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Jüdische Rundschau · 1910-06-03 · Heft 22 (3.6.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 22 (3.6.1910)
Date
1910-06-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Mo. 11Ü-.0 LS c 11 ז•run ps c: 1-1 a u Sei*c 203. «iijisclicn kcliuioii sprechen. Zu Beginn seines Vornee': entschuldigte sich der Vortragende. weil er ei» Mcnselicualtcr hiiuinreh in Vorlesungen und :•'si1,,1u dieser!!utsv^Uuhlitfiinvr garnicht bedurft, seine Ar111hr11־-׳״e11 waren ebenso formvollendet, wie in־ j .1(l,ot1 mustergültig. Für die Einwanderung jer luden wHcrscluoil Redner 3 Lnocheu. Uie erste jcr:i־K>"elle folgte in den .ähren 18-10 70. ihren ׳־'!.len die deutschen .1111101! die den grünten 11111)1:111 ־ auf das jüdische Leben folgt! ■.;!!!.1. cei: in sei!" c; rcial y. ,׳! ׳׳,V1II1 Ken! . ,!׳יו 11,1״ n. ei׳l1.1l1K.st‘.'11 .. \1m׳nl>.1s gewannen. Hie dritte Epoche setzte im mi ein. veranlaßt durch die Jmlcnverfolgun* .,ni.I.iiul und Rumänien. ihr ist das große An- . ו du Zahl in Amerika 7.11 verdanken. Wiilidas Jahr issn noch keine 200 000 Juden in : u■«Innen, beträgt ihre Zahl jetzt mehr als :!e 1. davon allein in New York gegen eine s d.ili New York bei weitem die grollte jii- •;.׳dt dar.siellt. Infolge ihrer Zahl spielen die dun eigenartig gestalteten nolitiseheu Leben . ,!ne ganz bedeutende Rolle. Verschiedene iien. von denen keine die Mehrheit crlau- .'!eiten d*u t int nolitisclten Kampfe und die k | u׳A1 N. gen ' vet> 1 ' k v e.' .11.le IV! /..•■־g ••!.!. gloS V •־; ln : ־du!׳ '*•'״ s:.,!׳> ein״:■ lll'. ״׳. is ■ eie־: I helle i Sers!• der {!ei!!.! P..M #!'.:׳} k. Hl:’ Ie ׳'ei!' )י . .־ reue■ tl.U. \\ [>'• J1. M IK’s!u .■nett l'.n teien hüten sielt davor, das Seihst- 1׳ der .Inden zu vcrlcl/cn, die heispiels Stmte New York, wo jeder 5. Wähler ein mit ihren Stimmen den Ausschlag geben. I 'eiic Antisemitismus ist daher in Amerika anbek.mnt mul wird dort auch Hielt( von!'dien gepflegt, die, da sie in Amerika eine .Windet heit bilden, dasselbe Interesse II .len haben. Hie Judenfrage sei eben im .. .1.ottmen eine Mittoritaieafrage. In Antereit Juden zu den höchsten Stnatsiinuern,; lvteiltet־stellen sind vielfach mit Juden be¬! ihr Anteil am Offizierkorns übersteigt .aik.it/ bedeutend. Int Gegensatz zu dem 1 AniiM.miiisimi.s ist der gesellschaftliche . ,u nk■!. Die (it'iimlc hierfür sind, teils in u> \ orbil.lcrn. die insbesondere auf die .!.,!ו statk eineevirkt halten, zu suchen, '.,n l'inst.imle. daii sieh seit Alters infolge ׳.;mg von Kirche und Staat das gesellscltaft- .11 mit einer in Humpa nicht bekannten 111• 1 ״. die Kirche entwickelt. Hierdurch wird melir als jeder ander.- Einwohner als; .11 vom Angloamerikaner eiiiitfimdeu. 'Jtseliaitliclie Abselilielhmg hat indes das ״׳■.. ׳!ge. da'• .Mischeii-ui fast garnicht vor- ■ .1 die A.ssiiiiilaiioiis'g.'f.tlir trotz allen Ein• a luden 111 Amerika nicht zu fürchten ist. :ciudruek i;10t der Redner dahin zusam• h׳tzie!1 5u Jahre einen liervorragendc'i indischen lledankeiis wie des indischen l.ehens geht acht hatten. Weitere Vor• u, in der Aula dei Lehranstalt für die Mn des Judentums. Ariillericstrallc H, am .׳. und 7. Juni von 7 bis 8 Uhr statt. Der •t■: selben ist unentgeltlich. Oldenburg. Eine stimmungsvolle Feier vereinigte dieser i.igc die Spitzen der Judeuheit des Olden- Int:g.: I. indes u:ul eine grolle Reihe von (.'nisten. Die ־l.u . . des Laudcsgeineiuderats, der geordneten \\r: 1 ■ :!׳uz der Juden Oldeimttrgs. wurde verbunden nm 2'iahrigeit Jubiläimtsfeicr des Herrn Gustav S.li 1l!e 1!1 Yard als Mitglied dieser Behörde. Du s 1׳׳c (iustav Schwabe ist int deutschen Jitik;11 mellt tinhcl.aimt. Der Jubilar ist weit iilwi .!!-י Grenzen seiner Heimat als wackerer Für• duu ״Iler indischen Interessen und als Charakter• v lic. Unechter des historischen Judentums be* k..m, I>er Davidsstern, der über dein jetzt 12: 1 ׳ s im Besitz seiner Familie befindlichen Cie• seii.■; Mi.tiise in Varel leuchtet, ist im Laufe der J1il.11 : Imislerton von Armen ein Leitstern gewesen. Du; .!er ׳gestaltete sich zu einer rührenden lltildi• Kirne ,,!r den verdienten Wann. Herr Laitdrabbiner Hr. a 11 n 11 e i m e r brachte die Wünsche der Dl* den! .; Jselien Judeuheit. Herr Gemeindevorsteher J״sv 1-11 aus Jever soraeli im Namen der Landesbn... ״c. Herr Rabbiner Dr. R 0 s e n a e k-Bremen, 11n .«.!iien der Kaiser Friedrich-Loge zu Bremen, Her! uiirer Beruhe im int Aufträge der Syna־. UM׳!:.«;.׳icuieiiide Varel. Herr Rechtsanwalt Dr. Klee- I5ui! . iiberbiachte dem Jubilar, der seit Jahren ein iiv.!׳ Mitglied der Zionistischen Bewegung ist, die 1 ׳1«י der Zionistischen Organisation und insbesondm ac privaten Glückwünsche des Friisidcntcn Vv'< 1: t s ti h 11. eine Aufmerksamkeit, die dem Juki- Lr! iJittich ganz, besondere Freude bereitete. 1111 N11h.,1 der Zionistischen Vereinigung Bremen sprach Ilm Schräg e 1111 c i tu aus Bremen. Eine bei ’Lsן ״ u.rgeiioiiunenc Sammlung, die Herr Liindrab*!י!׳-׳ - ln. Mannheimer anregte, soll den Intentionen (׳ וי.v Seliwdbc's entsprechend, für Palästina* z׳* ' ecke verwendet werden. Sie wird den Urundm,11. Miner Eintragung ins goldene Buch des National l-'onds bilden. Im Anscliltiil an das Festmahl!׳•eit Herr Rechtsanwalt Dr. Klee vor grober Vcrsi'iiiiiiliiipg, der sich inzwischen auch noch Düste aus Etiiden und anderen Städten /.!!gesellt hatten, einet! V,׳»rtrag idier das Thema ..S 0 z i a l c Fragen im J!ו d c 11111 m". Wir entnehmen Uber diesen Vortrag der Oldenburger Presse folgende Ausführungen: Herr Rechtsanwalt Dr. Klee ist hier von seinen vor 2 Jahren gehaltenen Vorträgen her, über die wir seinerzeit berichteten, in bester Erinnerung als ausgezeichneter Redner. Er führte in seinem Vorträge diesmal etwa folgendes aus: Weile Kreise des Jndeiilums behandeln die Judcnfragc lediglich als Sviiagogen-Aiigclcgenhcit. Das Judentum ist aber eine Weltanschauung für das Leben. Ls darf nicht lediglich als historischer ■Faktor, der früher einmal die Weltkiillur beeinflußt hat, wie Roosevelt in seinem Berliner Universitäts-Vortrag nusgcfülirt hat. angesehen werden, Gibt cs eine katholisch-soziale Bewegung seit Bischof Kcttclcr von Mainz, einen cv.mgelisch-sozialen Kongreil trotz des Urimdsalzes: ..Mein Reich ist nicht von dieser Welt", so hat das Judentum als eine Weltall* schaumig der Lcbensbeialmng doppelt die!'flicht, seinen Anschauungen Platz zu schaffen, auch im Leben der Gegenwart. Eine jüdisch-soziale Konfcrenz.liäüe. auf den tirmidsätz.eii der jüdischen Welt- 1},׳schammg sich aiifhauciul. zur Frage einer ״Käufer- Moral" zweifellos mindestens soviel Wichtiges zu sagen, wie die evangelisch-soziale Konferenz in Chemnitz. Die Juden sollen und dürfen ihre großen Gedanken nicht nreisgehen und auf die Beeinflussung der Kiilturweit im Sinne der jüdiscueu Wcltansehau* ung nicht verzichten, wenn sie sich nicht seihst aufgelien wollen. 1111 Anschluß darn erörterte der Redner eingehend das indische Erzichungsproblcni in Schule und Haus, sprach von der Notwendigkeit jii* «•scher Jugendeindriicke mul einer Erziehung im panjüdischen Sinne. Die Ueherliehimg des Westiudenlums gegenüber dem ()stindenltmi. die sich immer noch in einigen Kreisen findet, müsse schwinden. Vom Ost-Judentum her kommt wertvolle Bdruehtimg. Wollen wir aber Einfluß gewinnen, so ist die erste Voraiisetzimg, daß wir für die Erhaltung des Judentums überhaupt sorgen. Der Redner ging dementsprechend ankii'infeiid an die Tatsache. Ball der Jubilar seine stärksten und besten Krüfter. der national jüdischen Weltanschauung verdanke, und daß gerade in diesen Tagen der 50. Geburtstag des imvergeßlichen Theodor Ile r z. 1' s gefeiert werde, eingellend auf die Frage ein, wie ist das jiid i sc 11 e Volk zu erhalten und gab in großen Zügen ein Bild der Gedanken und Ideen, die in jiidisehen Kreisen über diese Fragen existieren. Vor allen Dingen gab er einen Ucberbliek über die liistorische Entwickelung und die Bedeutung der Zionistiselten Bewegung. Laug anhaltender lebhafter Beifall belohnte den Redner für seinen in sachlicher und formeller Hinsicht gleich wertvollen Vortrag. R. 1/eReiNS-RUNDSCHAU Berlin. Am Mittwoch, dein s. Juni, abends 0 Uhr. liudct in der Viktoriahraiicrei in der Liitzowstrißc eine große ülieiilllehc Versammlung iiher das Thema: ״R 11 s s e 11, Fi n n c n 1111 d Jude n" statt. Der Reicrent des Abends ist Herr lleluiutli von Gcrlach. Unsere Mitglieder werden dringend um zahlreiches Erscheinen gebeten, da wahrscheinlich mehrere unse• rer Freunde das Wort ergreifen werden. Berlin. Am Donnerstag, dem >). Juni, abends 0 Uhr. spricht in der Jüdisch-nationalen Fratienvcr* elnlgmig im Hotel Ruhland, Mittelstr. ßO, Herr Dr. Theodor Zlozisti über ..Pa Mist Ina und die jii di selic Frau.“ (niste willkommen! Berlin. Der Jüdische Jiigeml-Bimd veranstaltet am Sonntag, dem 5. Jtmi einen Da in p f 0 r A u sfing nach Nedlitz, mit einem äußerst rciclthaltigen und vielversprechenden Festprogramm• (]äste sind herzlich willkommen. Cluirloltenlmrg. Die Zionistische Ortsgruppe Cliarlottenbiirg lädt zu ihrer Sitzung am Mittwoch, dem s. luni. tuierlt dem oberen Saal des Noilendori- Kasinos, Kloiststraße •II. ein. Das Referat hat Richard 1. i e 111 h c i in übernommen, der über seine -R eisec indrücke aus Palästina״ berichten wird. Gäste. Damen, sowie Herren sind gern gesehen. Berlin. Am 10. Mai fand eine Versammlung der iesigen Ortsgruppe der Organisation für licbrJKsclio Drache und Kultur statt, in der zunächst auf /or- ,hlag des Herrn Dr. W e 1 die Begründung einer esonderen Abteilung dcs Vereins für solclic Mitlieder. die noch nicht hebräisch sprechen können, cschlosscn wurde. Darauf legte Herr Lin »m amen des Vorstandes das vom Zentralkomitee nsgearbeitete Tätigkcitsprogramm der Organiition vor Das Exposee gibt zunächst einen eberblick *über die bisherigen Leistungen des Zen- ׳alkoiuitces (Bureau: Berliu-ChurloHeitourg, Kant■ raße 9.3. Tel.-Amt ClinrL 8192). Dem von der am ude vorigen Jahres stat(gehabten Konferenz für ebräischc Sprache und Kultur gewä llten Kein tcc ׳urde von dieser eine vierfache Aufgabe über- I. Die Begründung möglichst ׳zahlreicher Cirupneu der Organisation. 2. Die Vorbereitung des Kongresses für hebräische Sprache und Kultur. 3. Die Ausarbeitung von detaillierten Entwürfen als Grundlage für die Beratungen des Kongresses. 4. Die Schäftung einer Basis für einen hebräischen Kulturfonds. Während der fünf Monate seines Be* Stehens war das Komitee bestrebt, nach Maßgabe seiner Kräfte diesen Aufgaben gerecht zu werden. Durch Versendung und Publizicrung von hebrä- Ischen Zirkularen, durch schriftliche und persönliche Agitation war es unablässig bemüht, die Bcgitin• düng von Organisationsgruppen in den vcrschicdenen Ländern z.u veranlassen Solche Vereine bc• stellen jetzt in Rußland. Galizien, Westöstc! reich, Ungarn. Deutschland. England, Amerika, Südafrika und in der Türkei, ln Deutschland. Qalizicn, Rutnänien und Palästina sind besondere Landcskomitccs begründet worden; die Begründung von weiteret» Landeskomitccs stellt nahe bevor. Von dem Fortschreiten der Grunncnbildungen hängt die ilestimmutig des ,Zeitpunktes für die Einberufung des Kongreses ab. der nur aus gewühlten Delegierten der Organisationsvcrcine zusammengesetzt sein soll. Das Komitee trifft iedoeli jetzt schon die Vorbereitimgen dazu, um günstigenfalls an die Eiubc• rttfung des Kongresses schreiten zu können. Insbesondere hat cs einige dein Kongreß zu unterbreitende genaue Pläne und Entwürfe ausgc• arbeitet über die Vorbereitung eines imifassemlen hebräischen Sehul-Unterriehts- und Lr/.iehuiigsprogintuuis. über die Anbahnung eines Gegenseitig• kcitsverhältnisses zwischen den Hebraisten in Palüstina und denen in der Diaspora: über die Bcgründiing einer hebräischen Akademie von Fachmännern für die sprachlich-philologische Statiiierung des hebräischen, sowie über die Schaffung eines nationalen hebräischen Verlagsiustituts. Als reale Basis z.u diesen Untcnelmnuigen. muß den gesamten Arbeiten der Organisation der hebräische Kulturfonds diene״: dessen Fundamentierung und Ausbau eine natiordc Pflicht des jüdijchcli Volkes ist. Von den gegenwärtigen Ai beiten des Komitees ist besonders u wäbnenswert die Organisierung eines hebräischen Wclti-ntcrriclitsnaehwcises zur Vermittlung zwischen den hebräischen Lehrern und den hebräischen Schulen und Er/ielnmgsinstituten. sowie den hebräische Lehrer verlangenden Privatpersonen in allen Lün• dem. An den Vortrag schloß sicli eine längere Debatte über die Aufgaben lind Richtlinien der Organisation. 111 der nächsten Versammlung wird Herr Dr. S c 11 e m a r i a L e v i n über seine innerste Palästina•# reise referieren. Näheres wird noch bekannt ge; gelle׳!, werden. Anmeldungen und Beitrittserklärungen für beide Abteilungen des Vereins sind zu richten an: Herrn Rabbiner Dr. Emil Lew. Berlin W., Würzburger• Berlin. Eine grandiose Protcstversammlunp gegen die Judenausweisungen In Kiew veranstaltet« die Berliner Zionistische Vereinigung na 30. d. Mts. Schon lange vor Beginn der Versammlung fmltea ca. I50H Personen den grollen Saal d׳.*s .,Tiergartenhof" Bis auf den letzten Platz, lituivlcrie fanden keinen Einlaß. Der erste Referent. Herr Br. Klee, .schilderte die neuen Judenverfolgungen als d e «.inporciide Tat einer verfaulten und .׳err«)tt«׳ten Gesell• seliaft. die die Aufmerksamkeit des i1׳t Gründe gutmutigen russischen Volkes von ihren eigenen Sünden ablenkcn will. Mit flammender Entrüstung geißelte er das Verhalten iener Juden, die heute noch Rußland in finanzieller Hinsicht direkt oder indirekt unterstützten und rief die Versammlung zu solidarischem Handeln auf für die Beseitigung der Judciinot. wie der Zionismus sic erstrebe. Herr L Barth, der zweite Referent, schilderte in iilierzctigfituler Weise den Zionismus als die einzige Möglichkeit, der unheilvollen Zersplitterung des jüdiselieii Volkes ein Ziel zu setzen. Als letzter Redner sprach Herr D r. Löwe der unter dem begeisterten Beifall der imposanten Vor- Sammlung auf die Kiillurlcistungcn der russischen Juden hinwics. Zum Schluß nahm die Vcr- Sammlung einstimmig cüii Resolution an. in der unter schärfster Verurteilung der russischen Greueln, die jüdischen Großfinanziers und alle, die jüdischen Stammes sind, aufgefordert werden. Rußland die finanzielle Unterstützung so lange zu vcrsagen, bis den Juden die Menschenrechte gewährt werden. Berlin. Am Mittwoch, dem 22. Mai, hielt Herr Hanns Mnrgulics (Hasiuonacac) im Jüdischen Jngcndhimd einen Vortrag über ״Die moderne deutsche Literatur und die Jude n". Herr Mamilics behandelte das schwierige Thema in mehr als cinstündiucr Ausführung in außerordentlieh interessanter Weise, und wußte seine Zuhörer stark zu fesseln. Er suchte in erster Reifte den starken Einfluß der Juden auf die deutsche Literatur, wie auf deutsche Kunst und Theater, seit ihrer Emanzipation, an der Hand von Beispielen naclizuweisen, sodann aber vor allem die jüdische Nuance in den verschiedenen Erz.cugnisclien jndiseh-deut• scher Schriftsteller zu zeigen, die sicli oft nicht uue in der Wahl des Stoffes, sondern auch in der Art der Behandlung zeige. Besonders kcnnzcichnctc er den Dualismus, der zwar außerordentliches Großes, wie bei Heine, zu schaffen imstande sei, aber im Grundo doch zu ewigem Zwittcrtum verurteilt wäre und in^ folgcdcssen auch von dem größten Teile des deuU selten Volkes abgclchnt werde. Eine lebhafte Diskusison. an der sich die Herren Dr. Walter und Herr Kurt Rosenbaum beteiligten# bot dem Redner Gelegenheit, seinen Standpunkt nochntals cigchcnd zu präzisieren. j)

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