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Jüdische Rundschau · 1909-11-26 · Heft 48 (26.11.1909) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 48 (26.11.1909)
Date
1909-11-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Til, Ch, 9*St. sprceliitumkn!»!instag und I re.tuc» II—1 1 l.r imitsgi. ו 1 » * t * 1 * I « I ו 1 .J Nummer 48 Berlin, den 26. November 1909 —13. Kislew5670 XIV. Jahrgang Gespenster!'s sind einige Missverständnisse auf/u• 1;\.־. die uicln in den Kongress hinein getragen erden »luiien. Oie glücklicherweise bereits er• ügte .Frage der l,11־'grammäm!crung hat, .-clteiut es. in manchen Kopien eine Vor* irritiig entstehen lassen, die wir längst nicht ihr für möglich gehalten hätten. J:s haben eil gegen die Aetuleruug des Programms sii• den iiiiher sogenannten ״Politischen" •eh last alie diejenigen erklärt, die in anderen!;;gen noch heuie zu deren ausgesprochenen t;:1 uin gehör•.׳!'.. Nun liegt cs gewiss nicht ו vmserer Absicht, alte Konflikte, die ja!le.iti־ •..•lüg gegenstandslos geworden sind, wieder vn zu schüren. Aber wir würden es für min- Asiens ebenso verhängnisvoll halten, Gegen- .u/e /u verwisehen, die nun einmal existier!.ו; .ul ihre lief in der Auffassung vom Wesen ׳!■ ■s /a־'UMUUs begründete Berechtigung habvn. A'cd v.it* gemeinsam C!״gner einer bes!ä!1.;ue \ \־•־1.י!..d11.se sind, die von einigen Zionisten v, 1!cidL; wird, d.-i;;.lb sind wir noch lang.׳ m .־:;t euer •Urwi.g in bc/iig auf die־ muk'tvn ve יי! t w c s e n t! i 1 יי! e r e 1; 1׳ r a g e n . die jetzt d. n Iv>;j;־;rc־s mul ar.smv Bewegung auf lange hinaus lie chä(d׳!׳e11 veidru. VT. ״.־״.!׳־; ׳־ .*.־;! •..׳Mi׳ wir ’;:i!; :־.־:־ v• einett vieUrielu vernän׳.׳.nisvol!en!־' e!11 0 r , da■•־.׳* fast an all .ו < rtvn I MiBchlauds die 1 h'TM״'! ׳ len auf das Motto ״Pivgrammi'uuicruitg" hin gewählt worden And. Dass das R e;י ui; a i - - die Kouso'iiertmg einmütiger Gegiter.'.cha t - tmsean imeiitionen dntvhatis entspricht, ändert nichts daran; und wenn wir es nicht f.tiher;tti^ue-prochet) haben, so war es nur, um nicht dem Vorwurf der ״S.innmm״snuiclk••• einen Schein von P-erech1i^5111'4 zu ״eben, der;.!!> w.)hl von denen ^emaeht worden wäre, du jci/.t Mor! ־.ei;lu!r :11.׳ wittern scheinen. Pia n / u 1! b e r e c 11 t i 1׳ t e r W c i s c , d.nu du* ..!,oiitizisnui e־, den mau uns eine Zeitlaui׳ als politischen Zionismus Klaubte servieren zu!(amen, dieser mystische (Haube an die Macht iner ״Politik", die völlig in der l.tifi schweben uiiisMe, — der ist wohl fitr alle Zeiten tot und iv!;rabcn). Aber ein leider war die «rosse t iberschäizun« der Aeiuienmusfraiie einmal dohalb, weil sie andere wichtigere l;ra«cski!uu• Ken vcrliinderte oder doch wesentlich zurück-!rün«u\ und sodann deshalb, weil jene oben haral.terisierte Richtimtr, über wie wenige innausi«ente Vertreter sie heute auch ve1iü«rn ma«, daraus auf ein ״Wiedererwachen des polili-ohon Sinnes“ —• wie sie cs versteht — ililuwscn zu können meint. Wenn imtu sielit, mit welcher — unserer \nsicht nach — leichtherzigen Nonchalance von ■Hier Seite alle wirklichen Lebensfragen unserer!'ewegung gegenwärtig behandelt werden, so kann man nicht umhin, das v o r dem Kongress noch auf das entschiedenste zu betonen, dass die politischen Fragen, in jedem Verstände, heute au aktueller Bedeutung gegenüber den absolut wesentlichen Fragen der Bewegung recht weit zitrückstehcn. Welche Anschauung verrät die kürzlich gefallene Aetisscrung, der Hamburger Kongress könne doch in der Hauptsache nur demonstrative Zwecke haben, wo heute die weitesten zionistischen Kreise tief davon durchdrungen sind, dass unserc Kongresse bisher schon viel zu sehr darun- I ..Der Z(0nl»1nu» cr*tfcbt für das liid.ulic Volk dir j ן Sclmliuiu einer «IIcn1Iicl1*rtclttlich Kenciicntn lUiniMälie!0 I ' 1'aiiti.iina." Baseler Programm.! 1 Bus tietn Enliait Gespenster. — Diu hlsiorl&chc tieilcutuiu: 11er Kattowltzer Kontcreuz. Von Dr. Aron Sand* 1 e 1־ - Breslau. — Tiirldsclior Brief. — Df. Ocoru Armit. — l)le UeUiI1t«umj der Jmtcn zum Kapt* uiilsiiins. Zweiter Vortrag Werner So;11• : hart s. — Das ztoutstisclie PaUisdnaproitranini. 5 Von H .!vis T r l c t s c 11 Berlin. — An Dr. Max Joseph. Von Dr. Felix Gold mann. -• Paläsdiiairiuteu. — Aus aller Wett. — Kimdseli.m der Presse. — Zloutstisclio Bevveeumi. — Vom Zciitratverein. — Vereins-Rundschau, ' ur gelitten Im heu, das י mau Me zu■ Dcmon- |;ira»i׳;nsxong1v*svt1 machte. Vor Jahren schon im 11.*!;1;:־(u׳n1ng eriioiien worden, mau solle ’ i’ut i\<־m.!>t׳e..s wie!:•!• alljährlich abhall•■ n, 11 a m i 1 er seines demonstrativen Charakters entkleidet werden und zu einem A r b e i t s k 011■ g r e s .י werden könne. 1111* » ׳ nn.;.־;* bi .־'. Wir!1:1 1)!.׳.׳: ס י;׳:׳ I is0 n •;1 *.1 </ ־1.,:׳־151 .־ .־ •;er w i e i! t : g s ׳.e n ז ..; .׳; '1 < י!*. e 1' 1 ,׳! »’ J'.l C / •1 I L/Stii. s• :!!!ein 11 e1 1!0*י allen amieivn Paläsiiiiafia^'e.t r.od; eine be-mntere von ungeiieuer weiftragend;r Bah ׳mm.; in Augriif za nehmen, die iter Agrarbank. i'icM• l.'tzte Augelegeulteif allein würde einen Ku1v;re>> rechtferiir.en, d.r nacit Anliöning der S.־k11־H־r-1.in(h'gcn die (irundlinien der Schal־ fi'iig eines Agnvkrediiinstitutes und evcnluel! einer he-aulcivit ikuv.dlierungsgesellsdtaft, wie :ie \iU'.oisclt״n Zvi.lralkomiiee vor״e.'Chia«en wird, iV>;/uk־eVi1!;,Hu•. Aber diese i ragen sind I tk'.cn t.icltt so weit; für ihre weitere Bdiandiung werden auf dem Kongress nur die Direktiven gigeben werden können. Die (iründnngni selbst werden erst nadi der Neuordnung der entsprechenden türldsdtcu Gesetzgebung, die ja 1 in naher Aussicht stehen soll, erfolgen können. | Von der aliergrössten mul aktuellsten j Be•! e u t u 11 g smd dagegen diesmal die Orga-; insaiioikfiagcn, die kein noch so Weiser dem [ Kongress wird voronthahen können und wollen.! fzcun diem üsse1־ in einer demokratischen Bej wegung wie der unseren van der gewänlUn ■ Vertretung der Zionisten erörtert und in klaren Bi Schlüssen gelöst werden. Am einhriistui, wenngleich schwierig ge• 1mg wird noch die Fi 11 au /.frage zu eiledigeu sein, liier weiss jeder, dass mir eine radikale Lösung helfen kann. Die lieber- Zeugung von der Gerechtigkeit und Notwendig, heit einer H es t e 11 e 1' u n g de r z i o 11 i s t scheu 111 s c i t tt t i 0 n e u ist in zionistischen Kreisen bereits ziemlich weit verbreitet, und auch einige andere Mittel, die Leitung wirklich aktionsfähig zu machen, werden gefunden wer• den können. Aber die Reorganisation des \i n g e r c וו Aktionskomitees, eine ebenso unabweisbare Notwendigkeit, die Prüsi• detit Wolffsoltn — gewiss die zuständige histanz. — selbst anerkannte, hat in der Kongressdiskttssiott leider gegenüber der Acnde* lungsfrage allzusehr zurücktreten müssen. Die Notwendigkeit der Verlegung der Zentrale nach Berlin — theorctirdi eigemlich nur in Berlin seihst bestritten! ־ hätte auf iitre peivmelkn Schwierigkeiten hin in Versammlungen weit leieliter erörtert werden können als in der Pre»e. AU das wären auch Fragen gewesen, die man d?n Delegierten vorlcgen konnte, mibe• siiiadet der Tatsache, dass es imperative •Man• date natürlich auch bei uns nicht gibt, denn das werden die den Kongress mit Recht hesuiüttigentkn Probleme sein. State dessen vvrsuchten es hier und da Oesinm!ngsgcno: A־u. alte abgelane ״politische“ Phantome unter dem 1 Vck 11.1 itci einer neuen Lutz ־.•!frage langsam , wieder zu Leben und Ansehen kommen zu lassen. Dass das!!icht auch nut dem Kongress sich wiederhole, in klarer und gciührueher | Form - - davor wollten w׳ir warnen!; Auch einer politischen Bewegung köntun! alte (jespenster;חזו•׳ Verhängnis Werden. Die historische Bedeutung der Katlowitzer Konteren/. Un Bettra« zur VorKcselilciue des Ztoutsmus.-(! \'<>n Dr. Arun Sa 11 lilur, Drc>|..u ’ l'icctii tc Fcstversunmilung! I »tc i'edetmuig'Vuiiea [ v,csci;.'«.i:D.1.:;c:1 St; ׳..;imingen eatv. u•!:׳.‘.! o 11 .־■*•׳ln r. | Kci.ultinigvm Aufsuee. sondern in ttr.en; Meei;>el• I Volten Aui usul Nieder. tu Cscseiit Wirrwarr v1׳,״ j Ideen und l'.iisaeii.ii, von Verv. leMuugeu u.nt Aut• 1 losuiiZeit, späht das Auge des KriüVers nueh Ruhe• j punkten aus, von denen 11er eine Orientierung 1־.n>׳z• j iicli ist. So ereilt man cinine neniire kntiselie Daten | lieraus, deren liistoriselser Wert nicht darin bestellt, dass sieh etwa nn jenen Timen U<1chbcdeuts.!n;c Ur• ehmissc ahucspicit hätten oder v iehtme Wende• punkte in der Untwickclum; ciiixetreteii waren, so״• dem nur darin, d..ss sie OriemieninesinuKlieiikei'.cr. bieten. Au einem solchen kriusclicn i,.<c ״.um eine Idee, die aueti seiion vorher im!.eben des Volkes eine Rode Kesp.eU hin, besonders Meh'.o.ir in die r.rsetieiming getreten oder besonders Klar zum Ausdruck K'elannt sein. Stellen v. ir ein solches D.uuin einem andern eharaUteristiselien 'S .!kc 11׳'eenut)er. so steht uns in plötzlicher greller lieleiielitiuig Sinn und Richtung der gesamte״ Fmwicklum: vor Augen. Solch ein kritisches Datum ist in der modernjüdischen Bcwcjjum: das der Kattov.11/er Kontcreuz. die vor funfiiiid/v.nizR: Jahren stailfand. F.s gewinnt wahre historische Bcdcutuiu;. wenn wir ihm das Daiiini iles ersten Baseler Kongresses!׳e'k'euiilrcrstellen. Wir haben in dev *z.ionisiiselieu A«1tat10i1 oft aut das Beispiel der deutschen liJn!«uu1״d1ewcmm« in der ersten Hälfte des voricen Jahrhunderts Itiitcewiesen. Die Ideen, die damals von jiiiteiullichen Seliwärmcru eutgenen dem bau.den Widerstande alter autoritativen Machte im Staate verioK't wurden• sind mit überraschender Schnelligkeit liemcinznt des gesamten Deutschland und Wirklichkeit geworden, weit ihnen ein gesunder, geschichtlich berechtigter GrnnilxMlaiike innewolmte. I־'iir diese limtgunu'sbe• weunng Kalt iahrzehntelang das W a r t b« r«i e s t als ein charakteristisches Datum. l!s war ein an sieli liechst unwichtiges Ereignis, dass einige hundert Studenten ein paar Dutzend Schriften, einen Haarzopf und eine Schniirbrust verbrannten, aber dieses Fest war den Deutschen ein Fan.1t. es lebte in der Erinnerung wie ein historisches Ereignis fort, wie das Zeichen einer neuen Zeit. *) Festvortrag, gehalten am 7. November 190׳). bei der in Kattowitz veranstalteten Feier des iiinf- und-zwanzigittlirigcn Jubiläums der Kattowitzcr Konferenz.

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