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Jüdische Rundschau · 1910-04-01 · Heft 13 (1.4.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 13 (1.4.1910)
Date
1910-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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April 1910 — 21. «dar II 5670 Nummer XV. Jahrgang Die zionistische Bewegung hcn naclisiclicitd einen Aus7.ug aus ״:ein •Milar lies russischen Zionistischen Zentralkoiinic. •11 der Annahme, daß die Anschauungen unser*. 1!'sischen Gesinnungsgenossen über die Lage ,,,1J du■ Nibeitsmöglicltkcitcn der zionistischen Be- ,u);111n. mch in Deutschland besonderes Interesse 1 :!Jen ' •icii. Die klare ruhige Darstellung beweist .mell d'■ . der die ausgesprochenen Ansichten \1cllcicl.!eilt zu teilen vermag, wie sachlich und ,!>־k:1' nscre russischen Freunde die zionistischen f-r.1gfc.il . a.mdcln. IV1 nie Zionistenkongreß, der nicht nur von Mus:»:י ׳ •iidcrn von der jüdischen Gesellschaft int ,.;!ectii.!nt so grollcr Spannung erwartet worden geti *.mimcltr der (icschichtc an. Uns, den U;*1 «'!!׳ und aktiven Teilnehmern des Kongresses ,st e« ' זי. ihn schon jetzt vollständig unpar- ,such; ״hjektiv zu bewerten, seine historische A41c *Minimen, und seinen ihm gebührenden Ha:/ m '*•rer Bewegung fcstzustollcn; wir ver-!!Kfcn M; - und haben die Pflicht — die Ideen ur.J f’ra־.׳ i'u‘11. die zum Kampf gegen die Leitung ,u'lirt l »11. auscinaiiderzusetzen, den Verlauf dies« Kami׳.'■' zu beleuchten, (Iber die gesell af• :e,!c I.. s י Klarheit zu schaffen und, wenn -ach um י allgemeinen /.»gen. die Perspektiven ur.es A 1 c i t s p | 11 c s f ii r die nächste Zuuni l zu *!»werfen. Wenn . 11,11 der Kampf um die Leitung der Bcwec«c ihm'. Jen Umständen den Mittelpunkt des neun- :a K<>n2 •־ s gebildet hat. so ist damit allein noch i nccii ii ,kr Inhalt des Kongresses erschöpft, der 'di in : 1 ur ganzen Reihe auf der Tagesordnung 'tth־.;uL: . •.1g c n von grober Bedeutung Kct;,1i, mul selir nichtige Beschlüsse gc- :*iSii.«:. 1׳*sliaib erachten wir cs für notwendig. km . .׳nr Analyse des staugehabten Kampfes ’ nd der i sadica, die ihn hervorgerufen haben, über- «hcn. 1h positive Arbeit des Kongresses einer Bc- ׳,r.icluimv ׳u unterziehen. I. SmnU der Bewegung, bc!!' Jieiiscliafisbcriclit, der dem'neunten Kon-;kne \ ׳gelegt wurde, zeigte diesmal ein unver-;,eüliluv « IlsUiiuligercs Bild vom Stande der Bceciinc, . es auf den früheren Kongressen der Fall <r. 1 * M;1| wurde uns zum ersten Mal in sehr niduii1 .1 Form eine Uebcrsicht über die Kapi- :d;cn z..! ui. über die unsere verschiedenen Insti- '"'י'rum ii'gcn. Die 1icsaiuisuiniiic unserer Mittel י.rrcifcu! Holte von sieben und einer halben Million ■Lik. 11 /!ן kr. die in Anbetracht der ungeheuren Aafgübcr iserer Bewegung allerdings nicht allzu ikii,;!ן . nicht so ganz unbedeutend ist, ins- ,ev.nüc *חח wir sic mit dem Besitze der Ücwc- 'm׳i vi,, ״zci1 Jahren vergleichen. Aus dem Bc- ׳n.h:c g,;uil’crücii) augcnschein»»’•! hervor, da» Sunt. i״ beständigem, ununterbro- ''heuet, /. 11 n c Innen begriffen Ist. Die Zunaluuo *tr "׳ *:>•׳,ui Mittel unserer Bewegung ist ein un* '1«gliclia .,׳weis bir »las Wachsen der Bewegung 'dho. mcltt dieses allein zeugt von der Vers!-rkut1g d t Bewegung in fast allen Ländern. In letzte,; Jahren vcrgröllcrt sich, zwar langsam,;w unvu .utniiar die Zahl der Schckclzahlcr: im K׳*njjrd;1,1hrc betrug ihre Zahl 67 300; im 10. Jahre «n^Jahre u.;s Haager Kongresses) 88 077, Im 11. Jahre <י׳56<ז und ii ין. Jahrc 1 C*6200. Dazu muß noch bc- ",«W werd.״. Jalt die letzte Ziffer unvollständig Ist. *a nicht, alle Sehckclcingängc an die Zcntralkassc ab* «fuhrt werden. F,s wächst auch das nationale ScJbslbcwußUcbi l!t nur in den Ländern, wo die Juden in •vu, sondern auch in den Ländern, wo MrmiAii« •Atfaf 11 nt«r den Zionisten nicht ..D«r Zionlimui triffcbt für du indische Volk dl• Schinna* eint» ONcntilch.icchnich *ctichcncn HctnrniH* in Pillitlfli." Binlir Procra■■. Aus dem Inhalt Die Zlonlstlsclio Bewegung. — Die Russische ,,Prozeiitnortii'*. Eine Dumarede Nisselowitschs. — Westlicher Zionismus. Von Ad. F r. — Der Systcmwcclisel In der Alliance, — Ein Sozialist über den Zionismus, — Dr. Ephraim Adler• Stillung. — A. .1. K. 0. — Vorn Zionismus. — Aus aller Welt: Deutschland, Rußland. Türkei. — Paläsilnu-Ruiidscliau. — Aus den Gemeinden. — Vcrchisriindscliau. — Feuilleton: Der Baum des Vergetsens (Schluß). Von Richard Hulds c h i n c r. — -Jüdische Witze“. Von M a r d i. besonders stark war. Auch die zionistische " *sc hat sich vcrgröllcrt. und mit dem Wachsen unserer Presse wächst auch der Einfluß des Zionismus auf den Gang des jüdischen Lehens. Fs ist auch hervorzuhohen, da» der dem Kongresse vorgclegtc Bericht zum ersten Male außer Jen Tatsachen und Vorknmmnisscn rein zionistischen Charakters auch ein möglichst vollständiges Bild der Lage der Juden in allen!״ändern und eine Würdigung der wichtigsten Momente des jüdischen Lebens während der Rechenschaftsperiodc gibt. II. Die Vorgänge In der Türkei. Der neunte Kongreß ist zugleich der erste, der nach der türkischen Staatsimnväl/.ung .»)gehalten wurde. Kein Wunder also. Jalt man von der offiziellcn Kongreßtribüne auf alle programmatischen und taktischen Fragen, die durch die Vorgänge in der Türkei auf die Tagesordnung gestellt worden sind, eine oftuicllc Antwort erwartete. Und diese Antwort ist durch die F.rofinungsrcde des Präsidenteil des A.-K. sowie durch die nachfolgende Rede von Max Nord a 11 gegeben worden. liier ist nicht der geeignete Ort filr die Analyse dieser grollatigclcgtcn politischen Rede. Sic ist für uns besonders wertvoll in dem Teile, der die von nationalem Stolz getragene würdige Antwort au unsere türkischen Freunde t und zugleich an unsere zahlreichen jüdischen :r, die uns zum Aufgeben unserer nationalen rangen angeraten liabcn. ..Der Zionismus I auf seit» Ziel, die Schaffung eines t a I c 11 nationalen Lebens für das j ii - II e Volk in P a I ä s t i n a n i e v c r z i c h - Diese Molzen Worte eines freien Juden, der einerlei Kompromisse eittgchl. der die Idee der jung, ihre Seele 11m vermeintlicher Vorteile ־ nicht aufgibt, waren des Zionismus als Frei- und Regelten»tionsbewccuug des jüdischen s würdig und die einzige uns mögliche Antwort Ic Vorschläge, das Ziel der Bewegung zu ver- 11, um gewisse Vorteile zu erreichen, erncr hat Nordait in einem Kommentar zum :r Programm eine von den Ideen zerstört, die iltin ein Hemmnis für die Weiterentwicklung des tische» Gedankens gebildet hat. Zum ersten at Nordait anerkannt, da» die I d c c ü c s C11 a rnicht mehr als Grundlage unserer nolitischcn t dienen kann mul die Bedeutung desselben nuneine bloß historische ist. Durch seine Absage Jhartcr In» Nordait diejenige Auffassung des poeu Zionismus, die von uns auf dem Heising- ׳ Parteitag formuliert worden ist, sanktioniert, tun an gibt cs in der Auffassung des politin Zionismus zxvischcn ״östlichen“ und liehen" Zionisten keinen prinzipiellen Unter- I mehr.!11. Dlo Arbeit hi Palästina, ic Fragen der realen Arbeit in Palästina nahmen ervorragendste Stelle In der Arbeit des Kon* :s ein. Die Debatten über die Arbeit In Pa* 1 trugen keinen prinzipiellen Charakter, da cs ser Frage keine prinzipiellen Mcinungsnzen zwischen den verschiedenen Oruppen der ten mehr gibt. Der Streit der Meinungen belur die Details der Arbeit, die Art Ihrer Verwirk• ״ Tumoo und die Reihenfolge der Durch• führung der verschiedenen Zweige dieser Arbeit. Die Frage der realen Arbeit in Palästina hat bereits das Stadium der prinzipiellen theoretischen Debatten verlassen und ist in die Reihe konkreter praktischer Fragen eingetreten, in denen jeder einzelnen Maßnahme, jedem Detail eine gewisse Bedeutung znKonum. Durch alle diese Debatten zieht sich wie ein roter Faden die Unzufriedenheit mit der Tätigkeit unserer Leitung in Palästina, sowohl in quantitativer. als auch in qualitativer Hinsicht. Den Mittelpunkt der Debatten Uber die Arbeit in Palästina hat die Frage der Gründung eines Instituts fiir Bodcnkrcdlt. über die man vor dem Kongresse so viel gesprochen und geschrieben hat. entnehmen sollen: da sic aber keine prinzipiell: Mcinungsdiiiercn7.cn hervorrief, so hat der Kongreß einstimmig und ohne Debatten den Antrag ™genommen, eine Kommission zu wählen, deren Aufgabe es sein soll, die vorbereitenden Arbeiten abzuschlicßcn und sofort nach Erlangung einer diesbezüglichen Konzession an die Schaffung der Agrarbank heranzutreten. Der Antrag Dr. Franz Oppenheimers, eine kooperative Kolonie zu giünden. hat auch keine Debatten larvorgcruien. Dr. Onnenheimcr's Forderung, da» der Kongreil das ihm noch auf dem 5. Kongresse gegebene Versprechen einlösc. ist nicht resultatlos geblieben. Dieses Mal haben seine Worte ein praktisehes Resultat geheiligt. Der Kongre» hat bcschlossen,.diesen Versuch zu machen, der nach der, Meinung sehr vieler für die Kolonisation des Landes eine ungeheure Bedeutung hat. Der Kongre» hat einen speziellen Fonds׳ •m •YcrulFkJIcImng dieses nach allgemeinem Dafürhalten sehr wichtigen Ver- Midies, der. wenn er gelingt, bedeutende Folgen für die Entwicklung der Kolonisation haben kann, zu gründen beschlossen. Im Laufe weniger Stunden nach der Rede Dr. Oppenheimers waren auf der Stelle auf dem Kongre» selbst gegen g» »00 l'res. gesammelt. Sobald auf dem Wege privater Beteiligung das Kapital der Gesellschaft die Summe von ItWKKKl Fies, erreicht haben wird, wird »er Nationalfonds dieser neuen Kolonie den nötigen Grund und Boden zuweisen und ihr eine Anleihe von weiteren 100 000 Fres. geben. Kurze, aber heilte Debatten hat mir der Antrag J. S i 11! o n ’ s hervorgerufen. die \1vo%iimiiv UV־r Dilllft III OlTOpU zu limiidieren und ihre Kapitalien in Palästina /.u kortzentrieren. Dieser Vorschlag ist allerdings nicht neu: über die Notwendigkeit der Konzentration der Kapitalien der Bank in Palästina wird schon viele Jahrc .lang gesprochen. Er ist dieses Mal auch auf keinen prinzipiellen Widerspruch gestoßen, man hat bloß seine praktische Seite bekämpft, die Einwendüngen betrafen mehr die Formulierung des Antrages und die Frage, ob es zeitgemäß sei. als den eigentliehen Kern der Sache. Schließlich wurde der Antrag in der Hauptsache -- der Konzentration der Kapitalicn des J. C. T. in Palästina — in etwas geänderter Vorm ־,'«genommen. Aktions-Komitees. Das oben Dargelcgte erschöpft die positive Ai beit des Kongresses. Wir gehen nunmehr zum Haup punkte des Kampfes auf dem Kongreß über. Die De batten über den Rechenschaftsbericht des Engere A.-K. und seine Tätigkeit wurden dieses Mal nt außerordentlicher Leidenschaft geführt, und in ihnc konzentriert sich der ganze Kampf gegen *Ile Lcitutn Worin besteht »las Wesen dieses Kampfes? Diese Mal hat siel! die Kritik der Tätigkeit der Leitung durc ihre Scharfe von der auf den vorangegangenen Kot׳ Kressen unterschieden. Dieses Mal verfolgte sie ebe einen bestimmten, klaren, praktischen Zweck ■— di konkrete Aenderung der Zusammensetzung des lc! lenden Organs der Bewegung. Die Kritik konnte sic daher nicht damit begnügen, den einen oder den an dern Vorgang zu beleuchten, sondern mußte gege das Gesamtsystem als solches oder den Mangel eine Systems in der Tätigkeit des leitenden Organs auf treten. Die Opposition hatte es sich zum Ziele gc setzt, zu beweisen, daß das Engere A.-K. in seine fetzigen Zusammensetzung nicht Imstande war, di weitgehenden Aufgaben der Bewegung zu erfüllen um die günstigen Momente auszunützen, die sich de Bewegung Im Laufe der Abrcchnungspcrloda gcbotci haben.

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