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Jüdische Rundschau · 1909-02-12 · Heft 7 (12.2.1909) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 7 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I * 1 1 < I t t « « Abonnotaonta י « «11( die wOchendldi am PrH• | ui crachelnende ״jüdische « Rundschau" kosten bei der 4 Expedition und bei allen Post• « Irntem »lertcljahrllch US M, «usseritaib Ueutschlanda und Z Oesterreich Ungarns 2— M! : llir Mitlheder jüdischer Vereine? Im Ssmmclbeiug durch den * * Verein l,— M. Viftal lödUcbe Ruadscltau? E. O. m. b. M. I •erda SW. M, ZlaMaerstr. 77. j Oeschllisstunden: 3 bis 7 Uhr a süsser Sonnabend u. Sonntag. t f ( * 1 e 1 f 1 I 1 a Anzeigern ' kosten IQr die fOnlgetpaltene Heiltielle oder deren Raum 2S PIß.: Stcllen-Andebote und Oesuche sowie Verelnsmlt• tellungen u. ״Kleine Amelgen" nur IS l’lß. o o 0 o o 0 o Manuskripte werden, wenn Porto tH'ihcet, stets surUck• gesandt. - Redaktionsschluss Mittwoch mittags. Kidaltllen Jüdisch! Rundsiha« , Ucriln-Cnsriottcnbure. Ilelbtreu-Ste. 4». Tel Cd. MSI. Sprechstunden Dienstag und Donnerstag i—7 Unr abends. ..................J ALLGßMSJNsg SySIDlSCMS Z€ ITUMO Nummer 7 Berlin, den 12. Februar 1909 —21. Schebat 5669 XIV. Jahrgang Die Konferenz der russischen Chowewe Zion Vtui nr. M. (1., Odessa, tlircnd diese Ze'len gedruckt werden und i,;11,nis4׳cl.11׳.׳, tagt in Odessa d e (kiicralvei־.'- s,11111:1111111; der so«. Odessaer Palästiua-descll* hIi.ui rede die Konferenz: der russ’schen ilitowwc-Xion, d.e traditionell und statuteuge- 1״;js> alle dru Jahre slaiifimlet. dar uitviclrjr 1U׳u1s‘ lie <lcsi11111mgsgenos.se, seihst von denhinnen, die es '11 den letzten Jahren «־.*lernt liaheii. den 0 v 1111 ״ i o n ü r e 11 Charakter imse• ar liwweuuu« unzuerkvmien und demgemäss in der nraklisclieu Puläsiinuarbelt auf den ver* sdmdenen (lehieteii des ökonomischen und kul• tnreilen l.ehens einen organischen Bestandteil in!v:res Programms erblicken ־ Ist noch Immer iiciieiet. auf die sogen. ״Chow׳ew,e-/Jion״ mit Oeriugscliälzuiig herabziibliekcn. Man hat sich nämlich seit Jahren daran gewöhnt, mit diesem Hvgriiic die Vorstellung von einer geringfügigen, plan- und ziellosen Tätgkeit rein philnutropischcn Charakters zu verbinden, der es an leder sozial* politischen I *ers|7׳-*ktive fehlt. indes, .vie so häufig in sozialen Dingen, wird ..ich hier sozusagen ׳!ach dem sozialen Trägkitsucseiz e'n altes Wert auf ganz neu־.׳ Korii'cn und Verhältnisse angew endet. Mau branelu sich nur das Programm,• dieser Konfervtiz .mziischcn: mau braucht nur einen flficliligcn Hlick auf den Jüngst publizierten Reclion- 'diaiisliericlit des Odessaer Komitees zu werfen, um MigUich zur Uchcrziugimg z.u gelangen, dass da• CI1mvvwe-Zi11״ schon längst hren KinderhIiiiIu.ii entwachsen sind, dass sie sieh von der mm.iciiselicn Unhcholfenheit und Verseliwnm* ineiilieit. die jeder grossen geschichtlichen De- "egimg in ihrem Kindhe'tsalter eigen ist, vollaut emanzipiert haben. Einen Hauptfehler muss n.an ircilieh in der Arbeit der Chowewe-Zion MiiMatierui. der in einem sehr beträchtlichen Masse ilire gesundvn Bestrebungen lalimlegt: eass nämlieli d*e ihnen zu Oebotc stehenden •Mittel weit hinter den vorgesteekten Zielen ׳'iiriiekhlviheu. Allein dies ist eher die Schuld »*,vr gr »sseii jüdischen Oeffentlielik'eit, als der '•1geiiilicheii Clinwewe-Zion. bzw. ihrer Exckni\organe. Im grossen mtd ganzen lässt cs s׳el! kaum verkennen, dass ihre Arbeit von gesiiiideii. modernen, realpol'tiselieii Prinzipien *'.tragen ist, dass sie zielbewusst und planmllsslg d׳e l’obtik der .Penetration paeifltjue", der wirtwhaitlichejj und kuUureilcn Eroberung Palästinas 'eriolgcn, indem sic näml'clt darauf atisgcltcn, h'׳i der Dcsiedlung P.iliistinas durch Juden nach Kranen zur Erfüllung der Aufgaben beizutrngeii, Jic hei jeder anderen .Kolonisation von Staat ״»d Mutterland des kolonisierenden Volkes gckis*ct w erden, und die darin bestehen, B c d i 11 - *״״gcn für eine grosszügige Privatinitiative z" schaffen, bzw. diese zu erleichtern. I» der abgelaufenen Amtspcrlodc des gegen- Wiiriigcn Komitees, betätigte sich die Palästina- Arbeit*) dieses Exekutlvorganes der Chowewe- ) Von der hauptsächlich ucltatorlschcn und pro- ״caiuJiMjxchcn Arbeit <’c» Komitees in Russland, die ״ Ndhe in der PÜego der Paiästlnakuitdc und Verbreitung־ von Nachrichten und InformaUoncn ׳^ Palflsilna Mud seine Lebens- und. Kolonisation*• »Our ZlonUmii« cr>ta׳l1| für du« llldluclio Volk Ule s^lmiiuiiK einer MIcntlklwccliUlcIi •^tvclieru•״ lklm»lH1te ln . I alA<(lna,״ Uijeler Prnunaim. Aus äCEii Inhalt Oiu Konferenz der' russischen Chowawo Zion. Von Dr. M, (1״ Odessa. — Qustov Tuch. Die Entwicklung dor lüdlschon intolllgonz In der Ostmnrk. Von Lehrer Hermann Decker- Wollstellt I. 1*. Duplik von Dr. Carl Kassel* Posen. — Die Jude« In Westfalen, — Aus aller Weh. — PalUsiinukur»« In Wien. - Rundschau der Presse. — Mlscellen. —■ Vorband der Deutscheu Juden, Vom Uo/utcl. — Alliance Isiaällto Unlvorsollo. — Vom ״Hlllsvorctn". — Von! Zlonlsmus, — Aus den Qeniolndou. — Verolni-Ruudschau. -- Sprochsiial. — Pculltetoni Dor Indian. Von David Roth I um. -• Jung Israeli Schialllod lür Miriam, Von Richard Hcer-Hofmann. — Die Spinne, Von l.lnu ׳W .»gn er •Taube r. Preisriitsel-Liliung. Zion vornehmlich nach folgenden vier Riclitungen: u) Informationswcsuii im weiteren Sinne des Wortes; b) Kreditwesen; c) Schul- und Erz’cltungswesen; d) Unterstützung und Eürderung Öffentlicher Organisationen, Institutionen und Anstalten, wie auch allerlei Hilfeleistung sozialer Natur, Es würde uns zu weit führen, die Leisttmgen des Odessaer Komitees auf allen d'cscn (lebictw Im einzelnen zu verfolgen, im folgenden sollen diese Leistungen nur•'tu ihren Hauptlinieii skizziert w erden. Was das i n f orma t ion s wvs0 11 anbetr'fft, so bestand in dieser Richtung die Tätigkeit des Komitees in der ahgelnnfenen Hericlitspcriodc liaiiptsiiclilicli') in der OrünUiing tmd Erlialtuug von spezieHeii i 11 f o r m a t i o 11 s h 11 r ־.* a 11 s in Odessa, K o 11 s t a n t i 11 o p e I und in euer Reibe von Städten in Syrien und Palästina. Diese Dnreaus haben nicht nur den Emigranten die Ueberfahrt bzw. Niederhisstmg durch Rat und fiifomiutiou zu erleichteru, in jedem einzelnen Eal!*2 dem Reflektanten die seine Verhältnisse betreffende Aus* knnft zu erteilen, sondern ve bähen aneti die weitere und umfassendere Aufgabe, das volkswirtseliaftliclic Leben Palästinas auf allen'(lcbieten des Handels, der Industrie, und der Agrar- Wirtschaft systematisch zu studieren, die Veriiältnissc von Nachfrage und Angebot au Knpital und Arbeit genau fcstziistcilcii und nach wissenschaftlichen Prinzipien zu verarbeiten. Es lässt sich frcil'eh kaum behaupten, dass alle dies׳; Dnreaus auf der Höhe ihrer Aufgabe ständen. Kür einen rieht׳« funk* tioniereiiden Informatloiisdleiist von der hier skizz'-erten Art wären ganz andere Mittel und Kräfte, als die dem Komitee zur Verfügung stehenden erforderlich. Allein ״ut desint vires, tarnen est Üattdnndn vohmtas"; die Auffassung des Komitees von den Aufgaben der Informationsbureaus und die von ihm hierbei bekundete Tendenz zeugen von einem richtigen Verständnis für die Sachlage und die Erfordernisse der Zeit. Die Gründung und Erhaltung der Informa* Verhältnisse bestund — hierzu gehörte die Ent. sendung von speziellen, sachkundigen Agitatoren, die Herausgabe der Wochenschrift ״Jcwrctakaia Mvsl". die Publlzicrung einer Reihe von Schriften Über Palilstinakimdo — sehe ich hier ab. *) In dieses Qebict schlägt auch bis zu einem gewissen Grade die agitatorische und Propagandist]• “sehe Tätigkeit de* Komitees In Russland. Vgl. Anm. I., tioiishurcniis im besagten Zeitraum kam das Komitee auf zirka .IDDOO Erattcs zu stellen, deren grösserer Teil durch die Subvention des Palästinaressorts der zionistischen Organisation und des Hilfs« Vereins d v r d e 111 s c I» e!1 J 11 d v ji gedeckt w urde. ’ Was das K r c d i t w c s c 11 anhetrifft.. sn butte das Komitee sein Augenmerk in erster, Linie auf 1Re in letzter Zeit geradezu brennend gewordene Kruge des Agrarkredits■ gerichtet. Das Komitee vertritt nämlich den Standpunkt, dass e'ne erfolgreiche Betätigung auf dem Uvbiete der agrikulturellcn KoloiKsation - und somit des gesamten volkswirtseliaftlichen Lebens liherhaupt mir daun zti erwarten sti'1 würde, weint man den zur Agrikultur be•; rufeiien und geneigten Elementen durch Kredit■^ gewältrimg auf langfristige Abzahlung zu Dod*j11besitz verhelfen würde. Um m׳t gutem Beispiel voranzugeltei». machte das Komitee im letzten Jahre einen bescheidenen Versuch nach dieser Richtung, indem es durch (!•.,Währung eines Kredits von rund 100 000 Kranes auf iiiclir- Jährige Abzahlung diu Entstehung von zwei neuen Arbeitcrkolouien (Ett-Üanim Lei Petach-Tihw'ali tmd Der-Jacob in der Nältevon Rischon-Ic-Zion) ermöglichte. Dem Dedürfnissc nach billigem Kleink rc d i t für Handwerker und Kleinhändler. dem die Aitglo-Palestinc Company nicht naelikoinmeii konnte, sucht•״• das Komitee in der Weise Reehmmg zu tragen, dass es der A. P. C. SOOOO Kranes als Reservefonds zur Verfilgiuig stellte, wodurch es dieser möglich wurde, eine ganze Reihe trcffFch funktionierender kleäncr Leilikassen auf korporativer (Irundlage ins Lehen zu rufen. Auf dem (lebiete des Sc 11 ul - und Er- 7 ie 1111 n g s wesens bestand die Tätigkeit des Komitees in der Erhaltung und Siibventioirening einer ganzen Reibe von städtischen und kolonialen Schulen, in der Bestreitung der Kosten des hebräischen Unterrichtes in einigen Alliance- Schulen, i!! der Subventionierung von Bibliotliekcn, Pressorgaiicn usw. Welche Bedeutung das Komitee speziell diesem' seinem TäKgkoitsgebiete lurlegt, gellt daraus hervor, dass es im laufenden Jahre dafür 50 (K)0 Kranes ausgab. Das Bedeutendste auf diesem (lebiete Lst wohl die musterhaft geleitete Tö e 11 tc r sc 11111 c in .1 a f f a, deren Etat mmmeUr die stattliche Summe von 25 000 Kranes jährlich erreicht, und für die gegenwärtig ein spezieller Bau errichtet w ird, der 80—90 000 Kranes belaufen wird. Die Unterstützung an öffentliche Schulen und Organisationen und allerlei Hilfeleistung sozialer Natur (juridische und medizinische Hilfe 11. dg!.), italmi in der abgelaufcnen Berichtsperiode die Summe von rund 3500U Kranes in Anspruch. Man sieht, dass das Odessaer Komitee weit davon entfernt ist, einzelnen Personen Almosen zu gewähren, dass cs sich vielmehr ousschlicsslieh durch dasPrinzipdcrsozialcnPürsorge bestimmen lässt. Man muss auch ge- ^hen, dass das Komitee bei sdnen Verhältnisrnäss'g bescheidenen Mitteln recht schöne Erfolge erhielt hat. Und wenn man bedenkt, dass in diese Qcschäftspcriodc auch das Jahr 1905, das traurige Jahr der grossen Progrom c und

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