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Jüdische Rundschau · 1910-01-21 · Heft 3 (21.1.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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m° r I I I I I I I I I Abonnement■ auf Oie «<k11cmlld1 am frei• •'* , vfKUctiieinlc ״JiltIHslio Kt1.t1lyl1.t1r• kiiMrit Itel Oer I.«1>cül1i1111 uihI itei (ilie.t Po»u «imern vtcri.Iiuitrliclt 1,21 M. wrli.illi lli'ulH'ltlaud« mul «)1־\l<-,u1 Ji-l.iitiuriu Al; («.f jrioiulicr Vcrmte (■11 >.11111111 Iheauo durch 01■ t Vmm I,— ,M. Verla« JUUUcha RuiuUctuu ן I!. <1. m. b. 11, | llerlln SW. M, Zlntweralr. 77. ן U,sd1.1.u>tumlen: i bi« 7 Uhr auner SonmibeitO und Sonntag. I I I I 1 l I I I I I I I Anzolpon Vmtcח lilr Oie Wnfgc»pütcn0 l'cili/rlle oder Ocrcn Kaum Z5 ן•!«,; Slcllc.i-Aiietbniv um! tUsiuhc vowle Verclnsnilt* irllunttcn 11. ..Klclee Aiuclgut nur 15 1*1«. 0000000• Mamukrirte werden, wenn l'orto belieft. um *uNlek• Kfvindi. - RcdaMlonuchlu»« Mtitwoeh vorniiltafi. ReOaktlnn JUdUcho RunOtchm I Jcrl m-Ctia r I ot trnbiir kt. nicIMrcuttr. 49. Tel. Cb. 96*1. Spr.-diMunüe.i Dlcn\la« 11.10 Huimcf'U« i—0 n<Kb1nlttag«. .J A HL® GA (30 Kl G SdJSBOSGMG SGSYHJMG Nummer 3 Berlin, den 21. Januar 1910 —11. Sch’bat 5670! XV. Jahrgang Hin Briet Dr. Pinskers Dus l’rotiruimn der allen Chowewe Zion Uns wird der nachfolgende bisher unge- 1! tu c U c llnvf Dr. Leon Pinskers, bekanntlich einer der hervorragendsten Vorkämpfer der 7.10• nistiselien Hewegung, zur Verfügung Umstellt. Wie;׳ns dem Datum!nid dem Inhalt des Schreibens her• v<•reell 1. ist es noch vor der Kattowltzcr k niife re nz verfasst; es bietet, wie uns scheinen will, gerade heule wieder cm besonderes htteresbe, •\\iuImI!> wir die Gelegenheit beuuiz.en. unsere l.eser ,. um bekannt zu m ielivii. Der Brief lautet in Re•!•.*iui Copic: Odessa, den 15/27. Okluber l*NJ, I len 11 l'.1c;ur liier er. I. e m b e r g. Oeehrtcr Herr College! ilir i'reunUliches Schreiben habe erhalten und :,..י• tnicli. Sic zu meinen Freunden zählen zu d'ltk'lt. 11. unseren Ansichten scliemeii wir ein wenn: .׳, Miiiar,derzugehen. Auch bie Rehen von der Not* wcndigkeii natidiialcr Selbsthilfe aus. auch (111׳ Sic 1v r.mhvit llaui.thediuRunR des l'.riolRes eines Rew ie11 ״.immalen Unternehmens. Nun Rill es aber s'eli niel'l zu ul.eistur ׳.en. Durch l»h׳ssc einmalige i•eschaiiuiiR der Mittel zur Gründung einer neuen Colmiic m Pulnstiuu wird die Sache der nationalen Einheit wem.: gefördert. bull ein Werk uallounlu IledenlmiR erlaiiRCti, so muss die uusuintc Judeiihull zur Teilnahme zugc/ogcit werden.*) Au Sym1»a• tl.ieii in־• die C.•Ionisation Palästina•. fehlt es lucht und in letzter Zeit sind dieselben Ranz, besonders reRc. Diese Sympathien bilden aller bltis einen RmistiRcn Boden für de'1 Wiederaufbau unserer na• limialen Einheit. IN bedarf iiocli einer envrRiselicn Anregung, el •mit diese Sympathien in Itewusstes Streben übergehen, es bedarf auch einer festen von• *v«1<ientcn I.eiltmR, welche dieselben andauernd einer; i׳a«.;u Idee dieusiüar iiuchcu wurde. Di'ieh O: iM das Programm unseres Bundes I -v aiiRcdeutet Beiliegendes l'r 11t1cnionu:u (das I י ־ r nicht mit /.:igesuTit wurde•, Red,) diene II ■neu .im den Wcz z.u I)ele1a:i1l׳:u. den wir eiiiRC• '11111c n. Unsere 1 *ar*»lc ist Selbsthilfe und ein* ln 1;l.dies Streben, unser i.aeliMis Ziel Crciriing e •t.vs bleibenden, nach jeder K i e h 11111 r hin e i 1׳ fl u s s 1 e i e 11 e 11 Central• ciituites. welches sieh vor altem mit der Orvtaui• siuiuiR eines grossen Iti'ens• und eiitwiekelmiRs• 1..111RCU Coloiiisatious-Ccutiams zu Iieiasseu hätte. Wir iurdem die cinfiussrc'chstcu Männer einer ivdeu blad(, au(, uu Schasse ihrer Oeiiieituleu Kreise zu bilden, um d i e nationale I d e e z. 11 v e 1' breiten') und die bereits sieh regenden Colonisa•!ums vmp.-ithicM zu eriMulliMereii. Die Lokalkrci.se «Inhalten sich einer jeden entscheidenden MassreRel und iilierlisseu die AusflihnuiR dem d 111־ eh einen C ״ n r r e s s c i u z u s c t /. e 11 d eil Ce 11• l r a I k o 111 i t ׳;.*) Ich ersuch« Sie den Inhalt des OeRciiwiirtiRcu!!ה Namen des hiesigen Veieins den Leitern des Kattifvitzcr Vereins inilz.uteiieu. Mögen diese Ehrenmännei, denen das Wohl Israels am Herzen lieRt, be• denken, dass sie durch ein z.u rasches nariikula• ristiselies VorRelien die nationale Sache nur gelUhrden können. Wir müssen mit Enthusiasmus aber auch mit Unisiclii ans Werk Rehen. Die Aimihisehen und (ilcicliRliltiRen müssen energisch aufgcrüttclt und an• gispornt werden, das Interesse, die Sympathie lilr die Sache muss stets reRC und wach erhalten wer- «len. aber auch Geduld und Ausdauer tut not. damit der innere Orgunisutlonsproecss vor stich Rehe und ״) Dieser Satz ist von uns liervorgchobcn. Die Red. ..Der Zlonlimul crmrebi lür dt» Itldiuhc Volk dl» «chnCMii« einer Ollcmllch-rcclullch ■cnchcricn Hdmiatte nt!,»iBitln•," Puder Pretronua. Aus dem Inhalt Ein Ifrluf Dr. Pinskers. •־ Diu lieb110. ■•»״ Spracht! und der KmiRross dir bebrUlscbe ». •<r. V, ״ Dr. Martin Huber. (Schluss.) - Nach dorn IX. Km!• uress. Von I.. E s t e ווו ז a n n HauilnirR. — Kino liberale Forderung. Von Rechtsanwalt S. G r «nemanu. Der IX. Kmiurcss. {I Je rieh 1 über die Hanken; PnlUstimulebatte; Hankdebatte; OrRaui• sationsfraRe.) Aus 1111er Well. — ..A. J. K. 0." ■— Zlmilstiselio Dewe«umj. — Aus den Gemeinden. — Verelnsrundseliun. — Pcullletmi: ilriidcrchca und Schwesterchen. Von Samuel li o r d«n. (Schluss.) - Die neuen Meklze Mrdaiiilin. Von Prof. I). Simon seit. .Miszellen. Die Subskription auf die l uxusuusgubu der ,J. R.“ Ualirgaug 191(1) wird am 31. Januar Reschlossen. Der Preis des Rubuiidcticn Exemplars beiräRt h Mk. Von der Luxtisuusgube des JuliruaiiRS 1909 stehen uns noch cIiiIrc wciiIro Exemplare zur VerfüRitiiR, die wir ebenfalls zum Preise von *י• Mk. aliRebei). HestelluiiRcn und Subskriptionen iiniRelieiid erbeten. VerluR Jüdische Kundscbau. sich vollende, Ins wir einen IcstRelüRten rcRcIrcelit orRanisierien Mund lial-en. weicher einem laiiR• atlmiiRcn. vielleicht viele Jahrzehnte zu seiner vol* len Aiisfiihrumj und Hi'twfeklunR bedürfenden Unternehmen sowohl moralisch als auch materiell Rewachsen wäre. Wir haben es unternommen, die Sache •in Russ- I;.1׳d zu orRumsicrcn. jiiörc ein Jeder von Ihnen im Bereiche seines l'.infinsses das Gleiche tun, aber, um iier hciliRcii buche willen, nur Keine bpaltuiiR, nur!.eine ZerspbllcnmR der Kräfte, kein vorciliRCS ll.iiidcln. Lasset uns vereint ecu Hoden der nationalen Liiihoit urbar a'aelicn. l'.in, zwei, drei Jahre spielen ja in einer so bedeutuPRsvolltn Sache keine Rolle. d;.4׳eRc:1 aber würden wir ein I u 1111 a mentales \\ c r k ■) Rc.«cl;.1ff0i! haben, das den K e i in a 11 s c 1 ti r c r. in ä c 11 1 .׳ v: e r I'. n t w 1 e k l u 11 r i n sich triiue.’) Wir hoffen, dass es Ihnen Rclimren werde, die MiiRiieder des Kaltowitzer Veieins zu Iicwcrcii. mit iii.s Hand in Hand zu Rehen und ersuchen Sie uns über Alles zu unterrichten, was Sic in dieser Rieh• tmiR Uimi werden. Mit warmem Händedruck und fieundscliaitlieh• .Mein Oiiiss ersuche ich S.e die VersiclieriuiR meiner aiisR'.'zeicimeleii HocliaclitmiR zu RcnclimiRcn. Dr. L. Pin sk er. Durch Issleili-Hcilin Hess ich Ihnen 2 Exemplare der Aiitoeman/äp.itiou z״Rehen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass aiiRC• sielits der hiesigen Vahaltnlsse Diskretion sehr rclioteu ist. _ _ . r zv n «ä 9 יי ■ ך j./tz & Wir haben mit besonderer Absielit einiRe speziell bczeichnete Stellen dieses Briefes hervorRelmben. Ls wird heute v« n wohlmeinenden aber ilbcrcifriRcn AKitntorcn bisweilen seiir «ern ctw׳as veräehtlicli von den Zielen der Chowcwc Zion Resproelien. Ls ist deshalb nicht libcrfliissl•(, wenn mich an diesem Briefe wieder einmal, wie schon oft, darRCtan w׳ird, dass die ÜestrebunRen und Tendenzen der zu Unrecht vielverlästcricn Chowcwc Zion im letzten Grunde von den unsrlucn Rar nicht so sehr verschicden sind, wie manche von uns meinen. Hat dies Dr. Sandler-Breslau in seiner uIHnzcnd gcschrlc• heuen Festrede zur fünfuudzwanziRjllhriRcn Jubel• feier der Kattowitzer Konferenz bereits dargetun. j so bietet der vorstehende Brief Dr. Pinskers I einen weiteren Beweis dafür. I . Die hebräische Sprache und der Kongress für hebräische Kultur Von Dr. Martin B n l> e r. (Selilas*..) Ganz selten ist es Menschen so sehr gegeben, sielt ihres historischen Moments und ihrer historisehen Aufgabe bewusst zu werden, wie es uns gegeben ist. Wir wissen, dass der Moment, in dem wir leben, ein grosser und schwerer ist; dass es einer jener Momente ist, in denen Tod und Geburt. Niedergang und Aufschwung, Lude und Anfang, Vcrzwcifiuug und Hoffnung dicht nebeneinander wobneu, ja ineinander greifen, ineinander verstrickt sind, so dass jedes Ding und jedes Ereignis ome Seite hat, die nach dem Tode, und eine beite, die nach der Geburt hinschaut, und dass cs schliesslich vielleicht nur auf die Tat ankommt; auf die lat. die entscheiden soll, welche Seite die Zukunft bcstimmen wird. Wir w'ssen, welclies die Tat ist. die wir zu tun haben: dass wir unserem Volk die Linheit wiedergewinnen sollen, und dass für den Teil unseres Volkes, der des eigenen Landes entbehrt, die Einheit am reinsten in der Urform seines Bewusstscins, das ist in seiner Ursprache, bestellt. Aber können wir diese Tat auch tun? Ist denn die Sprache ein Ding, dessen Wachstum von aussen beeinflusst werden kann? Kann man .so wird gelingt - eine Sprache ״machen"? Entwickelt sic sich nicht nach ihrem eigenen inneren Gesetzen? Diese• Fragern, aus einer Doktrin entstanden, die ich hier nicht diskutieren will, sind irreführend. Naturlieh entwickelt sieh eine Sprache nach ihren eigenen inneren Gesetzen, jedoch nur in ihrer Art und ihrem Bestände, nicht aber in dem Umfang ihrer Verbreitung. Line Sprache kann durch Mensclicn'villcn verbreitet werden; wenn Eroberer cs so oft 1111 fremden Volke konnten, so werden wir es wohl im eigenen vcrmöge״. Allerdings su wird mm wieder cingcwendet nur soweit, als unserer Tätigkeit nicht die äusseren Verhältnisse. die ..Lebeushedingungeu" hindernd gcgcnuhcrstcl.cn. Dieser, der gleichen Doktrin entsprossene Glaube an die Lebenshedingungen ist richtig, wenn er dazu dient, die Ursachen eines Vorgangs vollständig z.u erkennen, er ist falsch und schädlich, v enu er sielt /.um Dogma auswächst, das unseren Willen lähmt und unser Handeln licniiiit; er ist nur ein Hilfsmittel tur den Erkennenden, nicht eine Anleitung für den Handelnden. Er gilt nur für die Vcrgangenlieit, für die Zukunft also eist daun, wenn sie Vergangenheit geworden ist. Unsere Tat ist eine Resultante unseres Willens und der Lebcushc* dingmigt 11; und zwar hat der Wille umso grösseren Anteil daran, je stärker die Spannung des historiselten Moments ist, das heisst: je starker die durch die innere Entwicklung des Volkes gegebenen Mög lichkcitcii nach beiden Seiten hin sind: je naher Tod und Geburt, Lade und Anfang beieinander wohnen. Grübeln wir also nicht darüber, ob wir etwas tun k ö n n n e n, sondern v e r s u c 11 e 11 w ir etwas zu tun! Versuchen wir cs zu tun, nicht gegen die Lebcnsbcdmgungcn, sondern indem wir die Lebensbcuingiingcii berücksichtigen, aber auch unseren Willen und unsere Kraft. Was aber ist z.u tun? Wie ist das, was wir meinen, zu tun? Ich habe hier nur das Allgemeinste• zu sagen, das Ihnen allen v.ühl bereits geläufig ist, und ich will daher nur versuchen, es klar zu formulieren. Das Leben der hebräischen Sprache in unserer Zeit kann uaturgemüss von zwei Seiten betrachtet werden: von der produktiven und von der rceeptiven -eitc aus. Demnach ergeben sich für unsere Tätigkeil In» Wesentlichen zwei Gebiete: die Förderung J der hebräischen Produktivität, d. h. der hebrä'schen

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