Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 22 (3.6.1910)
- Date
- 1910-06-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 261. No. 22־. Ein Gang zum Grabe Herzls » Pie Zionisten Wiens haben den 50. Geburtstag IK'i/ls in der Stadt seines Wirkens durch eine (Je• lienh'cicr und ein Massenmeeting gefeiert. Mochte nun diesen Veranstaltungen nur eine lokal zionistisehc Bedeutung zusprechen. so befolgten die n,•ווו Gesinnungsgenossen. die am Sonntag morgen : d.1s ller/.lerab nnfsnehte». ein Mandat der Qesamt• | naiiei und der Bericht der ..Jlidiselien Zeitung“ Uber! den weihevollen Verlauf dieser Veranstaltung soll desli.dh;111**11 liier eine Stelle finden: } ״In lautloser Stille und größter Ordnung setzte sich! S’iiia.ie. den 19 Mai. vom Tiirkeusclian/.park der i jt:t1n‘\!n!c Zue der Wiener Zionisten in Bewegung j Ah d r Soitzy des Zm.es schritten die westöster• nie! velicn z.ionistiseheu Behörden mit den narla* > mci: 1 is.'lien zionisiisclicn Vertretern. Sämtliche; /•on:: tische und iüdisch-natinnale Korporationen bc• 1 i.iltce!! sich vollzählig mul zahlreiche niclitorganisiortc 1 OvsvH'iiesKcnussen schlossen sieh an. An dem ' n!.!!v. das mit der historischen Kon irr eil- ' ia!!סי bedeckt war. defilierte der Zu« stumm. 1;e- | 1.0 an Schrittes vorüber. Auf den», freien Platze!!.!.! •t dem hiiieumre des Friedhofes formierte sich! lue! .! der Zmr zu einem Karree. Der Präsident de< ■Mosterreieliisehen Zentralkomitees. 01׳. Herr Ad■:• Hb 11 ui. trat vor mul hielt folgende An• ׳ ׳!$:. .■;;e: Zionisten! .0• unser Sehmer׳/, stumm, so sei unsere I n . lu rcdt. Unsere Preudc an der unvergleieli- Ini. . Erscheinung. die dem Judentum in Herzl gesc! ".ard. Mehr, viel mehr bedeutet sie uns. ,!' .־,׳׳ N.iiiicii Politiker. Organisator. Führer be- >••- In Herz! ward der Genius der jüdischen k'.'■- ieheiulig. Der Ocui'is. den man crioseiten tu••׳ ■!׳:. Durch Erniedrigungen und Verfolgungen '••׳•!er königliche Stamm verkrüppelt, z.u Krumm• I;! :׳■worden, das am U« den kriecht. Und siehe: Ae• .1 v.m.׳־h Zwcrcholz wuchs plötzlich ein ragender 1’..׳;:!. so stolz mul aufrecht, wie drüben die י s.i l.inke. einsame Her/I-Zcder in Mozza. 1 I‘ die versunkenen, vergessenen, verschütteten ä;<.! Uikciu 11 des Judentums, sind in Herzl herrliche V.!״ ו’. li'nciteii geworden. Was das Judentum verl icu ' ic: Kiaft. Adel. Würde Selbstsicherheit. |ס. ' ^ך Grölte. das war in Herzl. Deshalb wirkt sc:iw ׳!;Mali so befreiend, so erlösend! An seiner l'rsv u ■mg nmil das Judentum gesunden. 1וי• "■׳ Herzl war es ein Kummer, vielleicht eine iw׳Jude zu sei״. Die Erscheinung Her.׳!v hat dem Judentum neuen Adel e r l iehen. — — i'iev•N\'issc11. ilir Freunde, sei unsere beste I re.de!111 Herzl! Jenen Adel zu wahren, unser Ie>;.e lau! Und unser Zionismus sei ein Herzl- Xu niv •«. sei der Wille zu Herzl: Kein mattes Oej:as.!« v.׳n Politik und Nationalismus, von sozialer IliHc I Kolonisation unser Zionismus sei. was er ik.,׳] gewesen: ein Köaigsgcdankc! Der Oei.m'.i nies freien, stolzen, königlichen Judentums, emo 1׳׳.rzliudentiims! 1 '11 wir diesem Zionismus und wir werden II ■eheii zu einer einzigen grölten Hcr/.lfeier ge* Main! I 1 Zug loste sich nach dieser Ansprache auf. rs v.r eine stolze, eine erlichende Demonstration.“ Hebräisch in der Diaspora Animi ügs deutschen Komitees für hebräische Sprache und Kultur. ׳ immer weiteren Kreisen macht sich auch in •..״•(!pa die Ueberzeugung geltend, dal) eine Er• 11;‘י; s und Entwicklung des jüdischen Volkstums die!;r' 1g und Entwicklung der hebräischen 1 :י s 11 e zu einer ihrer wesentlichsten Vorausiv:׳ ־gen hat. Die Sprache ist das stärkste und bete.:!,sie Dokument der Volkseinheit, ihre festeste 1111,1 1 w:c und ihre offenbarste Oarantie zugleich: ^״''> Mein der Kamnl um die bedrohte Volkssprache 11: ndmiiikt aller nationalen Bewegungen. WällfCM־i 1 cm: sich aber darauf beschränken können, die 1“1יו!!c zu verteidigen und z.u beschützen, legt uns Jl1' \1M.mnlie unserer Lage eine gröllere und sei; ׳.:! ו,;re Aufgabe auf: unser Volk für seine *י!" w wiederzugewinnen. 111 der palästinensischen •IihI , iciiimg wird die hebräische Sprache durch 1111׳ ' י ui r I i c h e 11 Daseinshedingungen regeneriert: s* יי! Jic Sprache des Hauses, der Erziehung, des Vor,.«..Urs. des öffentlichen Lebens; in der Diaspora, u" ue natürlichen Daseiushedingungeii fehlen, "luvwn sie durch Schaffung einer hebräischen ,׳e IMesa 1111 osphärc, durch zielbcwufltc För- Ju1״,g und Propagierung des Itebraismus ersetzt w tiHcn. Diese aber kann nur dann groflc und dauernde ׳•׳i'ilge haben, wenn sic auf systematischer Kraft- Vereinigung und Arbeitsteilung begründet wird, Daraus ergibt sich die Forderung nach einer zcntralisierten Organisation 'zur Pflege des hebräischen Sprechens, der modernen hebräischen Literatur und 1kr liebrüiscli-snraehlichen Erziehung, einer Organi- Ultimi, die den grollen Schul- und Sprachverbänden. •*»derer Nationen würdig an die Seite treten könnte. JUED1SCHC RUNDSCHAU Aus dieser Ueberzeugung heraus ist von den namhaftesten Vertretern des modernen Hebraismus zum Zwecke der Vorberatung einer solchen Organ!• sation die Konferenz für liclirülscliu Spruche und Kultur clnberufen worden, die im Dezember 1909 in Berlin tagte. Unter den etwa 70 Teilnehmern befanden sich Führer des geistigen Judentums wie Acliad-Haam. Von den einleitenden Referaten sind das von Dr. Martin Bubcr über die Bedeutung der hebräischen Sprache und das von Leo Motzkin über die Organisationsfrage zu erwähnen. Die Konferenz bcschloll die Einberufung eines grollen öffentlichen Kongresses von Delegierten und die Begründung der ״Orgmilsation f ii r hebräische Sprache und Kultur", der jeder Jude und jede Jüdin beitreten kann, die hebräisch verstehen, die hebräische Sprache als unsere Nationnlsprachc anerkennen und an ihrer Wiedergeburt mitarbeiten wollen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag (Truma) wurde mit 2 Mark bestimmt. Es wurde ein Komitee eingesetzt, das bis zum Kongrell die (lescliüftc der Organisation zu führen hat. Dieses Komitee bestellt aus einer Anzahl von Mitgliedern in den verschiedenen Ländern (darunter A c 11 a d - H a a 111 in London. Ussischkin und K1 a u s n c r in Kußlaii'l, Cliaeliam Jakob M c 1 r In der Türkei, Ben J e 1111 d a , J e 11 i 11 11. :1. in Palästina) und einen Zentralausselmil, dessen Sitz Berlin ist und dem 11. a. Dozent Dr. Bauet 11, Prof. Dr. Mittw 0 c 11, Dr. Sehmarjalm Lcwin, Rüben B r a i n i n, Rabbiner Dr. W a r s e h a u e r, Rabbiner Dr. Emil Levy, Dr. Martin Bubcr, Leo Motzkin, Berthold F c i w e I, S. H u r w i t ־/., Dr. Heinrich L o c w c angeboren. Das Komitee hatte eine doppelte Aufgabe: 1. die Vorbereitung des Kongresses und die Ausarbeiumg der ihn» vorztilcgendcn Pläne und Entwürfe, 2. die Schaffung von Gruppen der ״Organisation für hebräische Sprache und Kultur" in den verscliicdenen Ländern. Dieser Aufgabe hat das Komitee in den •Fi Monateii seines Bestehens nach Kräften gerecht zu werden versucht. Die Vorbereitung des Kongresses ist soweit gediehen, dnlt er voraussichtlich bereits für den Spätsonimer dieses Jahres wird einbcrufcii werden können. Von den dem Kongrell vorztilcgendcn Plänen und Entwürfen heben wir hier nur die wichtigsten hervor: I. Die Schaffung eines nach den Verhältnissen der verschiedenen Länder nüuiizierten hebräischen Erzielmngs-, Schul- und Untcrriclitsprogramms, 2. die Organisierung des Zusammenhangs zwischen der Diaspora und Palästina als dem natürlichen Zentrum des lebendigen Hcbraisnms, 3. die Kreierung einer kompetenten Behörde in sprachlichen Angelegenheiten (Fragen der Ausspräche, Neubildungen usw.), 4. die Begründung eines grollen Fonds für hebräische Sprache und Kultur! der die finanzielle Basis aller zu unternehmenden Arbeiten bilden soll. Die Begründung des Fonds ist im Prinzip bereits von der Konferenz beschlossen worden. Beiträge nimmt in Deutschland das Landcskomitctf entgegen. Au 0 r g a 11 i s a t i 0 n s g r u p p c n sind der neuen Organisation eine Reihe bereits bestehender hebräischer Sprachvereine beigetreten. Insbesondere hat der Vorstand des Verbandes ״Ivria", der eine grolle Zahl von Gruppen unifailt, beschlossen, sie der Organisation anzugliedern. Es sind aber auch mehrere neue Vereine entstanden. Gegenwärtig besitzt die Organisation Ortsgruppen in Rulllaml. Galizien, Westösterrcich, Ungarn, Rumänien, der Türkei, Deutschland. England, Amerika und Südafrika. Insbesondere war das Komitee darauf bedacht, die Gruppen in den einzcluen Ländern durch Lundeskomitccs zu verbinden und so eine intensivere Arbeit zu ermöglichen. Solche Landcskomitccs sind bisher in Deutschland, in Oalizitn .in Rumänien und Palästina gebildet worden. Die Arbeitsgebiete der Landcskomitccs und der Ortsgruppen sind folgcndcrmallcn abgegrenzt worden: Das La ndes komitcc hat die Aufgabe, 1. die Arbeit der bestehenden Ortsgruppen zu zentralisieren und neue Ortsgruppen zu begründen; 2. für die Arbeit in den einzelnen Ortsgruppen die nötigen Lehrbücher zu schaffen; 3. die Agitation für die hebräische Sprache durch Presse, Entsendung von Wandcrrcdncrtt und Oewimiung anderer bereits bestehender Organisationen zu übernehmen; 4. für den Vertrieb von hebräischen Zeitungen und hebräischer Literatur Zentralstellen zu schaffen. Die Ortsgruppen haben 1. die Agitation für das Hebräische am Orte zu führen, vor allem aber 2. hebräische Sprachkurse zu veranstalten, und zwar für Anfänger und für Fortgeschrittene, Konvcrsationszirkel und Literaturkursc. ln Deutschland sind derartige Ortsgruppen aufter in Berlin bereits in einigen bedeutenden jüdischen Zentren begründet worden. Wir leben in der sicheren Erwartung, daii der Gedanke der energischen Propagierung des Hebräischen in allen gröberen jüdischen Gemeinden Füll fassen und überall Ortsgruppen der ״Organisation für hebräische Sprache und Kultur" ins Leben rufen wird. Das deutsche Landeskomltce der Organisation fiir hebräische Sprache und Kultur. Prof. Dr. Eugen Mittwoch, Vorsitzender, Berlin NW., Kirchstrufte 23. zionistisch bcwcgung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinig, für Deutschland Sehekel und Landesbeüräge Bis zum 31. Mai d. J. sind Schekel und Landesbeiträge aus folgenden Qruppcn bei uns eingegangen: Schekel Landesbeiträge Königsberg i. Pr. . 1(»2 ISO 111 sj c r b u r g . . . 27 Allenstein . . . , 9 W ro n k c . 31 31 D t s c 11. E v 1 a u , . . 18 18 (} 1 e i w i t z. 30 30 R a t i b o r. 60 Cosel . 23 2 Kreuz bürg . . . . 1 2,50 Breslau. 80 40 0 10 g a u. 1 J a u e r . 1 1 Berlin. 4 502 (noch für 1908/09 bestimmt!)!.einzig . 0.50 0.50 Chemnitz . . . . 45 45 F. b c r s w a l d e (Messingw rk) 34 34 F r a n k f u r t a. 0. . . 10 9 P r c n z 1 a u . . . . 1 Hamburg. 222 276 Lübeck . 60 Bremerhaven. . . 10 Halberstadt . . , 30 33 (ausserdem 15 misra liistischc Landesbeiträge) Göthen . 22 22 Erfurt. 1 Cöln a. Rh. 50 Essen . 35 Dortmund . . . . 34 34 P c c k c 1 s 11 e i m i. W. 4 4 Münster. 5 5 L i ח p s t a d t . . . . 1 Gcvb. ßiircn. . . 2 3 A l f a. M 0 s c l . . . I 1 W a 11 n c i. W. 1 Frankfurt a. M. . . 166 166 Cassel . 41 (noch für das Rechnungsjahr 1908/09 bestimmt!) Fulda . 14 13 Idar a. N. 3 2 Butzbach .... 1 Trcvsa . 7 8 Konstanz . . . . 28 28 11 e i I b r 0 11!1;1. N. . . 6 5 N c u k i r ch c n b. Zieecnlmin 1 K :1 P p e n a u 1. B. . . ד München . . . . 1 7 W ii r /. b u r g . . . , 12 12 S c 11 w e i 11 f u r t . . . 1 1 W ö r i s h 0 f c 11 . . . 1 1 W r e s c h c 11 . . . 20 20 1278,50 1542,00 Wir bitten alte Ortsgruppen und Vertrauensniämier dringend, die längst fälligen Schekel und Landesbeiträge nunmehr umgehend an uns abzuführen. Alle Gelder sind auf unser neues Postclicckkonto 8091 oder auf Postanweisungen für die Zionistisclic Vereinigung fiir Deutschland cinzuzahlcn. An Herrn Wollstcincr sind von jetzt ab nur Beträge fiir den Jüdischen Nationalfonds abzuführen. Zionistische Vereinigung fiir Deutschland Fiuauzrcssort. D r. Hey 111 a n n. The flnglo-Pülcsline Company Limited Laut einem Beschluß des Direktoriums ist vom 1. Juni ds. Js. ab der Preis der Aktien der Anglo- Palcstinc Company Limited auf £ 1.1.— resp. M. 21.50, erhöht worden. Für Inhaberaktien ist, außer vorgenanntem Betrage die übliche Stempelsteuer zu entrichten, welche sich für jedes Inhabirzcrtifikat über 1 bis 5 Aktien auf 1 s. 6d beläuft. 10/12 Walbrook. London, E. 0״ den 13. Mal 1910. Im Aufträge des Direktoriums, H. Ncumann, Sekretär.