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Jüdische Rundschau · 1910-04-15 · Heft 15 (15.4.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 15 (15.4.1910)
Date
1910-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 172. wesentlich gröberen Umfang anzmiehmen als bis• lar, dal! unsere Chancen dagegen recht bedeuten sind, wenn wir nur (ur zwei l'oiuls sammeln, hier, liu jede beliebige Spende entgegennehmen und eml lieh die Möglichkeit haben, auch an Nichtzioni.stcn w erbend hcranzutreten. Ich stelle meinen Vorschlag zur Diskussion uit'i lu.iie. dal! er ebenso rasch innerhalb der Leitung wie. in der Presse und in den einzelnen Ortsgruppen Zustimmung finden wird. P.r gibt uns die Möglich• Keil, unser Streben nach rcalet Palästina;!rbeit zu betätigen. Ich holte ferner, dal! sich die Vertrauens luanner und die Sainmelstellcn des N.*F. der neuen Sache bereitwillig zur Verfügung stellen werden, Es ist Kein üruud eiuzuseheu, w arum nicht schon in vier Wochen eine frisch-fröliliche Arbeit unter der Parole üiisei/.cn könnte: Zionisten, sammelt fiir den Na tiotialiomls und für den Kolouiallouds! Zwei Erklärungen Der gcschäfisfulirende Aussrltull des Zentral* Komitees der Z. V. f. P. sendet uns folgendes Schreiben: Sein geehrte Redaktion! 11. No. 13 der ״Jüdischen Rundschau" und in No. 11 der ,Welt" haben wir unseren offiziellen Be• rieht aber eine Sitzung unseres Zentralkomitees voröiienthclit. die am 27. und 2S. März, töin in Merlin unter Zuziehung von Vertretern aller Ortsgruppen der Zionistischen Vereinigung fiir Deutschland statt״ gefunden hat. Der Bericht beschränkt«, sich mit Rücksicht;!ui dm vertrauliche׳! Charas (er der Besprechung auf die gcfnl'U’it Beschlüsse und auf eine allgemeine Stint• oiiingswiedei'gahe. Die ...Indische Zeitung" in Wien bringt mm in ihrer Nummer vom s. April DJ 10 einen belicht, der über den Verlauf der Konferenz nähere Mitteilungen macht, die aber den Tatsachen in keiner VN eise entsprochen. Ininlgcdcsscn sehen wir uns zat der anliegenden Erkl.irimg genötigt mul lütten Sie. diese zur »deutlich.;:1 Kenntnis zu bringen. Mit vorzüglicher Hochachtung ä Zionistische Vereinigung iiir Deutschland. Der geschiiflsiiihremte Aiisschiill des Zentralkomitees:!1 a 111 k c. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: I he . J 11 «I i s c It e Z c i 11t u g" m Wien ha! ״per die Sitzung imseies Zentralkomitees, «he am 2/. und 2>>. März löln inner Zu ׳ü Innig von Vertretern aller Ortsgruppen siaitgefmidcn hat, einen Bericht vor* «■iieiuiicht. der den Tatsachen in keiner Weise gcueht w ird. Ls mag dahingestellt bleiben, ob es;ווי• gemessen war, über eine Sitzung, die unter;ms• di lieblichem Aosschluji der Ocifentlichkcit getagt hat überhaupt einen anderen I'.׳.*rieht zu bringen, als den oiiizicllcn. Wir wollen uns hierüber eines Urteils enthalten, stellen aber fest, dal! wir den vertraulichen Charakter der Besprechung in der ״Jüdische״ Rund• siliaii" öifentlieh bekannt gegeben und fiir jeden Toi!- uclinier klar und deutlich Bei der Einladung zur Knniercnz und bei der Eröfinung der Besprechung seihst ausgesprochen Laheit. Der Berichterstatter der ״Jüdischen Zeitung" scheint allerdings auch bei der Besprechung gar nicht zugegen gewesen zu sein. Nur unter dieser Voraussetzung lassen sich!.׳;ine den Tatsachen völlig widersprechenden Angaben li'aerhatip: verstehen. Nachdem aller der Bericht durch die ״.Indische Zeitung" vcrüficntliclu worden isi und nun wohl auch in andere Zeitungen übergehen wird, müssen auch wir aus unserer Reserve heraus• treten und unsere Veröffentlichungen ergänzen. Denn u׳ir können die i1׳ dein Bericht enthaltene ־Irreführung der öffentlichen Meinung nicht durch S«.hweigen m!t er stütz cn. Per Bericht der ״J itdiselieu Zeitung" 11111I1 den Eindruck erwecken, als ob die Vertreter der Opposition in Deutschland die uiilic• dingte Majorität der Versammlung hinter sieh ge• habt hätten. Das gerade Gegenteil trifft zu. Von den über lull Teilnehmern der Konferenz gehörten der Opposition nur 15 20 etwa au! Es wurde ,״!di auf der Konferenz von dem Unterzeichneten fcstgcstellt und von der Opposition zugegeben, dal! d i e überwältigende Majorität der d e 11 1 sehen Zionist eit der Opposition f c r n• steht und dem A. C. volles Vertrauen e •11 g c g e n h r i n g t. Nur infolge des vertraulichen Charakters der Konferenz, der jede Demonstration nach auHcnhin anssehlof», hat die Majorität darauf verzichtet, das Stimmenverhältnis durch eine Ab• Stimmung auch formell festzustcllen. Es ist daher unrichtig, dall von den Führer« der Opposition ״tmter anderem״ erschienen: Eeiwel, Dr. Ascher, Dr. Ilalpcrn, Dr. Hecker, l)r. Straus. Sokolow, Simon, Wiener, Dr. Thoilhabcr, Dr.Saitd• ler, Schnellte), die Vertreter des Kartells zionjsii• scher Verbindungen, ״die steten Anhänger des Pa• lästinarcssorts Berlin und viele andere, die ihre _I U KI י IS CH r• RUN D SC IIAU _ Stellung, wenn auch nicht so scharf, präzisierten und mir von l all zu Lall AnschhiT an die Oruppe such• teil." Herr Sokolow׳ war überhaupt nicht zugegen. Die übrigen namentlich genannten 10 Herren stellten fast di« ganze Opposition dar. Von den Vertretern des K. Z. V. gehörte ihr mir ein Teil an. Die beiden übrigen genannten Kategorien von angeblichen An* büiigorii der Opposition sind iibcrhaiipt nicht in die Erscheinung getreten. So stand eine Minorität v »,. LS 2t) Personen einer Majorität von etwa 70 Personen gegenüber. Wenn der Bericht weiter von drei Referaten der Herren Dr. Kolleuscher, Eeiwel und Dr. Sandler spricht, so irrt er auch hier. Herr Dr. Kollenselier sprach wohl zur Erüifmmg der Diskussion einige Wotic. Im übrigen wurden offizielle Referate über• haiipt nicht gehalten. Durchaus irreführend sind die ferneren Berner• klingen des Berichts über die allgemeine Anerkcninnig, die die angeblich oppositionellen Portierungen: Verlegung des I. C. T. nach dem Orient und liiangriif• nähme einer Sii'dlimgsbank gefunden haben, sowie die aus dem Zusammenhang gerissenen Bemerkungen Di. Ilantke's über Welt und Rundschau. Dall ״die Ausführungen der Opposition einen ge• 1!;.11ercn Einblick in die (iescliältslülirung der Partei• Icitung tun liehen, als es in Hamburg am Konprcl! möglich war," wird die übergrolle Majorität der 'Teilnehmer an der Konferenz dem Berichterstatter der ״Jüdischen Zeitung" nicht cinrüumcn. Der a 11 g e m c i n e E i n J rn c k w a r vielmehr d C r. d a I! d a s M .11 e r i a l. w c 1 e 11 c s Hie Opposition gegen das A. C. und ins• 11 e s o n der« gegen den P r ä s i d c n t c n \V ״ | f f s o h n v o r b r a e h t e , die S t c 11 tut«- 11 all me der Opposition auf dem Kong 1 e b 1111 d i n «I e m Aufruf der N e 11 n• z c 11 u in keiner Weise rechtfertigt e. Selbstverständlich 11.1t auch die Majorität der deutschen Zionisten an der Leitung Kritik ge• ubt. Ihre Kritik rechnete aber mit den vorhandenen Mitteln und dt 11 gegebenen Verhältnissen. Wir lu• gitilicii dem» auch mit Eiende die von dem l'räsi• deuten Woliisohn auf dem Dcicgiertentag der Zi1׳• nisten Uülizicus abgegebene Eiklarung. dall er eine Erweiterung «lei Pnueileitmig durch llmznzichung einer Ruhe führemlei Männer aus verschiedenen Ländern wünsche. W i r erkennen gerade liier in mit »I e 1111 g 11111 n g . dal! uns unser Vertrauen zu dem vom h. Kon• g r e P ge w;! h 11 e n 1111 d v ווי ס Kong v e 1! w i e d e r m i t de « 1' ii h r 11 n g der Partei beauftragten E.A.C. nicht getäuscht hat. Zionistische Vereinigung iiir Deutschland. Der gesehiiitsiiihremle Aussclmll des Centraikoinltcts. Hantkc. * Vom Präsidium des Kartells Zionistischer Verbindmigeii erhalten wir iolgcnde Zuschrift: 111 einem in Nr. 14 der ״Jüdischen Zeitung" ent• h.dtenen Bericht von der nichtöffentlichen Oster• Konferenz der deutschen Zionisten findet sich die Behauptung, dal! sämtliche Mitglieder des K.Z.V. eiusehlieltlieh der alten Herren oppositionell gesinnt seien, sowie dal! die Vertreter des K-Z.V. als solche zu den ״Führern der Opposition" gehörten. Demgegenüber müssen wir zunächst bemerken, dall das K.Z.V. grundsätzlich von jeher in allen iimerzinnistischeii Prägen cs seinen Mitgliedern überlassen hat, die «lern einzelnen richtig crselieiuciule Stellung eiuzuuehmeu und zu vertreten. Es kamt daher nicht die Rede davon sein, dall irgend eine Persönlichkeit als Vertreter des K.Z.V. die Sache der Opposition verficht Im übrigen ist auch der erste 'Teil der Behauptung nicht richtig: Viel• mehr gehört von den Mitgliedern des K.Z.V. nur eine Minorität zur Opposition, insbesondere von den alten Herren unseres Wissens nur 3 oder 4. Allerdings lehnt das K.Z.V. wie bereits zur Zeit des Ugaiulastreites, so auch diesmal ah, auf seine Mit• glieder nach irgend einer Richtung hin einen Druck atisztiiibcn. und es zeigt sich wiederum, dal! dank dieser Haltung auch die grollten parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des K.ZV., nicht das herzliche (klühl der Zusammengehörigkeit lind Kameradschaftlichkeit unter den K.Z.V.ern. mögen sic Aktive oder alte Herren sein, zu trüben' vermögen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch die seltsame Vermutung zurück weisen, dall die kürzlieh von der ״II a s in o 11 a e a" in Gemeinschaft mit!lern ״Ercieu zionistischen Diskussions• blüh" veranstalteten Debatticrabcndc eine ״Fest• Icg 11 ng des K.Z.V. in oppositioneller R ich( 11 n g" hätten demonstrieren sollen. Diese Abende sind lediglich zu dem Zwecke veranstaltet worden, das durch Oppenheimers Artikel wieder ״aktuell gewordene“ Problem des jüdischen Nation«• lismus in einem nicht gar zu grollen Kreise tlicorelisch zu erörtern, und sie haben diesem Zwecke auch, wie wir glauben, durch ihr erfreulich hohes Niveau einigermaßen gedient. Das von irgend einer, von uns leider 1-1!!1.»׳״! namhaft gemachten Persönlichkeit .mv,׳.c«,prcnJ: ־׳ Ocrücht. es sei für den ersten dieser Abende d I Annahme einer gegen das engere a k gerichteten R c s o 1111 i o n geplant gewev, ist demnach nichts als eine törichte oder bi «, willige Erfindung. ל׳' Wenn aber gcäullcrt worden ist. dar, : ,!!״״ a bloile Tatsache einer gemeinsam mit ücm 1ןזץ J zionist. Diskussionsklub" erfolgten Veraiisi, Feindseligkeit gegen die Leitung der Bcw ,.’ל.,:.׳ ' stelle, so müsseo w־ir das energisch zur uc1v■ als eine liälSliclie und kleinliche Gesinnung••K.j,.rl; die sicherlich eine Persönlichkeit, wie sie jvr' v)\ 1ms K.Z.V.ern aller Richtungen hoelivere'ate!».: sident des H.A.C. ist. .1111 wenigsten sym:» : •.4, ,!!' muten dürfte. “ Das Präsidium des K.Z.V. I. A.t Conrad Kaiser, (A. H. der Verbindung im K.Z.V. |I.,S. Amerikanisches Eorsclumgs. Institut in Palästina Die jüdische landwirtschaftliche Versuch ia1i«m in lluiia. Unter diesem Titel vcitoieiUhcüte Ib , | E a i r e c 11 i 1 d Mitarbeiter der Landw 1rw, •iuia Kammer der Vereinigten Staate״ von Ar. II. März lölO in der wissenschaftlichen / sj.;.• ״Science” in New-Vork folgenden Artikel. ,,־ v ■ dem vollen Erfolg einer von ,‘rofessor U.. . 1,.... und Herrn Aaronsobu inaugurierten Ide«. 1 deren nunmelirige, umgehende Durcliful,!g v, ganz eminenter Bcdeir.img für alle unsere k;,,!.1«,. tioiisbeMrcbnngen ist: Ein neues ameräkamsches '•'orsc'iiings;־•,׳ unter den Namen ״J ü J i s c 11 c I a 11 d w 1 r lieh e Vers 11 c 11 s .י t a t i o n" soeben m V ־.« •V :• geschafien worden. Der Am'siclit'ra; b. s;;,!!olgenden Mitgliedern: 1111 Roscnw;«!.: »a, ״. go). Präsident. Paul M. VV a r b 11 r g <Nv\• Schatzmeister. Mil! Hcnrietta Szold (Y - A..!.,, Sekretärin und Dr. Ctrus A die! (I'l.i! iel:■1:׳־״. Sam. S. Ec ls (Philadelphia), Richter Jul. ’>'•. V,״. (Chicago). Dr. J. L. M a g 11 c . I.ouis Marsh.,;:. Dr. Morris l.neb, i. ü. (»r c c n 11 «1 t 1.W •I uml Professor Dr. (). VV a r b 11 r g (Berlin* Die neue Versuchsstation soll am 1'uBe des K.!־• t'ielgebirges in Palästina, sielten Meilen I!..,-. cuiferni, errichtet werden, und ist das eis!.!.״.:• w irtschaftlie'hc Eorsc!1ungs־i1׳sn1:1t. das .01* .,1:!.־,• k.111is׳:he,1!,rivuimittehi m euiein amleieii I ״;״ etabliert wird. Die Mittel für die Station sau. einigen jüdischen Pbilantropcn zur VeriVgi.!;.: gc■ stellt worden. Herr Jacob II. S c 11 i 11 1Y. t!nd Jul. Roscuwald (Chicago) halten <i:e /■־ 'mläufigen Einrievtiiiig erforderlichen erste;! 2->״•י Ihtllar gezeiclmct. Das Mu.inial-Bmlgct v״<׳ l""M!'«.Har pro Jahr ist von der Herren Sei.,:i u i Roscnwald. gemeinsam mit Paul M. Marburg U׳tn;.3 Kuhn. Loch u Co.), Js. N. Seligmann. leid״: ":t.u. und anderen gar.uitieu worden. Als eine amerikanische Institution 11 י .: bv vantc. die die amerikanische Idee der \ , •־u.;'• Mation ins Ausland trägt. wir«l «las neu bc. ׳. ׳,Je!•. 111 st 1 tut Hchcrlicli das lnter*׳sse «lei in amvrik• ■■*.;;«a• V'ersuelissta turne״ tätigen fMi scher errege; .י״י" ,"ehr. :1.1 sein Ziel das wissenschaftliche N ׳u!l! und die Entwicklung der landv. ,rtschaithcli« '.1•:dleu eines der ältesten Teile der allen Weit ■׳. der ebens t reich an latcuden rudern wie an Ins: und rcligüisem Interesse ist. Der Leiter der neuen Station. Ileri ״זי.י: Aaronsohn, ist einer ganzen Anzahl von I.M'e• 1 imentalforsclicrn bereits dadurch bekannt. ...«'1 ׳'r eine Reihe von Monaten damit verbracht In׳;, er.־ gehende Studien der land" ii tschaftlichen. :ura tischen und botanischen Verhältnisse im ייחל«' cMc» der Vereinigten Staate,! aazusiellen. zum T• ecl ihres Vergleiches mit den gegenwärtigen V,: ׳ ..I: nissen in Palästina, wobei ihm besonders a CI‘ Männlich grobe Achnlielikcit der agrikulnuclb!! Ib'• dingungen zwischen Kalifornien und Palästina .,!um•' Herr Aaronsolm ist aubergewohnlieh gut zu! Em• richtung eines derartigen Institutes in Palästina ge־ eignet, da er sich 14 Jahre seines Lebens nn! kutJ• W'irtseliaflliolieii mul h,1t mieeheii FnrsJiung.!111 ׳ jenen Ocgcnden heialL hat mul mit der turha.ho'• arabischen und hebräischen Sprache cbens«* gnii'd׳ lieh wie mit der detitselicn, französisciien und eng• iisehen vertrant ist. Er hat die ).mdwirtscliauIicB' Seliulc zu Grigiion (Frankreich) absolviert und >ic Aufmerksamkeit der Ciclelu tenwelt durch seine I'111־ deckung des lange gesuchten wilden Urwei/ens a»! sich tcclcnkt. Seine palästinischen Entdeckungen e״n den der Dürre trotzenden Stämmen von Tr«»ekt«• land, Korn und Futterpflanzen und von der Möglich•

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