Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1908)
- Date
- 1908-06-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r B>|LJII|1HUg»tHtl ־' Abonnementspreis einschliesslich LITERATURBLATT «iertelfahrlicht 1. durch di• Expeditisn: *) In Berlin —,<)0 Mark, b) nach aus* wärls I,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. 2. Im Pattabtnnemcnl: 1,25 Mark. die Insertionspreis viergospaltcne Petit-Zeile oder deren Raum 25 Piennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonsirasse 4. Fernsprecher: Moabit, 3387. Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Varia! lüditthe Rundith au, E. G. m. b. H. Berlin S.W. 68, Zimmerstrasse 77. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JÜDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller OeacbSftattundcn der Expedition täglich (ausser Sabbat und Sonntag) _ nachmittags 3—7 Uhr. Quellenangabe gestattet. Nummer 24 Berlin, 13. Siwan 5668 — 12. Juni 1908 X111. Jahrgang XI. Deutscher Delegiertentag in Breslau . Erster Tag Vormittagssitzung Breslau, den 8. Juni 1908. Pünktlich 9V4 Ulir eröffnete im Saale des ״Hotels Vier Jahreszeiten" der Präsident des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Rechtsanwalt Dr. M. J. Bodenheimer- Köln, die Sitzung des Xi. Deutschen Delegiertentages, welchem etwa 120 Delegierte beiwohnten, mit der folgenden Eröffnungsrede: Sehr geehrter Delegertentag! Zum ersten Male tagt die Vertrauensmännerver- Sammlung der deutschen Zionisten im Osten Deutschlands in einer Stadt, die durch ihre jüdischen Traditionen und durch eine grosse Zahl bedeutender Juden berühmt ist. Wir wissen die Ehre wohl zu schätzen, die uis die hiesige Ortsgruppe hat zuteil werden lassen, indem sie uns eingeladen hat, unsere Sitzungen hier abzuliaiten. V&el Erspriessliches r*st von Breslau dem deutschen Judentum und der Judenlieit der ganzen Welt zuteil geworden. Das Oeschichtswcrk von Oraetz ist durch seinen nationaljiidischcn Gehalt bahnbrechend für eine neue Auffassung der jüdischen Geschichte geworden. Aus der Erstarrung eines mumienhaften Lcftfadens der Religion und der Isolierung einer Kirchengeschichte ist sie in die Reihe des Geschehens und Wirkens lebendiger Völker crngcrciht worden. Zacharias Frankel und seine Schüler haben hier im Dienste des Judentums gewirkt und der Wissenschaft des Judentums neue Bahnen gewiesen. Das Vorbild und die Lebensarbeit so bedeutender Männer wird für uns ein Ansporn sein, unsere Arbeiten nvt dem Eifer und der Würde zu erledigen, die das hohe Ziel, das wir uns gesetzt hatten, erheischt. Zur Lösung neuer Fragen haben wir uns hier vereinigt, und die reiche Tagesordnung unserer Versammhing ist der beste Bewo’s, dass in der zionistischen 13cwegung sich immer ut'uc Kräfte regen und das Leben vielgestaltig emporblüht. Ein Teil unserer Anhänger hofft vorwiegend durch diplomatische Tätigkeit in der Türkei und bei den Grossmächten der Kulturvölker das Z'el einer politisehen Autonomie in Palästina zu erreichen. Ein anderer Teil glaubt, dass dieses Ziel am besten gefördert werde durch kolonisatorische Pioniertätigkeit, durch Uebuig. Förderung und Mehrung der jüdischen Bevölkerung im | Lande der Väter. Doch wird selbstverständlich auch i diese Kleinarbeit nicht als Ziel, sondern nur als! Mittel zur Erreichung des zionistischen Endziels beti achtet. Neben diesen auf das Endrcl gerichteten Bestrc-! bungen liegt uns selbstverständlich jede Arbeit am Her- I zen, die das Wohl der Juden fördert so ist es als eine | Notwendigkeit für uns erkannt worden, in Deutschland { wie in anderen Ländern das Verhalten der jüdischen Bevölkerung zu dem Volk, untef dem wir leben und das Verhältnis der Zionisten zu der jüdischen Bevölkerung klarzustellen. So sind diese beiden Gegenstände auf die Tages- Ordnung dieser Versammlung gesetzt worden. Ebenso, wichtig wie dies Tätigkeitsfeld der inner-deutschen Pclitik ist für uns der Wunsch, angenehme Beziehungen zu den anderen jüdischen Organisationen zu pflegen, welche de Erhaltung, des Judentums oder der Judenhc't für die Zukunft anstreben. Man kann uns nicht den Vorwurf machen, dass wir uns in wildfremder Weise von irgend welchen jüdischen Angelegenheiten zurückziehen und uns lediglich mit Arbeiten für die Zukunft beschäftigen. Wir haben durch imkere Anteilnahme an der Generalversammlung des Verbandes deutscher Juden sowie an anderen. Veranstaltungen, iu denen für unsere Tätigkeit Raum war, den Beweis erbracht, dass wir auch an diesen Aufgaben gern und freudig mitärbsiten. Unsere Gesinnungsgenossen in Baden haben durch ihre eirige Beteiligung an den Wahlen zur israelitischen Synode bewiesen, dass cs lediglich ein Schlagwort ist. wenn man da und dort behauptet, der Zionismus habe in Deutschland keinen Boden gefasst, oder beschränke sich auf ganz kleine Kreise innerhalb der deutschen Judenheit. Der Ausgang dieses Wahlkampfes hat dargetan, dass die grösst Masse der deutschen Juden, ebenso wäe In anderen Ländern mehr oder weniger unbewusst auf ,• ז! ייייי׳יץ־"ייו?וy <■׳ «■«* «י ןי^״*ו8:^ןיי<ן- ־« ף■ ^ו%,ו״ומי