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Jüdische Rundschau · 1909-05-14 · Heft 20 (14.5.1909) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 20 (14.5.1909)
Date
1909-05-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 233. AUS DEN Ö6M6!MD€M m *״*׳•״ un»cfCf u£Lg."frff•»«' Rubflk I« bMonden Ucrliii. Am Somit;»« um! Montag, dem IG. und . ^,!i findet liier die XI. Tagung des Deutsches« rtdiiltfl16״ <itfmtJluüctUKC8 statt. Die Tagesordnung ״ulrilt ■1!s einziueu Ueratungsgegenstand den von *L; eciuiseliteii Kommission des Dcutsch-Israelltl- {,.|1C11 (K'iiieimlebiuides und des Vcrljnndes der Deut*!*״״ Juden in zwei Lesungen fcstgcstellten ״E111 J>rf eines Gesetzes, betreffend die VcrjassnnK der Jil di selten Religio nsin c i •I se 1! a f t 1 n I* r c u s s c 11." Das Ergebnis wr nc1;1tn»«e111 ebenso wie auch die Qutaclitcn J'r befr-idui iiidisclicu Körperschaften sollen bei der dritten Usmmk Verwendung finden. Alsdann «soll ,ir cmleilltig fcstgestcllte Text der Regierung als Vorlage i.ir ein Gesetz betreffend die Verfassung der jgdisclicti Religionsgemeinschaft «!)erreicht werden. Im Au.'.'lilnss an diese Tagung findet am Dleus* tad. de!18 ״. Mai 1909, vormittags 10 Uhr, im «iiäungss :;׳.!c des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Roscnstr. 2—I, II, der ürltto Deutsch Israelitische Verbandslag statt. Die Tages rd n u ng enthält folgende Punkte: J. Die Stitrharmuliniig der durch das prcussischc Schulptcrlialumesgcsctz vom 28. Juli 1906 den jüdischen Gemeind.! /»»stehenden Ansprüche auf kommunale unj staatiielie Beihilfen zu den Kosten des Rcligiints. Umerric'•׳,;s 2• Bekämpfung des Waudcrbettels. j, Anst.uivit von Erfahrungen auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes a) Revision der Religions- $cl111!en. ״> NVanderrabbincr, c) Wanderlehrer. 4. Vcrn .i iimg der Einnahmequellen der Gemeindeverbinde .;׳ Hinzelmitgliedcr, b) Zuschüsse der Geiiiciiiden. c) Zuwendung von Verniiichtnisscu. j, üegcit'citige Uiiterstiitzung der Verbünde auf den Oren/gei'ietcii. (י• Beseitigung des Mangels an Kultusbcamtcii. — Stimmberechtigt sind stimtlicho ln Peutselii•״:*! bestehenden israelitischen Bezirks-, Proviu/i.d• und l.nndosverbündc und der Vertreter der judi'ciivn (kmeinde zu Berlin. Merlin. Unsere i.escr und Freunde, sowie alle, die au iudisc! -kulturellen Kunstwerken Interesse haben, seien hict.hncli nochmals auf die Ausstellung hingen ic'ui. die gegenwärtig im Zimmer I des Burg- ImicN. Hüigstiasse, stattfindet. Dort wird ein von einem!mliistinischeit .luden hergcstclltcs, grosses Aiodell des salomonische״ Tempels gezeigt. Das unter Heniit/nu.: aller Duellen in minutiöser Arbeit ausgeinhrte Kunstwerk gewährt ein genaues Bild des Har h.1l'.dis und seiner Untgcbting, sowie der inneren h.mrielitiiiig 41er Tempelgebüiide. Weit besser als diirci! lin.lar und Zeiehinmgeii sieht ttutn liier das KigamNJic Bauwerk vor sielt erstehen, zu dem an den W.iüi.ilirtsfcsten das ganze Jüdische Volk zu* sammcn»uumtc. Wir sehen hinter Mauern und Vorholen das Innere des Tempels, in dem der Hohe- Priester 'eines Amtes waltet•.•. — Neben dem Modelle ist em /weites ״!!(gestellt, das den liorodlaiiUchen Dan e'i'eü'o getreu ausgellihrt zeigt. Ebenso Ist eine Nachbildung der StlUsliiittc und ilircr Hinrichtung zu scheu. I!;1 ehe Ausstellung vermutlich nicht mehr lange׳ •ge״!met sein wird, empfiehlt sich ein baldiger Iksiuh. Frankfurt a. M. Mit dem von dem DeutschbrailstieJieit neinciitdebuiid ausgeai beiteten Gesetzcntuiiri 1:11er die Neuregelung der Gcmelndoverhiiltnbse der preusslschcn Juden beschäftigte sich eine vom Zeiitrulvercln Israelitischer GemoJndcmltgllcder «inhcritiute Versammlung, Nach einem eingehenden Referate von Pr. W. Hanauer und reger Diskussion wurde :׳!Igettde Resolution einstimmig angeiionuiMi: ״Per Zentraiverein Israelitischer Gcmcindcmit- Kiiedwr m Frankfurt a. M. crlilickt in dem vorgclcgten h-ntuuric eine hmebbave Gnutvllagt m clm Ver- 4t!i1111ig11:1g über die Verfassung der jüdischen Reliiti׳msgu!ossenscl»aft in Preussen, muss aber seine <wlsüil:i1׳,־• Zustimiming davon abhängig machen, dass 1• das neue Gesetz Jede Einmischung der Provinzialtaid l.aiulesgcmcimlcit in die religiösen Angelegen- «eilen •..er Einzclgemcindett vermeidet, 2. dass alle ocMi:1!:mu1gcn aus ׳Jem Entwürfe nusgemerzt werden, welche das Wahlrecht der Gcmcindcmit- 5Heiler zu schmälern geeignet sind, und 3. dass 1««erhall) der Hinzelgcmchidcn durch gesetzliche ׳‘csticgujtg tjgs Proportionalwahl• clit.s dir die Wahrung der Rechte der religiösen Minderheiten gesorgt wird, und dass in allen Ge- «icindui, in welchen sich Anhänger verschiedener «IntH.ser Richtungen befinden, auf Antrag der An-!langer einer Richtung die Einrichtung von Kultus- ™«miisMoucn zu erfolgen hat, wie dies im § 126 des ׳",1,־urfs für Frankfurt vorgesehen Ist." Emden. Am Sonntag, den 2. Mai, verschied nach ״ur*er, heftiger Krankheit unser ailverchrtcr Ge- 11״««ngsgertossc, der Mitbegründer unserer hiesigen Ur,$sruppc, Herr Kaufmann Solomon BenJ. van CI c cf, in seinem 76. Lebensjahre. Die zionistische urtsgruppc verliert in dem Verstorbenen eilten treuen Anhänger und Mitarbeiter, da cs in erster Rclito seiner 1 ersönllclihtlt zu verdanken war, dass dor Zionismus hier festen Fass fassen konnte. Elire seinem Au* denken! ■e __tzß .'v״dcn cob־ten• 118י Bericht* MiauiLriMA . . hfll#n 1• *>"״» •tota rechtroltlg elnsueendcn. Mtautkrlolo nur *ul •Incr Sotto boichrclbcn — dcutllclio Bebrillt CliarJotteiiburg. Am Mittwoch, dem 19. Mai, abends 8H Uhr, findet im Gartensaal des t heaters dos Westens, Charlottcnburg, Kant- Strasse, die Generalversammlung der 210• «Istlschcn Ortsgruppe Chnrloltcnburg statt. Auf der 1 agesordnung stehen unter andenn: Neuwähl des Vorstandes, sowie ein Referat des Herrn Dr. Witkowsky über aktuelle Fragen mit anschliessender Diskussion. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder der Ortsgruppe Charlottenbürg ist dringend erwünscht. Berlin, Die Sitzungen der ״.lung-lUdlschon Voroinjaung finden nach der Fusion mit der ״Jung- Juda" nunmehr Jeden Sonnabend 9 Uhr c. t. im Lokal des Vereins jüdischer Studenten, Berlin, Linien- Strasse 155 statt. —־ Anfragen wolle man an den Vors t/.enden Herrn Ludwig' Mnreuse, Elsasscrstr. 20, richten. Berlin. Am 12. Mal sprach in der Berliner Zlo. iilstlschcn Vereinigung Dr. Hey mann über ״JUdisehe Gemein depo 1 Itik" und legte cino Resolution vor, die wir au anderer Steile dieser Nummer veröffentlichen. Die Resolution wurde nach kurzer Diskusloiu 'j:n der die Herren Wagner, B a r t lt und S a 10 •in o n sprachen, einstimmig' angenommen. Berlin, Der Neuo Jüdische Gomclndevercln bcschädigte sielt atn 10. Mai in einer öffentlichen V c r s a!11 tu 111 n g mit dem Entwurl eines neuen Jiidcngcsetzos. Die Referenten Dr. Witkowsky und Dr. Zwirn wiesen auf die zahlreichen Mängel hin, die der Entwurf in bezug auf das Wahlrecht, die Kompetenz des Vorstandes mul der Repräsentanz, die Stellung der Rabbiner lind Lehrer usw. enthalte. Ein s 01 c 11 c r Entwurf dürfe unter keinen Umstünden dor p r c •u s s i s c h c 11 Regierung 1111 tcr.br eitet werden. Man müsse versuchen, ihn mit den Forderungen einer modernen Zeit mehr in Einklang zu bringen. An der Diskussion beteiligten sielt Dr. Hey mann und Dr. Moses. Zum Schluss wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der die Versammlung sich gegen die wcseutliciisicit Bestimmungen des neuen Entwurfes aussprach. w. ־^־SPReCHSAAL«־* Ptir «Heien Toll übernimmt <110 Rednktlon den Leiern scaenOber keine Verantwortung. Erwiderung Herr J. Feld in au n hat in der letzten Nummer der Rundschau so etwas wie eine Entgegnung auf meinen ersten Reisebrief geschrieben• Die Irrciigiosität weiter Kreise In Palästina gibt er zwar zu — sie ist aucli nicht gut zu leugnen — auf meine Vorwürfe gegen das Hebräische Qymnaslum geht er jedocli nicht ein und vertröstet uns auf eine hoffentlich nicht allzu ferne Zukunft. Er verbessert mich dagegen in einem wichtigen Punkte: die Irreligiosität käme nicht daher, dass die hingen Leute aus dem Cheder in die Revolution kommen, sondern sic entstellt, weil ״der religiöse Bogen nur zu sehr Unwillen und Kritik liervorruft" Horr Fcldmann erzählt uns auch einen hübschen Midrasch und macht eine völlig deplazierte Bemerkung über die Hilfsvercinsschuicn. Und alles das im Anschluss au meinen unschuldigen Artikel, ״Wozu der Lärm? Was steht dem Herrn zu Diensten?" Was mich jedoch veranlasst auf die Ausfllhrungen des Herrn F. oinzugchcit, ist die erste Frage: Was kann die Zugehörigkeit zum Misrachl zur Besserung de־/ unhaltbaren Zustände in Palästina nützen? Eine Frage, die sich hoffentlich recht viclo stellen und die eine klare und präzise Antwort erheischt. ״Gewiss ist der gegenwärtige Zustand nur oinc Ucbcrgangszcit, gewiss wird man zur Tradition zurückkehren." Aber es sei uns erlaubt, diese gesundc Entwicklung tatkräftig zu fördern. Die ersto und wichtigste Aufgabe des Misrachl ist cs. Schulen in Palästina zu gründen, in denen die Kinder zu selbstbewussten Juden erzogen werden, zu Volljuden, die gleich von vornherein das richtige Vorständnis für jüdisches Gesetz und Väterslttc haben und nicht erst zur Tradition auf einem Umweg zurückkchrcn müssen. Soll cs uns jedoch gelingen, solche modernen und cchtjüdlschcn Schulen zu errichten, so bedürfen .wir der Mitarbeit aller dorcr, die auf unserer Seite stehen, und auch die religiös anders denkenden Zionisten hinten — dächte ich — keine Veranlassung, uns ln unserer Arbeit in irgend einer Weise in den Weg zu treten. Ohne Organisation kein Geld, olmo Geld keine Schulen, keine LehrerI Aus eigenen Mitteln werden Hielt die inilüMlnisoliei! Juden keine genügenden Schulen schaffen können, trotz des Gymnasiums und der TachkcmonJc-SeUule ln Jaffa. Ganz ohne die ״lächerlich geringen Summen" Geldes der europäischen Juden geht cs doch nun einmal nicht. Und deutsclic Lehrer werden wir Jedenfalls leichter dazu bewegen, ihre Fühig* kclten In Palästina auszunlltzcn, wenn wir Ihnen die Möglichkeit einer gesicherten Existenz bieten, als wenn uns dies nicht mögliclt sein wird. Dr. R u d 01 f L c s z y 11 s k y. *I Ein Protest Seit 2 bis 3 Jahren trägt man sich mit dem Gedanken, die jüdischen Jugcndvcrcittc in Deutschland zu einem umfassenden Verbände zusanintenzuschlicssen. Vor ungefähr 3 Wochen hat die Qrosslogc für Deutschland (U.O.B.B.) eine Dcicglcrtenversammlung der jüdischen Jugendvereino zum 30. Mal d. Js. nach Berlin cinbcrufcn, Die Grosslogc hat sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt, die Reisekosten der Delegierten zu tragen. Die Einladung zur Dclegicrtcnvcrsammlung ist jedoch nur an jüdische Jugcndvcrciuc ergangen, diu un Orten ihren Sitz Jtalien, an denen auch Logen existieren; die übrigen Jugcndvcrciuc sind mit Einladungen übergangen worden. Der Verein jüdischer Jugend Duisburg erhebt Protest gegen die Art und Weise, In der die Deiegiertcnvursnmmlung zttsanimcnbcrulcn Ist. Durcli das Vorgehen der Qrossiogc wird der bcabsichtigtc Zusammenschluss der Jugendvereine nicht erreicht, sondern eine Spaltung herbeige• f ü 11 r t werden. Die Einladungen hätten zudem nicht von der Grosslogc, sondern von einem vorbereitenden Komitee der Jttgendvereine ergehen müssen. Ein Verband der jüdischen Jugcndvcrcittc, der durch die Qrossiogc in eine bestimmte Balm gedrängt wird, kann nur ungünstig auf die einzelnen Jugendvereine wirken, die die Kraft haben, sich unabhängig von einer bestehenden Organisation zu entwickeln. Der Verein der Jüdischen Jugend Duisburg erklärt es für ein Gebot der Sclbstach* tung, dass diu niclitcüigcladcnen Vereine einer etwa nach der Dclegicrtcnversamtnlung an sic ergehenden Aufforderung zum Beitritt in den Verband nicht Folge!eisten, nachdem cs ihnen unmöglich gemacht ist, bei der Gründung des Verbandes Richtung und Ziel mitbestimmen zu helfen. Der Verein jüdischer Jugend Duisburg, Referendar Paul Löwe, 1, Vorsitzender. * 1| nviwvii um tnw י viuiivmuwmiiii; iuikvIIUVI Zuschrift ersucht: Pas Frankfurter fsr. Fainiliunblatt bringt in seiner letzten Nuiutner einen Bericht über eine Versäumtlung der Frankfurter Misrachigruppc, In weicher Herr Rabbiner Dr. Kahn, Esslingen, über das Thema: ״Gibt es ein von der Thora losgelöstes Judentum?" sprach. Einer kurzen Inhaltsangabe des Vortrages war folgende Bemerkung ungefiigt: ״Dein Vorträge schloss sich eine interessante Debatte an. Es sprachen Prof. A. Wcyl, der Vorsitzende. Dr. J. Fcuchtwnngcr, M. PJaut usw. Es sei aus der Diskussion die Kritik hier erwähnt, die einer der Redner an die niisrachistisclic Werbearbeit legte. Anstatt das gemeinsame und eigenartige Moment, das alle Juden im Zionismus verbinden lind zusammenfiiliren müsste, zu betonen, lege der Misrachi den eigentlichen Nachdruck auf das Trennende zwischen Misrachl und Zionismus. Wie könne da Begeisterung für die zionistische Sache bei den Fernstehenden geweckt werden?" Es gibt zweierlei Methoden, den Sachverhalt zu entstellen und unrichtige Vorstellungen zu erwecken, Man kann die Unwahrheit sagen und man kann die Wahrheit unterdrücken. Der Unvorsichtige wird der ersten Weg gelten. Das Frankfurter Isr. Familicnblati wählt den zweiten Weg. Deswegen sei hier de! Gang der Diskussion nachgcholt: Herr Professor Wcyl wies, die Diskussion er■ öffnend, auf die Weckung des Jüdischen Seibstbe• wusstscins durcli den Zionismus hin und betonte, das« wette Kreise, die vordem dem Judentum ganz ent■ fremdet waren, durch den Zionismus wieder ge■ wonnen worden seien. Darauf drückte Herr Plaut, der weder Zionist ist noch — zugcstandcncrmasscn — aus Interesse at: der Sache sprach, seine Verwunderung über die Alt■ crkcnnimg der zionistischen Verdienste von Sciter des Vorredners aus. Da man ja die KriUk und die Kämpfe der Misrachistcn im Zionlstntis kenne, dürfe man sich auch durch die Worte des Herrn Pro* W nicht tfiiisehcn lassen. In der Erwiderung auf Herrn Plaut führte dci Unterzeichnete ungefähr folgendes aus: Kampfe führt ein vernünftiger Mensch nur um Dinge, die Kampfe« wert seien, und damit bewiesen wir Misrachistcr ÄÄ U״xÄ Zionismus etwas Wertvolles mit Teure* sei. Nicht dem Zionismus geito die Kritik,

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