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Jüdische Rundschau · 1908-10-02 · Heft 40 (2.10.1908) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 40 (2.10.1908)
Date
1908-10-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mehr als je erfordert der gegenwärtige und die Lage im Orient von uns die stärkste ng der Kräfte 1'ür die Ausbreitung und Vertieiung Jcen und Ideale. In unserer Presse können wir vollste und stärkste Mittel für die erfolgreich? bei», wenn sie in geeigneter W eise geleitet und wird. Sie ist die Zunge der Partei, mit der r JÜDISCHEN RUNDSCHAU hat eine beinahe ige Arbeit dem deutschen Zionismus eine geschaffen, und diese Presse hat die Beaclir Ausscnstehenden sich zu verschaffen Die allgemeine Unzufriedenheit der deutschen mit der RUNDSCHAU hat das Zentralkomitee , im Verein mit dem Verlage Jüdische Rundim I. Januar eine derartige Aendertmg tu fassen, dass ferner die Klagen nicht mehr werden. Die RUNDSCHAU wird erweiter t wassert. das LITERATURBLATT vort.neuc Beilagen geschaffen werden. > gründliche Umgestaltung und Ausgestaltung eitung «erfordert die allgemeine Hilfe aller Zionisten, die Zusammenwirken müssen, um SCHAU zu einer allgemeinen Zeitung der und vor allem des Judentums zu machen, onist kann dazu beitragen, wenn er der iN RUNDSCHAU z u m Beginndesneu e n w e n i g s t e n s einen 11 e u e 11 A b o 1111 c n ־ 11 r t. daktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Eingewickelt Luch eine Jom-Kippur-Bctrachtung. der Herbstwind weht und über die Stoppel sagen die Bauern sich ״Nu hebbeii die Juden .*r lanke Nacht!“ W׳iesos!e gerade die Nacht j ppur genommen haben, um ihm danach den; Kebon, c'st nicht gut zu begreifen. Viel ver- ] wäre es, wenn sie ihn den ״Langen Tag“ gej 11, weil es ihnen auffallcn musste, dass die j rüheu Morgen in die Schul gingen und dort j langen Tag über bLieben, um zu fasten und! iber die Bezeichnung ״D;e iMg©ß:RMiftlW tr וי,,, *S•‘ 1 wohl nun bald nach einem heute viel charakteristischeren äusseren Zeichen einer andern weichen müssen. Erkennt doch der nielitüidische Deutsche absolut sicher, dass de Juden das Versöhnungsiest leiern, wenn alle dve Tausende, die das ganze Jahr über überzeugt sind, dass man ihnen die Juden nicht ansieht, tnil c:nem in Zeitungspapier sorgfältig eingewickelten Buche über die Strasse gehen. Jeder einzelne ist davon überzeugt, dass wenn er unter den als Sjressruten empfundenen prüfenden Blicken den Weg zur Synagoge einschlügt, grade e r nicht erkannt wird und dass der so ausserordentlich jüdische Typus aller andern wenigstens an ihn! nicht bemerkt wird. Dass er das s'cherste Kennzeichen, dass4 er Judo mit Judenfurcht und Ghettosclieu ist, ohne sein W issen und wkler seinen Willen allen Vorübergehenden zeigt, darauf kommt er gar nicht. Das aber ist das cingewickelte Gebetbuch. Dies ist gewissennassen das moderne Symbol der verhehlten Judenfurcht. Man hängt noch mit einem einzigen Eaden am alten Stamme und gellt deshalb wenigstens an diesem einen Tage bei dem eigenen Volke und dem einen Gotte zu Gaste, aber man hüllt cs so sorgfältig ein, wie einst die teigen Hellenisten ihr Judentimiszefohen vor den Augen der Griechen zu verbergen suchten, die es doch nicht übersahen. Die Psychologie des eingewickelten Gebetbuchs ist interessant. Sie ist so wertvoll wie seine Geschichte. Das cingewickelte Gebetbuch kam auf, als man anting, das Judentum vergessen machen zu wollen, als inan es durch Soimtagsgottesdienst und deutsche Reform so umgestalten wollte, dass cs die andern nur ja nicht mehr als Judentum erkennen möchten. Demi die Reform *:st nichts anderes als die Scheu vor den musternden Blicken der Aussenstehenden, denen man um so ähnlicher zu sein sich bestrebte, als man den Unterschied selbst empfand. Das cingewickelte Gebetbuch ist so recht das Symbol dieses eingewickelten Judentums.* Welche Mittel hat man nicht alle herangezogeu, 11m das Judentum einziiwickelu und zu verhüllen? Man denke nur au die paritätischen Studentenverbindungen, die aus lauter versteckten Juden, mit einem oder zweien ״Reiiomnrergojim“ au ihrer Spitze, bestehen, von denen es oft genug vorgekommeii ist, dass die Cohn oder Levisohn hicsscn. Die paritätische Studentenverbindung und ihre Kollegin und Nachfolgerin, die freie Studentenschaft, soweit sie nicht g'erade autisemitis.ch ist, wird von ihren zahlreichen jüdischen Mitgliedern dahin gestaltet, dass man ihnen nicht anincrfeAsflUdEksAiflÖsAjuden etwas Besonderes sind und r " .01; Gtoschiciite de« deutschen Judentum•

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