Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1909)
- Date
- 1909-06-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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iliP.niSCflE RUNDSCHAU No. 21 1900 Wcdienkalemlcr 5069 תרס׳ט —**** ביון Juni Hwan Freilag Sonnabend 4 5 טו 15 טז 16 ii'iuaiothecha,בהעלתך Nacht 9,21• Secharjah j,!4 - 9 רני ושטחי שבת Sonntag 6 יז 17 Montag ד 'ח 18 Dienstag 8 יט 19 Mittwoch 9 ב 20 Donnerstg. 10 כא 21 Freitag u כב 22 שלד, לך Sch'lach l’clia Sonnabend 12 מ 23 Ne umondvcrkUnuljjunjj שכת 9.29 •א טברבין החודש וישלח 21-24 joma יהושע bräischcn Unterrichts sondere In Palästina. in den _ Sorge zu tragen und betonte, der von jiidiscli-nntionnicm Geiste getragene llebra- Ismus wäre das beste Bindemittel für die vcrschic• denen Bestandteile der jüdischen Bevölkerung Pa• lästinas und des Orients. Er ersuchte ferne! die Leitung der A. I. U. für den Fall, dass ihr wieder wie im Vorjahre, Vorschlüge zur Beteiligung an einer neu zu schaffenden jüdischen Gesamt-Organisation unterbreitet würden, den! Projekte gegenüber eine freundlichere Haltung einzunelmu-n; er bedauerte ferner, dass in dem wei* terhin von der der A.!. U. cngvcrbündctcn Jewish Co- Ionisation Association vorgclcgtcn Plane zur Bil• düng eine! Interessengemeinschaft der bestehenden jüdischen Grossorganisationen für die zionistische Organisation, kein Platz reserviert wäre und betonte, dass die iugcndfrischo, demokratische, moderne Denkart der Zionisten im Rate der anderen Organisationen sehr wohltuend wirken würde. Die A. i. U. stünde wegen ihres prinzipiell ulijildischen Charakters den Zionisten im Grunde recht nahe; sie sei aber gehalten den PaiihiUalsiuu» auch zu hetütlgcu, indem sie an der Schaffung einer neuen allumfassenden Alliance Universelle tatkräftig mitarbcitc. In seiner Antwort betonte Geheimrat Goldberger, dass er den Geist des Friedens, der die A. I. U. bcseelc, ausser Zwcilcl stelle. Der hebräische Unterrieht werde überall erteilt, wo cs zum Nutzen der Schüler und deren Zukunft würe. Die von der JCA beabsichtigte Interessengemeinschaft der bestehenden grossen jüdischen Woliifalirtsorganisationcn sehe ausdrücklich vor, dass auch andere Organisationen zur Mitarbeit herangezogen werden könnten, ln dem Worte .,utopisch", das Dr. Heymann, bemängele, könne er einen Vorwurf nicht erblicken, ebensowenig wie in der Erwähnung, dass der Zionismus die A. I. U. mit Spott und Feindschaft bedacht habe. Um jedoch einen tatsächlichen Beweis seiner friedlichen Oesinnung zu geben, sei er gern bereit, die angezogenen Worte anlässlich der Veröffentlichung des Berichtes zu streichen resp. zu mildern. Hiernach wurde der Bericht genehmigt. Das vorläufige Communiquö, das die erwähnten Stellen noch enthält, war also offenbar vor der Sitzung schon fcrtiggesteilt worden. iegiiug des Kongresses auf den Dezember bei dem Engeren Aktions-Komitee Vorstellungen zu erheben, und unterstützt die Bitte, den Kongress doch noch im August d. Js. stattfiuden zu lassen." Gegenüber den in letzter Zeit immer häufiger werdenden Angriffen util ülo Bewegung und!,artelgenossen in ״Ost und West" wurde angeregt, durch Vermittelung des Lokal-Komitees der Alliance Isradlitc Universelle in federn einzelnen Faile energisch Stellung zu nehmen. Man gab insbesondere der Erwartung Ausdruck, dass Gesinnungsgenossen, welche Mitglieder von Lokal-Komitees der Alliance, sind, sich mclir;11« bisher ihrer diesbezüglichen Verpflichtungen bewusst bleiben werden. Alsdann wurde über den Stand der Sehckclsaiiimltitig berichtet. Nach den bisherigen Ergebnissen und bei weiterer angestrengter Arbeit bestellt die begründete Hoffnung, dass eine Schckclzuhlcranzabl von 700 bis WXi erreicht wird. Bezüglich des oberschfeslsehcn Zuschusses zu Jen Kosten des Parteisekretärs wurden die auf die einzelnen Ortsgruppen entfallenden Beträge endgültig festgesetzt und die Vertrauensmünncr zur pünktlichen Zahlung der vierteljährlichen Raten verpflichte(. Es wurde beschlossen, die Broschüre ,Jüdische Geiiielndcpollllk“ an sämtliche Mitglieder der jüdischen Gemclndckörpcrschnften Oberschlesicns zu versenden, ferner anlässlich des fünften Todestages Hcrzls eine Qcdenkfeier grossen Stils in Beuthen zu veranstalten und endlich die Einladung der jüdischnationalen Vereine von Biclitz zum Besuch des dortselbst am 20. Juni er. stattfindenden jüdischen Volkstages anzunclmten und energisch In die Vorbcrcitungen hierzu cinzutreten. * Die jüdisch-nationalen Vereine von Biclitz haben zugleich mit den Vereinen aus den russischpolnischen Grenzbezirken und Mährisch-Schlcsicn die obcrsehle.sijclicn Gesinnungsgenossen zu einem Jiiül• fchen Volkstage" für Sonntag, den 20. Juni nach Biclitz eilige!,׳ulen. Das Programm wird in! einzclnen noch bekannt gegeben. Wir bitten schon jetzt für dio Veranstaltung eifrig zu Der Gruppen verband Ohenchlesfeti 1. A.: Arnold Wiener. jedoch werben. Gruppenverband Oberschlesien Am Sonntag, dem 23. Mai er., fand in K a 110 - Witz eine Sitzung des Engeren Ausschusses statt, die von Vertretern sämtlicher Ortsgruppen mit Ausnahme von Gross-Strclitz, das entschuldigt, und Zabrze, das ohne Entschuldigung fehlte, besucht war. Heer Arnold Wiener erblinde die Tagung mit einigen Mitteilungen und gab unter anderem davon Kenntnis, dass Herr Dr. Margulics Obcrschlesicn wieder verlassen hat. Er würdigte zusainmcnfasscnd seine Verdienste um die Propaganda und gab unter dem Beifall der Anwesenden dem Danke der ober» schlesischen Zionisten Ausdruck. Auf Anregung aus der Mitte der Versammlung wurde die Erwerbung der Mitgliedschaft im Palästina-Pflanzungsverein iür Dr. Margulics beschlossen und der erforderliche Bctrag sofort gezeichnet. Auf Antrag Dr. Sta h I wurde hierauf Herr Le sser-Beuthen in den Ausschuss kooptiert. Nach Erstattung des Berichtes des Kassenwarts und Nationalfondskommissars, Herrn Rappa- Port, referierte der Vorsitzende in längeren Ausführungen über die letzte Sitzung des Zcntral-Komitccs. Anknüpfend an verschiedene Punkte des Referats entwickelte sich eine lebhafte Debatte, die sich insbesondere um die Verlegung des Kongresses drehte. Hierzu nahm anl Antrag von Dr. C a s s 1 r c r der Ausschuss einstimmig folgende Resolution an: ״Der Obcrschlcslscho Qruppenverband begrüsst den Beschluss des Zentralkomitees, gegen die Ver- Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vcrelnlfl. für Deutschland 1. Wir ersuchen alle Ortsgruppen und VertrauensmUnncr die rückständigen Schekel und Landesbeiträge nunmehr umgehend zur Ablieferung zu bringen. Das Rechnungsjahr der Zionistischen Organisation schlicsst am 30. Juni d. J. Wir müssen daher alle Gelder spätestens am 20, Juni an die Jüdische Kolonj.'ilhuuk abseuden. Dio pünktllclio Ablieferung der Schckclgctder Ist umso wichtiger• als voraussichtlich nur Ufa bis zu dem gemumlon Termin ein• gegangenen Gelder für die Kongrcsswulitcn In An• rccfmuiig gebrach» werden kömicti. 2. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, dass der für die Agitation für die Anglo Palcstlnc Co, hergestellte Neudruck der Broschüre ״Wlrtscluiltllchc Tätigkeit In Palästina" nunmehr fertig vorlicgt und bitten um umgehende Aufgabe von Bestellungen auf diese Broschüre sowie auf Prospekte der A. P.C. Den cingcfordcrtcn Berichten über den Stand der Agitation in den einzelnen Ortsgruppen sehen wir baldigst entgegen. verspricht; man müsste ihn nur «rissig beackern Der neu gewählte Vorstand, der stell diese Auf^j״! gestellt hat. setzt sich wie folgt zusammen: m Julius Löwen he im I. Vorsitzender. Dr. Q. ty! kuwsky 2. Vorsitzender, Fri. Betty Kalin« l. Schriftführerin, Lewinski 2. Schnfiiuiit״ p f c i ff c I Kassierer, V i s c h c i und L a c h s als ik,l sltzer. Der Abend brachte ausserdem den im», essanten Bericht des Herrn Dr. Witkowsky über den ״jüdischen Gemeinde tag", der mit bc!. fälligem Dank amgenommen wurde. Mit Ruekskh* auf ihre Bedeutung war die Versammlung leider md! genügend besucht. Es wäre sehr wünschenswert wenn die in Charlottcnburg oder in der Nähe w^. nendcii Mitglieder der Berliner Zionist!. sehen Vereinigung an den Versau, der Ortsgruppe Charlotteuüurg recht zahlreich!»!. nehmen wurden. Breslau. In einer trotz ungewöhnlich heiss» Temperatur sehr gut besuchten Versammlung der ״Breslauer Zionistischen Vereinigung“ am Smntu{ dem 23. Mai, sprach Dr. Ellas Auerbach über ״Zionistische Arbeit in der Türkei".!:״ Redner führte aus, wie die neuen VcrhältnisNc um neue Methode der zionistischen Arbeit halingm. Jetzt handele es sich darum, durch Vermehrung w. sercr faktischen Machtmittel Boden zu fassen, das Land allmählich zu einem Jüdischen Lande m machen. Politik heisse Anpassung an die j.:wu!1< veränderten Zcitumstäiidc. Festhalten an einmal auf. gestellten Richtlinien auch unter veränderten Verhaltnisseii, wäre sehr unpolitisch. Notwendig w,!» unsererseits eine Erklärung unseres Interesses an dem Erstarken der neuen Tilikei, in der jede Nahmt «,!eh als Nation fühle. Zu unseren derzeit wichtigsten Aufgaben gehöre die Nationalisierung der paUsti.!lischeil Juden, ihre Stärkung, dass sic iiue tic. schicke in eigene Hand nehmen konnten. Ausser, halb Palästinas müssen wir neben der Propagierung unseres Programms jetzt vor allem bemüht sein, jeden Juden, wie er auch zu uiiserm Programm stehen mag, für unsere palästinische Augenblicksarbeit zu interessieren. Wir können ja auch bereits eine allgemeine Inidin.rung mit unsern Ideen konstatieren. Sehr notwendig!,» auch die Stärkung uusetes palästinischen Kultnrkerns. Wenn cs uns gelänge, die lüOOöO Juden Palästinas za einem positiven, volkswirtschaftlichen Wert um/u• gestalten, wären wir Herren im Lande. Wir müssen aber jetzt auch duinuf bedacht sein, mehr jüdische Menschen nach Palästina zu verpflanzen, 11131m:. sondere sollte die Einw anderung ״e r w 11 n seht e r" Elemente gefördert werden, Werte schaffender Men• sehen. Der Arbeitsmoglieiikeiteu in Palästina •gib: es genug. Aber wie überall gilt auch hier der?au; Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Ist erst die Utfbcrzciiguug diircugcdnmgcn, dass es kein Opfer ist, nach Palästina zu gehen, dam! haben wir den kritischen Punkt überwunden. Das Neue, das Grosse, auf das manche nach warten, ist sclmn cingc:rc:cn. An uns liegt cs. es zu nutzen. - l.cbnailcr I!.!:.!״ folgte den klaren,!״gischen Ausführungen des Redners. — In der Diskussion wurde die Frage uer Verschiebung des Kongresses Ins zum Dezember angeschnitten und führte zur Annahme Mgender Resolution mit allen gegen eine Nim!•:. ״Die am 25. Mai tagende, zahlreich bisuJuc Mitglicdcr-VcrsammUmg der ״Breslauer Zionistischen l/£R6!MS:RUMDSCC־IAU Die Schriftführer der Vercino werden gebeten, die Derlchie mozllehit knapp zu halten und 110 Heu rechtzeitig clnzuaenden. Mauutkrloto pur eul einer Salto boictirclbcn — deutlich«, Schrill! Berlin. Der Neue Jüdische Gemeinde-Verein veranstaltcl am Montag, dem 7. Juni, abends 9 Uhr, in den Sophien-Sülen, Sophicnstrassc, eine öffentliehe Versammlung, in der Rechtsanwalt Dr, Klee über das Thema ״Wollen wir ein neues Judengesetz?" sprechen wird. Um zahlreichen Besuch wird dringend gebeten! Charlottcnburg. Am 19. Mai fand die Gener a l - V e r s a in m I tt n g der Zionistischen Ortsgruppe Charlollenbttrg statt. Nach erfolgter Kassen- , legung und Deeharge-Erteilung an den Kassierer Herrn Pf ei fei. erstattete Herr Dr. W i t k 0 w s k y den Geschäftsbericht, einen Rückblick auf ein dürftiges Jahr der Ortsgruppe. Von anderen jüdischöficntllcheu Aufgaben In Anspruch genommen, legte Herr Dr. Witkowskv sein Amt als erster Vorsitzender nieder. In der sehr regen Diskussion wurde von allen Seilen der Meinung Ausdruck gegeben, dass der Wösten Berlins für die zionistische Agitation noch jungfräulicher Boden sei, der lohnenden Ertrag r Je der; in- Vereinigung" bedauert die Verlegung ■ .s IX. Kongresses auf den De zun her :1nJ bittet das holle E. A.-K., diesen Beschluss wi der flickgängig zu mache?״ Die wesentlichsten Uri ״ *., die hierfür massgebend sind, sind folgende: I. Die Verlegung des Kongresses wird d.: g:• regelte zionistische Arbeit für den kommenden V.! :er unmöglich machen. II. Die durch die Vci legung verzögerte Nciu.u• nähme der Partei zu den schwebenden imiiiis.'.cü Fragen könnte zu falschen Schlüssen fuhren, d.c .me moralische Schädigung der Bewegung bedeuten. Hl. Eine Verlegung auf den Dezember v.- eine geringere Beteiligung insbesondere vonseiieii östlichen Gesinnungsgenossen und damit eine seilige Gestaltung des Kongresses zur Folge b.״ Köln. In der Zionistischen Vereinigung v.mich am verflossenen Samstag, dem 22. Mai. Herr l.iims Berger über den ״Deutsch-Israelitischen UeimiüJc* tag." Anknlipfcnd an den Entwurf eines Gcmi/cs betreffend die Verfassung der Jüdischen Re* ligionsgcmcinschaft in Preussen kritisierte Redner in sachlicher Weise die zahlreichen Mangel, die der Entwurf enthalte. Trotz gewisser Verbisse* rungen gegenüber dem ersten Rosin’sclicn Entwurf, entspricht auch die den Verhandlungen des Gemeinde• tages ־zugrunde liegende zweite Lesung nach keiner Richtung hin den Anforderungen, die an einen umdernen Verfassungsentwurf für die judisciicn Gemein* den gestellt werden müssen. Dementsprechend ge•- staltcten sich auch die Verhandlungen über den Fn<: Wurf auf dem Gemeindetagc. Der Referent wies aut die antidemokratischen Tendenzen hin, die in den Ausführungen verschiedener Delegierter zutage ge* treten sind und schloss seine sehr interessanten Ausführungen mit dem Appell an die Anwesenden, der Frage der Organisation der jüdischen Gemeinden Deutschlands, dio eine Lebensfrage der deutschen Judenheit sei, ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. An 1jen Vortrag schloss sich eine Diskussion, in welcher die Herren Schneider und Reinhardt sprachen. N**c" dem Schlussworte des Referenten schloss der vor* sitzende den sehr anregend verlaufenen Vortrags• abend.