Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-06-12 · Heft 24 (12.6.1908) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 24 (12.6.1908)
Date
1908-06-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651576--05697-2662736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 24 I Seite 231 JÜDISCHE RUNDSCHAU . Zentralkomitee «wählt und zwar: Julius S i m o 11 Mannheim. Sc h ach t e I - Breslau. Ha I p c r 11 ־ Hamburg. Wo IIsteiner- Berlin. L c s z v n s k i - Berlin. U a n t k e - Berlin. Gronemann-Berlin. K o 11 c n sc 11 c r - Posen. Friedemann, Kalmus - Hamburg, Struck- Berlin. Jungin a n n - Berlin, S t e i n i t 7. - Berlin. Kaufmann- Freiburg. Wiener- Kattowitz. Klee- Berlin. Elias Auerbach- Berlin. Son d 11 e i m e r- Frankfurt. Es wird beschlossen, einen geschäitsiiihrcnden Ausschuss \0n 7 Mitgliedern in Berlin aus dem Zentralkomitee einzusetzen, dem die Mitglieder des Zcntialbureatis angehören. Das bisherige Zentralbureau bleibt im Amt. Nach einer Schlussansprache von Dr. Eoewc schloss der Vorsitzende mit einem schwungvollem Nachworte den arbeitsreichen Delegiertentug. Telegramm an Se. Majestät den Kaiser An Seine Majestät den deutschen Kaiser und König von Preussen Berlin. Die ziun II. Dclegiertentag vei sammelten deutschen Zionisten seudci: Hw. :Majestät in steter Treue zu Kaiser und Reich untertänigsten Huldigungsgruss. I. A.: Dr. Boücnhcimer, Vorsitzender. Ü r e s lau. Hotel Vier Jahreszeiten. Anworttelegramm ■ Seine Majestät der Kaiser mul König lassen iiir freundlichen Huldigungsgruss danken. Auf allerhöchsten Befehl der geheime Kabinettsrat v o u L u c a n u s. |—ן Aus den Ortsgruppen p— j Berlin. Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband. Ortsgruppe Berlin, Dirckscustrassc -IG Hm' l Treppe. Sonntag, den 14. Juni: Ausflug nach Granau— Licbesinsel -Friedrichs!tagen. Zusammenkunft der Teilnehmer um 2 Uhr am Stadtbalmhof Ale.xanderplatz (Unter den Kolonaden). Gäste - Damen und Herren — herzlich willkommen. — Montag, den 15. Juni: Vercinsubeiid. Vortrag des Herrn Werner Lachs über ״Die w i r t ־ s c h a f 11 i c 11 c Lage der deutschen Jude n*\ Beginn 9*1 Uhr. Gäste willkommen. ־ Montag, den 22. Juni: Vortrag von Kollegen Julius B ach: ..D i e m odernc G e - s c h ä f t sc n t w i c k I u n g״. Beginn 9'» Uhr abends. Gäste willkommen. — Montag, den 29. Juni: Vortrag des Herrn Georg R n s c 111 h a!. Thema: ״A 111 c r i k a n i s c 11 e Eindrücke“. Beginn 9*1 Uhr abends. Gäste willkommen. Berlin. In der am 12. Mai stattgehabten Mitgliedcrvcr- Sammlung der hiesigen M i s r a c h i - G r u p p c berichtete der Vorsitzende. Herr Hermann S t r 11 c k, über den Fortgang der Arbeiten itir die in Palästina zu gründende Schule, für die Forderation u ,"ר. Es fand dann eine eingehende Besprechung wichtiger F'iagcn im Hinblick auf den Deutschen Dclegiertentag statt. Wie allerorts wurde auch hier gegen die betrübenden Vorkommnisse in Köln lebhafter Protest erhoben. Es kam auch zur Sprache, dass verschiedene Artikel In’ den offiziellen ־ zionistischen Organen einen ,entschiedenen antireligiösen Charakter tragen. Es steht zu erwarten, dass י der Delegierten tag hiergegen Stellung nehmen wird und auch die Forderung des Misrachi, Oarantiecn zu erhalten, dass für die Folge solche Vorkommnisse ausgeschlossen erscheinen, unterstützen dürfte. »- Rundschau. —==3 Alliance Isra&liie Universelle Der soeben erschienene deutsche Bericht der A. L U. legt Rechenschaft ab von der über drei Erdteile sich erstreckenden Tätigkeit der ältesten und grössten jüdischen Hilfsorganisation. Durch Vermittlung der Alliance IsraGitc Universelle wrd von-der Judenheit für die Judcnheit gearbeitet. Den wirtschaftlich Notleidenden wird materielle Hilfe gebracht, den geistig Notleidenden geistige Speise durch Unterrieht und Erziehung geboten. Auch im Jahre 1907 hat der Wirkungskreis der Alliance Isra<?lite Universelle neue Erweiterung erfahren, ist in dem früher bereits von ihr beackerten Gebiet die Wohlfahrtstäiigkeit intensiver geworden. Der letzte Abschnitt der deutschen Ausgabe des Jahres* bcrichts handelt von der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft, der besondere Aufgaben hinsichtlich tl.r rumänischen und russischen Glaubensgenossen zugeteilt sind. In stetig wachsendem Masse hat die Deutsche Konferenz-Gemeinschaft namentlieh die Fürsorge für die Auswanderer und Rückwanderer russischer und rumänischer Staatszugehörigkeit übernommen und selbständig organisiert. Zahlreiche Lücken, die in dem Grganisationsnetz vorhanden waren, sind ausgefüllt worden. Die Zustimmung, deren sich die Alliance Israölite Universelle im Allgemeinen und die Deutsche Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israölite Universelle in Deutschland im besonderen erfreuen, wird bewiesen durch d:e stetig wachsende Zahl der Mitglieder, die im vergangenen Jahr abermals um Tausende zugenommen hat. Auch die Alliance nähert sich mehr und mehr den wirklichen Forderungen des Volkes, für das sie arbeitet, und es ist nur zu wünschen, dass die A. I. U. in immer höherem Masse wirklich jüdische Arbeit leisten möchte! ‘י."׳ Auflösung desechtrussischen Verbandes? Aus Petersburg wird der י N. J. K. geschrieben: In der letzten Sitzung des Vorstandes des ,.Verbandes echtriissiscltcr Leute" w urde ti. a. auch di־: Meinung geüussert. dass der Verband, der zur Zeit der Revolution entstanden sei. seine Aufgabe nunmehr erfüllt hätte; die Revolution sei jetzt tmterdriiekt. und der Verband hätte dadurch seine Existenzberechtigung verloren. Die Mehrheit der Vorstandsmitglieder war aber mit dieser Ansicht keineswegs einverstanden. Ob* wohl die Revolution \ abständig zu Boden geschlagen ist. so argumentierte diese, sind doch noch genug Feuerherde vorhandelt, an denen sie sich ieden Augenblick entzünden kan». Ausserdem aber Fat der Verband noch ein anderes Ziel: den Zusammenschluss aller ..echten Russen" zur Wahrung ihrer Nationalität gegen die Ausländer und besonders gegen die Juden. Die Regierung bereitet eine neue Bearbeitung der gegen die Juden gerichteten Gesetze vor. und der ״Verband der echten Russen** muss dafür sorgen, dass diese Gesetze nicht etwa günstiger ihr die Juden werden. Deswegen ist auch jetzt noch nicht die Zeit, von dem ״natürlichen Ende des Verbandes“ zu sprechen. -- Hatte der Verband bisher noch ein sozusagen ״patriotisches" Ziel, so ist er also nun ausgesprochenermassen geworden, was er ja auch bisher schon reichlich war. eine rein antisemitische Gesellschaft. Der4 grosse Jüdenhof Der bekannte grosse Jiidenhnf. ein stiller Winkel in der Nähe des Roten Hauses und des neuen Verwaltungsgebäudes, wurde in diesen Tagen wieder einmal durch das Gerücht beunruhigt. er sei vom Magistrat als Bauplatz für ein drittes Verwaltungsgebäude angekauft worden. Hiervon ist zunächst absolut nicht die Rede, wenn auch der Gedanke nahe liegt, dass der Ausschuss, der zur Ermittelung geeigneter Baustellen niedergesetzt ist. sich in möglichster Nähe der beiden Verualtungsgebüude Grund und Boden zu sichern sucht. Der Grosse Jüdenliof. eine mittelalterliche Sackgasse, die das Wei-!ergehen der Passanten hindern sollte, liegt in der lärmenden Citv. ein Idyll stiller Zufriedenheit, das mit dem gcräuschvollen Treiben der Reichshauptsta.lt so gut wie nichts zu schauen hat. Wer die enge Gasse zwischen den Häusern Jiidcnstr. 46 und 47 durchschritten hat. glaubt sich plötzlich auf den Marktplatz eines freundlichen Städtchens versetzt. Die Häuser, die das unregelmässige Viereck begrenzen, können sich mit du modischen Bauten zwar nicht messen, aber sie sind anheimelnd, wohnlich und stehen keineswegs auf ge. biechlichei! Füssen. Als lebender Zeuge einer grausamen Vergaiigenheit reckt sich mitten in dem jetzt so idvllischcn Jiidenhofe. dereinst die Stätte blutiger Judenverfolgungen, eine uralte Akazie. Der immer noch lebensfrische Baum hat sich soeben mit frischem Maigrün geschmückt und breitet stolz seine starken, alten Äste aus. Auerbachsche Waisenanstalt In den Baruch Auerbachschcn Waisen - Erzieltungsi Anstalten erhalten nach ihren! eben erschienenen Jaliresbe- י rieht 56 Knaben und 30 Mädchen — eine Züglingsstelle ist י trotz der erheblichen Verteuerung fast aller Anstaltsbcdürfnissc wieder neu geschaffen worden, eine auf die volle Entwicklung , einem Vortragsabend eingeladen und hatte derselbe sich eines ihrer ßildungsfähigkcit gerichtete Erziehung. Bei vorhandener Vcianlagung und Leistungsfähigkeit besuchen die Zöglinge .im allgemeinen höhere Schulen, die Knaben fast durchweg bis zur Einjühiig-FreiwiUigen-Bercchtigung. besonders begabte und würdige sogar bis zur Reifeprüfung, während die Mädchen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.