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Jüdische Rundschau · 1908-07-31 · Heft 31 (31.7.1908) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 31 (31.7.1908)
Date
1908-07-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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I N0- 3<_ JÜDISCHE I Kleine Mitteilungen Darmstadt. Der Antrag auf Aufhebung der Antisemiten-Erlasse kam in der Ersten hessischen Kammer vor Schluss der Session zu nochmaliger Beratung. Fürst Stolbcrg-Rossla erklärte, dass er seinen ursprünglichen Vorschlag, dem Antrag nicht stattzugeben, nachträglich revidiert habe und nun selber der Meinung sei, dass solange wir in so ruhigen Zeiten leben, wie gegenwärtig, diese Erlasse keine Anwendung finden sollen. Staatsminister Dr. Ewald erklärte, es sei eine ganz andere Frage, ob heute ein derartiger Erlass gerechtfertigt, oder ob eine solche nun einmal bestehende Bestimmung zurückzunehmen ist. Gewiss seien die Erlasse nur für vorübergehende Erscheinungen bestimmt gewesen, die heutzutage nicht mehr bestünden; aber eine Zurücknahme würde den Gedanken nahelegen, dass die Regicrung den ihnen zugrunde liegenden gesunden Gedanken aufgebe, und sei deshalb unzulässig. Obcrlandcsgerichts- Präsident L i p p o l d sprach sich in gleichem Sinne aus, worauf der Antrag mit grosser Mehrheit abgelehnt wurde. Basel. Der Bau des Gern ein de -Hauses, das für die Institutionen der Gemeinde Raum bieten und in drei Jahren fertiggestcllt werden soll, ist begonnen worden. Hierbei hat der Gemeinde-Vorstand einstimmig den Beschluss gefasst, trotz der erheblichen Mehrkosten am Sabbath und an den jüdischen Feiertagen die Arbeiten ruhen zu lassen. Hoiientlieh findet dieses Beispiel bei anderen Gemeinden Nacha Innung. Wien. Anlässlich der Wiederkehr des Todestages Theodor Herzls fand an seinem Grabe chic von den Wiener Zionisten veranstaltete Gedenkfeier statt. Trotz des ungünstigen Wetters hatten sich mehrere hundert Personen eingefunden. Einige zionistische Vereine Ungarns hatten Deputationen entsendet. Namens der österreichischen Zionisten sprach der Obmann des Zionistischen Zentralkomitees, Herr Advokat Dr. Isidor Margulies, im Namen der ungariandisclicn Zionisten die Herren Oberingenieure Strasser aus Budapest (ungarisch) und Bettelheim aus Pressburg (deutsch). Vorher iand im Tempel in der Seitenstettengasse eine Feier statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Bacli die Gedenkrede hielt. Wien. Die Veranstalter des Huldigungs-Festzuges für den Kaiser hatten es für nötig und nützlich befunden, auch die Karrikatur eines Juden in Zylinder und Kaftan vorzuführen, der allerlei Allotria trieb. Sonst waren alle Nationen der Monarchie in ihrer historischen Eigenart vertreten, bis hinab auf die Huzulen und Panduren, nur die Juden nicht. Und doch ist gerade die Geschichte der österreichischcn Juden an grossen historischen und patriotischen Momenten so überaus reich. Das antisemitische DEUTSCHE VOLKSBLATT beeilte sich, zu melden, dass der Kaiser beim Anblick der Juden-Figur gelacht und einen der klciuen Erzherzöge an der Hand genommen habe, um ihn auf die ״gelungene Karrikatur" aufmerksam zu machen. Für jeden, der die Gesinnung des Kaisers von Oesterreich kennt, war es von vornherein ausgemacht, dass diese Mitteilung eriunden ist und dass die widerliche Szene auf den Herrscher einen peinlichen Eindruck machen musste. Eine dein Hofe nahestehende Persöulichkeit, welche zur Zeit, als der Festzug an dem Kaiser vorbeimarschierte, in der Nähe desselben stand, erzählte dem Vertreter eines hiesigen Blattes über den Eindruck, welchen die Juden-Karrikatur auf den Kaiser machte, folgendes: ״Kaum war Seine Majestät des als «polnischer Jude" verkleideten Mannes ansichtig, wurde er sehr auf ge - bracht und gab, zu dem Präsidenten Grafen W; ilczck und Dr. Klotzberg (christlich-sozialer Gemeinderat) gewendet, seiner Verwunderung über diese Geschmacklosigkeit Ausdruck. ״Der i eutige Tag", soll der Kaiser gesagt haben, ״hätte eher als Fiiedenstag zwischen den Völkern Oesterreichs dienen sollen ut!1! nicht als Gelegenheit zu gegenseitiger Verspottung." Hebiäische Bücher Die in Jerusalem verfassten hebräischen Jugendschriften für Schule und Haus von \V. Jawltz 1) Dibre Hcjamim דברי המים Allgemeine kurz gefasste jüdische Geschichte im antiken Stil von Beginn bis zur Jetztzeit. 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