Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Abonnementsprels einschliesslich LITERATUR BLATT vierteljährlich: t. durch dis Expedition: a) In Berlin - ,90 Mark, b) nach aus- Wirts l,~ Mark, c) für das Ausland 140 Mark. 2. Im Pastabsnniment: 1,25 Mark. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: Expedition und Adresse (Gr Geldsendungen und Bestellungen: Vtrlag Jüdische Rundschau, E. O. m. b. H. Berlin S.W. 68, Zimmeritrme 77. Insertionspreis die elergespallene Pe»it-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Fernsprecher: Moabit, 3587. I Ocschäftsatussdan der Bipedftlea täglich (ausser Sabbat und Sonntag) nachmittags 3—7 Uhr. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JÜDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 39 Berlin, 29. Elul 5668 25. September 1908 XIII. Jahrgang Wir stehen vor einer welthistorischen Entwickelung. Unser Orient erwacht zu neuem Leben. Die Freiheit hält ihren feierlichen, friedlichen Einzug in die Türkei und in das geliebte Palästina. Die zionistische Idee muss jetzt wieder wie ein neues Tageslicht vor der jüdischen Öffentlichkeit aufsteigen. Es ze gt sich jetzt mit voller Klarheit, dass wir, der Vergangenheit getreu, auch die Zukunft richtig vorausgesehen haben, indem wir unsere Bestrebungen und Hoffnungen nach Palästina richteten. Die Massnahmen der neuen Türkischen Regierung eröffnen schon jetzt bedeutende Arbeitsmöglichkeiten in Palästina. Und damit in Palästina gearbeitet werden kann, muss um Palästina, d. h. im Zionismus gearbeitet werden Man muss alle Kräfte in Bewegung setzen, um unserer Partei Mittel zu verschaffen, damit sie jetzt den grossen Aufgaben gewachsen sei. Vielen ist es langweilig geworden, sich an der Kleinarbeit der Organisation zu beteiligen. In der• Tat gehört Geduld dazu. Aber wenn man keine Geduld hat, schafft man keine Kraft, und wenn man keine Kraft hat, so ist es ganz vergeblich, Projekte zu machen. Die letzte Jahreskonferenz hat den Termin für die Schekeleingänge d. J. bis zum!.Oktober verlängert. Gedenket des Schekels! Wirkliche Parteimitglieder sind zahlende Mitg'ieder. Nur diejenigen, welche zahlen, arbeiten auch. Und erst durch die Organisierung zahlender Mitglieder bekommt der Zionismus—nicht nur als Idee, wie er es immer war, sondern als Organisation eine konkrete Gestalt und eine selbständige Bedeutung. Eine Organisation ohne Beiträge ist ein hilfloses Instrument. Gedenket des Parteifonds! Der Kongress hat den Parteifonds einsiimmig akzeptiert. Sämtliche Tagungen und auch die letzte Jahreskonferenz hat die Pflicht der Parteisteuer unsern Gesinnungsgenossen wieder aufs neue eingeschärft. Man mache sich klar, was es heisst, Institutionen erhalten und immer neue verlangen, ohne die Mittel zu diesem Zwecke herzugeben! Keine Partei und keine Leitung kann dieses Meisterstück fertigbringen, ohne Mittel nicht nur das Alte zu erhalten, sondern auch Neues zu schaffen. Je tüchtiger die Arbeit der Mittelb?schaffung, je reger die Begeisterung in den Vereinen in konkreten Ergebnissen zum Ausdruck kommen wird, desto mehr werden wir in der Lage sein, den Zionismus jetzt seinen höchsten Zielen tatkräftig entgegenzuführen. Organisation, Einigung, erneute Werbe- und Spendekraft sind unsere Gegenwartsaufgaben. DAS AKTIONSKOMITEE ln der Neuen Türkei*) Seit wenigen Wochen ist das Türkische Reich, innerhalb dessen unsere Zukunftsliofinungen liefen, ein ganz anderes Staatsgebildc geworden. Was sich dort in nächster Zeit her* ausbildcn wird, können wir im Einzelnen noch nicht über* sehen, aber die Beziehungen die wir gehabt haben — wenn wir welche hatten — diese wären jetzt sicherlich gegen¬ *) Wir geben diesen anregenden und wegen der richtigen Beurteilung der türkischen Verhältnisse bedeutsamen Artikel, der gleichzeitig־ in unserem hebräischen Organ HAOLAM erscheint, gern wieder, ohne uns allerdings in jeder Einzelheit mit ihm identifizieren zu können. — Red. d. ״J. R." standslos geworden, und schon aus diesem Grunde stehen wir \or einer neuen Frage: — der Frage unsenes Verhält* nisses zur Türkei. — Mit diesem Gegenstand wollen wir uns na Folgenden beschäftigen: Zunächst: Wie haben wir bisher zur Türkei gestanden? Eine euugermasscn erschöpiendc Kritik des Geschehenen kennte Bände füllen — ich beschränke mich daher auf das Notwendigste und greife — als bequemen Ausgangspunkt — die Antwort heraus, die ein jungtürkischcr Führer einem zionistisclien Interviewer gegeben hat. Er sagte: ״Wenn Zionismus das Streben nach einem unabhängi gen Staate bedeutet, so werden wir das nie z u 1 a s s e n. Der erste Punkt unseres Programmes betrifft