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Jüdische Rundschau · 1910-03-25 · Heft 12 (25.3.1910) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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- ■ ~ No. 12. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 135. Kongresse RciHlRcn werde, um Mißverständnisse bo unseres Programms z״ zerstreuen. so ücg't!״er nur eine Me nungsvcrschicdcnhcit in bezug •,5« ■11י"'״ ' ־'״" ־ d" AV»HI11״n«, nicht ab« ta £ -'■"••־1»« ■״״ ־■י es Dcfllrwortcr uni OcK״cr einer Pr״grauu״ündcruug sowohl im WcZ v*je im ()steil• Wenn uns Herr Fciwcl sodann vorwirft da» wir ״fnr Ai 1׳eit im Volk. Aufklärung usw. in der Türkei" ,kein Interesse haben", ״an dieser Arbeit nicht teil, iielimcnso gebe ich ihm den Vorwurf des Nichtieil* ״ein׳״ in, zurück, wahrend ich für den Vorwurf des ni.uitvliulo» Interesse den Beweis abwartc, ebenso wie i 1 *he "eitere Behauptung, da» zur Zeit ,die iiuvcMUwoitlichc Politik einzelner im Augenblick verpn-wlit. was fünfzig Münde mühsam zusammcnec- Mac In ■i.tben". t .J mm die P ״ l ä s t i 11 ״ - A r b e i tl Ich habe /.wai ,iienials der Ito angchört, aber ich will Herrn das Geständnis machen, da» zwischen mir noch vor gar nicht langer Zeit wirklich ein ׳ iegensalz bestanden hat. Als in der Türkei v wilde Laune eines Despoten oberstes Ge- .!r, da stand ich mit vielen meiner Freunde ■is auf dem Standpunkt, da» ohne öffentlich- :IC Gn111dta.se umfangreichere wirtschaftliche 1 :11 Palästina nicht denkbar seien, inzwischen 1 aber ii! der Welt eine Kleinigkeit geändert. ikci ist ein Verfassungsstaat geworden und : Begriff, sich in einen modernen Staat umztt- :1. Wir verlangen also nicht bloli persüll- '• ei tränen iiir unsere Versicherung, da» wir; a diesem Fragenkomplex andere als früher M ildern geben auch gute Gründe für unsere c Stellungnahme an. Wer uns trotzdem .;!beii will, mit dem können wir über diese vii! weiter diskutieren. 1 mcIi aber die l.eitim« auch Jetzt noch nicht llipo, hipp, hurra! m jedes Unternehmen *> von irgend einer Seite empfohlen wird, . v' irtschaiiliehe Fragen im wesentlichen , 'cliaftliehen Gesichtspunkten beurteilt, so . mcraiis keine Gegnerschaft gegen die Pa• vii!'oiistrnieren. ich hin überzeugt, da» heutige Opposition, wenn sic die Verant- :111׳ die Leitung der Geschäfte zu tragen 1.1, ebenso verfahren würde, ai'dieii Imt ich auch darin mit Herrn F'eiwel ,d «.11 habe es bereits in meinem ersten Ar• gesprochen, da'! Hcdingtnigeii geschaffen wer- .:ui ד -'s •!;, die cs auch unseren östlichen (icsiimuugs• gen״"■.! e riiiuglivhcii, au der Arbeit der Leitung teil• ׳ Aber ich lun inr Herrn Feiwcl in dieser ng eine Alt besserer Banause. Ich erblicke! •;derniig eines kollegialen L, A.-C. und eines u Funktionen mein zu beschrankenden" \.-t. mir eine ״Stnlutenirage", während sie eine ganze ״zionistische Anschauung" bildet. : ist der Zionismus ״eine Sache von solcher \ cr.nitw •irtung und Schwierigkeit, da» er alle 1. die wir halten noch gerade für das Minidas den Bau tragen iiitiii". Sehr schön ge- Ger alle l'ncrigen, die wir haben, können!11 gut in das A.-C. weder in das engere, noch •■.v. lunciiihrüigeii. F.inige werden selmn 1■ des A.-C. ilire Betätigung suchen müssen. •. ue wir die imlw endige Reorganisation der mg auch bewerten mögen, die Hauptsache I etwa t:lld grob.■ noch sei/ aller.: rceli: Arb. 11.1t * Pie •1 stellt : ׳;es: ׳: lieliu '• ms 1 stell. ■ vei.i:. meh: rr.1v• v g’eieh >1111/'. v ein: li.u'l: kam■ l..s,!1..1 ■: auch d:c :׳ Ute. bleibt, da» ein Weg zur Verständigung gefunden wird, die ein einträchtiges Zusammenarbeiten aller Gruppen gewährleistet. Dies kann, ich muß cs nochmals betonen, nur durch Entgegenkommen und Versöhnlichkeit auf a 11 c 11 Seiten erreicht werden. So lange also die Tätigkeit der geplanten Organisation nicht auf eine Versühnung, sondern auf einen ״Klaren Austrag" gerichtet bleibt, kann ich meine Ansicht Über sic nicht ändern und meine Warnung vor einem Beitritt nur wiederholen. L. Estermann. Noch eiumal ״Galizien“ Von Professor Dr. Kaiischcr.') Das jüdische Volk ist Jahrhunderte hindurch von seinen Propheten und Weisen gewöhnt worden, sich so eindringlich die Wahrheit sagen zu lassen, daß wir Nachfahren das ererbte Recht haben dürften, zu lfersaminlungskalencler i Berlin. Organisation iiir hebräische Sprache und Organisation. Montag. 28. März*). Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung. Mittwoch, ■hl. Mürz. Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung. Donnerstag, 31. Mürz, Berlin. Vereinigte zionistische und ]iidlseh-natlonalc Organisationen Groll ־ Berlins: Purim lest. 2(1. März״). Berlin, ,liidlsch-nallonalc I'raiieiivcrcliilgiiag. Mo־״ tag. 2׳s. Mürz. *) Näheres stelle Vcrehis-Uuudschuu.) I.IIU' 'All /»׳telm 'lez.icli׳ n der ,.III SV! enii;.■!, hr 111:1 Pur 1i;1 in nie.! neu;;. imim :, . ... I 1 ■׳r 1! m ■I.; lli. l In, \erw meinen, daß wir die Wahrheit auch von Herrn Dr. Theodor Lessiag vertragen könnten. Da» uns die Selbstkritik und Selbstseliau im Blute liegt, ist ja auch allem Anscheine nach seine Meinung, die in dem Sehlullabsatz seiner ״Abwehr" in Nr. 7 der ״Allgemeinen Zeitung des Judentums“ zum Ausdruck gelaugt, allerdings mit der Geste eines Zensors, als wenn wir erst lernen müllicn, die Wahrheit über uns selber zu sagen und zu hören. I'.r scheint nicht zu fühlen, wie widerspruchsvoll seine Aeulteningeii sind. Eben weil wir Selbstgercchtigkeil besitzen, darum haben wir ein scharfes Empfinden für jede Ungerechtigkeit. Herr Dr. Lessing sucht aber den Schein zu erwecken, als ob die Angriffe, die seine ') Dieser Artikel war fiir die ״Allgemeine Zeitung des .ludentimis" bestimmt. Ihr gegenwärtiger l.citcr, Herr Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Ludwig Geiger, erklärte aber, mir die ersten drei Absätze aiituehmcn za wollen. Ich verzichtete daher wohl auf den vierten Absatz, bestand aber auf Wiedergabe des Schlußabsatzes und begründete dies wiederholt damit, da» er eine tatsächliche Berichtigung und Abwehr gegen einen persönlich Angriff enthält, als wenn ich Herrn Dr. I.essing etwas ״uiilcrslellt" hiitle. auf die ich daher nicht verzichten könne. Herr Geiger verweigerte nichtsdestoweniger die Aufnahme dieser Zeilen. ״Eindrücke aus Qalizicn" erfahren haben, ein Ausfluß von ״Selbstschmcichelci", eine Folge übergroßer Empfindlichkeit gegen die Wahrheit wären, und er stellt dabei noch die ganz unsubstantiierte Behauptung auf, da» wir durch diese vermeintliche Empfindlichkeit ״die stärksten und besten unseres Blutes abgcstoßen haben". Daß das, was er sagt, durchweg Wahrheit Ist, das wird eben mit Fug und Recht bestritten. Was an seinen Ausführungen wahr ist, das ist nicht neu. Es gibt genug recht ausführliche ücrichte über die jüdische Bevölkerung Galiziens. Und dann: der Ton macht die Musik, bemerkt Herr Dr. Lcssing selbst. Da eben liegt’s. Die Leiden unseres Stammes haben ihm eine feine Witterung für die Wahrheitsspuren verliehen, woher und wohin sie weisen. Und wenn Anklagen gegen eine Unglückliehe Mcnschcngruppc von solchen Ucbcrtrcibungen strotzen, wie die ״Eindrücke aus Galizien", so müssen sie, um einigermaßen entschuldbar zu sein, spüren lassen, daß sic einem tiefen Weh über das Leid entsprungen sind, sie müssen wenigstens das Ziel erkennen lassen: zu raten, zu helfen, zu bessern. Was aber tut Herr Dr. Lcssing? Er provoziert seinen Gastwirt, den er ״Edelstein" nennt, ihm Zeugen zu stellen, um ihn beim Notar zu rekognoszieren, bcwilligt ohne Bedenken das dafür verlangte Trinkgeld von einigen Kreuzern und leistet somit einer offenbar unredlichen Absicht Vorschub; er hat kein Wort der Zurechtweisung für den ״antisemitischen" jüdischen Primaner; er macht keinen Versuch, dem Vater ״Karfunkelstcin" das Schmähliche seines Handels vor Augen zu führen, behauptet im Gegenteil, ״cs wäre unmöglich gewesen, ihm klar zu machen, du» das, was er tat, ein ruchloses Verbrechen an seinem Kinde sei". Es ist bedauerlich, da» Herr Dr. Lcssing nicht das geringste Zutrauen zu der Wirkung seiner über- Icgcncu Intelligenz und Moral verrät. Seine Absicht war in, die X'iM.imlc der galizisclien Juden ״im Interesse sozialer Hilfe" zu studieren, warum hat er nicht die Gelegenheit benutzt, in so eklatanten Fällen, die ihm zufällig begegneten, von seiner sittliehen Hohe herab der schrecklichen Immoralität j cntgcgenzutrcten? 1 ״Um ein paar Kreuzer falsche Zcugcnscliaft! stellen", einen ״Vater. ־Icr seine minderjährige j Tochter verkuppelt - dergleichen gibt es überall", J sagt Herr Dr. Lcssing. Er aber wollte ״feststcllen, I wie weit es das unter Juden gibt". Das ׳eben ist das j Verwerfliche an seiner Darstellung, da» er meint, dies j festgestcllt zu haben, wenn er je einen solchen durch und durch mit der größten UnWahrscheinlichkeit siigmatisierten Fall als ein Erlebnis anführt und den Schein erwecken will, als wenn solche Schandtaten unter den galizisclien Juden zu den AlltäglicliKcitcn gehören, and wenn er aus der angeblichen Absicht j seiner Juden, ihn heim Notar zu rekognoszieren, mit I einem sehr bedenklichen Salto mortale die Folgerung I zieht, da» sic ״erbötig waren, für ein paar Heller | jeden Meineid zu schwören, da» er ein alter Me-; kunnter von ihnen sei". j Das kann nicht als die Weise eines Mannes angesehen werden, der ein wahrhaft innerliches Verhältnis zum Judentum hat, und wie berechtigt mein Mißtrauen war. das mußte ich leider, noch che meine Kritik veröffentlicht war. bestätigt finden, als ich las, in wie abstoßender Weise Herr Dr. Lcssing Heiligtiimer des Judentums mißbraucht, um seinen ganz.;1׳ .I'h’ii Wille(, hinter dem, bewacht von den t'iimin uiki tler I lamme des zuckenden a i׳n, der Harlen IIden lag. hindringen 11 der Mensch in seine göttlichen Tiefen IJ AI v11 *1ל׳,־ ־י er AU’itsni in seine göttlichen Tiefen Hamit des Vergesscns suchen. Wuchsen 1־ I nichte vielerlei tn Baum und Strauch, ms stillen Wassern hoben sich schön ge* ... verlockende IV.uuue, und atu Boden :1 die roten Beeren, verführerisch wie '1und. Eindringen wollte der Mensch in •׳■rten!!den. und ließ es Gott nicht zu, so er auf die Knie sinken und den Herrn . ihn wieder zu Erde werden zu lassen, 1 er ihn gemacht. Denn den Tod kannte >•.-tisch noch nicht, und er erschrak nicht ״n Gedanken, in Nichts zu versinken, da Verzweiflung so ungeheuer war, daß er lichts Schlimmeres kann kommen als diese ■Am!“ sprach er zu seinem Weibe, ״haß Kn Heimweg suchen!“ >a wunderten sic durch Gestrüpp und L)om 1 Westen, voran der Mann, der steh emen r>» einem Baum gebrochen hatte, um, » mußte, zu kämpfen, und hinter ihm!Hin seiner Einsamkeit. Die fernen « den Weg und ein röthehes Licht. das m Himmel aufgetan hatte wie eine Krone und zuckende Strahlen aussandte, gleich dem Schemel au Gottes Thron. Aber da der Wald dichter wurde, heftete sich Eva eng an Adams Fersen und klagte ihre Furcht. Und sie sagte zitternd: ״Ich höre es gehen. Wer wandelt im dichten Wald?“ Da bebte auch Adam und sagte: ״Gott wandelt durch die Nacht. Denn Gott ist überall.“ Als er dieses sagte, schrie Eva in unmäßiger Furcht, und der ganze Wald horchte auf, und die Bäume bewegten mitleidig ihr Haupt wie Greise die des Lebens Schrecken erfahren haben und in jedem fremden Schmerz den eignen Schmerz wiedererkemm Und Eva sank zu Boden, da ihre Füße versagen wollten. Da nahm der Mann sie auf seine starken Arme und trug sic einher, Fleisch von seinem Fleisch und Gebein von seinem Gebein. Im Norden rauschten die Wasser des Stromes Pison, und fern im Süden zwängten sich die Wogen des Stromes Oihon durch Felseit passe und verloren sich in ungeheuren Wüsten über denen ewiges Schweigen lag. Aber Eva fühlte sich geborgen in den Armen des Mannes, schloß die Augen und sang leise ein Lied vor sich hin, eine süße, klagende Melodie die Weise eines buntgefiederten Vögeleins, das im Garten Eden gesungen hatte, wenn der Abendwind durch die Bäume strich und die großen Roten Blumen ihre Glocken geschlossen hatten. Sie leimte ihr Haupt an Adams Wange, daß er das Beben ihrer zarten Augenlider fühlte, und sang ihm ihr Lied und gab ihm Trost, sie, die große Mutter, der gütige Urschoß der All• mutter, deren Töchter den ringenden Mann immer wieder mit ihrer Schönheit und Hingabe stärken sollten, wenn er durch nächtigen Wald dahinscliritt. den Baum des Vergesscns zu suchen, da er von dem der Erkenntnis gekostet. Meilenweit dehnte sich der Wald, und wie auch Adam ging — er vermochte sein Ende nicht zu erreichen. Und ie weiter er kam, in desto fernere Fernen schienen Blitz und leuchtendes Gewölk vor ihm zu versinken. Adam rief,־ aber seine Stimme verhallte. Nichts antwortete als das leise Rauschen des Waldes. ״Wo seid ihr, Chcrubin? Was strahlst du, Hamme des zuckenden Schwertes? Gott, gib mir ein Zeichen, daß du •nahe bist! Gott, der du überall bist, ich suche dich. Du wandelst, Gott, durch die Kühle der Nacht. Du hast mich geschaffen in deinem Bilde und gabst mir deinem Odem. Siehe! ich ringe um dich. Was läßt du mich einsam schreiten, da die Nacht furchtbar und der Schrecken wie ein Sturmwind

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