Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1908)
- Date
- 1908-07-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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9■ ״,״»־. JUEDISCHE RUNDSCHAUEN־,־. Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus 6rr Zionistischen Vereinigung für Deutschland In einer kleinen Stadt Nordwest-Deutschlands hätte ein tüchtiger jüdischer Arzt Gelegenheit, sich bald eine gute Praxis zu schaffen. Die Niederlassung müsste sobald als möglich geschehen. Nähere Auskunft durch das Zentralbureau. Deutsches Bureau des Jüdischen Nationalfonds Propaganda-Abteilung. Breslau VI., Königsplatz 3 b, gibt kostenlos .ab und bittet 11m schleunige Bestellungen: N.-F. - Flugblatt No. 3: Zum 9. Abh; N. ־ F.F1 u g b 1 a 11 No. 1: Etwas zum Nachdenken; S a m m e 1 b 0 g c n, in neuer praktischer Ausstattung Ferner gegen Einsendung von 30 Pf.: Kommerszeitung vom XI. Delegiertentag. II. Bayrischer Gruppenverbandstag. In M fi n c 11 c n taste am 10. .!tili der II. bayer. Gruppenv c r bandstag. Anwesend waren Gesinnungsgenossen aus Unterfrankcn. Recensburt!'. .Memmingen usw. Herr F r ä n k c 1 halt das Reicrat über die jüdische Gemclnd cordnung. ln Bayern hätte man sich bisher wenig um Gerne indepolitik bekümmert. Ihre Wichtigkeit für den Zionismus beweisen die Vorgänge in Baden. Wir bedürfen eines Gemcindegeset7.es. das eine freiheitliche Ausbildung ermöglicht. Seit 1813 besteht In Bayern das Edikt über die E i n z. c 1 gemeinden. Aber je enger der Kreis, desto enger der Sinn. Seither haben sich verschiedene Vereine gebildet, um dem abzuhelfen. Das Lehrerseminar, das jüdische Landcsarchlv. sanitäre Jnstitutionen. äussere Vertretung könnten ungemein durch einen Landesverein gefördert werden, der gesetzlich festgelcet seir lind völlige religiöse Freiheit bieten müsste. Erwünscht sei Anschluss an eine deutsche Gesamt- Organisation. Autonome Regelung innerer jüdischer Angelegenheiten. allgemeines Stimmrecht, progressiver Steuersatz gemäss der Staatssteue■*. eine von Titeln und Würden unabhängige Vertretung seien durchaus nötig. Die Einbcitsgemeinden seien den Separateemeinden vorzuziehen: Reformgemeinden müssten den Orthodoxen Ihren Gottesdienst ermöglichen. In bezug auf a) politische, b) kulturelle, c) soziale Bedcutunc ist die Gemeinde, wie schon durch Jahrhunderte von grösster Wichtigkeit a) Piir indische Rechte einzutreten. Ausländer solide zu unterstützen. M Jüdische Volksschulen, guten Geschichtsunterricht. Lesehallen. Bibliotheken entweder zu gründen oder zu fördern, c) Zur Armenpflege beizusteuern. Barum muss die schon in Aussicht gestellte Änderung des Judencditts von |s!3 dtirclmcfüürt werden. Rechtsanwalt F.. M c v c r - München* In Bayern seien die Zionisten in der Minderheit, andererseits sei ihr Interesse an der Ocrucindearbeit nachweislich viel zu gering. Gegenüber den trägen Oemeindefiihrem. deren Programm nur Synagogenbau. Ordnung im Kultus, dann 0*110 möglichst unzweckmässtge Wohltätigkeit sei. müsse eine allumfassende Organisation aller Oemelndcmitelieder gegründet werden. Trennung von Kircb׳* und Staat bedeute im Judentum etwas ganz anderes als z. B. In Frankreich, bedeute nur eine VerwaltimesfimktJon. da Religion 1״:d Volk hei den Juden ganz unzertrennlich sei. In religiösen Dingen müsse der Zionismus tolerant sein. Eher solle er sich mit wirtschaftlichen Seitenfragcn. 7. B der Ordnung zwischen Gemeinden und Kultusbeamten beschäftigen. Wohltätigkeit in Stadt und Land, der religiöse Unterricht, der den christlichen nachahme, seien noch ganz verfehlt. Judentum und Christentum sind ihrem Ursprung nach zu verschieden. Geschichtsunterricht, hcbiäischc Sprache, hebräische Literatur, besonders der Neuzeit, seien gänzlich vernachlässigt. Am zweckmässiesten erscheinen besondere Reiig'ionsschuien (wie In Strassburg. Frankfurt) Dann fehlt uns in München vor allem ein jüdisches Krankerhaus. — Die Gemeinde dürfte nicht die grossen Gesichtspunkte verlieren, nicht den Zusammenhang mit den Juden der ganzen Welt Sie muss die Wahlberechtigung allen am b!tz der Gemeinde Wohnenden gewähren, und zwar als eine von den Steuern unabhängige. Dem Zuzug ausländischer Juden, die aus weniger zivilisierten Ländern kommen, muss aus uns!־ r Höhe ein Vorteil werden, z. B. mittels einer Toynbee-tlailc. damit sic nicht unangenehm auffallcn und sich nicht absondern. Vorträge, womöglich mit Lichthiidcrn, Bibliotheken und Diskussionen würden einen derartigen Raum zu einem Ircnptnut aller Juden einer Stadt machen. F.r widerspricht dem Vorredner darin, dass die frühere Bekämpfung des Zionismus aus den Gemeindestuben gewichen sei. Sie habe nur einer Nichtachtung Platz gemacht. Lieber Kampf und Feindschaft. Weiner- Regensburg: Von einer Eroberung der Oemeindestuben seien wir noch weit entfernt. Er könne aus Krfahrung sagen, dass z. B. sie in Regensburg nicht nur nicht die übrigen Regensburger Tndcn. sondern noch nicht einmal ganz die Zionisten gewonnen hätten. Lehrer O p p c v 1) c 1!11 e r - Lauterbach: Herzl hat uns auch besonders Kleinarbeit ancmpfohlcn: eine solche ist besonders die Erorbr rung der Kleingemcinden.?86:17 sei ihr Verhältnis zu den Grossgemdr.dcn. Ein halbwegs tüchtiger Redner gewinne dort aller Herz. _ Die Kleingemcinden empfänden lebhaft ihr durch das Edixt bedingte Alleinstehcn. Im Landtag' stehen ganze 14 000 Mark, eine ungemein niedrige Summe, für jüdische Kultusangelegenht-iten zur Verfügung, sogar mit übe!Schüssen, von denen 3000 Mark dem indischen Lebrervereiii zufallen: die übrigen werden nach Vorschlag des Distriktsrabbiners, da kein anderes Institut dafür cintritt. notleidenden Kultusgcmcinden zuecstclli. Um von diesem unabhängig zu werden, müssten wir einen Kultuseemeindenverbnnd mit einer Zentrainnichtkasse bilden. Auf der Tagesordnung der israelischen Lehrerverbandes in Rothenburg steht ein ähnlicher Antrag. Dr. J. S t r a u s s - München: Er scblicsse sich dem Vorredner von Herzen an• die zionistischen Ideen dürften nicht weltfremd bleiben trotz aler Vertiefung. Auch ein Anocll an das indische Herz würde unter dem Eindruck des täglichen l.cbens wieder verblassen. In den Grossgemeinden dürfe man nicht mit den Worten ״Unser Programm“ böses Blut machen. Daher erscheine die Resolution unfruchtbar. Vielmehr müsse man, z. B. vor einer Neuwahl, in den Jüdischen Logen vor allem die Einzelfragen bearbeiten und durch die In den Gemeinden einflussreichen Mitglieder einen Teil unserer Forderungen hineintragen. Jede Partei, nicht nur die Orthodoxie müsse ihen Einfluss geltend machen. Theilhaber betont, dass auf die Zionisten doch eine jüdische Lesehalle, eine auch von der Universität rühmliehst anerkannte statistische Organisation, der ״Verein für Statistik der Juden“, der schon tüchtige Arbeiten über das Judentum zu Tage gefördert habe zurückgebe Ausserdem erregen die Zionisten Furcht .Unbehagen, was die anderen zur indischen Arbeit drängt. Aber auch durch Kompromisse erreiche man etwas. Schon fordere der bayrische Lehrerverband Umwandlung der Religionsschulen in Volksschulen, überall In Bavern werde heute die Proportionalwahl (Landtag‘. Gemeiudc' ertretiing ctc.^ gepricsc״: daher unterstützt er dien diesbez. Antrag betreffend Einführung des Proporz bei den Ocmeindewnhlen und Verleihung des passiven Wahlrechts an die ausländischen Juden. F r ä n k e 1 und Oppenheimer schlagen eine Kommission vor. die die z.eitgoniässcn Oerncindefragcn (Judenedikt. Oemdndcrecht etc.) bearbeiten sollen. Horowitz berichtet ein für die Steilung der Kultusgemeinden bezeichnendes Erlebnis. Reich weist darauf hin. dass wir hier Leute hätten, denen wir unsere Resolution sagen könnten: nicht den Kultusgemeinden, sondern den ausländischen Juden, die als Ostitiden eefiihlsmässic Zionisten sind. Darauf erfolgt die Wahl der Herren darunter des Rechtsanwalts Straus, der auf diesem Gebiet allseits anerkannter Fachmann ist. in die Kommission und Übergabe der Resolution: Wassermann Überbringt in Vertretung des K 7.V. die besten Wünsche des K.Z.V. und bittet, die indischen Studenten für die zionistischen Korporationen zu werben. Palästina-Referat. Thcilhaber: Jeder Mensch habe zwei Vaterländer. Dieses Wort sei zu variieren, dass ähnlich den Deutsch- Amerikanern auch die Zionisten einerseits unsere Staatsbürgerpflichten erfüllten, andererseits für Zion arbeiteten. Ussfschkin stellt die Forderung־ einer 2jährigen freiwilligen Dienstzeit In yy**-י m «gr» fgrfwt »■ י■ ■ ־׳יידד־ «*»*»׳? f* ff״ yrirvjwp