Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1908)
- Date
- 1908-11-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2651552-2651599--06051-2663113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Abonncmentsprcls einschliesslich LITERATURBLATT tlirieljihrllch: f. durch di• Eiptdlllon: ■) In Berlin —,90 Mark, b) nach auswlrts Mark, c) für das Ausland 1.50 Mark. t In Paitabonnimant: 1,21 Mark. Insertlonsprets die Hergespaltene Petit-Zelle oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Fernsprecher: Moabit, 5387. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JÜDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Varia! iüdi*eh• ftundichiu, E. O. m. b. H. Berlin S.W. 68, Zlmmerstrssse 77. OeacbiltMtuadaa der Btp«dltl«1a tlglich (ausser Sabbat und Sonntag) nachmittags 5—7 Uhr. •SJ9 Nummer 47 Berlin, 26. Cheschwan 5669 —.20. November 1908 xm. jahrgan Pekidim und Armakalim | Es war selbstverständlich. dass ich mit meinem Artikel j über die Chalukah in ein Wespennest gegriiien habe. Es j wäre auch noch schöner, wenn sich der ISRAELIT in! Mainz die Verteidigung der ״Religion" gegen mich hätte entgehen lassen sollen. Uni keinen unserer Leser darüber in Zwciiel zu lassen, was iiir ein Kerl ich bin. dessen Feindschaft gegen Religion und Chalukah keine Grenze kennt, erlaubt mir die JÜDISCHE RUNDSCHAU hier den Angriff des IS- RAEL1T in extenso abdriicken: Frankiurt a. M., 9. November. Die JÜDISCHE RUND- SCHAU in Berlin bringt an der Spitze ihrer jüngsten Nummer einen fulminanten Leitartikel, in dem Herr Dr. Löwe auf Grund der ״neuesten Abrechnung der jetzt reformierten Chaluka“ gegen die Verwaltung der deutsch-holländischen Chaluka zu Felde zieht, sie der absichtlichen Täuschung des Publikums beschuldigt und d;c Ehre dieser in selbstloser Hincebung!פי*ל ידראלזסwirkenden, hochangesehenen jüdischen Männer in einer •Weise in den Staub zieht, dass man eher ein antisemitisches als ein jüdisches Blatt vor Augen zu haben glaubt. Ein Blick in die Zeitschrift PALÄSTINA, der Herr Löwe sein Material für seine Anklagen entnommen hat, zeigt, dass er sich geirrt hat. In seiner blinden und leidenschaftlichen Voreingenommenheit gegen die Chaluka hat er übersehen, dass jene Aufstellung aus dem Jahre 5666 stammt und auf Grund dieser gelinde gesagt — groben Fahrlässigkeit wird nun Kegen alle diejenigen mobil gemacht, die sich dem Reformwerk mit wahrlich nicht geringer Mühe seit langer Zeit widmen. Vielleicht schlimmer noch ist der Unfug, den Herr Dr. Löwe mit dem Worte ״F a nt i I i e“ treibt. Er wirft alle Leute, die denselben Namen führen, mögen sie auch vier getrennte Familien mit zusammen zwanzig Kindern bilden, zu einer ״Familie“ zusammen und ruft dann aus: ״Seht diese frommen Chalukaiiiden, geben einer Familie dreitausend Franken im Jahr!" Und damit die Sache sich noch schrecklicher macht, addiert er sogar zusammen, was die Leute in zwanzig Jahren bekommen haben und redet dann von zwanzigtausend Francs ״Rente״!! Eine solche Kampfesweise verdient die schäriste Verurteilung, auch wenn mau, wie anscheinend Herr Dr. Löwe, der Meinung ist, es sei besser, vierzigtausend Seelen, jeden mit ein paar Francs abzuspeisen, als einer begrenzten Zahl von l ainilien ein knappes, aber menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Wie wir hören, haben die angegriffenen Pekidim und Amarkaliin der JÜDISCHEN' RUNDSCHAU folgende pressgesetzliche Berichtigung zugehen lassen: In No. 45 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU befindet sich ein Artikel unter der Ucherschrift ״Abgestellte Missstände?", von Dr. Heinrich L ö w e. der uns zu folgender Berichtigung veranlasst: 1. Es Ist unwahr, dass der in der Zeitschrift PALÄSTINA veröffentlichte Auszug ״der neuesten Abrechnung der nunmehr reformierter, deutsch-holländischen Chaluka" entnonnnen sei. An der Spitze des betr. Auszugs, auf den sich Herr Dr. Löwe stützt, steht vielmehr in Fettdruck vermerkt, dass die mitgeteiltcn Angaben sich auf das Jahr 5666, also auf eine Zeit beziehen, in der die Reform noch nicht einmal beschlossen, geschweige denn durchgeftihrt war. 2. Es ist unwahr, selbst für iene Zeit, dass die von Herrn Dr. Löwe angetührten Beträge von je Frs. 3000 und Fr. 2000 einzelnen Familien zuDiessen, sofern man unter Familie nach Sprachgebrauch die selbständige Gemeinschaft von Eltern und Kindern und nicht etwa weitere Verwandtschaftskreise gleichen Namens versteht. Wahr Ist vielmehr, dass von den Angehörigen des Kollel Hud. der überhaupt nur aus etwa 200 Seelen besteht, keine — selbst kinderreiche — Familie mehr als etwa Frs. IC00 (eine ca. Frs. 1100) erhält, die meisten weit weniger. 3. Es ist unwahr, dass die angekündigte Reform .,Blendwerk“ und dass ״uutor dem Scheine geschehener Sanierung alles beim Alten“ gelassen sei. Wahr Ist vielmehr, dass wir durch Ankündigung in den gelesensten jüdischen Zeitungen unterm 9. April d. J. der ()Öffentlichkeit die bevorstehende Entsendung unsres verantwortlichen Beamten nach Palästina mitgeteilt und dabei hingewiesen haben, dass nun erst die Möglichkeit zu im einzelnen gründlicherer und zuverlässigerer Fest- Stellung der Erwerbs* und Besltzverhältnlssc der Benefiziaten als Vorbedingung für jede Reform gegeben sei. dabei sind auch die Grundsätze, nach denen vorgegangen werden soll, klar und zweifelfrei präzisiert. Amsterdam, 9. November 1908. ־״v Pekidim und Amarkallm der Gemeinden des heiligen Landes. Man darf wohl erwarten, dass Herr Dr. Löwe ehrenhaft genug •denkt, um hiernach seine auf irrigen Voraussetzungen beruhenden Beschuldigungen öffentlich zurückzunchmcn uiuf sich statt dessen Heber bereit erklärt, an dem im Zuge befindliehen Reformwerk zu seinen! Teile mitzuarbeiten." Was da die Pekidim und Amarkalim zum Abdruck bringen. Sandten sic mit gutem Grunde dem ISRAELIT ein. denn die Merkmale einer pressgesetzlichen Berichtigung trägt ihr Eingesandt in keiner Weise. Es war daher vorsichtig von ihnen, für den Abdruck im ISRAELIT zu sorgen, den diese ideale Ketzerverbrennung in majorem Chalucae gloriatn bei seinen Lesern in noch grösseren Geruch der Heiligkeit versetzt. Dagegen muss erstlich festgestellt werden, dass ich die neuste Abrechnung der Pekidim und Amarkalim meinem Artikel zugrunde gelegt habe, und dass es nicht meine ״grobe