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Jüdische Rundschau · 1909-08-20 · Heft 34 (20.8.1909) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 34 (20.8.1909)
Date
1909-08-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Sprechstunden Dienstag und Proitaiu 11—1 Uhr mittags. •ו/ד- .־־ fi ׳ ו «י 0 » « .J l<; . ,> ’׳׳־> S Nummer 34 Ein vergifteter Pfeil r.wx dcS Zi0 in der Ziciiipüi‘1 kussitm. e. — nid <i>euU׳h1! Geschieh! l\u1: zu sesviii kmiert \ץ!;cilissemi gören. Wie Feinde iiisserordenilich lebhafte Erörterung iiuis hat in den letzten Monaten 111־ki>chen Presse eingesetzt. Der ist im Mittelpunkt der Dis* Und das haben ־־־ so scheint unsere Gesinnungsgenossen bewirkt, 0 ח סוסי g ח e r. Aber es ist die alte eoii der Kraft, die das Böse will. . . . v i r haben von der. Erörterung nur!1. Je mehr über den Zionismus dis* desto leichter ist es uns, alle die; verbreiteten Lügenmärchen zu zer*!linim es um die Argumente unserer 1. beweist die Tatsache, dass man iclits IV ■•i-res «egen den Zionismus Vorbringen zukoim■:; meint, als-der Zionismus be* drohe di<• Integrität des osmanisehen Reiches! Inder 1.11. .iitsgercchnct mit diesem dünnsten, freilich a;u1!־ v e r g i f t c t s t c n Pfeil glaubt mau uns treitV .1 /.ti können. ״Oesterreich hat Bosnien gekauft, Bulgarien hat Rumelien gekauft. Ui•‘ 0 riechen wollen Kreta erwer* Kn.der Papst verlangt das heilige Grab, die Juden Mivcki.i ihre Hand nach Palästina aus, und vielleicht wird R u s s 1 a n d.bald Konstanhiiopel lialHii wollen.“ So liest man’s in einem türkischen Priel der egyptisclien Zeitschrift ״Los Pyramide*׳■. pul man findet diese Zusammenstellung, die aut ineinen lächerlichen Eindruck machen würde, wo!:11 unser Lachen nicht als Verlegenheit gedeutet werden könnte, in ernsthaften Zeitungen abgedruckt, f reilich ist man in den Redaktionen dieser Blauer etwas klüger und vorsichtiger, als unseren feinden lieb sein mag. So sindte der Pariser ״Courrier d'Oriem 1״ seinen Konstantinopeier Redakteur zu unserem gerade in Konstantinopel weilenden Präsklenirii W0 1 ffsohn, um ihn um seine Gegenäusserung zu dom oben zitierten Artikel zu bitieii. den das Blatt nicht übergehen zu können glaubte. Da cs auch in Deutschland noch immer Leute gibt, die der allbekannten Vorurteile gegen den Zionismus zum besseren Gedeihen ihrer eigenen Zwecke nicht entraten mögen, •0 geben wir die wesentlichsten Partien der Unterredung hier wieder: In gewissen Ländern — so begann Präsi* dein \V o H f s o 11 n dem Interviewer die un* mittelbare Notwendigkeit der zionistischen Arbeit zu demonstrieren — sind die Juden das Objekt stiindijgi• Verfolgungen und Schikanen aller Art, di ־ von Zelt zu Zeit zu den bekannten Massakers führen, deren Gräuel ja die ganze Nt n־zjttcm lieison, Fast überall sind sie wKhrünkitngcn der bürgerlichen Freiheit unter* J'frfen, die Ihre ganze Entwicklung hemmen, diese :!normalen Bedingungen haben das in der Geschichte einzig dastehende Phänomen eines Volkes geschaffen, dasdieganzeWeltauf ״er .Suche nach einem Vaterlande durchirrt. Wir Zionisten halten es für eine Sisyphus* 2!beit, was die meisten jüdischen Organisa־ *joneu mn, die Folgen dieser Massakers zu nnl* Km, die sich ja doch mit einer tragischen Not״ V'endigkeit immer wiederholen, und mittels einer Plan• und ziellosen Auswanderung das male* n,dlc und moralische Elend der Judenfrage von {|nem Lande ins andere zu verschleppen, ohne aen 20. Ftagust 1509 — 3. Etui 5669 (י^ ף -־־־ XIV. jQftWjang ׳ p ••D«f?lonltm1.׳s crstrclit lür das Jlldlscho Volk dl» hchaSlima einer oMcntliclwcclilllch geliehenen Hclmitattc In 1*äliatlna." Iljielcr Programm. rt וןיץ , , liiJ l.U Hin vcrnlftcter Pfeil. .זי ייזי .41 Profeccor Otto Warbtirrc. Kleine Lehren, — Per IX. K0:!״reü8. — Das iJmerrietitswesen In der neuen Tiirhel. — Zur On'imtmm des N1)rdm1*I11u$itut2 in Haifa. Von Pr. 1 יי' e y i 11 s s Kaiser:>laule1n. ■ Die euxuette Prajjo be! den Juden und fhro l.ouuim. — Plo Indischen Kolonien um .1:1(111, (Schluss.) Von Dr. Lothar •M c y c 1־ - Grosslic!1tcrfcUlc*West. — Nicht bc* hobene Plvldeiulcii. — Probleme der Jüdischen H11dy:ratlou und Koloiitcadou. Von Davis 1' r i e t s e 11־(lrosstlehterfelde־West. (Portsctziim,׳.) — Paa .Iiidcatiuu am Schcldcwcco. Von Rab* bi 11 er Dr. Max Jose p!1 - Stot|> I. Poinm. — Aus alter Well, — PaSihulua-Uumlselinu. — Aus den Gemeinden. — Spreehnaal. — Jiuiß-Israel: Künlnrclchc der KlmlenvcU. Von A b r a 11 a m R eise n. — Jochauan bca Snkkal. Von H r n s t H r d in a 11 n. — Wau spielen wir? — Allerlei Kurz well. an eine ra d i ka l 0 Lö s u 11 g des Problems heranzugehen. Wir wollen demgemäss die Kräfte und die Mittel des jüdischen Volkes, statt sie wie bisher zu zerstreuen, aut die Schaffung eines jüdischen Bauernstandes und einer zusammenhängenden Kolonisation konzentrieren in einem Lande, das alle Bedingungen für ein Gelingen dieses Versuches bietet. Und wir sind der Ansicht, dass dieses Land nur die Tür* k e i sein kann, zu deren Provinzen Palästina gehört, das Land, das die Wiege des Judentums ist, und an das unser Volk mit allen seinen religiösen und geschichtlichen Ueberlieferungen unauflöslich geknüpft ist. Dort wird der Jude, der ja seit Jahrhun* derkn dem Ackerbau entfremdet ist, imstande sein, alle die unzähligen Schwierigkeiten der Um* Wandlung eines Städters in einen Ackerbauer zu bezwingen. Dort wird unser Volk alle seine wahren Fähigkeiten zum eigenen Wohle und zum Besten der Türkei entfalten können. Aber Ihre Gegner, wandte der Redakteur ein, schreiben Ihnen die Absicht zu, in Pa• lästina das Königreich Israel wieder auf zu richten. Was sagen Sie dazu? Das ist eine monströse Unter* stellung.dicichaufdasallerenerg i s c h c s t e z u r ü c k w c i s e, rief Herr Woliisohn mit berechtigter Entrüstung aus. Und diejenigen, die das sagen, glauben selbst nicht daran! Nichts in unseren Handlungen rechtfertigt die An* nnhme dieser vc;rückten Idee. Der Zionismus kann sein Ziel nur erreichen, wenn ur sich auf eine starke und b ן ii h e n d e V ü »־ k 0 i ö t ü t x r, deren untrem)׳ baren Bestandteil Palästina bildet und immer bilden wird, Vergessen' Sie nicht, das4 wir keine Stütze an einer fremden Macht haben, und dass wir infolgedessen niemals das Mittel für irgend* welche fremden politischen Zwecke darstcllen können. Wir haben cs zum Prinzip gemacht, dass jeder jüdische Einwanderer die türkische Staatsangehörigkeit erwerben soll, und es muss schwer fallen, an dem guten Glauben derer nicht zu zweifeln, die u p s separatistische oder überhaupt antitürkischc Absichten zuschrciben. Wie erklären Sie aber dann, fragte der Interviewer weiter, die Worte ״öffentlich-rechtlicli gesicherte Heimstätte“ in Ihrem Programm? Darauf gab Präsident WÖfnsohn die Erklä* rung ab, dass der Zionismus unter dem alte n R e g i m c naturgemäss für Leben und Eigentum seiner Kolonisten eine ״öffentlich-recht* liehe“ Sicherung hätte erstreben müssen, dass aber ebenso selbstverständlich unter dem neuen Regime alle Privilegien ii b e rf l ü s s i g seien, da sie ja durch die all* g c m e i n e n G a r a 111 i e n der Konstitution ersetzt seien, und da die Zionisten durchaus nur die allen osmanisehen Bürgern gemeinsamen Rechte erstrebten. Auf weitere Fragen erklärte Wolffsohn dann noch, dass die Zionisten natürlich auch in die anderen Provinzen der Türkei gern jüdische Menschen und jüdische Kapitalien bringen svoll* ten, sei doch die Türkei das einzige Land, das sich zu allen schlimmsten Zeiten der jüdischen Geschichte stets gastfreundlich gegen unsere verfolgten Briidci׳ gezeigt habe. Auch über die Mittel, durch welche die Zionistische Organisa* tiou ihre Ziele realisieren will, erhielt der Re* dakteur eine ausführliche Auskunft. Und dann stellte er ״noch eine kleine und letzte Frage“. Haben Sie, so fragte er, in der vergangenen Woche die Aeusscrungen über den Zionismus gelesen, die in einer Unterhaltung zwischen Dr. Riza Tewfik Bey und Herrn Leven bei dem Empfange der türkischen Abordnung durch die Alliance Israclitc fielen? Wie denken Sie darüber? Ich habe keine Zeit, erwiderte Präsident Wolffsohn, um sie an eine fruchtlose Polemik zu verschwenden. Aber, irre ich mich nicht, so hat derselbe Dr. Riza Tewfik früher sich mehr* mals begeistert für den Zionismus ausgesprochen. Hier liegt jedenfalls ein Missverständnis vor, das ich nicht aufklären kann. Es ist da von einem Zionismus die Rede, der chimärische Ziele ver* folgt, die wir, wie Sic sich überzeugen konnten, ganz und gar nicht haben. Damit war die Unterredung beendet, und der ״Courrier d’Oricnt“ fügt hinzu, dass die Frage unparteiisch und kühlen Blutes betrachtet werden müsse. Das ist durchaus in unserem Sinne. Weshalb wir diese Sache Wiedergaben? Einen Grund nannten wir oben, und hier der andere: weil wir mit offenen Karten spielen möchten. Wir haben die Oeffentlichkeit zum Prinzip für uns gemacht, wir wollen auch die Offenheit, und wenn wir sie erzwingen müssten. Das ist nur Selbsterhaltungstrieb. Wir sind nämlich im Ränkeschmieden und im Intriguenspiel noch nicht so bewandert. Und dann haben wir ein sehr lebhaftes Interesse da* ran, dass man im Abendlnnde erfahre, mit wie orientalischen Mitteln Leute zu arbeiten ver* ilehop, die sieh sonst auf ihr gutes Weiteuro* püertum gar viel zugute tun, , Mh einem Worte: hier handelt es sich um eine Verleumdung! Eine Verleumdung, die ohne den geringsten guten Glauben im Vollbewusstsein der verleumde* rischen Absicht ins Werk gesetzt wurde, und die — wer zweifelt? — von jüdischerSeite ins Werk gesetzt wurde, um den Zionismus, der in der Türkei auch unter den türkischen Juden grosse Fortschritte macht, zu diskredi* tieren. Das ist wieder einmal Mauschels Werk! Aber die ״jüdische Seite“ mag sich hüten. Wir sind nicht wehrlos. Wir kennen das schlechte

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