Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 57. No. 5. JUEDISCHE RUNDSCHAU fur Utopie halte, dauernd aus dem Munde unserer jüdischen l.ibenilcn als das allein sellgiiiiielieiulc zu hören hckoiunic. Herr l)r. Laudsberg habe ja erwähnt, dass Kann selbst von der Schwierigkeit ge- Muochcn habe, in Palästina Industrie cinzuführcn weil cs an Kohlen und Eisen fehle. Wo sei da die rosige Brille? Aber cs habe dem Redner besser gep.isst. an dieser Stelle seiner Rede die Zionisten nicht als rosig bebrillte Menschen hinzustcllcn, um dadurch m seinen Zuhörern die Empfindung zu erwecken mit einer palästinensischen Industrie sei cs nichts Der Zionismus habe ebenso gehandelt, wie die Jüdischen Oig.uiisationen; am llilfswerk habe er sich mit namluttcu Summen beteiligt; aber er sei weiter geg.mgen als die anderen Organisationen; er gehe damit um, das ganze Problem zu losen und bc- «״.lir.iuke sich nicht darauf, Wunden zu heilen, wenn ve geschlagen sind. Und gerade weil der Zionismus d!e Imleiifrage lösen wolle, sei er nicht und werde vi nicht kleinkolonisatorisch werden; alle seine \: beiten seien notwendige Vorbereitung}• .1: b c י t e n in Palästina. An der weiteren Diskussion i׳e!vihgicii sich noch verschiedene Zionisten und tivgi ei. A. B. I relburg I. B. Am 3. Februar 1910 wird hier in einer öffentlichen Versammlung Herr Richard!,ic 11 thcim• Berlin einen Vortrag halten. Am ■5. Februar spricht hier in einer Vcrsannn- Jung. ׳!: welcher die Loge, die beiden geselligen \Vrci1a■ l.escvcrein und Mcndclssohnvcrcin und die Zi-mbi .»che Ortsgruppe gemeinsam cinladen, R..I••; er Dr. Emil Cohn-Kiel über ״Jchuda II .1 U v v". I reihurg 1. Br. Am 24. Januar veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe einen öffentlichen |1!s\1;>siu11s.tbcnd über die Kongrcssrcfcratc vom 17. J,1:r>:.!1. An der Debatte beteiligten sich insbesondere . Herren Norbert Wcldlcr, Arthur Brünn und \\. 1• i s c h c r. Zum Schluss wurden folgende Resoim! ivii angenommen: ״Die am 24. Januar in Frei- 1m 1g 1 Br. versammelte Ortsgruppe spricht dem I . A. K.. und insbesondere dem Präsidenten David \\ oiffsohn für die Haltung auf den IX. Kongress r ui Kink aus und hofft letzteren auch nach dem \ Kongress an der Spitze der Bewegung zu sehen. Weiter erwartet sic mit Zuversicht von dem bald v,n,״׳berufenden X. Kongress, dass er die Frage der 1 Utting in einer alle Landsmannschaften befriedigen-!11 .ו Weise losen werde." Nürnberg•!׳iirtli. Unsere Ortsgruppe arbeitete 1... ׳.ergangenen Jahre recht erfolgreich. Verschiedene gi.'ssere Propaganda-Vortrüge, von denen nur der!!cs Ilern׳ Julius Simon aus Mannheim über ..l'liilauiiiropic miu judenfrage" und ־ des Herrn l'r. Moses ans Mannheim über ״den Zionismus in Deutschland genannt seien, bnchten uns eine grosse Zahl neuer Anhänger. Wir konnten am Schlüsse des Jahres über 21H1 Schekclzaltlcr aufweisen und somit einen eigenen Delegierten, in der Person unseres Vorstandsmitgliedes Herrn M. Gorski. zum Kongress senden. Ein gutes finanzielles Ergebnis brachte eine wolilgelungenc Chanukah- und Purimfcicr. Die N.-P.-Snmitihuigcn ergaben zirka 11100 Mark. Durch die rege Werbetätigkeit einiger Urtsgruppcnmiiglieder wurde auch hier ein Zweigverein des ״Jüdischen Frauenbundes für Kulturarbeit in Palästina“ geschaffen und die Gründung einer ״Zionistischen Jungm a 11 n s c h a f t" vorbereitet. Auch an der Kon- Mituicrung eines ״Jüdischen Jugendvcrv 111 s" beteiligten sich viele unserer Freunde. I in;1!ich die weniger reife Jugend mit Liebe zum .Mulcntum zt erfüllen, sind ״J ii d i s c h c M ä r c 11 e 11ab cn de" veranstaltet worden, womit wir auch in dm unseren Bestrebungen sonst noch fernstehenden Kreisen viel Beifall gefunden. — Wir können demnacii mit Befriedigung auf das vergangene Jahr ztifuckblickcn. -• Für das neue Geschäftsjahr wurden in den Vorstand die Herren A. Ellern, M. Unrsk’, Dr. med. H. War bürg. Frl. Haml'iirgcr, Herr S. Kaufmann, E. Obernd.iricr, J. Baruch und H. Maier gewühlt. I)r. W. München. Am Dienstag, dem 18. Januar, hielt *he hiesige Zionistische Ortsgruppe eine recht gut 1 •esuelue Versammlung ab, in welcher der Kongressdvlegierte und erste Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Rechtsanwalt Dr. E. Straus in eingehender Meise Bericht über die Verhandlungen des IX. Kongresses erstattete. Der Referent schildertc den Verlauf der Verhandlungen und g.d) besonders durch die objektive Art seiner Ausciiiaudersctzungcn den Zuhörern ein recht klares Bild der diesmaligen Tagung. Die Darlegungen, welche mit grossem Beifall aufgenoinmen wurden, gaben noch zu einer Diskussion Veranlassung, in deren Verlauf noch maiielic Aufklärung seitens des Delegierten gegeben wurde. »• Frankfurt a. M. Nachdem vor vierzehn Tagen die Kongress-Delegierten in einer gutbesuciitcn Vcr- Mmimhing der Ortsgruppe ihren Bericht über den Kongress erstattet hatten, referierte dieser, 7 nochmals in einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe Herr Bcndorf über das Oppenheimcr'schc Sicdlungs-I rojekt. Bel der Debatte zeigte sich, dass diesem Projekt lebhaftes Interesse entgegengcbraclit wird. Wir werden c frig hierfür sammeln und haben schon einen Anfang dazu ^,״Wiesbaden. Am Sonntag, dem 23. Januar 1910, veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe, Wiesbaden, ihre erste diesjährige Versammlung, die für die Wiesbadener Vcrliiiltnisse sehr gut besucht war. Herr Bertram Stern referierte Uber den IX. Zlonisten-Kongress in ausführlicher Welse. Alsdann SP,UCI1 ^crr Karpin, Wiesbaden, über ״Modernes Judcnlcid". Er schilderte in beredten Worten die materielle Not im Osten und den seelischen Schmerz der westlichen Juden. Klar und scharf bczcielmctc er als das einzige Heilmittel den Zionismus. Der Redner schloss seinen glänzenden Vortrag mit einem Appell an die Anwesenden, für die zionistische Idee mitzuarbeiten. — Da Herr Bertram Stern beruflich zu sehr In Anspruch genommmen ist, legte er sein Amt als Vorsitzender der Ortsgruppe nieder. An seine Stelle trat Herr Lehrer S. J. R 0 s c n b c r g. Doch blieb Herr Stern auf Wunsch als zweiter Vorsitzender im Vorstand. Ferner trat Herr B. Karpin in den Vorstand ein. Konstanz. Auf einen grossen Erfolg darf die hier vor einigen Tagen neu gegründete Zionistische Ortsgruppe stolz sein. Anlässlich des am letzten Sonntag veranstalteten Vortagsabends verstand es unser Führer, Herr Dr. Mcinrnth, durch seinen wirkungsvollen Vortrag Über den IX. Zionistcn-Kongress, sowie die Ziele der Bewegung in solch aufklärender und einnehmender Weise zu referieren, dass unsere Ortsgruppe nach Schluss der von einigen Gegnern heftig geführten Diskussion doch dreissig eingeschriebene Mitglieder zählen konnte. Ein Nichtjude, aber eifriger und treuer Anhänger des Zionismus schloss sich ebenfalls unserer Oruppc an. M. R. Prag. Der Verein der jüdischen Hochschülcr Bar Koclihn beschloss einstimmig: Ber Verein erklärt sich nach Anhörung und Beratung des Referates seines Delegierten Professor Victor Freud aus Tcpiitz mit dessen Stcliungnnlimc auf dem Kongress in jeder Hinsicht vollkommen einverstanden and billigt diese Steilungnähme, mit welcher sich der Delegierte in Ucbcrcinstimmung mit den Beschlüssen der westösterreichischen Landsmannschaft bcfunden hat. Einen gleichen Beschluss fasste der ״Theodor Herzt spolck Zidovskv’ch Akudcnilku", der mit dem Vereine Bar Kocliba den IV. böhmischen Wahlkreis bildete. Prag. Der Verein der jüdischen Hochschülcr Bar Kocliba veranstaltete am 18. Januar einen Festabend. .1 a k o 1) W a s s e r 111 a n 11 las ein Kapitel aus dein ״Juden von Zirndorf" und eine kurze Novelle. Wenn das Jüdische in einer Persönlichkeit dieser Art im Unatiseesorocliciicn liegt, wenn das gleichgültige Wort, das von seinen!.innen kommt, ein jüdisches Wort ist, so führt er jeder jüdischen Bcstrelitnig Energien zu. Mit reicheren Händen spendet, wer sich ganz dem Judentum weiht; B c r 111 o I d Bei w c I charakterisierte die Tcnrlniv/.cn in der Entwicklung des modernen jüdischen Lebens, die in letzter Linie zur freudigen, ontimistischcn Bcjnhung führen. Nachdem solange durch das Judentum und über das Judentum Kes״־'"״״n war. sprach das Judentum .selbst: Leo (lollanitt (Berlin) sang einige ostjüdische Volkslieder, sang sie ganz erfüllt vom Leben dieses Volkes, und das Publikum antwortete mit hellen! Jubel. Der Abend gelang als ein glänzendes Pest. Halle a. S. Am Sonntag, dem 23. Januar, spracli liier Herr Rechtsanwalt Sammy Oronemann vor einem zahlreichen Publikum über das Thema: ״Der Zionismus und die deutschen Juden". In bekannt meisterhafter Form verstand cs der Redner, indem er den Gedaiikengaiig unserer ״dcutsehen Staatsbürger jüdischen Olatihens" kritisch bcleuchtete, seinen Zuhörern die zionistische Erkenntnis der Judenfrage zu definieren, um dann unter Vcrmcidung einer aufdringlichen Propaganda die bisher indifferenten jüdischen Kreise zum Nachdenken aufznfordern, וחוו in irgend einer Richtung zum zionistisclien Problem Stellung zu nehmen. — In der Diskussion wurden von gegnerischer Seite die alten Einwendungen gegen den Zionismus vorgebracht, indem man den Begrilf der jüdischen Nation negieren und einen künstlichen Gegensatz zwischen Zionismus und Deutschtum konstruieren wollte. Das gab dem Referenten Gelegenheit, mit Geist und Witz die Scheinargumente der Gegner zu zerpflücken und zu entkräften und zugleich, wie wir wissen, manchen unter den Hörern der zionistischen Sache um ein bcdeutendes Stück näher zu bringen. Wir dürfen mit dem Erfolge des Abends zufrieden sein und sind sicher, dass auch hier in Halle das Interesse für die zionistische Bewegung im Wachsen begriffen ist. B. If, Königsberg I. Pr. ״Der IX. Kongress“ stand auf der Tagesordnung der Versammlungen, welche die Zionistisch() Vereinigung am 12.. 20. und 26. Januar veranstaltete. Am ersten Abend, der öffentlich war, referierte Del. Dr. Hoppe eingehend Über die Vcrhandlungen des Kongresses, während Dr. Stein ein farbiges Stimmungsbild von der Hamburger Tagung entwarf. — Mit Genugtuung konstatierte der Vorsitzende Dr. Pelz, dass aus Königsberg i. Pr. über 40 Personen dem Kongress bclgcwohnt hätten. — Der zweite Abend brachte ein Referat des Del. Dr. Pelz über die augenblickliche Lage. Daran schloss sich die allgemeine Diskussion Uber den Kongress, welche am dritten Abend fortgesetzt wurde. Die Frage der Leitung nahm in der Debatte, an welcher sich insgesamt 14 Redner beteiligten, naturgemäss den grössten Raum ein und wurde heftig umstritten. Schliesslich kam man jedoch 'zur Ucbcrzeugung, dass cs unbedingt notwendig wäre, die Einigkeit wieder herzustcllcn, da nur in gemeinsamer Arbeit die Bewegung gefördert werden könne. — liclde Diskusslonsabende waren von etwa 150 Schckclzahlcrn besucht. L. Memel. Am 30. Januar hielt Dr. Julius Roscnf e Id-Königsberg i. Pr. in öffentlicher, gut besuchter Versammlung einen Vortrag über den ״Zionismus und seine Bestrebungen. Dr. Roscnfcld hob zunächst die Beziehungen hervor, durch welche gerade Memel mit dem Zionismus vcrknüpft sei. wo Rabb. Dr. Rülf lange Jahre segensrcicli gewirkt hat und David Wolfsohn, der erst Jüngst auf dem IX. Kongress bewies, wie er innerlieh zum berechtigten Führer cmporgcwachscn sei, seine Jugendzeit verlebt hat. Nach einer Darstellung der jüdischen Lage vor Begann des Zionismus entwickelte der Redner die zionistischen Grundsätze, um dann eine umfassende Schilderung des Werdens und Wüchse ns der jungiildisciicn Bewegung, die in der zionistischen Organisation verkörpert ist, zu geben. Reicher Beifall lohnte die trefflichen Darlegungen. Einer Bitte entsprechend, berichtete Dr. Rosenfcld noch einiges über den IX. Kongress. Die Debatte, an der sich besonders Rechtsanwalt Jakobsolin, sowie Rabb. Dr. Stein beteiligten, gaben dem Vortragenden Gelegenheit, seine Ausführungen im Einzelnen zu ergänzen. — Der Eindruck, den der Abend hintcrliess, war ein recht erfrculiclicr und cs ist nur zu w'ünschcn, dass die zionistische Arbeit in Memel mit erneutem Eifer aufgenommen wird, wozu die Konstituierung einer gutorganisierten Ortsgruppe hoffentlich bald den Grundstein bilden wird. L. — Kgb. Briefkasten der Redaktion (;ober Frugon von •llgomotnom Intoro•■• gib« di• Rodaktton an dlosor Stall• gorn Auskunft Das Register zum XIV. Jahrgang wird der nächsten Nummer der J. R.“ belgcgcben werden. L R״ Wien. Wir würden uns freuen, wenn Sic uns regelmässig Beiträge und Berichte senden würden. Schluss des redaktionellen Teiles. Geschäftliche Mitteilungen Der Schluss des Inventurverkaufs und die nunmehr beabsichtigte totale Räumung der Winterbestände in ihrer Gesamtheit veranlasst Westmann’s Spezlal-Konicktionshaus. 1. Geschäft Berlin W., Molirenstr. 37 (nahe Jcrusalcmerstr.), II. Geschäft Berlin NO., Grosse Frankfurtcrstr. 115 (nahe Andrcasstr.) eine weitere, und zwar ganz aussergewöhnliche Preisherabsetzung in alten Abteilungen cintretcn zu lassen, die aber, w׳ie nicht anders zu erwarten ist, nur einige Tage andauern kann. Wer von den verehrten Leserinnen aus den ganz enormen, fast kompletten Lagern für billiges Geld eine Auswahl treffen will, beeile sich daher, sein Vorhaben auszuführen, bevor cs zu spät ist und die schönsten, elegantesten Piecen ausverkauft sind. — Das mit dem Hause Westmann verbundene, üusserst reichhaltig ausgestattete F r a tt c 11111 a g n 7. i 11 fiir fertige Damen- und Mädchcn-Traucrklcidung verdient bcsondere Beachtung. Jüdischer National-Fonds Geldsendungen sind ausschliesslich iu richten an Herrn Max WolUtelaer« Cberlotteaburt• Sybel-Stra•»•!*. Der JOdlscbe Natlonslloods Ul dita benimmt, pallitlalicbea Boden als Qessmtelgentam des JBdlscben Volkes so erwerbe■ ■öd auf ewlie Zelten 10 erbalieo. Vom I. 7lo0ls!eokoo1rts« 1901 gegründet, betlut er beote ela VermOgea toa Iber 1 ’/״ MlUlooee Mark. Hanna Em mrich , Beuthen, grat. I. I. Bmtn• Horowitz, Frankfurt a. »M,, zur Geburt de• Btüderchen« . . .. P. Assreh, Paria, grat. Dr. H. Ep t e I n , Duisburg, zur Geburt de» Töehterchena .... Famltlo K lewen •kl, Königsberg, grat. Bor inbäum zum Staatsexamen. Kamille Sa mburaky, Königsberg, tut der- »elb.-n Veranlassung.. , Sammlung Dr. Niaael, Königeberg, auf dem Stlfiungefeet der Che wrt Kad iaeba , . , Ludwig Mayer, Sir•»► bürg, grat. a. 1. Bbr. Albert Baer, Stettin tum Referendarexamen . . R.-A, Joseph, J. R, Werner I., R.-A, Charlea, grat. R.-A. Ludwig Plnkua »ur Verlobung. Kamille Hans Steinltz, Berlin, grat. Willy Nothmsnn, u, Frau, Gr.-StrebUtt. R,*A. S 101 n i t z, grat. Frl. L ü b c k 0, Ham• bürg, aur Verlobung. Frtls B e r n a t e l n, Samter, verabschiedet •Ich von »einen Turnbrüdern im J. T. V. Stettin . . Derselbe verabschiedet »ich von den Mitgliedern der Stettiner Ztoalat, Vereinigung . , Dr. T Kubier, Cherlottenburg, grat. Dr. Edel• stai n , aur Verlobung. Mk. ־. 1 -,2 0,60 0,60 31,- L- 1,60 0,60 0,60 0,60 0,60 LI