Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1908)
- Date
- 1908-09-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAU*»*..» Aus der zionistischen Bewegung Ablösung von Neujahrsgratulationen! Die Nationalfondsverwaltung bittet die verehrten Parteigenossen, ihre Glückwünsche zum I’eujahrs* feste durch Spenden für den Nationalfond abzulösen. Die Namen der Spender werden in No. 39 der JÜDISCEN RUNDSCHAU veröffentlicht. Die Spenden müssen bis spätestens den 19. September, abends 8 Uhr, In unserem Besitz sein. Alle diese Spenden sind ausschliesslich an unsern Schatzmeister Max Wollsteiner, Charlottenburg Sybelstrasse 50. zu richten. Die Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU nimmt keine Spenden oder Ab־ lösungen an. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Dtr geschäftsführende Ausschuss des Z.-K. der Zionistichen Vereinigung für Deutschland hat ein neues Ressort eingerichtet, dem die Aufgabe zugeteilt wurde?, die vereinzelten Zionisten an Orten ohne zionlstische Vereine und Ortsgruppen zu bearbeiten und ev. zum Anschluss an die nächstgelegene Ortsgruppe zu veranlassen. Wir bitten daher die verehrlichen Ortsgruppen und Vereine wiederholt, uns von jedem Wegzüge eines Mitgliedes umgehend Mitteilung zu machen, gleichviel ob an dem neuen Wohnorte des Verzogenen eine Ortsgruppe bereits besteht. Die Leitung des neuen Ressorts hat Herr Rechtsanwalt!Jans St ei n itz-Berlin übernommen. Zu- Schriften sind wie in allen anderen Fällen ausschllesslieh an unser Bureau, Charlottenburg, Bleibt r e u s t r. 49. zu richten. The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank). Ltd. In der am 12. August d. Js. in Köln a. Rh. stattgehabten ('icncralVersammlung unserer Gesellschaft ist für das mit dem 31. Dezember 1907 abgelauicuc Geschäftsjahr eine Dividende von 6d. pro I £־Aktie. steuerfrei, aui Kupon Nr. 4 erklärt worden. Die Einlösung criolgt vom 7. September d. Js. ab an unsere Kassa in Brook House. Walbrook. London E.C. und bei unserer Brauch in 41. Whitechapel Rd., London E., ferner in Russland mit 23 Kopeken hei Sibirische Handelsbank St. Petersburg. Komerzbank in Minsk und Filialen, Samuel Barhasch. Odessa. Kisch ineff und Tulczin; J. Bcnjacnh, Wilna; Gebrüder Bachrach. Warschau; M. Feldstein. Warschau; 1.. Schalit, Riga; Markus &• Pcrlis. B i a! y s t o k; Gebrüder Urysnhn. Moskau; Joseph Katzeneisohn & Sühne. Libau und Bobruisk; M. M. lilisaschew. (irodno; in Deutschland mit 50 Pf. bei; Nationalbauk lür Deutschland, Berlin; in Österreich mit' W> 11 bei: Union-Bank. Wien und Sokal & Lilien, Lernborg: in Frankreich mit 60 Cent, bei S. & D. Cohen, 25. Ruc Bcrgere, Paris; in Holland mit 30 Cents bei Lissa ü Kann. Haag; in Rumänien mit 60 Bani bei; Marmoroscli. Blank & Co.. Bukarest und Moritz Wachtel, Jassy; in Palästina bei der Anglo-Palcstine Company Ltd., in Jaffa. Jerusalem und Beirut zum Tageskurse; in Amerika mit 12 Cents hei der Mutual Alliance Trust Co., 266—268 Grand Street. New York: in Süd-Afrika mit 6d. bei E. Friedlündcr & Co.. Ltd- Johannesburg. London. E.C. Brook House. H. Neumann, Walbrook, den 17. August 1908. Sekretär. \ # Berichtigung der Präsenzliste In der Präsenzliste der lahreskonfereuz in der vorigen Nummer ist versehentlich Herr Dr. H. G. Heymann, Berlin, nicht aufgeführt, was ־wir hiermit richtig stellen. Zionismus, Zentralverein und Logen Ein weiterer Beitrag zum Kapitel Zionisten und Antizionisten. Feinde ■ringsum! Und Zionisten in den verschiedenen Feindeslagcrn! Gerade das Letztere ist das Unrühmliche für die Zionisten. Und wie haben sich diese ..Zionisten4’ in den andern Lagern gemausert1 Sie sitzen im Abwchrvcrcin. sie sitzen in dem Eimmdfünf/igbuchstabcnvercin alias Zentralver־. ein deutscher etc. etc., sie sitzen in der Gross-Loge und den Logen des jüdischen Ordens Bnc Brüh, freilich nicht als Zionisten. Wenn nicht als solche, dann doch als Juden? Nur, soweit die genannten Organisationen ein gemildertes und unvermeidliches Judentum in ihr Programm nufgenommen haben. Sagen wir einmal unbewusstes Judentum. . Und mit: einige Ergänzungen z.u den Mitteilungen in dem Artikel ״Wehrt euch", in No. 30 der RUNDSCHAU. Hier gebietet aber doch die historische Gerechtigkeit festzustellen. dass die Gründung einer Toynbechallc in Berlin von den Logen ausgegangen ist. was ja das Verdienst Leon Keilners tun die Gründung der Wteuer Toynbechallc keines•: wegs schmälern soll. Freilich, über den jüdischen Geist, wie er in der Berliner Toynhechalle gepflegt wird, lässt sich sehr vieles sagen, nur wenig Verdienstliches. Man kann wochenlang in dieser übrigens au nichts weniger als an eine Halle erinnernden Räumen — das Wort Räume ist wiederum eine Blasphemie, und ״Stall*‘ ist doch zu grob ausgedrückt — ein- und ausgehen, ehe uns einer der Vorträge oder eines der Gedichte oder Lieder an ein jüdisches Publikum und an eine jüdisch.e Institution erinnern. Warum kein belehrender Zyklus über Juden, Judentum, jüdische Geschichte eingeführt wird, diese Frage ist noch niemals von unseren zionistischen Gesinnungsgenossen an die Leitung gestellt worden. Nicht nur in Chemnitz, wo man den Juden schon vieles verzeihen muss, auch in Berlin wird , alles aus den Vortragen ferngehalten, besonders in der Toynbechallc, was das Publikum ״verjuden“ könnte. Und woher kommt das? Wir wollen eine Erklärung versuchen. Abend für Abend — Freitagabend vorderhand noch gcschlossen — soll und muss ein Vortrag gehalten werden, macht 120 Vorträge! Herr! schütze uns! Natürlich ist da der Tee oft viel besser wie der Vortrag. Und was e i n Red- «:er den Abend zuvor über den grünen Klee lobte, verdonnert der folgende abends oder eine Woche darauf. Chemie, Physik, Richard Wagner. Heine, Kant. Zeppelin. Schopenhauer und das Judentum. Strasscnlärm und Schlafstubcnhygicnc, Dichtimgcr. von Hebbel. Wolzogcn. von dem lyrischen Zuckerbückcr Ludwig FulJa. Kritiken über Tolstoi, kurzum, alles mögliche — jüdische Themata sind hingegen ein rarer Artikel. So ist es mit der geistigen und der jüdischen Leitung der loynbcehallc bestellt. Auf die Entdeckung der Imponderabilicii Geist und Judentum in der obersten Leitung der Toynbechallc könnte man eine Prämie ausschrcibcn. Auch, eng im Zusammenhang mit der geistigen Verwaltung der Toynbechallc. nämlich in der Jugenderziehung, scheinen die Logen im Ergreifen falscher Massrcgch« eine sehr glückliche Hand zu haben. Wer den WEGWEISER, ein Beiblntt des Logenorgans, der schon volle drei Jahre in« Begriffe steht, die jüdische Jugend jüdisch-literarisch zu erziehen, aufmerksatn durchliest, wird schon nach drei Nummern merken, wie wenig die jetzigen leitenden Kreise dieser Aufgabe wirklich gewachsen sind. Schon zwei Jahre lang machen die Leiter dieser, der gesamten jüdischen Jugend unbekannten Zeitschrift, die aus mehreren höchst wirksamen Kritikern bcsteht, verunglückte Versuche, .,etwas‘* für die jüdische Jugend zu schäften, ohne dass die Herren ihre Ohmnacht einschen und cingcstehen wollen. Als vor Jahresfrist ein eifriges Logenmitglied. Herr Dr. Arthur Kahn , einmal die Geister mit einem Artikel in der i.og'enzeitung aufgerüttelt, die Logenbrüder unbarmherzig aus dem Schlummer gerissen und allenthalben heftige Debatten veranlasst hatte, stellte er, als das letzte Postulat von Sein oder Nichtsein die Forderung zur Zurückgewinnung und Erhaltung der Jugend für das Judentum, die Grün- "f