Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1908)
- Date
- 1908-07-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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־״r % ן No. 30 __. JÜDISCHE RUNDSCHAU _ Seite 29t 1 \1 t f ו Allianz-Schule), Dr. Abouschedid. Rachamim Misrachi und Bankier Benin haben die Erstgenannten neben den neuen Bczalelhäusern einen Bauplatz von ca. 150 000 □-Ellen erworben und hoffen, hier gleichfalls in Kürze eine neue Niederlassung errichten zu können. Da die genannten bereits früher einige solcher Niederlassungen gegründet haben, hoffen sie zuvorsichtlich, dass auch die neuen Unternehmungen sich gut entwickeln werden, Juden und amerikanischeKriminafstatistik Die amerikanische Krirnlnaistafistik gibt folgende Interessante Ziffern fiUrr «das Verbrechertum der Juden tvoin New* York im Jahre 1907. ln diesem Jahre wurden gegen die Jude!! insgesamt 666 Anklage.il. erhoben, d. h. noch nicht eine Anklage auf tausend Juden, da in New York nach der Zählung des American Jewish. Comittee insgesamt 750 000 Juden leben. Die Zahl der überhaupt im gleichen Zeitraum erhobenen Anklagen betragt 3907. Da die Oesamtbevölkerung New Yorks sich Ende 1907 auf 2 687 500 Einwohner belief, von denen also 1973 800 Nichtjuden sind, so kommen auf 1000 Nichtjuden mehr als 2 Anklagen, d. h. 21׳-•׳ mal so viel Anklagen wie auf die Juden entfallen. Die Erhebung der Anklage ist nun seihstverständlich noch nicht identisch mit der Verurteilung des Angeklagten. Es kommt also weiter in Betracht die Zahl der Verurteilungen. Im Jahre 1907 wurden 450 Juden und 2380 Nicht- Juden verurteilt. Anders ausgedrückt heisst das. dass durch Gerichtsurteile 0,0613 % Juden und 0,1233 “A Nichtjuden verurteilt wurden, d. h. gerade zweimal soviel Nichtjuden als Juden. Dazu kommt noch, dass die Juden fast nur an den sogenannten leichteren Verbrechen beteiligt sind. Das ergibt sich am besten aus der Tabelle der Strafen. 153 Juden oder U,02 % der jüdischen Bevölkerung', d. b. einer auf 5000 wurde zu Zuchthaus oder zu Gefängnis verurteilt. Bei den Nichtiuden zeigt diese Rubrik 991 zu Gefängnis oder zu Zuchthaus Verurteilte, d. 11. 0,05 % der ganzen nichtjüdischen Bevölkerung oder einer auf 2000 Nichtjuden. Interessant ist auch, dass mehr als die Hälfte .der verurteilten Juden jünger als zwanzig Jahre alt sind. Da unter den Emigranten bekanntlich Männer unter 20 Jahren weit weniger vorhanden sind als unter der eingesessenen jüdischen Bevölkerung, so ergibt sich daraus, dass die Neueingewandertcn noch weniger an den Verbrechen beteiligt sind als die bereits ip-den Strassen New Yorks aufgewachsene Generation. Dabei ist die Zahl der minderjährigen Juden, die zu einer Strafe verurteilt wurden, immer noch geringer als die verhältnismässige Zahl bei den Nichtjuden. i Deutsche Palästina-Bank In Berlin. Der ausserordentlichen Generalversammlung am IS. Juli wohnten 7 Aktionäre bei. die ein Kapital von 671 000 Mark vertraten. In der Hauptsache hatte׳ sich die Versammlung mit dem Anträge auf Erhöhung des Grundkapitals um 4 Millionen Mark auf 5 Millionen Mark zu beschäftigen. Ehe in die Beratung hierüber eingetreten wurde, beschloss man, die in der Generalversammlung vom 11. Mai 1905 geschaffenen Vorrechte für die Vorzugsaktien aufzuheben und die §§ 5 und 29 des Statuts dementsprechend abzuändern. Es wurde dieser Beschluss von dem Vorsitzenden. Rittergutsbesitzer Dr. Max Schneller, lediglich als eine Formalität bezeichnet, da sämtliche Stammaktien in Vorzugsaktien s. 2t umgewandclt seüut und demgemäss Vorrechte nicht mehr beständen- Zur Begründung der beantragten Kapitalserhöhung führte der Vorsitzende aus. die Batik habe bisher in dem ihr gezogenen engen Geschäftskreise ausserordentlich ruhig und vorsichtig genügend geebnet. Die Verwaltun«»• hohe ^jsprfinglich die Absicht gehabt, das Kapital nur um eine weitere Million Mark zu erhöhen, sie habe aber gcglaubt, die sich ihr bietende günstige Gelegenheit, gleich eine KapiTalserhüliuug um 4 Millionen Mark cintreten lassen zu köruicn, nicht unbenutzt voriibergehen lassen su sollen. Der Grossaktionär der Bank. Fürst Holicnlohc-Ochringcii. und die ilun nahestehende Hattdclsvcrcinigung A.-O. nämlich hätten sieh erboten, die neuen Aktien zu übernehmen. Man habe diese Gelegenheit um so eher erfasst, als ein Zuriickg'reiicn auf die Aktionäre allein bei den gegenwärtigen noch ungünstigen Verhältnissen auf dem Geldmarkt mit Schwierigkeit verbunden gewesen wäre. Bei der Kapitlserhüliung um 4 Millionen Mk. habe man nicht an eine sofortige, sprungweise Vcrgrösserung der Bank gedacht, sondern diese werde i» derselben ruhigen und sichern Weise wie bisher weiter arbeiten. Sie werde aber in Zukunft ihr Geschäft nicht mehr auf Palästina allein beschränken; sondern es auch auf die Balkanländer, die transkaukasischen Gebiete und die Länder am Schwarzen Meer und dem Persischen Golf auszudehnen suchen, da die Verwaltung überzeugt sei. dass eine deutsche Bank im Orient eine äusserst fruchtbringende Tätigkeit entfalten könne. Dazu sei aber ein wesentlich grösseres Kapital, als bisher vorhanden war, erforderlich, um gegen die schon bestehende Konkurrenz der Deutschen Orient-Bank aufkommen zu können. Des weh teren wolle man die in Hamburg der Bank zur Verfügung stehenden Beziehungen sowie die von dem Fürsten Hohenlohe in jüngster Zeit geschallene Position unter den Seetransport- Unternehmungen ausnutzen. Hierzu sei aber erforderlich, dass die Bank in Hamburg eine Filiale errichte, was gleichfalls neue Kapitalien erfordere. Danach wurde di£ beantragte Erhöhung des Kapitals um 4 Millionen Mark auf 5 Millionen Mark ohne jede Erörterung genehmigt. Die neuen Aktien erhalten für das Geschäftsjahr 1908 nur die Hälfte der auf die alten Aktien entfallenden Dividende und werden zu 103 Prozent von dem genanten Concerti übernommen. Es ist zunächst nur die Einforderung von 25 Prozent des Nominalbetrages zuzüglich 3 Prozent Agio und 4 Prozent Stiiekzinsen ab I. Juli 1908 in Aussicht genommen. Die Festsetzung' der späteren Einzahlungen bleibt dem Aufsichtsrat überlassen. Es ist vorgesehen, dass die Vollzahlung einzelner Aktien-Sericn vorgenommen werden kann. Die hiermit in Zusammenhang stehende Abänderung des Statuts wurde dem Aufsichtsrat überfassen. Von der beabsichtigten Abänderung der Firma in Deutsehe Palästina- und Lcvantc-Bank wurde Abstand genommen. In den Aufsichtsrat* wurden zugcwühlt die Herren Graf Hexmersberg (Bruder des Fürsten Hohenlohe). Ernst Hofmann, Franz H. Schröder (i. Fa. Anton Schröder u. Co. in Hamburg) und Klcinwort (i. Fa. gleichen Namens in Hamburg und London). Kleine Mitteilungen —.— .— — LJ — — —... Berlin. Jüdischer Turnverein Bar Kochba. Sonntag, den 26. Juli, nachm. 4 Uhr. veranstaltet der Verein auf seinem Spielplatz in Halensee (Franzensbader Garten, nahe der Hubertus-Allee) Wettspiele, Am Abend Kommers auf dem Platz. Gäste willkommen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 10 Pi. erhoben. Bei Regenwetter finden die Spiele S Tage später statt. Mischehen der Juden Berlin. Wie einer Zusammenstellung' in der VIERTEL• JAHRESSCHRIFT ZUR STATISTIK DES DEUTSCHEN REICHES über die Eheschliessungen zu entnehmen י ist. sind im Jahre 1905 neben 3905 rcinjüdischei! nicht weniger als 819 iudlsch-christliche Mischehen ci«gegangen worden I Die Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden in Preussen sind in erheblicher Zunahme begriffen. In dem Zeitraum von 1885—1905 sind sie nach der POL. ANTROP. REV. von 2111 auf 4117 gestiegen. Besonders stark war die Zunahme der Mischehen eines jüdischen Mannes mit einer nichtiildischen Frau; diese habe!! sich von 1900—1905 um 30,7 die Mischdien eines nichtjüdischen Mannes mit einer jüdischen Frau nur um 20,8%. beiden zusammen um 26,37« vermehrt. Von sämtlichen Kindern aus Mischehen waren nur 22,67 % jüdisch. Dieser geringe Prozentsatz der jüdischen Kinder nimmt noch stetig ab. Hamburg. Unser Gesinnungsgenosse Dr. Ernst Kalmus ist auf Vorschlag der Repräsentantenversammlung der hiesigen Gemeinde in den Vorstand der Talmud-Tora-Real• schule in Hamburg gewählt worden. Die unentwegte Betonung seines ifidischnationalen Standpunktes hat ihm also nicht bei der Repiüscntanz geschadet. Altona. Die Frauenverelnigung der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Alton,ד ist Dank der Gebefreudigkeit der Mitglieder in diesem Sommer in der Lage eine weit grössere Anzahl schwacher, erholungsbedürftiger Kinder als bisher in die Tageskolonie zu schicken. Statt der überfüllten Insel Ross ist in diesem Jahr Neumiihlcn mit seinem prächtigen Strand und seinen herrlichen Parkanlagen zum Erholungsplatz erkoren. '‘יי ן m : Offembach (Main). Die Ver\valtu11gsl>clumfcn haben Schritte unternommen, um den Zuzug ausländischer Juden zu unterbinden. In Oifenbach sind einige Judeufamilien ansässig, die. ohne etwas verschuldet zu bähen, in Preussen nicht geduldet werden. Nun uill man sie weiter Jagen. *< ״■ I Mannheim. Hier hat sich ein Komitee zur festlichen* Begehung des zweihunderjährgen Bestehens der Klaus-Synagoge gebildet. ..!•>״ Woronesh. Wir berichteten bereits, dass aus Woronesli; eine Deputation eingetroffen sei. um Inhibierung der von• der Administration angeordneten Ansiedelung von 75 jüdischen!; f * I ¥ - 1 < I f t * i .* ׳ « I ן % 1 I 1 jl 1 I ii!; * 1 e