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Jüdische Rundschau · 1910-04-08 · Heft 14 (8.4.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4 ג' if (■ Abonnon!v>nta »ul die wöchentlich am Frei- 1.1S crKhcincnde ■Jlldliche KuiuHchau“ kosten bei der lUnedlilon und bei alle« Post* amtern vlcrtrliahrllch 1.25 M. misserlulb Uvutschlandt und Otiterfeich-UnEarn* 2,— Mi lur MltRtledcf indischer Ver. eine im SamnulbciuK durch den Verein |,~ M. Verlac Jüdische Rundtchaa H. 0. «1. b. II. Herlln SW, M. Zlmmcrilr. 17. Oescbaitsstiinden: 3 bis 7 Uhr auiser Sonnabend und Sonnt#!. HMU WUIMIII ■», י "• ״יי■ - »*»11111<•־. 2.V* Anzeigen kosten für die fllitfiespiltene l'etltzelle oder deren Raum 25 IM«.: Stellen-AntteboU und Clesucbe sowie VerelnsmUtrllunecn 11. ..Kleine Amelsen nur IS PI«, a o 0 0 o 0 o ■ Manuskripte werden, wenn Porto beilleit. »te» *urßck- Eenndt. — Redaktionsschluss Mittwoch vormltla«s. Redaktion jüdische Rundschan Ilerlln-CharlottenburE. Dlelbtreatlr. I*. Tel. Cb. *Ml. Sprechstunden Dlenita* und Donnerst#! 5—6 nachmittags, I I I I I 1 I I I I I I I Hummer 14 Berlin, den 8. April 1910 — 28. «dar II 5670 XV. Jahrgang Aufruf! Gesinnungsgenossen Stärker noch als bei frühere״ Anlässen ist;ui: lern 9. Kongreß in Hamburg das Bestreben lie׳ orgctreten, die in unserer Bewegung vorha::•lenen Kräfte praktischer Arbeit in Palästina di» ■>tbar zu machen. Ans den Worten fast ein jeden Redners klang die Liebe zu dem l;u ie der Jugend unseres Stammes, zu dem I'-. •־!, auf dem der ruhelose Wanderer unter üt.« Völkern Frieden finden soll. Das Ziel ah יי allen Strebcns ist die Schaf* f 11 n ׳• eines freien, kraftvollen l»a 1 er nstan des auf der eigenen S e r, a 110. Die I'.L.D.C. will diese Pläne ver* wirklichen, indem sie größere Cmiiulstiieke urbar macht, par* ze 1!ie rt und an neue Ansiedler verkauft oder an Arbeiter vor* pachtet, die von ihr selbst sorg* iä 11 i g auf allen Gebieten landwirtschaftlicher T.*tigktit mißgebildet worden sind. Die Ge* Seilschaft, die nunmehr zwei Jahre besteht, ver-!;ilirr d.1h« i auf rein geschäftlicher Grundlage. >L bewirtschaftet gegenwärtig das 1! 1׳ui Nationalfonds gehörige I.a 11 dg nt K i n erc111 am Tibcr iassee. huler hat das für die wirtschaftliche Fr* Hlilklhmg Palästinas so überaus wichtige Un• icrinliiiii'n bisher nur in sehr geringem Maße die l'mcrStützung der Zionisten gefunden. Die Zahl derjenigen, die sich mit eigenen Mitteln beteiligt haben, ist bis zum heutigen Tage eine wrsdiwindend geringe geblieben. Die P.L.D.C. /;ilili in ganz Deutschland nur etwa 300 \ k t i o n ii r e, u n d d 0 c h k a n n h e u t e ח i <־ in a n d m ehr, welcher Richtung er auch a»g<•höre, die absolute Notwendig- Di, dieser Gesellschaft f ü r d a s G e 1 i n g e n einer systematischen Kolon isa- •i( 1 in A I)rede stellen. Auch für das Gedeihen der geplanten Agrarbank ist die Tätigkeit der P.L.D.C. 1«ץ eingreifendster Bedeutung. Da bisher die Möglichkeiten, auf gesunder Basis agrarischen Kredit /.u gewähren, nur außerordentlich bc• -dir.mkt sind, so wird eine Agrarbank für grö* b1׳׳'e Summen nur dann ein Betätigungsfeld fin* den, wenn es bis dahin der P.L.D.C. gelungen *da wird, die Mittel für eine Kolonisation bi'ii'An Stils aufzubringen und 30 einen kredit* Würdigen Interessenkreis zu schaffen. Gesinnungsgenossen! Die politischen Ver* 11•'linissc des Orients, die schnelle Wirtschaft* 110־>״ Umwicklung Palästinas, dulden nicht län* ker einen Aufschub unserer Arbeit. Nur 11 ater großen Opfern, unter An- *Pannung aller unserer Kräfte Werden wir verhindern können, Zlonl»mt1» eutfcln iQr 11»» ladlache Volk dl• u£1?i״n*״*,ner öOconich-ieclUUch «elidierten Mdmiiatte In P*l&»tin», Buolcr Protrann. Aus dem Inhalt Aiilrul. — Prinz Eitel Friedrichs Palästlnalulirt. — Die Zionistische Bewcunm:. —• Au» alter Welt. — Deutschland: (Der Oermaiie Isidor, Aus der Deutsehen ArbcitgcbcrzcitunK, Der Üruhnschc Erj)rcssu11KS|)r02,clt). Rulttaiid: (Rabbinerkonferenz. Audienz bei Stolvpin). Holland, Italien: (Minister- Präsident l.uzzatti). Türkei: (VcrciiiisunK chemaliucr Allianccsdiiiier). Ungarn. Amerika, Siidafrtku. Vom Zionismus: (Die IX. Landcskonfcrenz der ualizisclivn Zionisten, Der II. Wcstöstcrrcicliisclic Zionisten tag, Ungarische Konferenz). — Aus den Gemeinden. — Vcrelnsrundscliau. — Spreehsanf. — Jtn!g«Isracl: Liebe Kinder. — Die verlorenen Stcructcln. Von A. Libuschizki. — Die Kinder. Von M. Scherlag. daß der Boden von Frez Israel in fremde Hände gelange. Darum gilt es ohne Zögern zu handeln. Hier ist ein Weg, der zum Ziele führt! Hat doch die preußische Regierung nach demselben System während 15 Jahren in den Ostprovinzen 125 000 Mensehen sesshaft gemacht! Laßt uns sorgen, daß im weit fruchtbareren Palästina gelinge, was in Preußen möglich war. Laßt uns zeigen, daß die deutschen Zionisten die Finsichiigstcn und Opferwilligsten sind! Palästina braucht nicht nur Pioniere der Arbeit, sondern auch des Kapitals! Das Zentralkomitee der zionistisehen Vereinigung f. D e u t s c 111 a 11 d. Rechtsanwalt Pr. M. J. Boden heim er, Köln a. Rh. Dt*. A. Friedemann, Berlin. Rechtsanwalt G roncm ann , Berlin. Pr. Georg Walpein, Hamburg. Reelltsanwalt Dr. Arthur Haut ko, Berlin. Dr. Max Jung mann, Berlin. Dr. Frust1 Kalmus, Hamburg. M. K a u f m a n n , prakt. Arzt, Freiburg i. Br. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Berlin. Rechtsanwalt! >r. Max K o 11 e ״ s c 11 e r, Posen. Rechtsanwalt Dr. EduardLeszy nski, Berlin. Zahnarzt Hugo Schachtel, Breslau. Julius Simon, Mannheim. Fritz S o n d - h c i m 0 r, Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Hans S t e i n i t z, Berlin. Hermann Struck, Berlin. Arnold Wiener. Kattowitz. Max Woll* steiner, Berlin. Prospekte mit detaillierten Angaben über die wirtschaftlichen, kaufmännischen und sonstlgen materiellen Unterlagen des Unternehmens, sowie Abzüge obigen Aufrufes und Zeichnungs* scheine stehen Interessenten der Kolonisation Palästinas beim Zionistischen Zentralbureau, Charlottenburg, Blcibtreuslr. 49, in beliebiger Anzahl zur Verfügung. יו י . Prinz Eitel'Friedrichs Patäslinafahrt Das Interesse Deutschlands wird wieder einmal auf Palästina gelenkt. Kaiser Wilhelm II., der vor zwölf Jahren selbst jene berühmt ge* wordene Reise nach dem heiligen Lande machte, hat jetzt seinen Zweitältesten Sohn nach Pa* lästina entsandt. Mittwoch mittags ist Prinz Eitel Friedrich mit seiner Gemahlin und großem Gefolge, von Alexandrien kommend, in Jaffa eingetroffen, und am Abend hat das Prinzenpaar in J e r - salcm seinen feierlichen Einzug gehalten. Die Städte waren festlich geschmückt, und die kleine Bahn von Jaffa nach Jerusalem ist dem unerwarteten Fremdenzustrom kaum gewachsen. Die Araber betrachten staunend die Feierlichkeitcn und mögen sich wohl fragen, was denn eigentlich der Prinz aus dem Abendlande wolle oder was er bringe. Daß der Deutsche Kaiser seinen Sohn nicht nach Palästina schickt, damit er dort eintgen feierlichen Zeremonien beiwohne, begreift sich von selbst. Es ist aber andrerseits auch klar und wirklich keine diplomatische Lüge, wenn gesagt wird, daß Deutschland politische Absichten nicht verfolge. Wenn man nicht etwa auch die ganz gewiß miterstrebte Einflußnahme auf die Christenheit des Orients dahin rechnen will, die noch vor zwei Jahrzehnten als die ausschließliche Domäne Frankreichs galt. Die Deutschen in Palästina — wie sehr sie auch jetzt gelegentlich der Anwesenheit eines deutschen Prinzen in den Vordergrund treten werden — bedeuten im Lande ihrer Zahl und ihrer wirtschaftlichen Position nach zu wenig, als daß die Ptinzcnrcise nur ihnen gelten sollte. Man darf sielt darin auch durch das Gerede einiger alldeutscher Blätter nicht irre machen lassen, die natürlich jetzt wieder tun, als seien die Deutschen die eigentlichen Kulturpioniere des heiligen Landes, die dort nur ein Mindernis fänden, nämlich die — Juden.- Es ist noch nicht lange her, da war in den Blättern einmal von einem clcu tsc h -1 ü rk i s c 11 c 11 B ii!1 d n i s die Rede. Bald danach wurde es wieder still davon, aber der Gedanke verliert darum nicht den politischen Reiz und ־־־ sogar wenn er offiziös dementiert worden wäre, was übrigens nicht der Fall war — die zukünftige Wahrscheinlichkeit. Wir wissen nicht, ob die deutsche Diplomatie überhaupt noch mit diesem Plane, wenn es je einer war, beschäftigt wird, aber kein Zweifel, daß zur Vorbereitung einer solchen politischen Annäherung die Erhöhung des Ansehens Deutschlands im Orient durchaus das geeignete Mittel wäre. Tatsache ist jedenfalls, daß Deutschland die einzige Großmacht ist, die nur an der Stärkung der Türkei interessiert ist und bei deren Verfall nichts zu gewinnen aber viel zu verlieren hätte. Und cs ist ja vorauszusehen, daß auch in Zukunft die deutsche Politik, wenn* gleich sie der neuen Türkei weniger als der alten Freundlichkeiten erwies, auf absehbare Zeiten in keinem anderen Sinne geführt werden kann, und daß letzten Endes in der Wirkung auch die Reise des Prinzen Eitel Friedrich — so herum oder anders herum, das macht in der Politik nicht viel aus! ־־־ diesem Ziele dient.

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