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Jüdische Rundschau · 1908-09-11 · Heft 37 (11.9.1908) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 37 (11.9.1908)
Date
1908-09-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 367 No. 37 eingeworfene Geld bei einiger Bemühung durch die Einwurfs- Öffnung wieder zu entnehmen. Diesem Übelstande ist aber bereits abgehoben worden und bei alle., weiteren Büchsen ist efti Herausnehmen der Gelder vollständig ausgeschlossen. Im ganzen w urden imLaufe d. Js. 15956 neue Büchsen hergestellt, und zwar in deutscher Sprache Nr. K 1 — K 5870 ״ englischer Sprache Nr. K 1 ־־• K 5478 ״ magyarischer Sprache Nr. K 1 — K 1150 .. hebräischer Sprache N.r K 1 — K 2310 französischer Sprache Nr. K I — K 1150 welche insegsamt 7 534,65 Mk. gekostet Haben. Von dem Ab- Schluss der alten Zentrale waren noch 810 Stück zum Preise von 1021.30 Mk. abzunehmen. Die Büchsen sind zum grössten Teil verteilt und wir hoffen, im Laufe des nächsten Jahres an der Zunnahme der Eingänge die Verbreitung dieses Sammelmittels beobachten zu können. . 2. Auch die von der früheren Verwaltung geschaffenen Sammelbogen waren nahezu aufgebraucht. Sie hatten bei ihrem grossen Format nur wenig Anklang gefunden und waren nur in Österreich bezw. Galizien verbreitet. Wir haben daher bei der Schaffung von neuen Sammelbogen allen Bedürfnissen der Sammler Rechnung getragen und in der Absicht, etwas Dauerhaftes zu schaffen und den Sammlern gleichzeitig ein kleines Geschenk zu machen, ein elegant ausgestattetes Saitimefbüchlein, bestehend aus einem Umschlag mit der Autschritt ״Keren Kajemeth Le-Jisroel“, Bleistift. N'otiztaschc, der eigentlichen Sammelliste und einem Notizblock ltcrstellen lassen. Die acht Seiten starke Sammelliste enthält neben einen! Aufruf, einer Übersicht über das Wachsen des Nationalfonds. einer Aufzählung seiner Besitzungen, einen jüdischen Kalender und Notizen über Zw eck. Sammclstellen und Sammelmittel des Jüdischen Nationalfonds. 3. Von der Natlonalfondsinarke war im Gegensätze zu den anderen Sammelmittcln bei der übernähme ein überreicher Vorrat vorhanden. Aber cs zeigte sich bald, dass der Verkauf der Marken in erschreckender Weise zurückgegangen war und noch immer mehr zurückging. Die Gründe dieses Rückganges lagen zum grossen Teil darin, dass der Reiz der Neuheit verschwenden war. Auch der Umstand, dass ihre Gummierung und Perforierung zu wünschen übrig Hessen, wirkt ungünstig auf den Absatz der Marken. Ein weiterer Übelstand war der. dass die Marke in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Preisen verkauft werde und infolgedessen Verschiebungen zum Schaden des Nationalfonds vorgekommen sind. Wir .sind daher dem Plane der Schaffung ron neuen Nationaffondsmarkcn näher getreten und haben uns von verschiedenen Künstlern Entwürfe machen lassen. Die neuen Marken sollen womöglich in einer kleinen Auflage gedruckt werden, so dass sie spätestens in zwei Jahren aufgebraucht sind und wir alsdann an eine neue Emission schreiten können. Nach Schaffung der neuen Marke soll der Preis der alten Marke in der ganzen Welt auf 1 Kopeke, bezw. 2 Heller etc. reduziert werden, w'ozu die Marke bereits jetzt in Österreich und Russland verkauft wird. Die neue Marke dagegen soll überall den Preis von 5 Pf.; 5 Centimes. 5 Heller etc. erhalten, zu dem bisher die Nationalfondsmarken in den anderen Ländern, ausser Russland und Österreich, verkauft worden sind. 4. In Russland existiert noch von früher her ein eigenartiges Sanmielmittel. welches in anderen Ländern noch nicht bekannt ist. Dies sind die Quittungsblocks, welche uns ausserordentlich praktisch und handlich zu sein scheinen. Wir haben uns von Moskau bezw. Wilna über diese Quittnngsblocks alles Wissenswerte mitteilen lassen und beabsichtigen nun, sic auch in anderen Ländern eiuzufiihren. Die Blocks enthalten vorgedruckte Quittungen über Spenden von verschiedener Höhe. Die einzelnen Ouittungsforinularc sind mit fortlaufender Nun!- mer versehen und enthalten als Schmuck eine Übersichtskarte der Besitzungen des Jüdischen Natioualionds in Palästina.. Sic dürften infolge ihres gefälligen Aussehens, und der einfachen Handhabung und Kontrolle sehr geeignet sein, dem Nationalfonds aus weiten Kreisen Spenden zuzuführen. 5. Bei Übernahme der Wiener Bureaus waren ca. 30 000 Natfonalfonds-Ansichtskarten vorhanden. Im Monat Februar 19US erhielten wir noch eine weitere Sendung von 13 400 Stück nachgeschickt. Auch Hessen wir von einer billigeren Sorte 20000 Stück durch den Jüdischen Verlag Herstellen. Hiervon wurden in der Zeit vom September 1907 bis Ende Juli 1908 ca. 23 800 Stück verkauft. III. Organisation der ölbaumspcrde. Auf der Direktorium- Sitzung vom Januar 190$ war beschlossen worden, die Olbaumspende vom Nationalfond zu trennen und als einen besonderen Verein zu organisieren. Die Trennung w־urde kurz darauf vollzogen. Infolgedessen hat das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds seit Januar 1908 keine Propaganda zu gunsten der ölbaumspende mehr betrieben und auch die Ausfüllung und Versendung der ölbaumdiplomc wurde in Köln nur noch bis Anfang d. Js. erledigt. Dagegen erfolgte der Ausweis der Gesamtsummen der bei den Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds cingegangcncn ölbaumspenden in der WELT durch das hiesige Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds und auch die Abführung der bei den Nationalfondssammclstellen für die ölbaumspenden eingegangenen Gelder geschieht noch immer stets gleichzeitig mit der Abführung der Nationalfondsgelder. In dieser Beziehung eine Änderung anzubahnen und unsere Sanunelstellen zu veranlassen, die Olbaumspenden nicht mehr mit den Nationaliondsspenden, d. h. nicht mehr an den J. C. T. nach London, sondern künftighin an den Verein ölbaumspende nach Berlin abzuführen, wäre durchaus umveckmüssig, da sie den Sammclstellen doppelte Mühe verursachen und den Ausweis in der WELT, wie auch die Kontrolle über die Abführung erschweren würde,, D. Korrespondenz. Mit unseren sämtlichen Sammclstellen. mit der Jüdischen Kolonialbank, der Anglo Palcstine Company. Herrn Prof. Warbürg und dem Palästinaamte in Jaffa standen wir im Laufe dieses Jahres in regelmässiger Korrespondenz. Ausserdem wurden mit Vereinen und Gesinnungsgenossen in Spendenangclegcnhcitcn Briefe gewechselt und mit vielen Einzelpcrsonen übr Vorschläge und Anregungen verhandelt. Insgesamt betrug die Zahl der ii! der Zeit vom Juni 1907 bis Juli 190$ eingegangenen Briefe ca. 2800 ur.d die Zahl der in dieser Zeit versandten Briefe ca. 3000. Das Wesen und der Inhalt dieser Korrespondenz ist im grossen und ganzen aus unseren Ausführungen unter Abschnitt C unj K zu ersehen, über einiges möchten wir aber hier separat re■richten. 1. Schenkung־ der rumänischen Zionisten. Vor Ent- Stellung des politischen Zionismus hatten die Chowcwe-Zion- Vereine in Rumänien gemeinsam Gelder zwecks Ankauf von Land in Palästina gesammelt und die mit Zinsen heute ca. 25 000 Frcs. betragende Summe beim Bankhaus Rothschild in Paris deponiert. Diese Summe wurde nun vor mehreren Jahren von unsern rumänischen Gesinnungsgenossen, den Nachfolgern dieser Chowcwe-Zion. dem Natioualionds geschenkt und die Quittungen des Hauses Rotschild der Wiener Zentrale ausgehändigt. Leider sind diese Quittungen verloren gegangen und konnten trotz aller Recherchen nicht w ieder aufgeiunden werden. Es ergibt sich nun eine grosse Schwierigkeit, weil die Vereine, w elche die einzelnen Spendensummen cingezahlt haben, zum grossen Teile nicht mehr bestehen, also niemand mehr da ist. der über diese Summe verfügen kann. Wir haben uns mit der Nachfolgerin des ehemaligen Rotschild'schen Palästinakomitecs. der JCA. in Verbindung gesetzt. Zuletzt schrieb uns die JCA. dass sie sich bezügliche der Angelegenheit an das alte Rothschildsche Palastinakomitcc gewandt habe und dass dieses wiederum nach Rumänien geschrieben hätte, um den Tatbestand fcstzustellen. Nach Einziehung der notw endigen Recherchen werde sie dann auf die Angelegenheit zurückkomnen. 2. Wie bereits sub Abschnitt A berichtet werde, weigerte sich die hiesige Post, uns mit der Adresse ״Jüdischer Nationalfand“ versehene Wert- und Einschreibebriefe auszuliefern, da der Jüdische Nationalfond als englische Gesellschaft in Deutschland nicht rechtlich statuiert sei und sie infolgedessen keine Sicherheit habe, ob das hiesige Hauptbureau rechtlich befugt sei, die Briefe in Empfang zu nehmen. Unsere Verhandlungeii mit der Ober-Postdirektion haben ergeben, dass cs nötig ist. falls wir bewirken wollen, dass uns auch Wertbriefe unter der Adresse ״Jüdischer Nationalfond“ ausgehändigt werden, ein Gesuch um Genehmigung zur Statuicrung des Hauptbureaus des Jüdischen Natioualionds als Verein einzureichen. Eine solche Statuicrung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds wird zweifellos Kosten verursachen, und wir haben uns daher bis jetzt begnügt, unsere Spender und unsere Sammelstcilen durch öffentliche Bekanntmachungen auzuweisen. ihre Wert- und Einschreibebriefe an uns stets 2. H. des Herrn Rechtsanwalt Dr. Bodenhelmer zu adressieren. E. Palästinaarbeit, Im April d. Js. hat der Jüdische Nationalfond das Palästinaamt in Jaffa als seinen Vertreter in Palästina anerkönnt und ihm die Ausführung seiner Arbeiten in diesem Lande übertragen. Wir müssen es uns versagen, über unsere schwebenden Angelegenheiten in Palästina hier za berichten, weil nach zuverlässigen Mitteilungen grosse Nachteile für den Nationalfonds damit verknüpft sind. Auch bezüglich unserer bereits zum Abschluss gelangten Arbeiten auf diesem Gebiet können wir aus demselben Qrunde nur auf unsere bisherigen Publt- I kationen verweisen. .... II. .■■*■'■»<■‘"»1 ,(1

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