Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1909)
- Date
- 1909-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. ( Abonnomonta! * «gf dir wöchentlich •tn Prel• I I 1ad cntcheln*nd« ״Jüdisch« ן! Kundichau" kosten bei der « ' P1»(d1ti0n und bei allen Post. . * tnittm vierteljährlich 1.25 M, ■ «t!»»«rha!b Deutschland» und! 0r««rrclch Un«arn» l— M; I tur Mitclicder jüducher Vereine!! im Sammelbciug durch den : « Verein I,— M. י J Vertu JOdliehe Runduhau ' * l׳. Q. m. b. M.! J •«HM SW. IS, ZlMMantr. 7?,! afscMlustunden: 1 bl» 7 Uhr a * *u»»«r Sonnabend u. Sonntag. ( W•••• •*»••• mmmmmmmJ f' e 1 1 1 י AnzolQon koiten für die lOnfgeipalien» Hetluelle oder deren Raum 25 Pfg.; Stellen*Angebot« und Gciuche »owie verelnimlt* teilungrn u. ״Kleine Anxelgtn* nur IS Plg. o 0 o o ■ Manutkrlnte werden, wenn Porto bellleßl, Met» aurUck• ״••find» — Uadaktlonsichluil « I י f e Ridiktlon IQdUctii Runduhau Uerlln-Charlottenburg, ״ BltlblriySlr. 40, Tet.Ck.MI(. Sprcchttunden Dlen»tag und Donneratag 6—7 Uhr abend». % » » e a r » t e e « » e % J allg€M€81k1€ sJueoBscifle z<situüq Nummer 13 Berlin, der! 26. März 1909 — 4. Nissan 5669 XIV. Jahrgang Unsere Leser bitten wir anlässlich des Abschlusses 1 des ersten Quartales dieses Jahrganges < dringend, sich die Verbreitung der I ״Jüdischen Rundschau“ recht angelegen sein zu lassen. Wir zweifeln nicht, dass es einem jeden unserer Freunde möglich ist, der ״Jüdischen Rundschau“ einen oder zwei Abonnenten zuzuführen, und wir bitten alle unsere Leser dringend, ihr Interesse für unser Blatt dadurch zu beweisen, dass sie ernsthaft alle Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Abonnenten ausnützen. Die ״Jüdische Rundschau“, als eine ernste jüdisch-politische Zeitung, hat es naturgemäss bedeutend schwerer, neue Leser zu gewinnen denn irgend ein politisch farbloses Blatt. Um so grösser ist aber auch die Verpflichtung unserer alten Freunde, uns neue gewinnen zu helfen 1 Die ״Jüdische Rundschau“ hat ein Recht, von einer Verpflichtung ihrer Freunde zu sprechen und auf deren Hilfe im Kampfe mit aller Bestimmtheit zu zählen 1 Denn die ״Jüdische Kundschau“ dient keinen privaten Erwerbsinteressen sondern allein und ausschliesslich der Zukunft des jüdischen Volkes! * # # Unter allen Mitteln zur Verbreitung einer Idee ist die Presse vielleicht das wichtigste, jedenfalls aber der wertvollsten eines! Deshalb dürfen wir es ohne Ueberhebung und ohne den Vorwuri der Phrasenhaftigkeit zu verdienen sagen: Wer unsere Sache unterstützen will, der schaffe der ״Jüdischen Rundschau“ neue Leser! Der Preis unseres Blattes ist ein so minimaler, dass er für niemanden ein Hinderungsgrund sein kann, es zu abonnieren. Die wöchentlich erscheinende ״Jüdische Rundschau“ (mit d*n Beigaben ״Jung Israel“ und »Literarische Rundschau“) kostet uierfßljiAti 1,25 MH. (ausserhalb Deutschlands u. Oesterreich •Ungarns 2 Mk.) jör Mitglieder jüdischer Vereine im Sammelbezug durch den Verein vierfelliiirllch nur 1 MH. I ״ , ••D«f Zlonlimu* ״»wobt für d«1 Jüdisch• Volk dl» Scliallung einer 0tfcntllch*fccl1tllch scilcliorlcn MelmitStt# In P»1mtln»." Da,der Pf0«r»ram. Aus üam Inhalt Unsere Leser. •— nie Anglo Palcstlne Company. — Briet uns Pctershure. — Rede des Abgeordneten Friedman» In der Duimi. ־• - Dia .Itidcnfraso In den Parlamenten. — Die .Inden In der ״Welilltcrntur." ־ Die .Inden In Westlulcn. -- Ans uller Welt (Dentsclilnnd: Russland: Finnland: England: da* lizien: Bosnien; Türkei: Amerika.) — Rundschau der Presse. — Paliisilna.Ruiidscliau. — Vom .,Bczalcl." — Zionistische Bewegung: Dlo Tagung des Grossen \ktlonsko1nltee8; IV. Obcrschlcsl• scher Zionisten!«« (Scliliisshcriclit), — Aus den Gemeinden, — Vereins-Rundschau. — Feuilleton: Lea. Bin StrnsscnbiUI von Den Avitrdor (Forts.) — Kleines Feuilleton. — .!uns Israel: Das Purlnifcst In Sarauossa. Von K. M c n ü r o. chovlcz. — ״Jewnreclicclin Adonail“ Von Dcrtliold F c I \v e I. — Unser Preisausschreiben. Beilage: Prospekt der Anglo Palcstlne Company. Diejenigen unserer Abonnenten, die unser Blatt bei der Post bestellt haben, wollen ihr Abonnement umgehend erneuern. Jeder einzelne Abonnent sollte uns zum neuen Quartal wenigstens einen neuen Abonn e n t e n zuführen 1 IJcrlas u. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau" Die Anglo Palesline Company ״Was hat den»! der Zionismus praktisch Re• löstet?", das ist die Frage, die uns noch immer von den Zweiflern und Splittern Resteilt wird. Verweisen wir auf die weltumspannende Organisation, die der Zionismus geschaffen, aut die Umwälzung im Gefühlsleben der Jiidcultcit, die er hervorgerufen hat, so finden wir auch bei den Aussenstehenden gelegentlich Anerkennung, und so mancher Organisntionslciter, der dig Schaffensfreude und jüdische Begeisterung der Zionistenan den Beamten seiner eigenen Bureaux kennen gelernt hat, erklärt freimütig: ״Ja, wenn alle unsere Mitglieder so wiircn wie Ihr, arbeiteil tut nur Ihr, weil Ihr an das Judentum glaubt und ein festes Ziel habt." Aber die Zahl der Verständigen ist immer noch nicht allzugross, die allzuviclcn glauben noch, wir wären Leute, die durch unsinnige Reden den Antisemitismus grosszögen und auf einen Ruck alle 12 Millionen Juden in der Wüste Palästinas den Qualen des Hungers, Durstes und der Sonne predsgeben wollen. Diesen Angstmeiern gegenüber helfen die schönsten Reden nicht; denn Jene verstehen sic nicht und wollen nicht an die Wahrheit unserer Ausführungen glauben, li'er helfen nur Tatsachen, und keine bessere Tatsache gibt cs als das Vorzeigen von bar Geld, von״cash". Wer bar Geld in der Tasche hat, ist ipso facto ״respectablc" oder ״Notabler". So ist es im Gcsehfiftslcbcn, so ist cs leider auch im Verkehr der Jüdischen Organisationen und ln der hohen Politik. Unsere zionistische Organisation hat genau so viel Ansehen 1 tn Verhältnis zu ande« ren Organisationen, als das Vcr- Iittltnls . ihrer yerfUgbaron Geldmittel zu denen der anderen beträgt. Unsere Organisation veriilgt heute über rund H M'llioncii Mark Kapital, wenn wir die verschiedenen Gesellschaften und Fonds summicren; aber nicht mir, dass diese Mittel einen iiihrliehcn schon recht erheblichen Zinseingang repräsentieren, die Organisation als solche, die Gesamtheit von Hundcrttaiisendcn von Menschen besitzt nicht nur einen grossen ideellen Wert, sondern sie bringt ans sieh heraus, wenn wir wiederum die verschiedenen Spendenzwecke summieren, wie Schekel, Parteifonds, Nationalfottds. Oclbauuispcudc, Bczalel usw. jährlich rund eine halbe Million Mark aus dem Kreise ihrer Anhänger auf, der zum grössten Teil kapital!- siert resp. mitzbrngc’id investiert wird und diese jährlich niifgebraclitc Summe nimmt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr zu. Unsere Organisation repräsentiert also auch schon in dieser Beziehung einen sehr bedeutenden ״cashvalue"; sic ist, niiit Ausnahme der Chahikkah, diejenige jüdische Organisation, der jährlich nicht ans Stiftungen — aber aus den Reihen ilircr Mitglieder die grössten Beträge ziifliesscn. Dies einmal iestztistellcn ist sehr nützlich; denn es stärkt unser Selbstvertrauen und das Bewusstseiu unserer eigenen Kraft. Wir sind heute schon als Gesamtheit ein recht ansehnlicher Millionär, der in der Weit schon etwas bedeutet und ruhig und s'eher in die Zukunft sehen kann. Dies berechtigte Gefühl des Stolzes darf uns aber nicht etwa lässig machen: alles was bisher erreicht worden ist, ist nur gelungen durch uncrmUdiichc Begeisterung für unser Ziel und zäheste Arbeit; nur durch sic erhallen wir uns, nur durch sie kommen wir vorwärts. Und vorwärts müssen wir grade im gegenwärtigen Augenblick. Seit Wiedereinführung verfassungsntfiss'gcr Zustände in der Türkei hat ein allgcnie'nes Wettrennen der Mächte und ihrer Finanzsyndikatc nach Konzessionen in der Türkei begonnen; eine Acra der Gründungen ist angebrochen, mul wenn wir uns nicht beeilen, so sind Palästina und Syrien vergeben, ohne dass wir uns den Platz au der Sonne gesichert haben. Fs ist daher grade jetzt au der Zeit, unsere finanziellen Institutionen, die Institutionen des organisierten jüdischen Volkes, zu stärken, und nicht mehr mit kleinen Mitteln, sondern in grossem Massstabe. Mehr denn je kann unsere Devise iitr die Erlangung Palästinas nur die ״friedliche Durchdringung" sein, und wer von den Zionisten cs wirklich mit der Sache ernst meint, für den heisst cs heute selbst drüben mitarbeiten, und wenn er dies nicht kann und will, finanziell beitragen, wo irgend er vermag. Und das Malmwort, das 1’Ur unsere Gcsinuimgsgenossen gilt, das wendet sich mit gleichem Ernst an alle Juden, die an die Zukunft des jfldlscliU Volkes glauben. Sic kann nur in Palästina liegen, darüber gibt cs heute gar kein«! Streit mehr, und sic gilt es unablässig zu sichern und zu fördern. Und dabei verlangen wir von unseren Frctinden gar nichts besonderes. Genau so wie der Staat cs als patriotische Pflicht seiner Bürger ansicht, bei ihren Kapitalanlagen vornehmlich diejenigen Werte zu berücksichtigen, deren Plazierung im staatlichen Interesse liegt, genau so erachten wir cs für selbstverständlich, dass die Juden sich in starkem Masse für jüdisch: Werte interessieren.