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Jüdische Rundschau · 1908-12-04 · Heft 49 (4.12.1908) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 49 (4.12.1908)
Date
1908-12-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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!1« m* p Beilage JUEDISOHE RU NDSOHAU Jg.XIII,N0.49 Aus der zionistischen Bewegung Neue Nationalfondmarken Noch keine hundert Jahre sind seit der Erfindung der Bricimarkc verflossen, und bereits hat dies kleine Zeichen des Verkehrs sich die ganze Weh erobert. Aus dem un* scheinbaren Stempel, der erst nur als Quittung für den Erhalt der Postgebühren galt, haben sich Jetzt allgemein gültige Werte entwickelt, kleine Kunstwerke des S»tal1Isticlts und des feinen Kunstdrucks• East alljährlich lassen die grossen Staaten des Weltverkehrs neue Serien zur Ausgabe gelangen, und die gute alte Zeit, in der eine Markensammlung von :׳mXi Exemplaren eine Seltenheit war. ist schon lange vorüber. Dem Kunstgewerbc hat sich ein neues, fruchtbares (icbict j eröffnet, und da die Briefmarken bei allen Bcvölkcruugsschichten Vcrbcitung finden, sind sie in hervorragender Weise geeignet, zur Hebung des allgemeinen Schönheitssinnes beizutragen. 11׳ ־. ב/ *j ד c•־ ׳;*,'* wr.* v.-;־ I J 1/, {■IfCS ^;!v׳ ׳■"••'<׳.; .c^-r• -י 7J» *■’•, ... ׳־' 4 < ־»*, '׳-* * 4?• . i ^ן1 ■־■/ # *?יי*, V ־ ' .11 . . , 1׳יכ_. t 1:1 In iiingstcr Zeit wurde die Idee der Marke einem höheren und edleren Zwecke dienstbar gemacht, der Sammlung von Mitteln zur Unterstützung der Armen und Kranken. Man sehui die Wohlfahrtsmarke. So jung diese Idee ist, so hat sie sich doch bereits weite Kreise erobert, um so leichter, als die Wohlfahrtsmarke dreifachen Nutzen gewährt. Sie dient als Siegelmarkc und zur Verzierung der־ Briefe und ist zu gleicher Zeit für ihren hohen Zweck Einnahmequelle und wirktingsvolle.Reklame. Auch die Wohlfahrtsmarke hat sich iortentwickelt; ihr jüngster Sprössling ist die nationale Wohliahrismarke, die zurest i;1 dem Völker- und rassereichen Oesterreich- Ungarn aufkam. Der Gebrauch einer nationalen Wohlfahrtsmarke soll ein äusseres Bekenntnis der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volke oder einer bestimmten Rasse sein. Allmählich sind auch sie über die Grenzen der Staaten hinausgewachsen. Die ersten nationalen Wohlfahrtsmarken, Ule über die ganze 1 א M.X. s 3* די •י» *י^ fsSi־tV.v׳ י; sr! :7 niAWH'.'Uftia י;• m vo•; ,‘.-•J'aA• .2a Welt Verbreitung landen, waren die Marken des ״Jüdischen Nationalionds“, von denen die ersten im Anfänge des Jahres 1502 zur Ausgabe gelang!־ sind. Audi bei Einführung der Nationultotidtuarkc dachte tv״v,'. facht in erster Linie daran, Verschlussmarkeu zu schaffen, vielmehr sollten die Nationaliondmarken lediglich als Quittungen des Jüdischen Nationalionds für den Erhalt vor. Spenden dienen. Aber als die Sitte der Vcrschlussmarkci» aufkam und auch der Brauch, Marken auf die Briefköpfe zu kleben, weitere Verbreitungfand, wurde die Nationalioudmarkc allmählich ihrem ursprünglichen Gebrauche entzogen und immer mehr als Verzicrungs- oder Verschhtssmarke benutzt• Begeisterte Anhänger unserer Idee gingen sogar so weit, bei ihrer Privatkorrespondenz dieienigen Briefe, die nicht mit Nationalfondrnarkcn versehen waren, zurfickzulegen und alle andern früher zu beanworten. Insgesamt wurden aus dem Verkaufe der Jüdischen Nationalfcndmarkc bis heute ca. eine halbe Million Kronen gelöst. Am stärksten war der Verkauf der Marke natürlich r*'•» י|ן• ■/5 1 'z.‘ f» . « i •ך׳-י . ‘/I _ .... vf-H 3t' 1<״ vs־*־:־- ^V'Ar.F־• ״I V J*»> J : י• i '!•ץ > *'״ * ־- ׳■.־ -.■׳. ׳i.:.v4 , •V».— •* 4 *» •** t| 3 3a zur Zeit ihrer Emiülirung. Januar 1902 bis Mitte 1903 betrug der Durchsclmlttserlös pro Monat •153 Pfd. Storl.. Mitte 1903 bis Mitte 1905 252 Pid. Sterl״ Mitte 1905 bis Mitte 19־'/» 201 Pid. Sterl. und Mitte I9u» bis April 1907 ca. 155 Pid. Ster!. 111 den letzten Monaten war der Purclischnittserlös etwas über 2:10 Pid. Sterl. Der Grund des Rückganges ist wohl in erster Linie etii das Bedürfnis nach Abwechslung zuriickzuiiihren. Dann liest cs auch in der modernen Lebensauffassung, selbst bei den kleinen Gebrauchgegenständen des Alltags die Anforderungen der Aesthetik zu berücksichtigen. Alles soll heute schön, ja noch mehr, es soll künstlerisch sein. Auch die Verwaltung des Jüdischen Nationalionds glaubt sich diesen Anforderungen nicht entziehe!• zu dürfen und ist dazu geschritten, neue Nationaliondnmrkcn herauszugeben. Allerdings möchten wir an dieser Stelle •betonen, dass die alte Marke noch keineswegs aufgebraucht ist. Sobald mat: rv״v ״־ Ü .ס *ב׳ 1 0 ז׳ i; ‘■\‘CV nur ein wenig Propagandatätigkeit für sie entfaltet, sind noch ganz beträchtliche Eriolgc mit ihr zu erzielen, und wir inücuten nur auf da׳, Beispiel der amerikanischen Sammelsiclfa hlnweisen. welche in den zwei verflossenen Eeicrtagsinoiuiten für nahezu 2000 Dollar Natlonalfoiidmaxkcn verkauft hat. Im übrigen können wir auch talsächlich mit Freude konstatieren, dass in der letzten Zeit der Verbrauch der Nationaltondmarkei. wieder im Zuuchmcn begriffen ist. Anfang 1903 liaben wir uns an verschiedene Künstler gewandt und von mehreren Gesimiungsge'ncjsscn zum Teil kostenhisc Entwiirie erhalten: in. erster Linie von der Kunstgewerbeschule ״Bc/alel״ in Jerusalem, welche uns eine bcsonders grosse Anzahl Skizzen zukoimnen liess. Die Haupnordenmg. die wir an die Marke stellten war. dass sic deutlich — durch eine schöne palästinische Landschuit oder durch eine allegorische Darstellung mit entsprechender Inschrift — an die Idee des Nationalfonds erinnen» sollte. Mit Genugtuung können wir konstatieren, dass die meisten der eingesandten Entwiirie diesen Ansprüchen gerecht geworden sind und dass bei einem Teile sogar ein spezifisch jüdisches Moment zu *erkennen ist. Bei den Entwürfen 1, 3, •I, 7, S und 9 ist das Hauptmotiv eine Palästina- ייייי^י^^ייי»«;^ יי^י^לוץי! יי^יי^

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