Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 3× ep/1047833
- Safed 3× ep/1046078
- Aleppo 2× ep/1047811
- Haifa 2× ep/1047930
- Hebron 2× ep/1047559
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J UEPISCHE RUNDSCHAU Seite 149. Nun belichtet aber ״ust unu west" welior ,1. VurMiitcinlc. Herr Rabbiner Dr. Rnscnthal, |1a1,'e ״!! in der Berliner Ntzung ausdrücklich abgelebt» dIJ K'csoliiin'iieu /u vertreten oder auch nur zur SiVrü« ״ X 1־;י״»וו״י. , Demgegenüber ist ,״ SrtlfJc?r fe״ Rmcnthul ist in der Sitzung _ von einem Nicht- . nur zur bi Demgegenüber ist zu erklären: (1r. K'i^entlial ist in der t'itzuim von einem Nietn xionisteu gefragt worden, ob er bereit sei, die p״• jolniiniiencii zu vertreten. Er erklärte, er werde sh «0111 ../ur Miraclic bringen‘, aber nielit ^'r־’cllc br״!KCן ״ abcr uicltl vertreten P.ir.ini v »irjlen gegenüber de;, ursprünglich vorJc. l.iet'iH'ii hisMinxen mehrere Aendcrungen voree■ scliMceu. An dieser Arbeit beteiligte sich Her! kVse.it .a!. er machte selbst Vorschläge und er sehliedlich nach Annahme der mildcsic<1 4: ״So kann ich sie doch wenigstens auch ir llcilin vertreten Dieser Worte erinnern siel Aimoscmlen. die zu fragen ich Qelcgnhcit hatte ח• 's1,1 Kc"'c,J ür4«״ aiizunchmen. dal Herr I'• K‘wen;;־־;l sein Wort nicht erfüllt habe, m der V! i.miworiliehc Redakteur Jenes Herichts dafili veran!"•ייdich gemacht werden. Dies sei zunüelisi wenn cs auch vielleicht wiederun auf jener beite empfunden werder sdbst so ..taktvoU•־ war. dem Brcslauci uii \ olksblatt als ..von zuständiger Seite — folgende Mitteilung zu machen: •Der Rücktritt des Herrn Och. Rats Gold- . hat « oder mit den Anwürfen der Zionisten was ich gleich Innzufiigen will — mit der medciihcit einiger Orthodoxer, auch nur dis ,umc zu tun. U/s Rücktritt war seit Monaten tschlossen: wir konnten ihn nicht aufhaltcn : so viel auf anderen grollen Gebieten des!.milchen 1.chcns. auch innerhalb der im 1 geschaffenen Ausschüsse, zu tun. dal! er!1׳ diese lütigkeit, die ihm grolle Uenugtuung ־ freier halten wollte. Auch sagt G. o־ sc sc Pr klarte passim lic ־ die liier K nicht sollte. Judo« aus I »*!siaticrt. .ikivoll" i!c her. .סח fu. tk! t'esi U. « II .־ Re.. SU'! heit ״M• gm•. gewissen Leuten zu arbeiten, ist kein Ve I ־־ v; allerdings kein Vergniigcn. ״mit gc- «iss n Leute n zu arbeiten•־. Hoffentlich wird Herr ';./rat rimendorier. der neue Manu der Alliaiu.. dem alle Welt das grollte Vertrauen entgegen! :;::gt. davor bewahrt bleiben, mit ״gewissen l.euiei:1 ו. ־ beiten zu müssen. Dann werden Zionisten und t':sl - diixc und alle, die die Horderung der jiidisehen inuiessen von der Alliance wünschen, nicht mehr!;<•ao haben. Resolutionen zu fassen. Aber mit ״gi«issen Leuten" imill ehestens aufgcrUumt werde!. M: Zioiisgriillcn! Ihr ergebener H 11 g o S c h a e h t c l. Ein Sozialist über den Zionismus In der bekannten sozialistischen Revue ״Sozialistiscla• .Monatshefte", die sich in letzter Zeit mehri.eli 11.11 indisch-politischen Prägen beschäftigte, findet m11• 11׳!c 11 der Zionismus durch Gerhard Hildebrau d seine objektive Würdigung. Hildebrand schreib:: Unter den kolonisatorischen Dcstrebungen nehmen du des Zionismus eine Sonderstellung ein. Alle •mderen dienen in irgend einer Form der Ausdehnung, sic der Ztisammenzichung. Die Juden. sow׳eit sie dem Zionismus unbilligen, wollen die Judenfrage losen,!«dem sie für das jüdische Volk ein eigenes Land ersserlwii ־ das indische Land. Ursachen des Zionismus smd aiii der einen Seite das überlieferte Zusammengchorigkcitsbcwulltsein, auf der anderen Judcnvcr- «olguugen und Antisemitismus. Die herrschende Richtung in ihm ist politisch, im Unterschied von dem religiösen Mystizismus der alt- JHUisclicn Orthodoxie und den philanthropischwirtschaftlichen Motiven der mit den Namen Roths c h i 1 d und Hirsch verbundenen Judcnkolonisation. Der politische Zionismus wurde 18% durch Theodor Hcrzl’s Duell ״Der Judenstaat" begründet. Oie ersten fünf Zionlstcn-Kongrcssc tagten von 1897 bis 1901 alljährlich, seitdem folgten noch vier weitere in den ungeraden Jahren bis 1909. Obwohl bisher mir eine Minderheit unter den etwa 12 Millionen heute noch statistisch, das heißt nach dem Religionsbekenntnis, erfüllbaren Juden sich der zionistischen Bewegung angeschlosscn hat. Ist ihr Wachstum doch, verglichen zum Beispiel mit der Arhuiterhew'cgutig, ungemein schnell vor sieh gegangen. Oer dritte Teil der jüdischen Presse soll heute auf dem Boden des Zionismus stehen. Dabei fehlt cs ihm natürlich nicht an inneren Zwistigkeiten, Absplitterungen und Anfeindungcit aus dem übrigen Judentum heraus. A u II c r h a I h des Judentums hat der z i o - u I s t i s c 11 e Gedanke wohl kaum g r u n d - s ü t z I i c 11 c Gegnerschaft erfahren, so verschieden die Ansichten über seine Notwendigkeit und vor allem itber seine Durchführbarkeit sein mögen. Von den politischen Gewalten haben den Führern des Zionismus verschiedene, darunter die englische und russische Regierung, ihr Wohlwollen ausgesprochen. In w׳elehem Umfang und in welcher Horm die türkische Regierung der zionistischen Hauptforderung auf Schaffung einer öffemlieh-rcchtlieh gesicherten llcimstüttc in Palästina für das jüdische Volk entgegenkommen wird, steht noch dahin. Hat cs nicht den Anschein, dali sic sich einer | planmäßigen jüdischen Sicdclung größeren Mullstabes j durchaus widersetzen werde, so mögen vielleicht die sehr weitgehenden politischen Autonomieforderungen mancher zionistischen Hührer über das zurzeit Errcichbare hinausgehen. Uns sollen an dieser Stelle nur die tatsächlichen kolonisatorischen Anstrengungen und Leistungen des Zionismus beschäftigen, die sich, ן nach dem Programm des I. Zionistenkongresses, auf die ״zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden“ unmittelbar erstrecken. Palästina, heute nur ein geographisch-historischer Begriff. miifaHt südlich des Hcrmon und Libanon zwischen Mittclmcer und .syrisch-arabischer Wüste etwa 27 000 Quadratkilometer Landes mit 700000 Bewohnern. I00IKH1 sind Juden, von ihnen 80 000 in den letzten .10 Jahren eilige wandert. 00 000 leben in Jerusalem. 10 000 in Jaffa, 8000 in Safed, 7000 in Tibcrius. 1000 in Haifa, 1000 in Hebron usw. Im übrigen Syrien haben Aleppo. Damaskus, Beirut,! Aaintab, Killiz jüdische Kolonien von zusammen mehr nls 300 000 Köpfen. Eine Begünstigung der jüdischen Sicdclung versprechen sich die Zionisten von England auf Cypcru und auf den bcsicdclungsfühigcn 1 Randlünücrn der Sinai-Halbinsel, von der Türkei auch auf Rhodos. Auch Teile von Cilicicn. vor allem das Wilajct Adana, sind von manchen Zionisten als Zubeltür des künftigen Groll-Palästina ins Auge gefußt worden: Ein Gcsamtgcbict von .120000 Quadratkilometern mit heute 1!ג Millionen Einwohnern und 115 000 Juden, auf dem aber möglicherweise die zehnl> helle sich allerdings für diese zweite Art der \trkL .ihmn von Witzen noch eine andere Erklärung!״Hlu! >01110 uns vielleicht das ״jüdclnde", also noch ii.eln .!!ן (iliettogeist durehtrönkte Judentum doch Kt!""ü• - h׳T. familiärer anmuten als das crstcrc? Aber \u1rü.!;׳du gesagt, wir im Westen seien so gänzlich 'ersji,.,1101! von denen im ״wilden Osten"? Wozu dann /n unserem grelleren Behagen eine Sprache, u״l׳ l'.ulit. die nicht mehr die unsere ist? Und a«ci1 1110ht die unsere sein soll! D■ \ sage ich, weil ich ein Zionist bin, weil mir '*•׳s zionistische Ideal des vom (ihcttodruck befreiten feinen iiidentums tief in der Seele geschrieben steht, "eil mich schmerzt, wenn ich sehe, wie der Jude "ייי seiner Selbstironie zugleich sein Volk ironisiert. "• ' den zionistischen Juden von dem vom OliettnSKlavengcist aiigeKränkeltcn Juden unterteheiiii 1, iM SCi״ sittlicher Ernst, mit den! er seinen ,'Heu .uii die Erreichung eines über die Tagcsbedürf- ,׳Lse ItitMusragenden Zieles gerichtet hat. Nicht nur eni (jc1 Welt die üröflc seines Ideals zu beweisen, sondern um selbst aus dem eigenen Ideal immer neue ״falt zu schöpfen, muß er cs vor der Berührung mit ÜC|u l iiilmsliauch des Oolusgcistcs bewahren. Das aber muß er vor allem damit bewirken, daß er die?t'>mveis|)0ttung. U. It. die Verachtung der eigenen *r*. von seinem Ideal fernhält. ״, N׳cht. daß wir auf die, die mit Kaftan und 'clilaknlockeii gehen und Jargon reden, licrabblickcn, 0ב|, wir uns von ihnen isolieren wollen• *I© sind ja, soweit sic Zionisten sind, auf dem gleichen Wege wie ",ir. auf dem Wege zum H c r r c n - Judentum. Aber um uns mit ihnen zu verständigen, brauchen w׳ir ebensowenig ihre Art mul Sprache naclizuahmcn. wie (in akademisch gebildeter mul begüterter Sozialistenführer in Uluscnhcmd und Ballonmütze cinherzugclien mul Kncipendcutsch zu reden braucht. Wenn wir aber schon jetzt, w0׳ wir unseres gan- /cii eisernen Willens zur Hochhaltung und Proklnmicrung unseres kulturellen Ideals und seiner Vcrwirklichung bedürfen, aufangem unseren jüdischen selbstzcrstörendcii Witz in den Zionismus hincluz.ittragen, so verdächtigen wir die grolle Sache, ziehen sic vor unserer und der anderen Blick in den Staub. Wer schon jetzt um ein paar billiger Witze halber beginnt, das Nationaljiulentum in^ der Maske des an physischer Beschaffenheit, an Spruche und Selbstnehtnng degenerierten Uhcitojudentums hinzustcllcu, der zeigt daß er noch noch nicht den genügenden sittlichen Ernst hat. zum reinen, zum Herren- Judentum hinzustreben, sondern daß cs Ihm bequemer ist, zurückzutaumcln in das seelische Kammcrkneclitstum, das Öhcttojudcntum. Hardl. In unserer letzten Nuntuicr veröffentlichten wir I leitender Stelle einen Aufruf der P. L. D. C. Auch II der großen Zentralkomitee-Sitzung wurde von len Selten dlo unbedingte Notwendigkeit sofortiger 1U Intensivster P«lästlnuarbclt betont. Um unseren ssern clno Erleichterung zu gewälircn, haben wir if Selto 1S1 einen Zelchiiungssclieln für die P. L. D.C. ״״cliiet und bitten, diesen suizuschnelden, auiiu- Hat und recht bald an die angegebene Adresse zu!nden. fache Bevölkerung leben kann, wenn Kulturarbeit großen Stils geleistet wird. Zunächst handelt cs sich darum, die in Palästina und Syrien bereits ansässigen Juden an wirklich produktive Tätigkeit zu gewöhnen. Die übergroße Mehrzahl der Juden in Jerusalem, Safed, Tibcrias z. B. lebt heute von der sogenannten Chalukah, d. h. von Beiträgen außerpalästinensischer Judcugemcinden, die ursprünglich dazu bestimmt waren, trommen Juden die Mittel zum religiösen Studium und zur Andachtvcrrichtung an den heiligen Stätten des Judentums zu gewähren. In den nordsyrischen Großstädten Beirut. Dumaskus, Aleppo, wie an vielen anderen Orten bildet die jüdische Bevölkerung ein armseliges Proletariat, und die palästinensischen Ackerbau-Kolon i e!1 umfassen noch keine 8000 Einwohner. Vor wenigen Jahren noch stand es mit ihnen, infolge unzweckmäßiger Vcrwcndung der Rothseliild'schcu Millionen, denen sic hauptsächlich ihr Dasein vcrdanken, so schlecht, daß der Zionismus jegliche Vcrantwortung für sie ablclmcn mußte, um sich nicht durch ihren Ruin zu diskreditieren. Erst neuerdings sind einige zu kräftiger Blüte gelangt, während andere infolge verfehlter Anlage noch immer mit grollen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Das bisher wichtigste Ergebnis ist, was Hubert Auh a g c n . der 1907 als Sachverständiger der deutsehen Regierung Palästina bereiste, so formuliert hat: ״Schon jetzt wächst in Palästina eine Generation jüdischer Landlcutc heran, die zu grollen Hoifmingeu berechtigt. Daß der jüdische Bauer, der als solcher aufgewachsen ist. ebenso leistungsfähig ist wie der beste andere Bauer, davon habe ich mich durch den Besuch zahlreicher jüdischer Kolonien überzeugen können. Der Beweis, daß der Juden in Palästina wieder zum echten Bauer werden kann, ist bereits erbracht.“ Eine Anschauung von dem Wachstum der allgcmeinen Prodiiktivkraft Palästinas mögen folgende Ziffern der Ausfuhr von Jaffa geben (in Mark): Jahr Cicsamtansfuhr darunter Orangen 1902 4 007 000 1710 000 19(14 5 014 000 2079 (Km l')0ö 10 000000 3240 000 1908 11 127 400 337S 900 Der Gcsamtaußcnhandel der syrischen Häfen ist heute in Ein- und Ausfuhr auf mehr als 00 Millionen Mark zu schätzen. Die zionistische Arbeit hat dafür zu sorgen, daß die schon jetzt regelmäßig von den Juden aller Länder nach Palästina gesandten Gelder produktiver als bisher angelegt werden. Es handelt sich dabei um rund 4 Millionen Mark jährlich, von denen mehr als die Hälfte auf die Chalukah, das heißt auf die Bettler- Züchtung, entfällt, dazu noch ein großer Teil auf T.1Imud-Thora-Schulen und dergleichen. In Jaffa und Jerusalem sind mit der besseren Verwendung der Chalukah schon Anfänge gemacht, obwohl auch die Besucher der Jaffacr Handwcrkerscliulc noch einige Stunden des Tages mit dem Studium des Talmud und der Thora beschäftigt werden. Das zentrale Finanzinstitut der zionistischen Organisation ist der Jcwish Colonial Trust mit den! Sitz in London und einem Kapital von zurzeit 5 bis 0 Millionen Mark, das allmählich bis auf *10 Millionen Mark erhöht werden soll. Außer der Verwaltung der verschiedenen Stiftungsgcldcr besorgt der Colonial Trust die geschäftliche Verhandlung mit Regierungen. Anleihen, Erwerb von Konzessionen, Giiindung von Handels- und Industriegcscllscliaftcn und dergleichen. Das wichtigste Tochterinstitut ist ־/.ur/.eil die Jüdische Palästinabank (Anglo Palcstiue Company) mit Filialen und Vcrtretern m Jaifa, Jerusalem, Haifa, Hebron, Beirut, Tibcrias und Safed. Sic bat 2 Millionen Mark Kapital, davon 1,4 Millionen eingezahlt, betreibt lokale Bankgeschäftc aller Art, vermittelt Landkäufc usw. Welche Bedeutung das Institut für den jüdischen Siedler hat, mag mail daraus ermessen, daß die arabischen Wucherer sich 71 Prozent Zinsen zahlen lassen. Pcrsonalkrcdit, Waren- und Erntcbcleihung sind also durch die Jüdische Palästinabank erst auf eine gesundc Grundlage gestellt worden. Bis 1907 wurden 900 000 Francs an Kolonien und Pflanzungen, 500 000 Francs an Industrielle und Fabrikanten und 250 000 Francs an Kauflcutc verliehen, außerdem noch 500(HM) Francs an lokale Kreditgenossenschaften. Die Entwicklung des Genossenschaftswesens betreibt die Bank neuerdings besonders angelegentlich. Die Genossenschaften erhalten den Kredit zu 5*/: Prozent, ihre Mitglieder zahlen an sic 7 Prozent: gegen 73 an die arabischen Wucherer. Auch die philantropischcn und sonstigen Institute, deren Einnahmen meistens unregelmäßig fließen, bedienen sich mehr und mehr der Hilfe der Jüdischen Palästinabank, so daß sic indirekt auf rein geschäftlichem Weg allmählich in den Vorstellungskreis des Zionismus einbezogen werden. Ein weiteres Mittel des Zionismus ist der 1901 begründete Jüdische Natlonafonds. der 1909 bereits die Höhe von 2 Millionen Francs erreicht hatte und dazu dienen soll, palästinensischen Boden nls unveräußerliches Volkseigentum zu erwerben, das