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Jüdische Rundschau · 1909-05-21 · Heft 21 (21.5.1909) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 21 (21.5.1909)
Date
1909-05-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Oeneraldcl'üttc Jas Stiirkovcrhüitnls gemessen, so di» sid' «aclilwr beinahe in allen Punkten und Uber- .יון weise Müsslguitg zeigte. Immerhin haben doch viele anscheinend IscliHbiKe Grauküpfe nachher noch «ft bewiesen, dass sic dort, wo cs sich um eine Sache handelt, die ihnen am Herzen hegt, mit jugendlichem peucr iür •lire Ansicht cinzutrctcn wussten. litt!ranzen mochten die Verhandlungen wohl ein wcnic darunter «clitton haben, dass man sich stets bewusst Mich, dass eine ״Vis malor" das mühsam, and mit lache errichtete Qcbüudc — mochte der vorläufige 11־ ml* auch ein noch so schöner sein — jeder/ct umstossen könne. Und einer, der’s wissen ״uisste, der Landtagsabgcordnctc Wolif-Lissa, schien denn aueli iür den endgültigen Erfolg nicht allzu fest 7u sein. Immerhin war es recht, frisch ans Werk zu || gehen und /un.'ichst einmal mit den günstigeren Mög- 1 lichheite״ /« rechnen. Denn nur so wird der Portschritt cel'oren. Ihnes wird die Tagung, deren Verlauf im ganzen Itar1nn11׳se)1 /u nennen war, erreicht haben: Sic [ brachte, wie wenige vor ihr, die Vertreter der ver- I ־' jchiedensien Anschauungen zu einander und mancher »ird tielegeuhcit gehabt haben, am ״Gegner״ die hhrlicl:!11 der Uchcrzcugung anzucrkcnucn. Das allein rde die Tagung zum Segen für das so vielfach c»■-Miene deutsche Judentum machen. ״ AUS ALLCR W6LT:: Deutschland ih r ״Fall Bloch", dessen erste Verhandlung vor dem M-ümuser Kriegsgericht sowohl wegen der Milde der c!׳!:״n den Angeklagten erkannten Strafe als auch wegen der Haltung des Vertreters der Anklage uml an״erer Absonderlichkeiten der ProzessfUhrung weit über die Grenzen des Eisass hinaus berechtigtes Aiü'clieii erregt hatte, wurde am 15. d. Mts, vor dem (1l1erl.uegNgeric!1t in zweiter Instanz verhandelt, da snwntii die Aiiklagebchorde, als auch der Angeklagte selbst ■gegen das crstiiiHtaiizlichc Urteil, welches auf | zwei T.ige Stubenarrest gelautet hatte, Berufung einlegten. Wegen der zahlreichen Zeugenvernehmungen - etwa dreissig ־־ die die Verhandlung erforderlich luigiite. wurde die Sitzung auch diesmal nach Müllunseu u i legt. Trotz der zahlreichen antisemitischen liekniieiuigvti, welche wiederum fcstgcstcllt wurden, 1;.1luu!!.!י Gericht keinen ursächlichen Zusammen• li.mg ״..'!r Vergehen mit dem tragischen Hude des hm:11 ■nge:1 Bloch an. Der Vertreter der Anklage heautrjgte eine OcfüugniSHtrafc von' zwei Monaten. Der 1 ienc! tshof hielt eine weit mildere Beurteilung' am l'lat/e und erkannte nur auf eine Strafe von B Ingen Stubenarrest wegen vorschriftswidriger lUiau.dliim: und Beleidigung eines Untergebenen. I.m Intermezzo, welches geeignet ist. auf die 01-jckdvitai. welche der Angeklagte hei dem Gerichts- 11״! ׳!:״r.nissctzen zu sollen glaubte, ein eigenartiges Sclil.iviliclit zu werfen, wird noch ein gerichtliches Na!l!y11׳•I I1;d!e11. Der Angeklagte suchte nüinlieli di! s!i1\ver belastenden Aussagen des fiel retten S.stu durch *den Hinweis zu ciitkrilftcn, dass er ge- In»rt iiabe. der Bruder des Zeugen sei S<! /1 a I de 111 o k r a t, 111 begreiflicher Erregung!!!" •uh Soister zu dem Kufe hlnreisscii: ״Das Ist!•me g! m ei ne Lüge." Diese Bemerkung wird /um •iaamstund eines neuen Verfahrens gemacht werden. Ls ist demnach zu befürchten, dass der Gefreite, der mit anerkennenswertem Mute sich der Aufgabe unterzogen hat. in dieser Sache der Wahr-!׳eit zu ihrem Rechte zu verhelfen, unter Umstünden schwerer bestraft wird, als der Rittmeister, den die i'!!4:1 Verhandlungen trotz allem vor dem Volks-!!״!!,!ulen von dem schweren gegen ihn erhobenen V״tvnrf nicht gereinigt haben. I He Nachricht, dass die israelitischen Konsistorien re!!11 den Kricgsgcrlchtsrnt Walther wegen seiner aut 'euiitisclicn Bemerkungen im ersten Prozess Bes!'1v erde erhoben haben, wird neuerdings durch ein St! . \burgcr Blatt dementiert. Kussland Die Zcntralrcgierung hat die Proviuz-Administraangefrngt, ob die in der Presse verbreitete •••ui.rieht, dass seit der Einführung der Konstitution in!!!r Türkei die Auswanderung von russl- ־!לhe״ Juden nach Pa 1 ü81ina zugenommen lau. den Tatsachen entspreche. Und wenn dies der Pall ist? Gedenkt Canti etwa di• russische Regierung, dieser Emigration Schwlcriüheiieii in Jen Weg zu legen? Sic bedarf wohl Ihrer Mischen ״Untertanen“, um sic nötigenfalls als ^1‘inJciibock verwerten zu können. — * Demnächst wird In Bialystok ein Denkmal für dlo dortigen Pogromopfer errichtet werden. Mit der Errichtung des Denkmals, das seiner Fertig- Stellung cntgcgengcht, befasst sich das Komitee, welches seinerzeit dlo Verteilung von Untcrstlitzungsxclclcrn an die Hinterbliebenen der Pogromopfer geleitet bat. »־׳ ן ״;״o .r ןי-יז ־V . ל ן % "4 Vj (j 1t J liי J \.3lt\ U::.:cr C5r Verein vco!:n־.'.r״5ia '•v p su hslUa und t!j ttsta;׳knc;:tur ilil einer C;:1a tj;c:.rc getsten, die CcrSchto rechticltls elnta::r.dsa, _׳Ja — dculllito £c^-;ut Zionistischer Gruppenverband Gbcrcchlceten. Sonntag, den 23. Mai, abends J8^׳ Uhr, findet in Knttowitz, Erlösers Hotel, (Jolumnlsstrassc) elno Sitzung des Engeren Ausschusses statt. Die Tagesordnung, die den Ortsgruppcnlcitcrn und Vertrauensmännern schriftlich mitgcteilt worden ist, cnthült unter anderen wichtigen Punkten den Bericht des Vorsitzenden Über die Sitzung des Zentralkomitecs, Jeder Qcsinnungsgonosse ist als Oast willkommen; das Erscheinen de rVcrtrauonsniünncrwIrd als sclhstvcrstündlich vorausgesetzt. * Zum IV. Jüdischen Turntag. Die Vorbereitungen zu dieser interessanten, zu Pfingsten in Berlin stattfindenden Veranstaltung sind im vollen Gange, und cs darf nach den bereits cingcgaiigencn Zusagen der zahlreichen auswärtigen indischen Turnvereine auf eine imposante Anzahl von Turntagstcihiclinicrn gerechnet werden. Dio OcficiiUichkcit werden insbesondere die Turntags- Verhandlungen, welche im Hotel de Hambourg, Heillgcgciststr. 17/18 am Pfingstmontag nachmittag stattfinden, vor allen Dingen aber das Pfingstsonntag nachmittag 5 Uhr im Fcen-Palast stattfindeiidc Schauturnen interessieren. Es empfiehlt sich mit Rücksicht auf dio zu erwartende grosse Zahl v״n Zuschauern, schon jetzt sich Eintrittskarten im Vorverkauf zu besorgen. Viel Beteiligung dürfte auch dio D a m p f e r f a h r t n a c h Potsdam finden, welche am dritten Pfingsttag um 9Vj Uhr an der Weidendummer Brücke beginnt. Auch die Spiele und die volkstümlichen Uchungcn, welche am Pfingstmontag auf dem Spielplatz, des Jüdischen Turnvereins Bar-Kochha im 0 r u n c w n I d, Fraiiz.ensbaUcr Garten (Hubertus, 1(1 Minuten vom Bahnhof Halen• sce) abgchullcn werden, verdienen einen regen Besuch. Diclcnigen, welche den Wunsch haben, möglichst an alle» Veranstaltungen des Turntags tcilzunclimcn -• und wir können für die Pflngsttngc uns keine augenehmere und anregendere Beschüftigimg vorstellen, als die Beteiligung au diesen Veranstaltungen — werden gut tun, sieh rechtzeitig Tel In ehmerhefte, die zum Besuch aller dieser Voran- Stauungen berechtigen und In der Buchhandlung von Louis Lamm, Nene Fricdrlchstr, 61/63, sowie in den grossen Filialen der Ziuarrcnfirma Carl M n r t i e n z c 11 im Vorverkauf zu haben sind, zu besorgen. * Berlin, 1111 Anschluss an den'Dclcgiertcntag der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands iindet am 31. Mai 1000 ein Danipler-Ausllug nach Hcsscnwinkcl statt, zu dem Teilnehmerkarten ä 1,50 Mark beim Vorstände des Bundes erhültlich sind. Treffpunkt 'אוי Uhr an der Ahfahrtstclle Bramlcnbiirgcr-Ufer. In llcsseuwiiikcl *Gesellschaftsbaus) Mittagstafel, Spiele im Walde, gemeinsame Kaffeetafel, Konzert, Tanz, Belustigung. Faekelpolonnlsc etc. Bel ungünstiger Witterung finden die Vortrüge Im Saanlo statt. Rybnlk O.-Schl. Am 14. d. Mts. feierte Herr Rentier Leopold Manne borg, langjülirigcs Vorstundsmitglicd dci hiesigen Synagogen-Gcincindc und Mitglied der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass fand am Sonnabend ein F c st g o 11 c sd i c 11 st mit Festpredigt statt, welche Herr Rabbiner Dr. Braun- Schweiger aus Kattowitz hielt. in dieser würdigte der Herr Rabbiner besonders die Verdienste des Jubilars und dankte demselben Im Namen der Gemeinde. Welcher Wertschätzung der Jubilar sieh allgemein erfreut, bezeugten noch Ute darauf in der Wohnung des Jubilars in grosser Zahl sich einfindenden Gratulanten. Persönliches Am Sonntag, den! 23. Mal, feiert Herr Rechtsanwalt Dr. Arthur Hantke schicVcrmülilungmit Erl. E d i 111 11 e y 111 a 11 n. Wir bringen auch hier dem verdienstvollen Leiter des Zciitralhurcaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, r ja auch der ״Jüdischen Rundschau" sehr nahe . und seiner Braut die herzlichsten Glückwünsche . r. * Unser Gcsinmmgstrcund Dr. Ellas Auerbach iiat sich mit Frl, Raitel Roscnthal aus Wronkc verlobt. Wir sprechen den! begeisterten Vorkämpfer, des jung, jüdischen Gedankens und seiner Braut auch an dieser Stelle unseren herzlichsten Glückwunsch aus. Wie wir hören, beabsichtigt das junge Paar demnächst nach Haifa überzusiedein. Zur Beachtung! Dio nächsto Nummer der .J. R.“ erscheint des Schebuoth-Fcstcs wegen bereits am Dienstag, dem 25. Mal und gelangt am Mittwoch In dlo Hände der Leser. Manuskripte für Nr. 22 müssen spätestens am Montag Irüh hier elutreifcn. — Der Nationallonds-Auswels wird bereits am Sonntag abgeschlossen. Redaktion der ...I. R. ^־־־SPReCHSAAL־»־ PQr dlcien Teil Obernimmt öle Redaktion den Leiern «*enBbei keine Verantwortung. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin. Sic haben sich in Ihrer letzten Nummer zum Werkzeug für eine Handlungsweise gemacht, die uns nur als Produkt persönlicher Gehässigkeit verstandlieh ist.*) Wie der Schreiber jener Einsendung. Dr. mcd. Jacob Peuchtwanger in Frankfurt a. M.. wohl wissen wird — denn er konnte die Anwesenden ganz bequem übersehen —, hat der betreffenden Versammlung kein Mitglied unserer Redaktion beigewohnt. Wir erhielten kurz vor Redaktionsschluss den Bericht unseres ״Ploni"-Bcrichterstattcrs — der Bericht in unserer Zeitung war auch mit ״Pioni" unterzeichnet —, und da uns derselbe gleichzeitig mittciltc, dass er den Schluss der Dauersitzung nicht abwartctc und deshalb auch nicht Uber die anschliessendc Generalversammlung referieren könne, so ersuchten wir sofort in einen! höflichen Schreiben den Vorstand der Misrachi-Ortsgruppc, uns Bericht über die Generalversammlung zugehen zu lassen, da wir diesen Bericht von unserem Berichterstatter nicht erhielten. Wenn nun der Vorstand der Misrachi-Ortsgruppc der Meinung war, dass noch andere Aeimcruiigcn der Diskussion beanspruchten, festgehalten zu werden, so war ihm ja Gelegenheit geboten, diese dem gewünschten Berichte über die Generalversammlung anzuglicdcrn. Aber ganz abgescheu davon hätte er sowieso erst einmal das Ersuchen un uns steiler! müssen, das nach seiner Mcinung im Berichte zu Ergänzende aufzunoluucn. Das ist nicht geschehen. Und das sollte nicht geschehen. Denn man war froh, einer Zeitung, die sich erkühnt, die Feuchtwanger'sclie Politik nicht blindlings zu unterschreiben, endlich wieder einmal eins versetzen zu können. Dr. F. kann cs uns nicht vergessen, dass wir bei seinen! massloscn Kampfe gegen den ״Haolatit" und dessen damaligen Herausgeber Sokolow nicht mitgemacht haben. Bei einer genauen Wiedergabe der Diskussion würde nach unseren Informationen Dr. F. wohl kaum etwas profitiert haben, denn cs sind in der Diskussion die widersprechendsten Acusscrungcn gefallen, in den Ausführungen von Dr. F.'s Parteigängern fielen Worte, die sich mit Dr. P.'s neuerlichen Friedens- Schalmeien keineswegs decken. Wir erwähnen nur das Verlangen, dass die Männer der zionistischen Leitung auf positivem Boden stehen, und die Acusscrung. dass der Misraclii solange in der zionistischen Bewegung bleibe, als cs gehe. Wir haben cs nie versäumt, gegen Missständc im Zionismus offen unser Wort zu erheben und ganz besonders ״• es ist dies erst vor wenigen Wochen in ausführlicher Weise geschehen — immer wieder auf die bedauerliche Erscheinung hinzuweisen, dass in den zionistischen Kreisen die Traditionen des jüdiselten Volkes so wenig respektiert werden. Wir können uns aber die inasslose Schürfe eines Dr. F. und seiner Freunde nicht zu eigen machen, denn die verhält sich dem Zionismus gegenüber wie eine Ehe auf Scheidung, Die Dr. P.’schc Richtung im Misrachi hat vor Jahresfrist die zionistische Bewegung kompromittiert, indem eines ihrer massgebendsten Mitglieder in antizionistischen Blättern zur Absetzung des Präsidenten Woiffsohn und des Generalsekretärs Sokolow auffordcrtc. Und es ist hier in Frankfurt eine bekannte Tatsache, dass Dr. F. und seine Freunde den Nationalfonds seit Monaten boykottieren, eine Tatsache, die merkwürdig zu Dr. F.'s neuer Lehre von der ״Toleranz in Theorie und Praxis" stimmt. Was die Unterschiebungen und Anrempclungcn in dem Dr. Pcuchtwangcrschen Schreiben anbetrifft, so halten wir cs als unter unserer Würde, zu antworten; das anständige Publikum wird ein derartiges Verfahren zu beurteilen wissen. Frankfurt a. M., 16. Mal 1909. Redaktion des ״Frankfurter Israel. Famlllcnblattcs". *) Wir haben der Einsendung des Herrn Dr. Pcuchtwangcr Aufnahme gewährt, weil uns erklärt wurde, dass Herr Dr. F. anderswo nicht zu Worte kommen könne, und wir sind prinzipiell gegen dio Unterdrückung Irgend einer sachlich gefiusserten Meinung. — Red. der ״J. R." Schluss des redaktionellen Teiles ZionlstenI 1.28 Ist Pflicht Icdes Gesinnungsgenossen, auf seine Briefe Nationallondsmnrkcn zu kleben.“

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