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Jüdische Rundschau · 1908-12-18 · Heft 51 (18.12.1908) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 51 (18.12.1908)
Date
1908-12-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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o. 51 I JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 509 finden, die, fern von jeder Politik, mir der geistigen Erholung und Bildung dcf• Mitglieder dienen sollen. Allmählich soll die Lesehalle auch zur Toynbcchallc ausgestattet werden, die bekanntlich von Zionisten zuerst in Wien geschaffen wurde und dann ihre Verbreitung in der ganzen Welt gefunden hat. Nachdem Herr Goldreich unter grossem Beifall geschlossen hatte, nahm Herr Linz das Wort, um seiner grossen Befriedigung! her die neue Schöpfung in schönen Worten Ausdruck zu geben. Herr Goldreich dankte hierauf den Bürgern, die durch Beiträge in bar und Einrichtungsgegenständen das Zustandekommen der iüdisehen Lesehalle ermöglicht haben. Hierauf wurde die jüdische Lesehalle für eröffnet erklärt. Pieselbe ist jeden Abend von 7 bis 11 Uhr und Samstags und Sonntags von 12 Uhr mittags bis II Uhr abends geöffnet Mitglieder der jüdischen Lesehalle zahlen 4U Pi. monatlich. Nichtmitglicdcr 5 Pi. Entree. Aufruf Der jüdische Turnverein ״Bar-Kochba“ in Berlin blickt in diesen Tagen auf ein zehnjähriges Bestehen zurück. Die Verdienste des ״Bar-Kochba“ niclit bloss um die körperliche Hebung der Juden, sondern überhaupt um die Wiedererweckung und Stärkung selbstbewussten jüdischen Lebens sind bekannt. Vor kurzem hat sich ln Berlin ein Komitee von Freunden des ..Bar-Kochba“ gebildet, das in dankbarer Anerkennung der vom ״Bar-Kochba“ geleisteten Arbeit, dem Verein aus Anlass seines Jubiläums einen grösseren Fonds überreichen will Diese Spende, die wenigstens einige Tausend Mark betragen seil, soll dem ״Bar-Kochba" nicht bloss zeigen, dass seine Erfolge allenthalben gewürdigt werden, sie soll vor allem dem Verein die Möglichkeit geben, in umfassenderer Weise als bisher tätig zu sein, vor allem ilnn auch eine grössere BcwegungsfrelficU vcrscf1afien, als er, infolge seiner Verhältnismassig ungenügenden finanziellen Fundierung, bis jetzt besass. Wfr richten an die zahlreichen Freunde der jüdischen 1 urnerei die Bitte, mit beizutragen, dass der anlässlich des zehnjährigen Bestehens des ״Bar-Kochba" begründete Fonds eine recht respektable Höhe erreicht. Beiträge wolle man an Rechtsanwalt Dr. Zirker, Berlin, Alexanderstr. 38 a, senden. Quittierung crioigt öffentlich. Das Komitee des Bar-Kochba-Stiftungsfonds. ProU Dr. Albu. Dr. Groncraann. Dr. Franz Oppenheimer. ProL Dr. Marburg. Dr. Zirker. Kleine Mitteilungen ■ .■ W&k ______________ Zur gefälligen Beachtung Auch nach dem I. Januar 1909 bleibt meine persönliche Adresse Berlin NM'. 52, Melanchthonstrasse 4. Dr. Heinrich Locwe, Berlin. Her Jüdische lurnvereln Bar Kochba veranstaltet;’I״ Donnerstag, dem 24. Dezember l1)״S. in den Fcstsäle״ des Grüner Lehrer-Vereins. Alexanderstrasse 41 eine Makkabäerfeier mit Bah. Die Festrede hat Herr Rabbiner Dr. Emil Cobn Küti^st übernommen. Ein reiches künstlerisches Programm ist vorgesehen. — Eintrittskarten im Vorverkauf Mk. 1.— auf un- 5*ren T u r 11 s a I e 1:. in der Buchhandlung von LouisLamm. Neue Friedrichstr. fif/63 und im Bureau des Vereins. Dragonerslr. 24. Abendkasse Mk. 1,25. Beginn pünktlich 9 Uhr. Breslau. Vor kurzem wurde bei der grossen Be- [eiligung aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkt-rung das Jüdische Volkshcint f Foynbee - Halle) when Kreisen zu einem gemütlichen S i m c 11 a 111-T h 0 r a ־ 1‘rönnet. Die ersten Abende zeigten einen so starken Besuch, nass das geräumige Lokal, das zunächst gemietet ist. sich befeits als viel zu klein erwies. Bei weitem, die Mehrzahl der besueher waren auch wirklich' aus den Kreisen, für die das y> olksheim" in erster Reihe bestimmt ist: Leute aus dem ץ °' k. Man sab schon beim ersten flüchtigen Blick auf die Anwesenden, dass die Begründung einen: tatsächlichen Bediirfnis entsprach. -— Am Abend desselben Tages fanden sich etwa 150 Personen, vor allem aus konservativen und zionistisehen Kreisen zu einem gemtlichcn Si nie hat 11 -Thora- B a 11 zusammen, dessen Reinertrag der P>L D.C. zufliesst. Besonderen Beifall fand ein humoristisches ״Vaxviehkuren־ hapinett“ mit Figuren wie ״Der Zionist“. ..Der Antizionist“ und dergleichen. Der Briefwechsel Satomon Ncumanns. Zur Vervollständigung des biographischen Materials über S a n. - R a t D r. S. N c u in a n n werden alle, die im Besitz von Briefen oder anderen Schriftstücken sind. frdl. gebeten, dieselben im Original oder Abschrift den Hinterbliebenen zu überlassen oder leihweise zur Verfügung zu stellen. Die dereinstige Veröffentlichung der Korrespondenz im Einzelnen wird nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Eigentümer geschchcu. Dankbarst erbetene Sendungen nimmt auch die Redaktion dieses Blattes zur Weiterbeförderung gern an. Sie wurden weitergujagt. Oiieuhach, II. Dez. In der heutigen Stadtverordnetensit/.nng kam es zn lebhaften Klagen über den andauernden Zu/.ug russischer und gaiizischcr Arbeiter, die zum grössten Teil weder in sanitärer noch in sozialer Beziehung ihrer Umgelumg Rcchmmg tragen. Die Redner aller Parteien waren der Ansicht, dass unter Vermeidung aller Härten jetzt einmal energisch eingcschritctn werden müsse, um weiteren Zuzug zu verhindern. Auch die hiesigen Gewerkschaften haben sich bereits mit dieser Frage befasst. Tissa. Die hieMgc jüdische Gemeinde hat seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts eine Schuld von 15tM'U Talern bei verschiedenen Stiftungen, ohne dass jemand wusste, woher diese Schuld rührte. Nunmehr hat man alte Urkunden aufgefimden, die besagen, dass Anfang des vorigen Jahrhunderts die jüdische Gemeinde an französische Truppen eine Kontribution \ oii!5 00( 1 Talern bezahlen musste. Da die Gemeinde aus eigenen Mitteln die iür damalige Zeiten hohe Summe nicht zahlen konnte, wurde das Geld mit Genehmigung der Beiiörde von Sündigen geliehen. Jetzt ist die Schuld gedeckt worden. London. Nach einer Äusserung von Mr. Meiver Spielman. ,!ein Vorsitzenden der Englischen Ito Federation. lautet der Bericht der zur Untersuchung des nordairikanischcu ..Territoritims“ entsandten Kommission niclit eben günstig. » Die .JTO“ 111 Russland. In Ki e w hat die Polizei bei dem Vorsitzenden und einen! Mitglicdc des Zeutral-Komitees der ITO Dr. Joche! mann lind Ing. Le w eine Haussuchung abgehaltcn. Die K״rrespondenz und Dokumente der ITO wurden beschlagnahmt. Zur Judenfrnge In Finnland. Im Klub der ..Jungen Sozialdemokraten“ hat das Mitglied des Landtags. Herr -Londstrc, einen Bericht über das Verhältuis der Fmnlüiidischen Gesetzgebung zu den Juden erstattet. Nach der Schilderung der Lage der Juden in verschiedenen Ländern sprach der Redner ausführlich über die Lage in Finnlaiid, wo bis ietzt noch die administrativen Verordnungen des Senats vom Jahre 1889 ihre volle Giltigkeit besitzen. Diese Gesetze sind ״eine Schande für das finnische Volk." Der Antrag des Redners auf jüdische Gleichberechtigung wurde vom zahlreich versammelten Publikum n.U stürmischem Applaus au* genommen. Geschäftliche und literarische Mitteilungen Zur vornehmsten deutschen Geschenkliteratur, die nicht mir der Laune oder dem Vergnügen des Augenblicks dienen, sondern einen schönen Besitz von Dauer bilden soll, gehören ...Meyers Klasslkcr-Aiisgahen“ (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien), die von Professor Dr. E. Elster herausgegeben werden. Sie verdanken ihre Beliebtheit und ihre allgemeine Wertschätzung ebenso der schönen Ausstattung und dem billigen Preis wie der sorgfältigen, ja mustergültigen kritischen Bearbeitung. Den Text, der im Laufe der Zeit so leicht Entstellungen erfahrt, bieten sie genau in der vom Autor gewollten Form und bringen von trefflichen Kennern gcschricbene Lebensabrissc der Dichter, in denen zugleich deren litcrargcschichtliche Bedeutung gewürdigt wird. Durch sach* kundige Einleitungen zu den einzelnen Werken und durch Erlüuterungcn unter dem 'Text \ersuchen sie. jedermann das Vor-! ständnis unserer Dichterheroen zu erleichtern. Wissenschaft-

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