Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-05-28 · Heft 22 (28.5.1908) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 22 (28.5.1908)
Date
1908-05-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651574--05656-2662693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 102 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 22;1 ־ )* bcstrcbungen". Der Februar brachte eine Fraucn-Vcrsamm- Jung und eine Studenten-Vcrsammlung. Zur Information unserer eigenen Mitglieder und unserer näheren Freunde dienten eine öffentliche Versammlung, in der der Bericht über den 8. Kongress im Haag gegeben wurde, sowie Vorträge von l)r. Ruppin über ״Den Stand der indischen Arbeit in Palästina". Israel B c i k i n d über ״Landwirtschaftliche Erziehung in Palästina" und Dr. Heymann über ..Die finanziellen Institutionen des Zionismus", litt Dezember 1907 rezitierte S. R a b b i n o w i t s c 11 (Sehalom Alcchcm) jüdische Humoresken. Im Februar 1908 sprach Herr Dr. Landsberger über ,.Die jüdische Kunst der (legen• wart" unter Vorführung von Lichtbildern. Die Gedenkfeier für Dr. He rz I. die Makkabäerfeier und die Purimteier fanden in gewohnter Weise statt. Wenn trotz dieser regen Tätigkeit eile Zahl der Mitglieder der Vereinigung nicht wesentlich ge- ,stiegen ist. so liegt dies nur an der fortschreitenden De- Zentralisation unserer Organisation in Berlin, die sich immer mehr als notwendig erwiesen hat. Die Ortsgruppe in Charlottcnburg. die Jüdisch-nationale Fraucnverciniguüg. der Hcrzl- Klub und die Studentenverbindung ״Hasmonaea" haben im vergangenen Jahre weitere Fortschritte gemacht, ihre Mitgliederzahl erhöht und sich innerlich konsolidiert. Neu gegründet wurde die Misrachi-Gruppc, die Iris dahin nur einen losen Zusammenhang gehabt hat. sowie der Verein ..Bnei Zion", der sich hauptsächlich der Agitation unter den in Berlin wohnenden ausländischen Juden widmet. Derselbe zählt, trotzdem er erst wenige Monate besteht, bereits 200 Mitglieder. Hin Verein ..Jüdischer Handlungsgehilfe»“, sow ie ein ..Jugend-Klub" der Jüdisch-nationalen Fraucnvcrciuiguug sind in den letzten Monaten gegründet worden. Auch diese Gruppen scheinen sich gut zu entwickeln. Ein erschöpfender Kassenbericht für das laufende Rcchnungsjahr kann noch nicht gegeben werden, da dasselbe erst mit dem 30. Juni abschliesst. Aus diesem Grunde lässt sich auch die Zahl der diesjährigen Schekelzahler noch nicht feststellen. Die Sammlungen für zionistische Zwecke haben in Berlin nebst Vororten in den verflossenen 10 Monaten des letzten Jahres folgendes Ergebnis gehabt: Nationalfond . 2970 Mk. Oclbaum spende.1&00 .. ־ Parteifo'nd .5100 ״ Andere palästinische Institutioucn .!000 ״ P.L.D.C. 28*1 Aktien mit.57110 .. Zusammen 16570 Mk. Die weitere Entwicklung der Berliner Zionistischen Vereinigung wird davon abhängig sein, ob cs gelingen wird, weitere Zentren für die Agitation zu schaffen und auch die einzelnen Abteilungen im Vorstande, z. B. die Nationalfcnd-Kommission selbständiger als bisher zu machen. Nur auf diese Weise wird cs dauernd möglich sein, die Geschäfte ausschliesslich mit freiwilligen Hilfskräften zu führen. Berlin. In der Berliner Zionistischen Vereinigung fand am Montag die Generalversammlung statt, in der R.-A. Dr. Hantke den Bericht erstattete, wozu er bemerkte, dass In Berlin in! Verhältnis zu dem übrigen Deutschland der Prozentsatz von Zionisten ausserordentlich niedrig sei und deutete Mittel an. auf welchem Wege man weiter käme. Er erklärt gleichzeitig, dass es ihm unmöglich sei. das Amt als Vorsitzender fortzuführen. Zur . Diskussion äussert Herr Engländer eine Reibe von Bedenken gegen die nicht genügende Agitationstätigkeit. Ihm erwidern vom Vorstand Herr Barth. G r o 11 e in a n n und Dr. H a n t k e. der fest* stellt, dass die verschiedenen zionistischen Vereine Berlins zusammelt 825 Mitglieder zählen. An der weiteren Diskussion beteiligten sich noch Dr. Zwirn. Jakob, Dr. H e y m a n 11. Dr. W 11kowski. Uonzer. Sobe rsk i und Dr. Hantke. Zum Vorsitzenden wird Rechtsanwalt Gronemann gewählt. In den Vorstand werden ferner gewählt: Dr. Hantke. Dr. Auerbach. Wagner. Dr. Pink us. Hirsch. Barth. Hey man 11 und Dr. Stein itz. Als Delegierte für den Breslauer Delegiertentag hat die B.Z.V. acht Mitglieder zu w ählen. Vorher findet auf An• regung Dr. Z wf i r n s eine Besprechung der politischen Fragen statt, an der Dr. Elias Auerbach. Barth, Hantke. A. Hildesheimer sich beteiligen. Als Delegierte werden gewählt: Dr. Locwc. Dr. Auerbach. R.-A. Pink us-, Barth. Dr. Hey in au 11. Wagner. Dr. Becker, Arthur Hirsch. Zur Sache selbst lag ein Antrag Dr. EliasAucrbaeh vor: ...Die Berliner Zionistische Vereinigung spricht Ihr Bedauern darüber aus. dass die Zionisten in Baden ihre Hand zu einem Entwurf geboten haben, der die ausländischen Juden ihres Wahlrechts in den jüdischen Gcmeinden beraubt, und wünscht die Besprechung dieser Augelegenheit auf dem Breslauer Delcgiertcntage." — In Anbetracht dessen, dass die Versammlung nicht mehr zahlreich beisammelt ist. wird auf Wunsch des Antragstellers die Ab- Stimmung über die vorher von der Versammlung mit Beifall ausgezeichnete Resolution vertagt. Berlin. Die Vorstands wähl der lüJischnatlonalcn Fraucnvcrelnlgung fand am 11. d. Mts. im Restaurant Simon. Gipstrassc. statt. Zur ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Frl. Noemi Banctb gewählt; ausserdem setzt sich der Vorstand aus den Damen Wagner. S a 1 o m 6 n . Landau. Kriicz. Amolski. Bccrmann. Markus und Cohn zusammen. Als Delegierte nach Breslau wurden einstimmig Frau Lina Wagner und Frl. Grete Aniolsk! gewählt. n1s* Berlin. Der Herzl-Club. Berliii-Chaflottenburg, veranstaltet am Sonn tag. den 31. Mai. einen Ausflug nach Hessenwinket (Station Wilhelrusliageii). Es findet gemeinsame Kaffeetafel. Spiele im Freien. Tanz usw. statt. A b 1 a h r t sä in 11 i c h e r Teilnehmer vom Bahnhof Alexauderplatz 3.16 Uhr nachmittags. Gaste. Damen und Herren, sind willkommen. Regensburg. Nach langer Pause hatten wir am IS. d. M. endlich wieder einmal Gelegenheit, einen Redner in unserer Vereinigung zu hören. Herr Dr. Elias Straus II. Mündien, sprach über ..Die soziale und wirtschaftliche Lage der indischen Bevölkerung Palästinas". Er begann seinen Vortrag mit dem Hinweise darauf, dass die Juden nie aufgcliört haben, sich nach dem Lande lirer Väter zu sehnen, aus dem sic seit ca. 2000 Jahren vertrieben sind. Wahrend früher jedtch diese Sehnsucht einen tiefreligiösen Charakter hatte und Palästina mir von denen aufgesucht wurde, die es als eine heilige Handhing betrachteten, ihr Leben dortselbs{ zu besvMiessen. wird heute die Einwanderung von ganz anderen Motiven geleitet. Ein junges, hoitnuugsfrohes Menscheumaterial zieht nach dem heiligen Lande, um den Buden in Besitz zu nehmen, um ihn zu bearbeiten und schon jetzt zählt Palästina 2*1 landwirtscbaitliche jüdische Gemeinden, die 39—•10(ויH* ha Land ihr eigen nennen. Redner geht dann auf die Rechtsverhältnisse über, bemerkt nebenbei, dass die Türkei in jüngster Zeit eine Rcchtsmassregel ergriffen habe, die die Zuwanderung fremJer Juden einigermassen erschweren könnte und betont, dass der politische Einfluss der palästinischen Juden noch ein sehr geringer sei. und zwar auch da. wo sic beispielsweise, wie in Jerusalem, mehr als die Hälfte der Einwohner bilden, -r- Das Bildungsniveau ist ein niedriges, die geistige Richtung zumeist mystisch und die Steilung der Frau, zumal der orientalisvhen, eine untergeordnete. — Mittel zur Behebung dieser bcklagenswerten Zustände sei die Gründung von Schulen und hier ist es als erfreuliche Tatsache zu konstatieren, dass deren Unterrichtssprache im Gegensätze zu den Allianceschulen, die hebräische sei. Merkwürdigerweise haben die aschkenasischeti orthodoxen Rabbiner den Besuch dieser Schulen — weil zu modern -- mit dem Banne belegt. — Redner bespricht das Chalukawesen. das in vielen Fällen demoralisierend wirke. — Auf die Gründung von Hausindustrien übergehend, erwähnt derselbe, dass liier die Kunstgewerbeschule der Bezalel in hervorragender Weise sich verdient mache. Für die Er- Stellung einer Grossindustric mangle die Kohle. Neben der Hausindustrie in den Städten entstehen auf dem Laude Ackerbau- und Pilaiizungsgesellschaiteii. welch letztere insbesondere Oliven und Orangen anpfiaiizen. Dabei bilden sich auch Ver- Kaufs- und Darlchiisgenossvnschaftcu und es zeige sich überall, dass die neue Generation unter den Juden Palästinas den festen Willen hat, auf eigenen Füssen zu stehen. — Zum Schlüsse streift Redner die in neuer Zeit projektierten Bahnbauten, die es ermöglichen werden, dass man von Europa direkt per Bahn nach Palästina werde reisen kömieu. - Der t'hicli. den Jeremias• ausgcstosscu Italic, dass Jerusalem unter keinem anderen Volke mehr blühen werde, habe sich in den fast 2tH.)U Jahren bewahrheitet. OeJe. unfruchtbar, einer Wildnis ־ gleich, lag das Land da: neues Lehen erblühe, rührige Tätigkeit werde jetzt durch die eingewaiulerteu Juden entfaltet, der Boden verjünge sieh und frohe Zuversicht erfidle seine Bewohner. An uns sei es. mitzuhelfen. dass diese Zuversicht nicht zuschanden werde. — Reicher Beifall lohnte den Redner. An der Diskussion beteiligten sich Herr L>istriktsrabbiner Dr. Mayer, der I. Vorsitzende Herr Weiner und der Schriftführer. Frankfurt a. M. Am 13. d. Mts. fand in hiesiger Ortsgruppe die Wahl der Delegierten zum Delegicrtcntag in Breslau statt. Gewählt wurden die Herren: Prof. Wcyl, '־־- ° 1 ~ ‘? י**-' ‘ Lcvigard. Als Ersatz׳. und S. Gels. (i o 11 c i n , S 0 n d h e i m e r und delegierte die Herren Hacke ubroch ״: ä

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.