Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1909)
- Date
- 1909-06-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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•26. ״K «|cr :Eise״.;16 {Verein• | Wie i!rs er- |i noch. Wider. r | in die »führt je An- .26 .סא JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 301. 11וזי1 an. |)cn die In׳ Eingütujc an Schekel und LandesbeltrSqen Rfdiiiiincsjahr 1908/ 09 bis zum 15• Juni 1S09, I» •» M t» Ort Köubtstew זיי •י• tlaüZirf .Meine1 Tilsit llirtcnstcin Arys Musen Ssintei' MiiroNvaiia-Ürtslm Wro1׳l<e ,»cur.nu-nbersll7.ko (jrr.iulen/ ״ Kret'Cä ,, Kosclitnn׳ Wreseher1 ׳• l’lesclic'! ״ fiiwelselu'kelzalilcr aus ‘ Distrikt Posen ״ K'wtaschiii ״ Wottgrm!,!/ Giciv it•״ ׳ Gruss-rmchlitt , Kaiunviu u. Umgegend ״ Rybnik ״ Zäbr/c ikutlicu k'atilH»! ms Breslau ״ lauer ״ Berlin ״ Hie!' >a ISA,50 Schekel Schckcl Mk. 216.־ 17. - 33.- 2(1,— 2,-• 2.- 17-1,- ״.38 l.~ 32,- 18. - 6.— 3,- . 20,- 18.- 5,- 14.- 20,- 1.- •־-.94 -.19 -.150 26.- .SO,- 45,— 40.- 244.— 3,- 48430 Landcsbelträgo Mk. 150,- n «» *I •I « I» »I I» I) II 9• •9 9« I» 126.- 19.- 13,- (i.-- 3.- ־-,10 -,18 13.- 18,- 1.- 59.- 90,- 10.- 25,- 80,- 45,- 1, - 182.50 2, - 367.50 und 116,50 Landes• beit!■.•ce noch für das Rechnungsjahr 1907/08 IVlVIlll Lcip/ic Dresden Ciicnnn*■' Lettin tbersw .•l.e MessiiigwcrU ,\eusteuh! Stulp Sclilave 8i1.t1Kl.rn branktnu .1, O. Jubelt 1.30 5,— 15.— 42,- ־-,22 —.15 -.3 -.2 -.1 -.19 —.20 1,50 6,— 15,- 42,- 21,- 15,- 2.- 2,- 9.- 4,80 9,- 15,— ׳.!rciis" aUi *1 L~ »1 — Werben י♦ 2.- 19 4,— Hamburg 1 371,50 99 257,- Lübeck II 42,- •> 50,- Bremen II 11),- 99 10,- ILmnovcr »1 101,— 9t . 4«;,- l'.ir das Rechnungsjahr 1907/081 halber!»:;!״{ II 28,— 99 27,- Güttingen t» 10,- 99 10,- Maile a. S. 1» 22,- II 11,-* Wilhelmshaven 11 6,— II 6,— 11 12,- 9f 10.- Varel 1• Oldenburg II iü.— 99 3,_ Wims,;• »r; II 3.— 91 3,- Gotha »I 14,- 91 —!!!umenth.il II L- II 2,- Duisburg II 70,- 61 52,- Kuli! .1. RI־. *I 202,— •I .40,— Mssen •\\ es! 1* 32,- 1• 32,- '•Lyeii »I 19,— H 22,-!.!lierieU «1 •־,12 91 12,- D,>rt1!i1.u I «I -,״2 99 20,- »Lnu 1» 12,— H 8,—?chwelu, 1 1,- 99 ־־,1 .Aachen M 4.- 9• . 4,— Gey bei 1 hi rat II 2,50 91 2,50 lLsv.iu<>1t 1• (>,— »1 6,— Kvclni•!! 1* 1,25 91 —• 1'cekelMiciin i. West(. II 3,— 91 3,- Miiiicäc;׳■ •Gladbach II 2,— II — Li;!;)sta.l: 1• 3,- II — \l; Mosel I* L- 91 L— Wanne > Westf. II 5,- I» 5,- iransit'it a. M. II 172,*•• 99 152,- Cassel 1» 60,— 9• — Marburg H ״־,34 19 22,- 15 ,*»>'•׳ Schckcl und 10 Landesbeiträge inr das Rechnungsjahr 1907/08 Nürnberg Kempten i. Allgäu Hartmannshol Rclchcnlmll Wörlsltofcn Üureuu des Mlsrachi tL'hliiciiicrn »1 4,- 1» 4,- 'icltsiiaasen 19 1,- «t -״ Alsfeld II ־-,3 91 Bar a. \. *1 4,- 91 3,- ,'Mkirebeu b. Ziegenhain U ־■•,3 II 5,- Matiiilienu II ־-.89 19 89,— Karlsrunc i. |j. I 49,50 99 33,— huxln.iii! bei Landau |l L- 99 2,- Wlbmim a. N. »1 *| 3,- ncibiirg i. B. II 50,— 99 30,- Metz 9♦ 28,- 91 19,- für das Rechnungsjahr 1907/08 Miiihiiusun i. Eis. II 66,— II 66,— j-tmssiitirg i Eis. II 13,- 99 2,- «Sen.süurg II 95.- tf 95,- 70.— 2,- 1,- 5.- I.- 321,- 1• *9 «f 62,- 3,- 5,— 128,- Hiervon 24 Schekel und 18 Landesbeilrüge noch für das Rechnungsjahr 1907/08 Mk. 4129,75 Mk. 2916,80 Das Rechnungsjahr der zionistischen Organisation schllcsst bukatmtUch um 30• d. Mts. Wir bitten dalior alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner dringend, dlo rückständigen Schekel und Landesbo!• träge umgehend an unseren Schutzmeistor, Herrn Max W0118101ncr, Charlottonburg, Sybolstr. 50, clriziiscndeu. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zcntralbureau. Miincltc ca 24,- 21,- 101,- iheivon 18 Schekel und 101 Landesbellrügc ihr das Rechnungsjahr 1907/08 Persönliches Herr Julius Kalmus, Berlin, der Vater 1 unseres bekannten Gesinnungsgenossen, einer der ältesten Zionisten und Mitbegründer der Berliner Zionistischen Vereinigung, feierte am 24. Juni seinen siebzigsten Geburtstag. Pie Redaktion der ״Jüdisehen Rundschau" schlicsst sich den zahlreichen (lratulantcn mit den herzlichsten Glückwünschen an. Am 24. Juni leierten unser Gesinnungsgenosse Herr Gustav Schwabe und seine Frau Paulitte in Varel das Fest ihrer Silberhochzeit. Die Redaktion spricht dem verehrten Jubelpaare mich an dieser Stelle ihre allcrhci/liebsten Glück wünsche aus. Die Abonnenten und Ortsgruppenvorstündo wer• den hiiillcli gehetoit, dlo rückständigen Abonnements• betrüge bis Inkl, 11. Quartal atiszuglelchcn, da sonst die Zusendung der Zeitung Im III, Quartal, ohne vor• hcrigc׳ Benachrichtigung, unterbleibt. harvon je 47 Schckcl und Landesbeiträge für das Rechnungsjahr 1907/08 ״Sfz.l)ü'K 23 ״ -,24 ״,- aus Den eeMeiMDen Olt Miurbrlt unserer Leser an dieser Rubrik Ist besonder■ .-״״- —— erwünscht.—— Zum 40. Geburtstag des D. 1. G. B. Am 29. Juni d. Js, tritt der Dcntsch-lsraclitischc Gemcindcbund in das fünfte Jahrzehnt seiner Wirksamkeit. An diesem Tage vor vierzig Jahren traten auf Iniliutivu von Moritz Kohner, Nachod, Advokat Le 11111 a n :1 Dresden und Dr. Honigmann-Breslau ctw.1 40 deutsche Gemeinden in Leipzig ztun Gciiieimiebunde zusammen. Heute umfasst der Bund 990 Gemeinden und sein Arbeitsfeld erstreckt sich über nicht weniger als 24 Anstalten, Stiftungen und Abteilungen, die im Laufe der vier .Jahrzehnte entstanden, den reichen Segen, der sich aus dem Zusammenschluss der Gemeinden ergab, wlderspiegehi. Was man immer auch hier und du gegen die Arbeit des (ieincindebiinds auszusetzen haben mag, wenn man auch nicht immer mit allem und jedem einverstanden ist, was der Initiative des Ge mcindchumles entsprungen ist, man wird nicht seine grosse Bedeutung für die Entwicklung des Gemeinde lebcns in Deutschland und den tiefen Einfluss, den diese Organisation auf das Jüdische Oemcindcwcsen ausgeübt hat, leugnen dürfen. Kino Unsumme von Liebe zum Judentum, aufopfertingswilligcr jüdischer Selbstlosigkeit, hervorragender jüdischer Intelligenz, humanitären Sinnes mul sozialen Verständnisses für die Forderungen der Zeit leuchtet aus den Blättern der Geschichte der vier Jahrzehnte des Bestehens des ״Deutsch•Israelitischen Gemcindcbundes." Die grossen Richtlinien, die jene konstituierende Vor- Sammlung vor nunmehr vierzig Jahren dem Deutsch- Israelitischen Gcmoindebunde gewiesen, sic bestehen im grossen und ganzen nocli fort, ergänzt nur durch neue Aufgaben, die der Geist der Zeit und unserer Tage gestellt!tat. Schon unter der Leitung des ersten Vorsitzenden Moritz Kohncrs wurden die Fragen geordneten Religionsunterrichtes, der Ausbildüng der jüdischen Reiigionslchrcr, deren materielle Besser- und Sicherstellung, die Fragen des Armenwesens, der Wanderbettelei, der Zuführung der Juden zttnt Handwerk, ja sogar das Stcilcnvcrmittelungswesen und die Eröffnung von Erwcrbsmögllchkcitcn für jüdische unbemittelte Frauen und Jungfrauen (durch die Begründung der Darlehenskasse für solche In Leipzig 1873) und vor allem die Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden in das Arbeitsgebiet des Dcutsch-lsraclltlschcn Gcmelndcbundes elngezeichnet. Schon das erste Gcmeindcstatut von Dr. Honigmann Breslau, das auf dem konstituierenden Oemcindctngc nach dreitägiger Beratung am 1. Juli 1869 zur Annahme gelangte, stellte den noch heute geltenden Grundsatz auf, dass alle Fragen Parteireligiösen Charakters nicht in den Aufgabenkreis des D.I.G.B. hineingehören. Seine erste grössere Aktion, die freilich hei den sorgsamen Schützern, der Ge- Wissensfreiheit nicht volle Sympathie fand, war die lebhafte Agitation, die er gegen die Durchsetzung des von Eduard L a s k e r angeregten Austrittsgesetzes von 1876 entfaltete. Aber man sollte nicht veigcsscn, dass die Moiivc, die den Gemcindcbund zu dieser Aktion leiteten, nicht Maclugclüstc waren, sondern die ehrliche Sorge um die Einheit des Judentums. Man befürchtete damals, dass die Folge des Austrittsgesetzes eine Zerstörung jeglichen Gcmcindelcbens, die Auflösung zahlloser Gemeinden sein würde. Die spätere Zeit hat gelehrt, dass diese Befürchtungen grundlos waren. Der Gedanke, dass die Organisation der Einzelkräfte ein dringendes Zeiterfordernis sei, für die deutsche Judcnhcit und die jüdischen Gcmeinden noen mehr als für andere Bevölkerungsgruppen, aber hatte in den Köpfen unserer Glaubens-• genossen noch nicht so tiefe Wurzeln geschlagen, dass eine schnellere Entwickelung zur Blüte des Deutsch-Isrnelliisclien Gemeindebundes herbeigeführt werden konnte. Als der hochverdiente Moritz Kohner am 21. März 1877 seine Augen schloss, stand der Deutsch-Israelitische Gemcindcbund vor seiner Aufiösung. Ein Versuch, den Sitz des D.I.G.B. nach Berlin zu verlegen, scheiterte an der ablehnenden Haltung der Berliner. Aber jene Männer, die den Bund ins Leben gerufen hatten, wie Nachod, Lchmann, Honigmann hingen zu sehr mit allen Fasern ihres Ucrzcus an ihrem Werke. Damals gehörten dem Ocmcimlci'cndc nur noch 25 Gemeinden an. Am 19. September 1877 trat man zu einem ausserordentlichen Gcmcindetagc zusammen und beschloss die Fortführung des Werkes. Nachod wurde zum Vorsitzenden gewählt, die Ausdehnung des Bundes im Gegensatz zum ersten Statut, das auch die deutsch• österreichischen Gemeinden zulicss auf die reich *deutschen Gemeinden beschränkt und mit allem Eifer an die Reorganisation des Bundes licrangctreten. Aber schon nach wenigen Jahren musste, da die sächsische Regierung die notwendige Erteilung der Korporationsrechte ablclmtc, der Sitz nach Berlin verlegt werden. Diese Übersiedelung nach Berlin, die am 21. Februar 1882 erfolgte, bedeutet einen Wendepunkt in der Geschichte des D.I.G.B. Insbesondere als Dr. Samuel Kristeller nach dem Tode Nachods, am 11. April 1882, das Präsidium des D.I.G.B. übernahm, ging es mit der Entwickelung des D.I O.B. voran. Der Abschluss des Vertrages mit der ״Victoria", durch den die Zentralvcrsichcrungskasso für jüdische Gcmcindcbcaintc ihre segensreiche Tätigkeit beginnen konnte, hat dem D.I.G.B. eine finanzielle Quelle erschlossen, aus der ihm heute nicht weniger als 40000 Mk. jährlich zu- Üicssca. Daneben schuf Krfstcllcr eine ganze Reihe von Institutionen für jüdische Handwerker, für wissenschaftliclic Forschungen; unter seinem Präsidium erstand die Gcmeiudcbibltothck, das statistische Jahrbuch und vor allem die Gemeindeuntcrstützungskommission zur Errichtung und Erhaltung des Religions- Unterrichtes in bedürftigen Gemeinden. Daneben hatte in jenen Tagen und im ganzen ersten Vierteljahrhundert seines Bestandes, der D.I.G.B. auch die Hauptaufgaben in sein Arbeitsgebiet aufgenommen, welche heute vom ״Zentralverein" vom ״Verband der deutschen Juden“ und auch vom ״Hilfsverein der Deutschen .luden" — in natürlich intensiverem Masse — übernommen sind. Er betrieb sehr energisch die Bekämpfung des Antisemitismus, wirkte für die faktische Durchsetzung der vollen Staatsbürger- Hellen Gleichberechtigung der Juden, unterstützte, die russischen FldchMiv.ge, die die grausamen Verfolgungen aus ihrem Vaterland vertrieben. Immerhin hat er ein Gebiet nicht beackert, das so sehr dem Geiste unserer Zeit entspräche־. Das sozialpolitische Moment und eine gro.sszügigc zielbewusste und syste• matischc Kleinarbeit fehlte bis zu jenem Tage, als der derzeitige Vorsitzende, Professor Martin Philippson, nach dem Rücktritt Kristellcrs an die Spitze des Gcmcindcbundcs trat. Unter ihm arbeitet die VcrwaHungsmascbine auf all den weiten Gebieten in mustcrgiltfgcr Welse. Unter ihm erstand die Arbeiterkolonic in Wcissensce, traten die Fürsorgeanstaltcn für Knaben und Mädchen in Rcppin und Plötzenscc und die Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in Beelitz ins Leben. Das Qcsamtarchiv der deutschen Juden, die religiöse Fürsorge der jüdischen Strafgefangenen sind die Werke der neueren Zeit. — Eine Unsumme jüdischer Schaffenskraft, jüdischen Woliltuns, jüdischen Könnens, zeigt die ganze Ent- Wickelung des D.I.Q.B. Die deutsche Judenhelt wird daher an diesem Ehrentage des Bundes dankbaren Herzens seiner segensreichen Arbeit gedenken! 1