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Jüdische Rundschau · 1908-07-31 · Heft 31 (31.7.1908) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 31 (31.7.1908)
Date
1908-07-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. di JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 299 c Allerdings nicht dadurch, dass sie etwa des öfteren den I andern vcrkandi״kn: Seht, was Ihr da eben gemacht habt, \var Zionismus. Denn was in unscrm Sinne geschieht, ist I doch noch lange nicht Zionismus. Und die Etikette ״Zlonismus ist bei vielen noch immer gefürchtet, die innerlich schon | ganz oder zu drei Viertel bei uns sind. Dem Worte haften noch viele für die anderen unangenehme Rcmlniscenzcn an. I ein Dunstschleier voller Sagen und Märchen umgibt das Wort noch immer, dass man ein wenig mehr psychologisch verfahren I mussj will man zu einem Erfolge kommen. I und viel wird von Zionisten in wenig politischer Art als I Zionismus liingestellt. was wirklich nicht zionistisch ist Ist es z. B. nicht ganz verkehrt, zu sagen, der Jfliifs- Verein“ leiste zionistische Arbeit? Ffillt ihm gar nicht ein. Er tut etwas, was seine Leitung für richtig halt. Wir finden diese Arbeit auch richtig. Darum Ist sie doch noch nicht zionistisch. Wir haben grade einmal ..zehn oder zwanzig Schritte gemeinsamen Weg“, wie Ja auch zuweilen mit dem Zentralvcrcln. Aber was wissen wir. oh wir noch weitere zehn oder zwanzig Schritte zusammenbleibcn werden? Wenn wir die Arbeit einer andern Organisation fälschlich ״zionistisch“ nennen werden, so kann cs uns grade darum passieren, dass die andern sich schon 5 Schritte eher leise, aber merklieh von uns wegwenden. Es ist auch nicht alles ״zionistisch", was wir machen. Gibt es nicht eine grosse Zahl von Dingen, die zu fördern sowohl Zionisten wie Nichtzionisten und sogar Antizionisten ein J Interesse haben? Sic .aber ״zionistisch“ zu etikettieren, hlos weil «ic auch in unseren: Sinne oder weil Leute von uns sie aogefangen haben, ist doch ganz, verkehrt. Und wir werden manche von tinsern Unternehmungen f 11 r die andern geniessiutrer. schmackhafter machen, wenn wir sie nicht überflüssiger Weise zionistisch nennen werden, während sie in Wirklichkeit mir ..proste־‘ jüdisch sind. Und es wird uns noch leichter fallen, andere für von 11ns inaugurierte allgemein-indische Dinge zu interessieren, wenn die andern sehen werden, dass wir ihr Tun nicht etwa prinzipiell verurteilen, dass wir auch ihre Arbeit fördern. — wenn diese jüdisch ist. Zionistisch ist der Schekel. Alle die andern von uns begründeten Institutionen sind cs nicht, wenn sic auch geeignet sind, uns zu fördern. Sie könnten auch bestehen, gfibc es keinen ,politischen Zionismus. Das wollen wir doch fm Auge behalten, wenn wir die Nichtz.ionisten dafür interessieren wollen Wir müssen zu ihnen nur in ihrer Sprache reden. Wir sind Zionisten. Wir haben unsere Anschauung. Die andern Juden haben andere Anschauung in bezug auf die .fiidenfragc. Wir halten die unsere für richtig, andere die ihre. Welche richtig f«t. wird einst die Geschichte entscheiden. Jetzt haben wir die Pilicht. unsere Idee zu propagieren. Daneben haben wir aber auch die Pflicht, auf die gemeinsamen Arbeitsgebiete und Arbeitsmöglielikeiten hinzuweisen. Diese beiden Pflichten sollten 'vir getrennt erfüllen, wir sollten sie nicht vermengen. Und das erscheint mir die wichtigste Steilungrahme zu den andern Juden und indischen Organisationen zu sein, immer wieder darauf hinzuweisen: ..Seht, hier ist citvc Gelegenheit zu gemeinsamer Arbeit, unbeschadet ׳tes grossen grundsätzlichen Gegensatzes, der uns trennt. Wir sind bereit" Dann w׳crden die andern auch bereit sein. Wir 'ergeben uns nichts wir mischen Wasser weder in unsern Wein noch in unser Feuer, und wir werden nichtsdestoweniger die Unterstützung der andern bei unsern finanzielle״ Instlhj- Honen nicht zu entbehren brauchen, erst die der Einzelne!- senen. dann die der Organisationen. Hat’s «׳ns der ..Bczalei“ nicht gelehrt? Und zugleich wird siel» so allmählich eine Ab• crcnzung der Gebiete indischer Tätigkeit anhahnen. ein Zusanmienschluss des Zusammengehörigen, die Gesamtorganisation. Organisation II. (Spezielles.) Dass der Erfolg der skizzierten Bemühungen Im einzelnen nicht ausblcibt. dafür glauben wir in Breslau den Beweis erbracht zu haben. Wir haben auf diese Weise mit Erfolg für den Bezahl. für die Olhaumspende. für das Ovmnasium gearhclte*• Wir sind eben dabei, in derselben Weise für die P.L.D.C. unsere Bemühungen fortzusetzen. Aber unsere Arbeit war nur halb, . . . w׳as sage Ich. Sie darf kaum als begonnen gelten, wen״ unser Beispiel trotz des Erfolges keine Nachahmung findet Wie wir es fm Einzelnen angestHlt haben, soll und kann hier nicht ansoeffihrt werden. Das i«t sch«.!! des öfteren geschehen (S. RIINDSCHAU. 1907 No 37 WELT No 3«. Bericht der N.-P.-Pronaeanda-Abtellung ״rr> 1907/08 u. a. O.) Gelegentlich soll es demnächst wieder- * holt werden. (Wir in Breslau sind auch gern bereit, federn, der sich an uns wendet. Näheres noch anzugeben.) Aber wFas soll man dazu sogen wenn iemand auf den Hinweis auf unser Oelbaurnflugblatt antwortet: Er halte cs für falsch, dass darin nicht ausdrücklich gesagt sei. es handle sich um eine zlonls* tische Institution. Was ist an den Oelbüumen denn zionistisch? Oder darf ein Njchtzionist in Palästina keine Oelbäume pflanzen? Man wende nicht ein. so gross seien die Breslauer Erfolge auch nicht. Wir sind erst am Anfang. Aber wrenn nur alle Oitsgruppcn in derselben Weise arbeiteten und Verhältnis* mässig nur dieselben Erfolge erzielen würden. würde das zusammen schon etwas ausmachen. Und es bleibt nicht immer hlos beim Geldgebern Das gilt im Ucbrigen auch für Berlin. Hat man dort schon einmal den Versuch gemacht, die Nicht- Zionisten für lOelbaumsuende und dergl. oder die nichtzionistisehen Notabien für die P.L.D.C. zu interessieren? Wie viele Juden gibt es in Berlin, die noch von Jüdischem Nationalfond oder Oelbaumspcndc. Telegramm- und Kranzablösungen für indische Zw ecke und dcrcl. keine Ahnung haben? Wie schloss doch Julius Simon seinen Artikel? ״Unsere Berliner Freunde sollten ihren — dankbar anerkannten — Betätigungscifer auf Gebiete lenken, auf denen die Mehrzahl der deutschen Zionistef! auch folgen kann.“ Voila. Und das Gleiche gilt auch von Hamburg von Köln, von Königsberg', von München und den andern grossen und kleinen Städten. Aber die ersten, die die von uns ins Leben gerufenen Institutiorien fördern, müssen doch wir Zionisten sein. Sind wir nun den Nichtzionisten genügend mit gutem Beispiel vorangcgangen? Nein. Diese Tatsache ist ebenso wahr wie bitter. So lange wir aber nicht selbst unsere Pflicht erfüllt haben, ist alles Geicdc darüber, dass wir viel Geld brauchen und nicht wissen, woher cs zu nehmen, ganz unsinnig. Idealisten werden wir genannt. Wir selbst nennen uns Realisten. Wenn wir aber zuschcn. wie wir uns bisher zu unsern finanziellen Institutionen gestellt haben, so haben wir keinen Anspruch auf das Attribut ״Idealist“ und keinen auf das Attribut .Realist“. Brüsten wir uns blos nicht mit unserer Tätigkeit für den Parteifond. Wie wenige haben da ..ihren Verhältnissen entsprechend“ gegeben? Wie wenige haben da nur etwa so viel gegeben, wie sie jährlich für Zigarren ausgeben? Uncf erst bei der P.L.D.C. In Köln gibt es nur einen einziecn Aktionär, ln Berlin bei etw׳a 800 Schekelzahlern 1 z. w a 7 ח. i g Aktionäre. I ״Tretet nicht den Logen bet.“ rief uns einer zu (ob es recht war. sei hier nicht erörtert). Er vergas hinzuzufügen: ..Oebt das. was Ihr dabei spart, unsern finanziellen Jnstitu־־ ׳ tionen.“ . Gewiss macht das Geld allein es nicht. Aber: wie bctätigen denn so und so viele von uns sonst ihren Idealismus? Haben sic alle, die grosse Vermögen ihr eigen nennen (oder ihrer Frau) auch Immer Ihren Maasser gegeben? Die yoh. unsern! Gesetz vorgeschriebenen 10 Prozent? Da sind viele, die geben jährlich ihren Schekel, eine Mark für sich, vielleicht noch eine M״rk für die Frau, in diesem Jahre ein Mal ö Mark für den Parteifond, dann hei den versrhledensten Gelegenheiten zusammen, wenn es hoch kommt G־ H verschiedener Gratnlationstelegramme) 5 Mark für den N-F.. 3 Mark pro anno Abonnement für die RUNDSCHAU^ und manchmal a״ch ״och 10 Mark für die WEI T Dann aber w׳erfr>n sic sieh in die Brust und sagen s?ch: .Püh. w׳as bin ich für, ein Idealist. — was für ein guter Zionist.“ , ־ : ״ Ich bitte um Entschuldigung, wenn mir die Feder etwas Jruchging.. Aber diese Gedanken kamen mir. als Ich letzt die <׳ressc Diskussion der Ber1in״r Freunde las. Wer sich getroffen fühlt, bessere sich. Aller Pflicht ist es aber, an die dankbare Aufgabe beranzntreten. die andern zu interessieren. Es ^vjrd sich wirklich lohnen. , Hugo Schachtel, Kunascnau Waisenkinder Als nach den Oktober-Pogromen vom Hilfsverein der Deutschen Juden und von der Grossioge für Deutschland die unglücklichen Kinder, die infolge der Pogrome verwaist waren, zur Versorgung übernommen wurden, mussten 27 Waisen aus den verschiedensten Gründen in Odessa Zurückbleiben. Nunmehr sind auch diese Kinder nach Vereinbarung des Hilfsvereins der Deutschen Juden mit dem Russo- Jcwish-Cmnmittee in London und der Grossloge für Deutschland versorgt worden. Zehn der Kinder sind vor mehreren Wochen bereits nach Amerika befördert worden und 17 trafen am Mittwoch, dem 22. Juni in Berlin ein. «1*ff״■: י י •י ״־» *״»*-■••»-*****■«««י* ~ ■י*־, ״״״״י* וי*״•״« 3*■יי* *י" ""יי ייייולייד^.^»׳,*וויי״׳ייי^ •*ייי״^־״וי־י ׳

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