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Jüdische Rundschau · 1909-01-15 · Heft 3 (15.1.1909) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 3 (15.1.1909)
Date
1909-01-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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No. .5, Seite 3Z. fröhliche Kiudcrscliar, etwa 170 nu der Zahl, mit ihren Angehörigen itt den mit blau-weisscn Fahnen ge• schmückten Saal. Das Fest wurde durch einen, ונסע einer Vorstandsilanic Frau J. Lublnski sehr sinnreich verfassten, und von einem Jungen Mädchen verstiindnlsvoil vorgetragenen Prolog cingelcitet. Fs folgte das Anzünder! der Mcnorali durch Kantor Feld mann, wobei von allen Anwesenden das ״Moaus zur" mitgesungen wurde. Herr Lehrer Auerbach hielt eine dem Kindcrgcmilt angepassto Ansprache, in der er den Kindern die ruhmreichen Taten der Makkabäer vorfiliirtc, dann auf die Liehtgestillt Theodor H c r z 1' s und sein Wirken Ilir sein Volk liinwics und die Kinder zum treuen Festhalten an ihrem Judentum ermahnte. Bei der darauf fol• «enden Kaffee- resp. Cliokoladentafcl wechselten Reden ernsten und heiteren Inhalts. Hin Singspiel, Solotanz, Jargonlicder sowie die Erlaubnis, noch ein Stündchen zu tanzen, erhöhte die Festesfreude. Mit dem Gesänge: ״Dort wo die Zeder" endete das schöne, wohlgelmigcno Fest. Mit Freude konnten wir an der Zalii der Besucher und Neunnmeldnngcn konstatieren, dass das Publikum der zionistischen .1 uge nd p r opagan da immer grössere Sympathlc entgegenbringt. Breslau. Der Reingewinn des hiesigen Chamiknh* jcsies wurde iolgeiuierniassai verteilt: Uezalel ,500 Mk״ •hl Oclbäumc J-iO Mk.. Misr. Mittelschule 150 Mk.. Kulturfonds nrt Mk.. Hiskins Waisenhaus (10 Mk.. kleinere Paiüstiuasnenden .5*1,50 Mk.. vorliiufig zuriiekbchaltcn •1.2.5 Mk. ■ In Summa belief sieh der Reinertrag also auf S*I8,7<5 Mk. Kattowitz O./Schl. Die Makkabüerfeier der Zionistischen Ortsgruppe wurde durch einen von Frau Guste B o e 11 ausgezcleluiet gesprochenen Prolog (Nossig: Die Makkabäer) stimmungsvoll ein• geleitet. Nachdem ״Moaus Zur" verklungen war. hielt Herr Arnold Wiener die Festrede, die der Bedeutung des Ciuumkalifcstes fiir die Geschichte und fiir unsere Tage in gl.'inzendstcr Weise gerecht wurde. An den mit stürmischem Beifall aufgemmimenen Vortrag schloss sielt das cntlmslastiselie Alisingen der Hatikwa seitens des gesamten, viellimnlertköpfigen Auditoriums au. Hin Promeiiadenkoii/.ert leitete sodann ־/um heiteren Teil des Abends über, nach der S e 11 a n k s 1111>e von R i e 11 o 11 I e Zion, wo ein bunter Schwarm einheimischer und iremder t «fiste, schliesslich sogar der Pascha des Snndschaks mit seinem Gefolge sieli nach und nach zusammeniandeu. Morris Rosenfcld (Herr Huberm a n 11 vom Beiuliner Stadttheater) rezitierte praelitvoll einige seiner seliönsten Gedichte. F1I, Josepha vom hiesigen Stadttheatcr vertrat mit Temperament und Chic Paris im Orient. Herr Tr ich er errang als glänzender Interpret nationaler Tänze wahre Bcifallstinme und Herr 1. ö b tu a n 11 iaud mit einer gelungenen •,Kaptiziiierpredigf und einem ״׳philosophische״“ Couplet fröhliche Zustimmung. Das liauptvonlicnst au der glänzenden Wirkung der Darbictuiigen gebührt Herrn Georg Bocli, der nicht nur mit I sprit und Verve als Weinwirt den Coniöleneier inaelitc, sondern auch in feinsinnigster und verständnisvollster Weise der ganzen Sache die zionistische Note gab. Tanz ־־•* zwischendurch Bezaiel* I omhola loelt die Gäste Bis zum iriilien Morgen beisammen. Kattowitz O./Scld. In eineam 7. d. Mts. i:r! tiiaml-lliilel stattgcliahteii Grtsgruppeuvcrsainmlimg hielt Herr Dr. Cassirer seinen inhaltlich liier selioii gewürdigten Vortrag über ..Die Lösung der Imlenfrage im Urteil der Zeitgenossen". Das zahl• reich erschienene Publikum verfolgte die interessante Gruppierung des Stoffes und die klaren Ausführungen mit regstem Interesse mul spendete dem Referenten lebhaften Beifall. In der Diskussion verwies Herr Kantor S c 11 e i t e I o vv i e z T'ichati auf die durch die Voigaugc in der Tiirkci fiir den Zionismus ge- Schaffelle günstige Situation wml hclv.uiptcle, doss das A.-K. die vorhandenen Möglichkeiten nicht in vollem Umfange aiisnutzc. Der Vorsitzende, Herr Arnold W i en e r. entgegnetc in längerer Rede mul ergänzte die Ausführungen des Referenten tlureli eine Fidle interessanter Bemerkungen über die verschiedensten Probleme. Die im Anschluss au den Vortrag anberaumte Generalversammlung wurde vertagt. Hingegen hielt ein zu F.hren der Mitwirkomlei! bei der Makkabüerfeier veranstaltetes Kränzchen die Anwesenden noch einig.: Stunden gemütlich heisammen. lietithun O.'S. Am .5. Januar fand im grossen 1 Saale des neuen Konzcrtliauscs die Makkabäer feie!' I der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe! statt, die einen ausserordentlich zahlreichen Besuch ' aufwies. Den Prolog sprach mit tiefer F.mpfiiiüuug Fräulein Weiss, die in dankenswerter Weise noch in letzter Stunde• für eine erkrankte Dame eiusprang. Die Festrede hielt Herr Arnold Wiener-Kutto- Witz. In geistvoller Weise zog der Vortragende eine Parallele zwischen den Zeiten Juda Makkubis _JO IV! SC N FR UNOSCHAÜ_ und׳ den heutigen Strömungen der Assimilation mul forderte schliesslich die Anwesenden in begeisterten Worten auf, unsere Bestrebungen tatkräftig zu unterstützten. Darant iolgtcn eine Reihe nmsikali* *.eher und gesanglicher Darbietungen liklischen Cliarnkters, um die sich besonders Herr Oberkantor De Beer und Herr Kaufmann Th. '1'ich au er verdient machten. Den ersten Teil der Feier löste das Kabaret ab, in tiemi Gesang, Coiiplctvnrtröge und Tnnznttffilhrimgcn zur Uiiterlialtmig des I>ut»lik»11ns beitrugen. In der Tombola kamen zionistische Bücher mul kunstgewerbliche Erzeugnisse der Schule• Bezalcl in .Icrusalcni. wie Filigrinc. kleine Teppiche usw. zur Verlosung. Der Tanz hielt die Jugend über die Kaffeetafel hinaus bis in die frühen Morgenstunden beisammen. B. Hultschhi O.-S. Am Sonntag. dan 27. Dezember 1508, fand hier eine von Zionisten veranstaltete Chanukah-Feicr statt, die sehr besucht war. Bemerkenswert ist, dass fast sämtliche Christliehen H o ti o r a t i n 11 e 11 erschienen waren, während von der S y 11 a g o g e n g e 111 e i 11 d e Vertretung sich nur wenige Herren beteiligten. Die Feier nahm einen sehr angeregten Verlauf und erfreute sieb uueli des Besuches einiger auswärtiger Zionisten. Herr Leo M osler hielt die Festrede, Herr Siegfried R i c s e n fei d aus Küiiigsliiittc erfreute die Anwesenden durch hmnoristiselie Vorlesimgcn. V * י ־ ־ '« י Hamburg. Die Z i 1• 11 i s t e 11 der hiesigen Ortsgruppe treffen sich jeden Sonnabend Abend im Alster-Pavillon (Kluhzhimci), 1 Hamburg. Am *b Januar sprach in der hiesigen ן Zionistischen Ortsgruppe vor einer zahlreichen Zu- ן Inirerseliaft Herr Rabbiner Dr. Max Joseph aus Stolp über, das Thema: ״Im Kampf um den Ziouisinus." Der Redner weist darauf hin, dass das iil* disclie Leben auch in niclitzionistisclieii Kreisen einen Aufstieg' erkennen hisse. Wenn wir diese Tatsachen auch gern anerkennen, so darf doch der Differenz- Punkt zwischen uns und den anderen, die nationale Idee, nicht verwischt werden. Die Assimilation hedeutet einen Verzieht auf eigene Kultur. Fine Lösung der ludciiiigigc die nur die Juden eines einzelnen Landes berücksichtigt, ist ebenst» unmoralisch wie die individuelle Lösung der Judcnfrugc. die Taufe, Alle die Behauptungen, die sieh auf eine angebliche Gefährlichkeit des Zionismus beziehen, weist der Redner mit schlagenden Argumenten zurück. Mit besonderer F.ntsehicdenlieit wendet er sich gegen j die von den Rabhiucn propagierte Anschauung, dass der Zionismus insofern eine Gefahr für die Zukunft der Jüdischen Religion bedeute, als dadurch die j Mission Israels in der Diaspora gefährdet werde. Das Missumsidcal sei weder im llidiselien Schrifttum begründet, noch könne cs angesichts unserer gegenw artigen Lage etwas anderes sein als eine tmverni.nftigc IMmise. Die energischen, scharf pointierlen Ausführungen des Redners weckten lebhaften Beifall. Der Vorsitzende, Herr Dr. Kalmus, bcgriisste cs mit grosser Genugtuung, dass ein Rabbiner so ehrlich 11ml «dien den Zionismus vertrete und den Widersinn der Missionsthcnrie anigedeekt habe, I Hannover. \m 17. Tcbeth iam! in der kiesigen Vereinigung ..Dorsche Sc 11 10 in Zion" cia Cliamikaliicst statt, au dem einige hundert Besucher tcilnnhmcn. Nachdem der Vorsitzende, Herr Bravmann, die Anwesenden begriisst hatte, hielt Herr Dr. Lob die Festrede, der ein andauernder Applaus der Hörer Halali zollte. Darauf folgte die Aufführiing eines dramatischen Schauspieles, das vortreulich dargestellt wurde. Den Damen mul Herren, die in uneigennütziger Weise sich der Sache eifrig gewidmet haben, sei mich hierdurch herzlichst gedankt: besonders liervorziihebcn sind Herr und Frau II. l.ondner, Frau Kleiner. H. l.ewv, II. Korn, l.cisuer und 111־. Gntmaiui. Der darauf folgende Ball und Tanz, datierte bis in den Morgen hinein, T. Kisslngcn. Der Verein Israelitische KlmlcrhciL , statte in Bad Kissingai hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits •1.57 Kindern aus allen Teilen Deutschlands Aufnahme Pflege und Heilung gewähren 1 können. 111 herrlicher I age erbaut, auf das zweck- | »lässigste eingeriJitct. entspricht die Heilstätte allen A11i0Hlerm1v:n, die au eine solche Anstalt gerichtet werden können. Die Anstalt ist lediglich auf die öffentliche Wohltätigkeit ׳angewiesen mul wird durch jährliche Beiträge der Mitglieder erhalten. Köln. Hillen ausgezeichneten Verlauf nahm der v« .11 der hiesigen Z i o n i * t i s c h c 11 V c!ז c i n i - g u n g am letzten Samstag, dem 2ö. Dezember 1508 veranstaltete Vortragsabend. In einem einleitenden Vortrage über das ״Jüdische Volkslied" legte der Referent des Abends, Herr Dr. Pinczowor aus Düsseldorf dar, welcher Schatz wunderbarer und ergreifender Volkslieder ernsten mul heiteren Genres in der Literatur des llidiselien Volkstums enthalten ist und wie wenig Du Gegensätze zu anderen Völkern und Nationen■ -• bisher von uns ga.,!, wurde, um diesen Schutz zu heben. Der Redner wi«a au einer Reihe von Beispielen nach, welcher Uuu! schied zwischen den jüdischen und den dcntselivi Volksliedern bestände, der sich ans dem Gegensai, in der psychischen Veranlagung der beiden Volk״ ergebe. Nach dem Vorträge brachte Herr Dr. Pin., zower unter Klavierbegleitung des Frank״׳, Warendorf eine Anzahl Volkslieder in tiefem;., fimdeticr und meisterhafter Weise zum Vortrag« Die zahlreich erschienenen Mitglieder und Giisn dankten dem Vortragenden nach jedem Liede dura, lebliafei» Beifall. Der Vorstand der Zionistischen Vereinigung wird durch Stiftung von Oclbüumeii am dem Krträgnis einer nach dem Vortrage veranstaltet« >; Sammlung seinen besonderen Dank an den Referent. ■> abstatten. Strasshurg. Der Turnverein unter Latin,, seines I. Vorsitzenden, Herrn Biekert, vera« staltetc am 15. Dezember IVOS eine sehr gelungen. Makkabäerteier. Neben Herrn Dr. B l o c d« . dessen formvollendete Rede dem Feste seine W\i!׳, gab. machten sieh auch die Herren Oberkantor He« mann, Chorleiter Schlesinger und Kal ׳. (Flötensolo) um das Gelingen des Festes verdiau; insbesondere aber natürlich unsere trefflich d!*• /jpliniertc, stramme Tiirucrschaft, deren Darbietung«« lebhaften Beifall erweckten; auch der flott auic«. führte Palmern eigen der Müdehairiege erzieh, grossen Krfolg. Man kann dieses Fest des jüdisch«. Turnvereins mit seinem durchaus jiidi.schai Go.an,׳ Charakter und dem Ichcnsfrischcn und zukunftsfroin!.. Geiste, der in seinen wesentlichen Darbietungen zu!, Ausdruck gelangte, als das Vollendetste in sein. Art bezeichnen. Die offiziellen Kreise war« hei dem Feste 11 i e 111 vertreten. (Die Turner« galt bei den Offiziellen und den Bnreaukraten \«׳ jeher als eine Art Vorbereitung zum Hochverrat damit mögen sich •unsere Strasslmrger Frciim« trösten! Red. d. ...I. R.'D Strasshurg. Der jüdisch-literarische Frauen* erein veranstaltete am 2.5. Dezember I9t»s ein C11n u k a h - K i 11 d e r f e s t . Der Besuch ühcrtrnf ah« Hrwartungcii, Hrwölmenswert sind die trefflich• Ansprache des Herrn Dr. Blocde. sinnige Dekla• mationen der kleinen und grösseren Kinder, beifalli. aiifgcnoimuene Dialoge in elsässiseltcr Mundart an. insbesondere auch der von Frau Sclnia Klein a!.- geübte Kindcrreigcn! Die Vorträge, die Herr cai•*; phil. Jules I. e v y in diesem Verein Über indisch« Geschichte hält, sin«l ständig gut besucht. Briefkasten der Redaktion r»Ä ״.,״•*״ג::,״?: Nach Posen, Kattowitz 11. n. 0. Wir bitten seit* um etwas mehr Geduld. Festbcriclite sind d«>, wirklich nicht so aktuell, dass sie nicht eine Woai« später noch zurecht kämen. Aber selbstverständlui sind wir bemüht, alle Berichte nach Muglichkcit in der nächsten Nummer zu bringen. Bei den Makkabücrfest-Berichtai war das abv' natürlich ganz unmöglich. B. In M, G. Dankend abgeieliin; dies« Rnduutrompctc möchten wir lieber nicht mitblaseii Manuskripte sende״ wir nur zurück, warn Rückporto beiliegt. «.iiiHiiuvrii v , . , '* '««uiuuen etc. zur g«.1:, Nachricht, dass wir entsprechend dem Cliarakte! unseres Blattes Dichtungen aller Art mir in |u. Ä" A u s 1!; 111111 e f; i 11 e 1 ■ veröffentlichen In. Wir Bitten also Imflielist, von der hinsendtmg solche־ wn)le״k״l)tt "1י;lllk'c":ci״c" z\hstuiul iie.'iinen z>, Schluss des redaktionellen Teiles. An unsere Abonennlcn Wir bitten diejenigen unserer Abonnenten, bis zum 15. Januar den Abonncnicntsbelrag u nicht bezahlt haben, l.ölllchst, t״c ״mcr1 dIwJr T zugehenden P o s t n a c h n a h nt e 11 alsbald ein Ibsen, damit In der Zustellung des Blattes kc Unterbrechung eintrltt. 1 c* *c Verlag ״Jüdische Rundschau״, E. G. m.b. H., Berlin SW. 68, Zlmmerstr. 77. »»iv. w!einigste Frage, mit welcher d•!«! tum 111 Deutschland in unserer Zeit sieh •/״!'״ tigen hat, ist: wie erhalten wir \ ״ , unsere Zukunft, dem Judentumcf Dkd!ff unsere Erachtens dwwcgJi SS .0 Sängn’ daranCrgcwöh11|ll,|ICIf‘ Wti‘* ״um s*c•1 »euere auSchlfesÄ ׳» ,®S dA«**8V1aK0Mlcn Gotte; uussciiiicssiiUt als den Mittelpunkt des liidbu: «lösen Lebens zu betrachten. Nach dem West *mch den Ueberlicfcrungcu des Judentums sS

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