Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1910)
- Date
- 1910-04-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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UE DISCHE RUNDSCHAU ן. Seite 204. Resultat: Rechtsanwalt Dr. Siestfrlcü Schwär־/.- schilü, 1. Vorsitzender; Fritz SonUlicimer, 2. Vorsitzender; Salli Ucis, J. L. üoiteilt, Referendar Dr. Göttlich. J. H. Gold mann, A. 1. c w i s 011 n, Josef L. O p p c 11 h e i 111 c r, Re־< dakieur Dr. Steinmarder. Ilallierstadt. Die hiesige Ucrend־Lehmnnu-Logü hatte fiir Sonntag Abend ihre Mitglieder, sowie die Mitglieder des hiesigen Jugend-Vereins Iterenü- Leliniaiui zu einem Vorträge unseres Üesinmmgsgenossen Dr. Leopold Rothschild über den ,.Deza lei" eingeladen. Der!׳rolte Saal der Loge war dicht besetzt, und die Zuhörer lauschten gespannt dem Htmviekhmg.shilde des ״Mcziilcl", das der Redner in grollen Zügen zeichnete. Au den mit lebhaftem itcifall aufgeitoiitmenen Vortrag sehloll sich eine Ausstellung von Arbeiten der Kunstgcwcrbesohule ״Bezalel" und des ״Verbandes Jüdischer I־' r a u c 11 f ii r Kulturarbeit in P a 1 ä s t i n u“, die die hiesige Zionistische Vereinigung im Gesellschaitsraunie der 1.01:0 veranstaltet hatte. Dank der eitrigen Verkaufs-Tätigkeit der Damen l'rl. Buer, Frl. 11111 nt und Frl. R o s e 11 b a 11 nt fanden die Arbeiten guten Absatz, und sowohl der Verein -Ue־zulei" wie der ״Verband Jüdischer Frauen" gewannen eine Anzahl Mitglieder. Dortmund. Am 7. April sprach in einer Ver- Sammlung des, vor wenigen Wochen gegriinvielen hiesigen Jüdischen Turnvereins, Herr Georg Diut h ns über die ״Jüdische Turnbewegting". Die interessanten Ausführungen, denen eine längere Ausspräche folgte, fanden lebhaften Beifall. L'twa 15 der anwesenden Gäste erklärten ihren Ueitritt znm Verein. Am 12. April fand in vier von der Stadt zur Verfügung gestellten (ivmnasialhirulialle der erste Turnabend statt, der unter reger Detciligung recht befriedigend verlief. — Wir hoffen, dall sich der Verein, der sich vier Jüdischen Turnerseliaft an- /.״schließen gedenkt, auch zu einer lMlegestatle he* wuitt-jiidiseher Gesinnung entwickeln wird. 21. Hamburg, In vier hiesigen Zionistischen Ortsgruppe sprach am letzten Donnerstag Herr Dr. Max S c 1110 s s i 11 g e r über den ״Zionismus in Amerika" und gab nach einem interessanten Überblick über die Vorgeschichte des Zionismus in den Vereinigten Staaten (Mordeehai Manuel Noah, Pillsburger Kouiereu/, mit ihrer Resolution ״Washington ist unser Zion") eine lebhafte Schilderung vier amerikanischen indischen Organisationen, 1. des aiiierikanischeii J e w i s 11 Co m in i 11e c , das in der Hauptsache die Tendenz der Abwehr des Antisemitismus befolgt und die Verbindung mit den europäischen indischen Organisationen aufrecht erhält. und 2, der New Vor k e r K c 11 i 11 a , die sich im wesendiclien mit vier Pflege kultureller Uemeiiuleangelegenlieitcu heschäftigt. l!r ging dann im einzelnen auf vlie Zionistiselieu Organisationen ein, die sich gliedern in die 1'e vl e r a t i o 11 of American Ziunists mit M000, die Poale Zion mit 15IK) und den Order 11 א i g 111 s of Zion mit 31/00 Selickelzalilern, mul nahm Stellung gegen vlie Gründung vier letztgenannten Federation. weil diese, ohne ein besonderes Programm | auizuweisen, nur geeignet sei, die zionistischen Kräfte in Amerika zu zersplittern, in die eigentliche amerikaiiisch-jlivlischc Gesellschaft hat der Zionismus noch keinen Hingang gefunden; ilmi hängen hauptsächlich die eingewniivlertoii russischen, galiziselieu und riimänisclieii Juden;11, obzwar wohl nicht im staatlichen, dagegen aber im gesellschaftlichen Heben des Landes derselbe A 111 i s e 111 i t i s in 11 s bestellt wie bei uns. Für Palästina ist Geld und Sympathie zu haben, wie die Gründung des Technikums in Haifa und die Mission des Agronomen Aaronsolm beweisen. Jede nationale jüdische Helätigung aber leimt diu grolle Masse vier amerikanischen Juden noch ab, l'.iue lebhafte Diskussion gab Herrn Pr Schlös.siiiger Ge- Icgciilicil, das iuleiessuiite liiid zionistischen Lebens in Amerika noch zu erweitern und zu vertiefen. ־ Im Ansciilull daran brachte ein Mitglied der Ortsgruppe eine Hamburger (1 cm e i 11 de - A 11 ge - legen heit zur Sprache, die in diesen Hlättern hereits kurz gestreift worden ist, und die in vielt weitesten zionistischen und »ielitzionistischen Kreisen großes Aufsehen erregt hat. Für die durch den Tod des Herrn Moritz War bürg (rclgcwordciic Stelle hu Gemehidevorstand haue das Repräsentantenkollcgiiun den verdienstvollen, seit vielen Jahren im (iemeiiivlelelieii läligen und verelirungswiirvligen Vorsitzenden des Synagogeiiveibaitvles Herrn Dr. H. L e v y vorgesclilagen. Der zweite Vorsitzende des Gemcindcvorstandes, Herr Alfred Lcvy bekämpfte diese Kandidatur mit der Begründung, dall Herr Dr. B. Lcvy den IX. Zionisten-KongrclJ im Auftrag des Svuagogenverbandes offiziell bcgrüllt habe und erklärte im Fall der Wahl des Herrn Ur. U. Lew sein Amt im Vorstand nied erlege 11 zu w״llen, woran! das Gemeimlekollegltuu Herrn Abv S. Wnrburg zum Vorsteher wählte. Die sehr angeregte Debatte Über diesen Vorgang führte zu dem He- Schluß, innerhalb der Ortsgruppe eine Kommission zu bilden, die die Aufgabe hat. sich mit der 11 a in b 11 r g c r 0 e m c i n d c - 1» 01 i t i k zu bescliäftigen, und schließlich zu der Annahme folgender Resolution: ״D ic Versammlung verurteilt aufs schärfste das Vorgehen der Gem ci nde-Kolleg len hei der letz teil Wahl eines Gemeindevorstehers.״ Kttnlgtherg 1. Pr, Der Schatzmeister der 210• nliulscUeu Ortsgruppe, Herr M, Gumhurskl ersucht alle Schukclsmumler hiiierliulb des Königs• berger Stadtum! Lamlbczlrkcs die Sammlungen möglichst zu beschleunigen und bis am 5. Mai uic Blocks und die eingegangenen Gelder an ihn abzu* führen. Weiler benötigte Schckelblocks sind federzeit bei ihm erhältlich. Stettin. Am Donnerstag, den M. April sprach in der zionistischen Ortsgruppe Herr Parteisekretär Blume nfclvl. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden vier Ortsgruppe, Herrn Rcf. Asclicr, belciit’lilcte Herr Blmncnfeld in scharftmtrissenen. wirkungsvollen Ausführungen das jildiselic Wirlschnftsproblein. Aus dessen Misere könne 1ms mir der Zionismus und die von ihm inanutiricrte Wirtschaft.*!• und Kolonialpolitik heraiisführeu. Hinc sofortige völlige Ausnutzung des sehr svinnathiscli aufgenoiiimciien Referats war leider infolge vcrsamiuhuigstcelmischcr Felder nicht mög• lieh. Immerhin hoffen wir, dall der Vortrag die Grundlage zu intensiver Arbeit für unsere finanziellen Organisationen bilden wird. Die Mitglieder der Ortsgruppe!)lieben dann noch gemütlich zusammen, feie wurden hierbei durch den zufällig in Stettin verweilenden trefflichen Interpreten des jüdischen Volksliedes. Herrn Alexander Friedmann erfreut, dessen innige, zu Herzen gehende Vortragskunst reichen Heifall weckte. Kempen (Posen), tu einer von der Curltuslogc mul dem Jüdischen l.lteratcirvereiu gemeinsam verunstalteteu Versammlung hielt am Sonntag, dem 17. April, Dr. Hei 11 rieh Loewe aus Berlin einen Vortrag über die Sprachen der Juden, in dem er die historischen Spracliv/amlhmgcn der Juden im Heiniatkimlc und in den I ändern der Zerstreuung mit reichem Maluial durchging und;las Verhältnis der verschiedenen iiidisclicu Volkssprachen und Dialebte zur nationalen hebräischen Sprache erörterte. Unter voller Würdigung des bedingten Wertes der adoptierten (ialütli-Spr.iei.en zeigte der Redner sodann das gewaltige Aufblühen des Hebräischen bcsonders in jüngster Zeit, das zu allen Zeiten die Bedeutung der zentralen nationalen Sprache behalten hat. Die wachsende hebräische Volkssprache im Laude Israel und die von der Berliner hebräischen Konfercuz geschaffene hebräische Organisation zeigen, Uati das erwachende Volk auch auf kulturellem Gebiet seinen Fortschritt dort findet, wo es an die ältesten Geschicke mul die ersten Taten der jiuiischeu Nation lebendig wieder aukuüpit. Der lebhafte Beifall bewies. da!l der Redner in den Herzen der Hörer verwandte Töne angeschlagen batte und dall die Versammlung sich in voller .Sympathie zu diesen At1sf1iltrnm-1<1t fühlt,• Wien. Das kräftige Fortselireiten des Zionismus und das Hrwachcn der national-indischen Idee beginnt allmählich auch in der jüdischen Arbeiterscliaft Wurzel zu fassen und so schlossen sich Arbeiter, Angestellte und Beamte zusammen und gründeten einen ״Klub zionistischer Arbeiter", Die* ser Klub hat es sich zur Aufgabe gemacht, das jüdische Proletariat national aufzuklären und sie zwecks Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage den allgemeinen Fnclivcrhümlcii zuzufiiliren. Der Klub konstituierte sieb wie folgt: Obmann: Samuel Ter ner; Bibliothekar: Leon Wassermann: Schriftführer für die deutsche Sprache: Ludwig Stark: Schriftführer für die hebräische Sprache: Adolf Bock: Kassierer: Bernhard Distclfcid; Nationalfoiids-Komiiussär: Max Hirse 11; Kontrolletir: Wilhelm Hi mg. Wien. Jubiläum der österreichisch-israelitischen Union. Im Festsaal des Nicdcrüstcrrcichischcn Gcwerbevereins fand Sonntag vormittag die Fcstver- Sammlung zur Feier des 25jährigen Bestandes der österreichisch-israelitischen Union statt. Zu dieser batten sich eingefmulcn: die Rcichstagsahgeordnetcn Dr, Ofner, Kuraiuki, Dr. Mahler mul Dr. Slraucher, die üemeimleröto Dr. Mittler und Dr. Hein, der erste Vizepräsident der israelitischen Kultusgemcindc Dr. Gustav Kolm. Universitätsprofessor Hlirinaiin. Kustos Dr. iTuukfiirü'i׳. die überlebenden Gründer des Ver* eins Dr. Bloch und Dr. Pius u, v. a. Präsident Sieg- 11 tu ml Meyer begriiltte die Versammlung. Universitiilsprofessor Dr. S. Hlirmanu hielt hierauf die Festrede, in der er die Judetihewegmig in Oesterreich• Ungarn vom Hilde des IH. Jahrhunderts bis zur Gegenwart schilderte. Hierauf sprach Reicbsratsabgeordneter Dr. Julius Ofner, der den tiefsten Grund des Antisemitismus auf den Klerikalismus zurüekfiilirt, Hs sprachen lüeraui noch mehrere Redner, darunter Reielisratsabgeordnelcr Ktirauda, worauf die Ver- Sammlung den Rechenschaftsbericht einstimmig zur Kenntnis nahm und den Hoi- und Gerichtsadvokatcn |)r. Göttlich Schur in den Vorstand wählte. Abends fand zur Feier des Tages ein Festbankett statt. Antwerpen. Kürzlich hielt Herr Dr. Blöde hier einen glänzenden Vortrag über die Paradoxe des Judentums. Der Vortrag ließ nur Streiflichter auf unser /.erfahrenes und wiederspruclivolles Heben fallen, die sprachen aber Bände. Was einst das stärkste Charakteristikum des jüdischen Volkes war: sein N a 110 11 a I g e f i) h 1 muß jetzt von einem llüuileiu Volksgenossen In bitterem Kampf erst erobert und verteidigt werden. Das Hauptdement in der Erziehung des Juden vor der Zerstreuung war das Studium der Geschichte, die Gegenwart sollte die bewußte Folge der Ver* gangenheit sein, daher das beispiellose Nationalgcfühl, daher, und darauf sei er stolz, der Haß der anderen Völker auf die Juden, weil sie nlsVolk stark waren. Heute wird dcrselbo Eifer für die fremden Nationen verbraucht, und — man ver* No. 17. bittet sich hinterher seine Einmischung in Ding;* die ihn. den Jude״, nichts angelten. Die gerne״, sauten Gefahren zwingen ihn wohl zur Solidarität, am sichersten fühlt er sich noch unter Seinesgleichen, ... aber •vor Seinesgleichen hat er keinen Respekt. 111 der Tat erschwert die Respektlosigkeit der Juden gegeneinander ungemein ein gedeihliches Ztisam. menarheiten. Doch auch die Solidarität ist m! Schwinden begriffen: llic Asclikeaazim, hie Scpliar- (lim, hie Ost. llic West. Auf dem Gebiete der Sprache leistet der Jude wohl das paradoxalste. Hr verbreitet Spanisch und Deutsch in Form der Jargone auf hunderte und tausende von Meilen vo!! ihrem Ursprungs-Lande, kämpft für diese Jargoue. doch die Muttersprache das Hebräische wird /iiruckgcsctzt. - Wenn man sich fragt, warum Juden als Volk so lange den fürchterlichen Golus- Zeiten Stand gehalten haben so gäbe cs nur eine Antwort: des Landes seiner Väter seiner nationalen Eigenart wegen. Die ganzen Gebete weisen nur auf das Land l.׳u. Und doch sehen wir. daß der größte Teil der Oriii!. doxen nicht national ist. Die indische Gesinnung, die hohen Ideen, die sind cs. die uns am Leben erhaben haben, doch all das macht einer Verflachung Pla:z. Der üusserste linke Flügel im jüdischen Partei-Leh.o sei auch höchst paradox. Der indische Sozialist |״•. huuptct, Jude sein sei zufällig. Der polnische, deutsche, französische Sozialist hat solche Ansichten längst zum alten Hiscn geworfen, die wissen n.milieh wohin sie zuriiekzukelircn haben, wenn es ilmu. in der Fremde nicht mehr pullt, aber wohin wird die Welle unsere Kinder verschlag 11? Schaffen wir unseren Km. de rn ein La 11 d!" Wir geben nur die äußeren Umrisse des Vorträges wieder, der mit zahlreichen aus dem Leb»:״ gegriffenen Beispielen versehen, ein sprechendes Bild des Tolui-Wabohu bot. in dem wir unser ju.ii• sehes Leben fristen. Herr Dr. Blöde teilte seine Hiebe nach rechts und links, kein Wunder, daß die Diskussion einen höchst erregten und interessant(!! Verlauf nahm. Die zahlreichen Zuhörer dankten dem scheidenden Gast ntifs lebhafteste, und von dieser Stelle aus wird dieser Dank aufs innigste W'ieih’fhntt. c 1: ־־«SPR6CHSAAL־« P0r dleicn Teil übernimmt die Redaktion den Lesern «ceenblicr keine Verantwortung, Die Aufgaben der jüdischen Handlungsgehilfen. Im Sprcehsaal der vorwöehigeti Nummer der ״Jüdischen Rundschau" isi eine Frage angeschutucu worden, die wahrlich niclir Interesse verdaut. ,!K ihr bisher zugewandt wurde. Gerade in der jetzigen Zeit. in der auf dem Gebiete der Sonntagsruhe und Arbeitszeit im Hamlelsgcwcrbc neue Gesetze gcpl.mt werden, die fiir das!.eben der deutschen Juden •>>u lange Zeit liinatis von einschneidender Bedeutung sind, sollten sich die indischen llandelsangestellten ihrer Pflicht bewußt werden und die Gesetzes;« rlagen möglichst in ihrem Sinne zu 1 eeimiiivscu suchen. Trotzdem sehen wir, dall Handlungsgehilfen• Organisationen, deren Mitglieder zum grollen Tc.l Juden sind, auf die jüdischen Ruhetage nicht die geringste Rücksicht nehmen. Kommt dies dabei, d.nt die jüdischen llandelsangestellten mein das Ruekgr.u haben, ihre Interessen walirziinelimcii? Gerade unsere Jugend ist doch zum großen Teil zionistisch: warum übernehmen es nicht die auf rechten indischen jungen Kauileute. ihre Rechte zu verteidigen? Nim. die Beantwortung dieser!•'ragen liegt nahe. Du•• jciiigcn, die gut jüdisch fühlen, arbeiten fiir jiidisc1״• Angelegenheiten, insbesondere die Kraft der /mms1 scheu jungen Leute ist fast altem ihrem Volke gcwidmet, und die Handluiigsgchilfcnbcwcgung scheint ihnen nicht so wichtig zu sein, als daß sic 111 11׳! jüdische Interessen vertreten. Diejenigen Juden nlnt. die sich mit der llandliiiigsgeliilienhew■egiuig he• schäbigen, in den Vorständen der Handhmgsgcbihen vereine sitzen, sind wohl meist ״liberale" Assiuul;n>teil, die erröten würden, wenn jemand in der V! 1 Sammlung tür die Berücksichtigung der Juden cmträte. Ich bin nicht der erste, der diesen Uehclst.uut \ erkennt. Hs war zu der Zeit, als der Leipziger Vo• 1)1111(1 mii dem ״Deiitsclmalionalen“ (Schack) über eine Koalition verhandelte. Damals fragte man sich eti: rüstet, wie der Leipziger Verband, der zum große׳! j Teil aus Juden bestellt, auch nur daran denken | 'konnte, sich mit dem antisemitischen ״Deiitsclm.iü״ nalen" zu vereinigen. Man erkannte auch die frühe reu Fehler und nahm sich fest vor, die Vereinsvei I Sammlungen nach Möglichkeit zu besuchen, da*• - Organ des Verbandes zu lesen, sich mit den Fragen i der H.indhmgsgcliilfenhewcgung zu beschäftigen und Stellung zu ihnen zu nehmen. Aber diese Stimmung hielt nicht lange an: bald flog die Handliuigsgelülien• Zeitung in altgewohnter Weise ungeöffnet in den Papierkorb und man kam nicht dazu, die Vcrsannn• hingen zu besuchen. Das muß anders werden! Die gut jüdischen Handlungsgehilfen müssen in den Organisatioaen ihrer Kollegen eiudringen. und dort die jüdischen Interessen geltend machen. Aber es genügt nicht, wenn einzelne Leute in cinzet* neu Städten ihre Stimme erlichen. Die jüdischen II :11» (I e I s » 11 g c s t e 111 c n aller R i e h t u 11 g e n müssen sieh organisieren, von der Zentralstellc muß daun die Parole nusgehen, in weicher Richtung in den gerade vorliegenden Fragen gearbeitet werden muß.