ihrer Tätigkeit utul wäre für sie ein schwerer Fehler. Die Besitzungen der P. I- D. C. sollen nur dann an Arbeiter ver* pachtet werden, wenn dies zu Mcliorierungs- .:v. ccf.cu loi .■*.!.•• »v.:• . ej:;se kerne Käufer zu finden sind. Die Agrarbank kommt selbstverständlich für die Ansicdlung vermögen»• loser Pächter nicht in Betracht, da sie immer nur. einen Teil des Bodens beleihen darf. So ist die zionistische Bewegung bisher nicht in der Lage, durch ihre Institutionen die Ansiedlung kleinbäuerlicher unbemittelter Eiemente zu bewirken. Und doch ist dies dringend notwendig. Das nötige Material ist reichlich vorhanden, denn die Söhne der Kolonisten, die heute vielfach auswandern müssen, und zahlreiche junge Arbeiter aus Rußland würden freudig die Gelegenheit begrüßen, sich als Pächter in Palästina nicdcrzulnsscn. Heute ist die Sorge für diese Elemente der lea überlassen, die sut einigen Jahren die Verwaltung der Rotschild* sehen Kolonien übernommen hat und das ver* fehlte Wohltütigkeitssvstcm Rotschilds durch Ein. führung eines regelrechten Pachtsvstems zu er* setzen sucht. Auch das ..Odessaer Kom i t c e“ und der Verein ״E s r a“ haben seit laugern dieser Frage ihr Augenmerk zugewandt und eine ganze Anzahl von jüdischen Arbeitern zu Pächtern gemacht. Nun hat die Verwaltung des indischen Nationalfonds in richtiger Würdigung der Sachläge eine neue Spende ein geführt, deren Erträge ausschließlich der Ansicdlung von Pächtern dienen sollen: Die l.andsocnde. Der Beschluß des N.-F.-Pirektoriums laute!: ..Es soll eine Spende geschaffen werden, welche die Möglichkeit gewährt, durch Zahlung von ie 50 Frcs. einen Duntun Land in Palästina zu erwerben. Auf diesem Boden sollen jüdische landwirtschaftliche Arbeiter in Palästina als Erb* Pächter des Jüdischen Nationalfonds nngcsiedclt werden. ledern Snender soll für seine Spende ein Diplom ausgestellt werden. Mit der Agitation für die Landessncnde soll gelegentlich des 50. Geburtstages von Hcrzl begonnen werden.“ Dieser Beschluß des Direktoriums ist freudig zu begrüßen. Seit langem wurde eine Spende vermißt, die zwischen der 6 Mark-Spende für

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