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Jüdische Rundschau · 1910-04-01 · Heft 13 (1.4.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 13 (1.4.1910)
Date
1910-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 151. Kolonisat!גי ״' ״ייa I ü s 1 i n a gemacht hat. und wßt ״, 1 *?.,"«'׳i, ''cr hervorragendste CliarakicrzuK "1 ״"duv״?,!־ Y°lkc• 1•er zu seiner Erhaltung vielleicht .וווו meisten beigetragcn hat. war stets sein unverwüstlicher Optimismus gewesen. Gehen wir auch jet/t iimtiß *חי ein großes Werk. N.kIhIhii noch Rechtsanwalt Dzialoszvnskl eine Iclo iulige mul beifällig aufgenommene Schildefiidg einige׳ jüdischer Dörfer, die er auf einer Orientreise besuchte, gegeben hatte, konnte der Vorsitzende Pr. ui ns borg *1®״Versammelten die erfreuliche Mittcilu״e machen, daß die Veranstaltung auch einen * - 1«י! 1 י nnwiiniiirott .1- _ 1! dicücr m heigetretcn wären. Dr. Qinsberg schloß mit der '‘1־ Sicherung, daß die Leitung der A.I.K.O. bestreb׳, sein wird, das von der indischen öffentlichlici! In! :!s jetzt in sic gesetzte Vertrauen voll und p״; •n rechtfertigen. ZI0MI5TISCHe bcwcgung Die erweiterte Sitzung des Zentral-Komitces. Ai! '״׳mag. dem 27. und Montag, dem 28. März f.mJ 1 Saale des Bürscnhotcls zu Berlin die in No. •>׳׳.׳ ...Hldisclicn Rundschau״« ״gekündigte erweiter;,■ Mt/.ung des Zentral-Komitces statt. Von Jen M Jiedern des Zentral-Komitces waren die Herren r. Bodenheimer, Dr. Friede mann, Rechts., :,walt Gronemann, Dr. Ha Ipern, Dr. Ha nt... Dr. Jungmann, Dr. Kalmus, Dr. Kolk: eher, Dr. Leszynsky, Zahnarzt Sc ha '! 1 e I, Julius Simon, Rechtsanwalt Steiniu. It.’nnann Struck, Arnold Wiener und Max \\ > i I s t e i 11 c r erschienen. Die Ortsgruppen Königs!'. 1... Insterburg, Dcutsch-Eylau, Posen, Schönlankc.! .:me. Kattowitz, Tarnowitz, Qlciwitz, Ratibor. lii.'.Hi. Hberswaldc, Üuben, Halbcrstadt, Hanr.ovcr. t'essau. Hamburg. Lübeck, Köln, Frankfurt a. M. \\ icsbadcn, Mannheim, München, die Berliner Ziomsti'. ne Vereinigung, die Ortsgruppe Charlottenbarg, .;c Jüdisch• nationalen Frauenvereinigungen Berlin and Lübeck, der Hcrzl-Klub Berlin, die Omippciiwrbändc Posen, Obcrschlcsicn und Mitteldeutsch!.:ml, die der Landesorganisation angehörigen Misracliigriippcn Berlin und Hamburg, das Präsidium des K. /.. V. und des B. J. C. und die Verbindung ,.Häsin! i .iw.i" batten Vertreter entsandt. Auch die Insmutioih 11 der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der Verlag und die Redaktion der ״Jiidisdien Rundschau", die P.ilästina-Konnnission, die Nationaliinnls•Kommission usw. hatten die Tagung beschickt. Vom E. A.-K. war Herr Professor Warbürg eischicncn. Insgesamt nahmen etwa 100 Personen an den Verhandlungen teil. Die Debatten erstreckten sieh über beide Tage und ergaben eine umfassende und aufklärende Aussprache über die jetzige Lage des Zionismus. Die Verhandlungen schlossen mit der cn bloc-Annahme folgender Resolutionesi, die eine aus den Vertretern der verschicdensten Parteiscliatticrungen zusammengesetzte Koinmission vorbereitet hatte: I. Die Versammlung konstatiert mit Genugtuung: Alle Redner haben sich dahin ausgesprochen, daß die Praktiv'ie Arbeit in Palästina nach Kräften zu fördern ist. Al. :einem ist als wünschenswert erachtet worden, jede Chance einer Arbcilsmöglichkcit in PaläM;n, und für Palästina ausgenutzt, insbesondere die Sei :fiuiig des Agrarkreditinstitutes unter Heranzichuii. aller Freunde Palästinas mit allen Mitteln untcrvi:/.! werden muß. Des weiteren erscheint cs Jk dn: send notwendig, für die landwirtschaft- Deiu Kolonisation Palästinas eine planmäßige Tätig!״ן!,•״ die Wege zu leiten. il. Da Versammlung hält cs für wünschenswert, daß die Ve:,leier der in Betracht kommenden Landesorganis..: .oncn und Föderationen mit einander zwecks Aussprache in Fühlung treten. Das Zcntral-Komitcc 'Drd hi ,uiftragt, die vorbereitenden Schritte clnzuleiten. 111. Da Anwesenden verpflichten sich, gcmcinschaft- »eh für ,Ile Propaganda der nationalen Idee und die Stärkung der deutschen Landesorganisation mit allen *Gälten dnzutreten. . Die Konferenz hat dio Erwartungen, die wir an J* knüpften, voll gerechtfertigt. Die Aussprache über d1e gegenwärtig in Palästina zu leistende Arbeit hat Je allgemeiner Genugtuung ergeben, daß nach dieser Richtung hin im wesentlichen Einml'dgkclt unter den Putschen Zionisten herrscht, wenn auch selbstvcr- *Endlich in manchen Elnzclpunkten Differenzen heryortreten. Anderseits lint die Konferenz mit Recht acn Versuch unterlassen, die bei uns wie in anderen 1 artcicn bestehenden gegensätzlichen Anschauungen unü Bestrebungen uniformieren zu wollen. Die Konferenz war sich auch darüber klar, daß die Frage einer Bestätigung oder Abänderung der Parteileitung auf dem nächsten Kongreß außerhalb ihrer Befugnisse l egt und hat daher jedwede Meinungsäußerung über diesen Punkt abgclchnt. Die Debatten haben nach einhelliger Ansicht manche Aufklärung gebracht und die Lust zu gemein- «?״'״ Arbeit neu belebt. Die deutschen Zionisten aller Richtungen werden sich daher der gemeinsamen Propagierung unserci Idee In Deutschland und der btärkung unserer Organisation nunmehr mit frischen Kräften widmen. Es wurde auch allgemein empfunden, daß die Aussprache, die hier im Kreise der dcutsehen Landesorganisation Früchte getragen hat, mit den Parteigenossen anderer Länder weiter geführt werden sollte. Aus diesem Qrundc soll der Versuch gemacht werden, mit den übrigen Landesorganisationen und Föderationen in Verbindung zu treten und eine gemeinsame Aussprache mit den berufenen Vertretern derselben zu ermöglichen. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Der geschäftsführende Ausschuß des Zentral-Komitces. « AUS ALL6R W€LT « Deutschland Am Abend des 27. Mürz starb in Frankfurt a. M. Herr Rabbiner Dr. Horowitz im 66. Lebensjahre. Seine großen Verdienste um das Judentum sind bekannt. Mehr als durch sein Schaffen noch, wirkte er durch seine warmherzige, alle Richtungen des Judentums mit gleicher Liebe umfassenden Tätigkeit int Sinne einer ״jüdischen Gemcinbürgschaft", die er mit der ganzen Kraft seiner starken und sympathischen Persönlichkeit anstrebte. Dr. Horowitz war ein hervorragender Kanzelredner, eine tnlmudischc Autorität von einer ßcdcutung. die in allen religiösen Kreisen der Welt geradezu als maßgebend anerkannt wurde. Von Schriften allgcmcin-wisscnschafilichcn Werts sind sein wertvolles Werk ״Die Frankfurter Rabbitter" und die von ihm bewirkte Herausgabe der In- Schriften des alten Frankfurter Friedhofs besonders zu erwähnen. Dr. Horowitz hatte s. Zt. den bekannten Rabb i n c r p r o t c s t gegen den Zionismus an leitender Stelle unterzeichnet, aber int Laufe der Jahre näherte er sich der Bewegung. mit der er bald sympathisierte, immer mehr und nach dein Ausgang des letzten Jom Kippur forderte er die Anwesenden von der Kanzel aus auf. nicht nur gute religiöse, sonder« auch gute nationale Juden zu sein. ln der Berliner Osterkonferenz der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland״ (siehe ״Zion. Bewegung") gedachte der Präsident Rechtsanwalt Dr. Bodenheime r-Köln heim Eintreffen der Trauer- Kunde mit warmen Worten des Verstorbenen. Die Versammlung hörte den Nachruf stehend an. Ein ״sehr frommer“ Jude Vor der ersten Kammer des Berlinor Kaufmannscrichts klagte vor einigen Tagen die 15jährige Veriinferin Betty Z. gegen den Manufakturwarenä n d I c r C. auf Zahlung von fünfzehn Mark Restchalt, weil sie sich zu Unrecht entlassen ihltc. Die von der Vertreterin des beklagten Chefs orgebrachtcn beiden EntlassungsgrUnde erregten IcicVicnnaßcn das Ko p (schütteln der Beiitzer und des Vorsitzenden. Das Junge lüdclien erklärte, cs hätte die Klägerin engagiert; cs lullte sic aber aus folgenden Oriinden wieder entisscn: Betty Z. hülle erstens ״solche furchtbar ver- •orenen Finger“ gehabt. Das sei zwar sehr bedauereh, aber eine solche Angestellte könne man doch icht gebrauchen. Dann sei Fr I. Z. J ü d in •was 1a״ nicht gewußt habe. Der Chef sei nämlich ein shr frommer Judo und könne nicht mitansehen• daß In Glclchglüiihlgcr am Freitag Abend und Sabbalh rbeltc. Damit aber die geschultliehe Arbeit nicht arunter leide, habe er nur christliches Peronal. Würde dio Klägerin als einzige Jüdin rituell efeiert haben, so hätte cs zu Mlßhclllgkcitcn unter cm Personal geführt. Der einzige Ausweg aus dieam Dilemma blieb die sofortige Entlassung. Nach IncrRcchtsbclehrung durch den Vorsitzenden zahlte iS Vertreterin des Beklagten, um einer Verurteilung orzubeugen, die geforderten 15 Mark. nie Frömmigkeit", wie sie manche Leute ver- ,״־״־ Äd£h bisweilen .» reeh, snerkwür■ Igen Konsequenzen zu führen. . Russland Der jüdische Dumaabgeordnete Friedmann hat aus dem Kreise Bendery in Beßarabien folgendes Telegramm erhalten: ״Schwarze Wolken haben sich hier Uber den Juden zusamrnengezogen. Der Polizeihauptmann des Kreises, Ackermann, hat unter den Bauern ein Geheimzirkular verbreitet, worin den Bauern geraten wird; in Massenresdutionen die Ausweisung aller Juden, selbst der wohnbcrcchtigten, aus den Dörfern zu fordern. Und die Bauern Versammlungen folgen dem Verlangen der Polizei und der ländlichen Machthaber, und fassen die gewünschten Beschlüsse mit nichtigen Begründungen. Und so werden jetzt aus den Dörfern ganz grundlos zahlreiche Juden ausgcwiesen, die dort geboren sind und mit den Bauern stets im besten Einvernehmen gelebt haben. Die Bauern begreifen schwer die Ursache davon. Diese plötzlichen Ausweisungen gefährden aufs schwerste die Lage der Juden. Die Wehklagen und der Jammer der Betroffenen ist erschütternd.“ Diese Darlegung bedarf keines Kommentars. Sie zeigt, welche Bewandtnis cs mit den in letzter Zeit sich häufenden Forderungen von Bauern nach Judenausweisungen hat. * ... Pcr, bisherige Verlauf der seit über einer Woche in 1 etersburg tagenden Rabbiner-Konferenz bietet noch kein klares Biid von deren Tätigkeit. Unter den Konfcrcnzmitglicdcrn herschcn drei Haupt- Strömungen: den stärksten Einfluß besitzt das ultra orthodoxe Element, an dessen Spitze der Ljubawitzer ״Rabbi", Scholcm Beer Schnccrsohn und der Brisker Rabbiner Chajim Solowcitschik stehen. Die progressive Richtung wird von den Kronrabbinern und einem Teile der gesellschaftlichen Führer aus der Provinz vertreten, die keine bedeutsamen Ergebnjssc von der Konferenz erwarten. Eine vermittelnde Stellung nehmen die Delegierten aus!*etersburg, an ihrer Spitze der Baron David GUnzberg und der Advokat Sliosberg, ein. Eine besondere Gruppe bilden die ״Z a d d i k i m" aus Russisch-Polen, die selbst in allgemein-jüdischen Angelegenheiten ״polnische Scparatintcrcsscn" vertreten zu müssen glauben. Um die ״gefährliche n" Fragen, die zu Diffcrenzen führen können, einstweilen, so lange die Mitglieder einander noch nicht näher kennen gelernt haben, nicht in Angriff zu nehmen, wurde zunächst ein mehr ״neutraler" Punkt zur Beratung gestellt: die Bestätigung der K u 11 u s ra b b i n c r. Die anwesenden Kultusrabbincr forderten dabei die offiziehe Anerkennung derselben durch den Staat. Voraussichtlich werden sich auch die progressiven Konfcrcnztcilnchmcr dieser Forderung anschiicßcn. Damit wäre jedoch die Frage des ״doppelten Rabbinats" nicht gelöst, mit der sich die Konferenz wohl noch zu befassen haben wird. * In der Reichsdiima wurde eine wichtige Gesetzesvoriage über die Einführung der ״Semstwo" (der örtlichen Selbstverwaltung) in sechs Gouvernemcnls des Ansicdlungsrayons verhandelt. Dieser Gesetzentwurf schließt die Juden von den Sonstwowählen mit der sonderbaren Begründung gänzlich aus. daß die Zahl derJuden in diesen Qouv c r n c m e n t s s e h r g r 0 ß s c i... Nur in die städtisehen Dumas sollen Juden bis zu 10 Prozent ern a n n t, aber nicht gewählt werden können, in der speziellen Kommission liir Scmstwoangclcgcnhcitcn, die dieses (iesetzprojekt ausgearbeitet bat, wurde der die Juden betreffende Passus von keiner Seite bcanstandet. Und doch handelt es sich um die Aussclilicßung von 2' t Millionen Bürgern, d. i. 13 Prozent der Gesamtbevölkerung in jenen Gouvernements, von den Wahlen zu den Selbstvcrwaltungskörpcrschaftcn. In fünf von diesen Gouvernements kommen die Juden der Zahl nach an die zweite Stelle, gleich nach den Russen, und in einzelnen Orten, wie Minsk, übertreffen sic diese an Zahl. Aber das alles soll ja gerade der .Grund" für die Ausschließung der Juden von den Semstwowabkn scinl ln Rußland werden die Juden eben entrechtet, weil sic zahlreich sind. Der ״echtrussische" Verstand ist eben von ganz besonderer Eigenart und faßt die Biirgcrmoral und Staatsraison anders auf als der ״faule Westen". - Zeichnungschein für die P.L.D.C. hierdurch zeichne Ich folgende Anteilscheine der Palästina Land Development Co. ״. Gründeraktie ä fflk. 1025,— ״ namenakfie ä 1ük. 20,50 Inhaberaktie h ITlk. 22,— und übersende den Betrag an das Bankhaus A. H. Heymann & Co., Berlin NW.7, Unter den Cinden 59. (tlame):_____ (Ort u. Datum): .....

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