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Jüdische Rundschau · 1908-05-22 · Heft 21 (22.5.1908) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 21 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 98! JÜDISCHE RUNDSCHAU __ No. 21 banües und legte ein vollkommen ausgearbeitetes Statut vor. Die Vorsitzenden der Gruppe Mannheim und Freiburg wurden zur Bildung des provisorischen Ausschusses bestimmt, der das Statut der nächsten Tagung vorzulegcn und ausserdem die Vorschläge des Herrn Dr. Kaufmann bezüglich der Propaganda sowie der Vereinfachung der Organisation zu prüfen hat. Es wurde beschlossen alljährlich im Mai einen badischen Verbandstag abzuhalten. Herrn Dr. Adler- Nordrach, der am Erscheinen gesundheitlichverhindert_ war und telegraphische Griissc übersandte, wurden seine Grfisse herzlich erwidert mit den Wünschen auf baldige vollkommene Genesung. Auch Präsident David Wolffsohn wurden Grösse übermittelt. Die Beratungen, die um Vj3 Uhr begonnen, erreichten abends %8 Uhr ihr Ende. Herr Synodal-Abgeordneter Wilhelm Bähr-Karlsruhe referierte sodann über die Tagung der israelitischen Synode und insbesondere über die Vorgänge, die zur Annahme des Verfassungsentwurfs führten, der den Reichs ausländem das Wahlrecht nimmt. Seine Ausführungen־ ergänzte das weiter anwesende Mitglied der Synode Herr Dr. Jonas Simon-Heidelberg. Aus den Ausführungen der beiden Redner ging hervor, dass diese ihre Gegnerschaft gegen den ominösen Paragraphen des Verfassungsentwurfs entschieden betont, sich aber schliesslich, angesichts der Haltung des Oberrats, wenn auch schweren Herzens, zum Nach geben entschlossen haben. Herr Dr. Moses krtisierte schart die Haltung des Oberrats, durch die die Stellung der jüdischen Reichsausländer in Deutschland weiter geiührdet ei scheine, da hier eine jüdische Behörde eine Politik gegen unsere jüdischen Brüder geradezu gutlieisse. Er bedauerte, dass der Oberrat die Gegner jener Bestimmung in einen schweren Gewissenskonflikt gebracht hätte, gab aber gleichzeitig der Meinung Ausdruck, dass doch ein Kompromiss auf annehmbarer Basis hätte erzielt werden können, wenn die Abgeordneten mehr gefordert hätten. Er anerkannte aber die Schwierigkeit der Situation, in der sich die Zionisten befanden, und resümierte dahin, dass es unsere Pflicht sei dafür 7u sorgen, dass unser Einfluss ein ständiger werde und dass deshalb in die nächste Synode eine Mehrheit cinziehen müsse, die derartige Ereignisse zu verhindern und nach Möglichkeit auch dahin zu wirken hätte, dass der Be- Schluss discr Synode wegen der Ausländerfrage wieder aufgehoben werde. Ein ursprünglich vorgelegter Antrag, den zionistischen Abgeordneten ein Misstrauensvotum zu erteilen, würde darauf zurückgezogen. Gruppenverband Gberschlesien An der am Sonntag, dem 17. er. in Königshütte abgelialtenen öffentlichen Sitzung des Eng. Ausschusses nahmen Vertreter und Mitglieder fast aller obcrschlesischen Orls- und Schekelzahlcrgruppcn teil. Die Verhandlungen cröfincte Dr. G. Weissmann-Kattowitz mit einem Referat über die Wirksamkeit der obcrschlesischen Gruppen int abgclaufcncn Jahre, das einen Uebcrblick über den Stand der Bewegung in Ober- Schlesien bot. alle Gebiete zionistischer Tätigkeit kritisch heleuchtete und in wertvollen Anregungen für die Weiterarbeit gipfelte, ln der sich anschliessenden Debatte stellten Vertreter verschiedener Gruppen der Kritik des Referenten unter Erörterung von Einzelheiten der Organisationstätigkeit entgegenzutreten. Die Vorbereitungen zutn Delegiertentag \u1rden durch ein Referat Dr. Stahls eingcleitct. Redner behandelte die Probleme, die die Tagung beherrschen düriten. ging aut Mängel in der deutschen Parteiorganisation ein und legte einige Resolutionen für den Delegiertentag mit eingehender Begründung vor. auf Grund deren sich eine sehr angeregte Debatte entwickelte, an welcher sich insbesondere die Herren Arnold Wiener. R.-A. Dr. Dobrzynski und Fürder-Gleiwitz In:- tciligtcn. Das Ergebnis der Ansprache war die einstimmige Annahme folgender Resolutionen: I. Der Dclegieriemag wird aufgefordert, der Frage der Anstellung eines besoldeten Parteisekretärs nachd r ü c k I ic h näher zu treten. II. Der Delegiertentag möge die Umwandlung der JÜDISCHEN RUNDSCHAU zu einem allgemeinen jüdischen Ea m i I i c n b 1 a 11 (insbesondere durch Ausgestaltung des Feuilletons) unter Aufrechterhalttmg ihres partei-oinziellen Charakters ins Auge fassen. III. Der Defegicrtentag bedauert aufs tieislc. dass unter Mitwirkung der durch zionistische Unterstützung gewählten Majorität der badischen Synode eine Wahlentrechtung der nichtreichsangehörigen Volksgenossen zustande gekommen ist und spricht den badischen Gesinnungsgenossen seine schärisle Missbilligung darüber aus. dass sic cs unterlassen haben, die Stellung der Kompromisskandidaten zu dieser Frage zu prüfen. Eine Interpellation des Herrn Rechtsanwalt Veit-Offenbürg über den gegenwärtigen Stand der zionistischen Bewegung beantworteten die Herren Dr. Moses und Julius Simon- Mannheim. Herr Rechtsanwalt Veit gab in Erwiderung der Ausführungen dieser Redner den* Wunsch Ausdruck dass jede zionistische Tagung mit einer Schilderung des jeweiligen Standes der Bewegung beginne, dass das A.-K. von Zeit zu Zeit vertrauliche Berichte an die Vertrauensmänner im Lande erlasse, die jene über den politischen Stand der Bewegung unterrichteten, und dass die Latidcsorganisation sich darum bemühen sollte, regelmässig gutgcleitcte Gesellschaftsreisen nach Palästina zu veranlassen. Schliesslich wurde noch kurz über den deutschen Delegicrtentag in Breslau gesprochen. Der Vorsitzende regte an, dem deutschen Delegiertcntag eine Rcsolution vorzulegen, in der betont wurde, dass man die Ver- Ictzung der religiöse» Gefühle der orthodoxen Zionisten durch die Vorgänge im Zentralhurcau bedauere und cs als wünschenswert betrachte, wenn ein Beschluss möglichst in das Organisationsstatut aufgeuontmen werde, der ausdrücklich fcstsctzt, dass durch die offizielle zionistische Tätigkeit nichts ausgeübt werden dürfe, was dem jüdischen Religionsgesctz widerspräche. Man müsse die Propaganda der gesetzestreuen Zionisten unter den orthodoxen Juden nach Möglichkeit erleichtern. Die Ver- Sammlung beschliesst, den Vorsitzenden und die Herren Otto Simon-Mannheim und Rechtsanwalt Dr. PI ä I z e r - Weinheim zur Abfassung einer entsprechenden Resolution zu ermächtigen, Parteifond Für den Parteifond sind bis jetzt folgende Beträge *ingegangen: XI. Ausweis. Aus Halberstadt: Kleine Sammlung am 7. April . Aus Kiel. Frau Julius Franken thal .... Aus Stolp I. P.: Frau Rosa Bo hm durch Rabbine Dr. Joseph.. Aus Gleiwitz: Josef Daa tiger. Aus Breslau: Hugo Schutz. Aus Zerbst: Breitbart. Aus Hlldeshefm: E. K. Gumperz. Aus Ratibor: Gesammelt beim Vortrage von He mann Adler. Aus Kattowltz: Zahnarzt P i n cu s.10,— M Isaac Markus.10,— v M. G r ü n b e rg.. 10,— . Georg Bock. 10,— , Isidor Schiadler.10,— , AdolfArian ..10,— . Wilhetm Lewla.5,— י Jules F riedlinder (2. Rate). . . . 6,— ״ 4,55 Mk. ״ -,10 ״ 8,20 . -,0ל Aus Elberfeld: H. Klein (2. Rate).16,-- , Aus Hamburg: Dr. Cb wo lies uni Frau .... 2,50 Mk. Der Zionistische Stammtisch im Als'erpavlllon gratuliert Julius Simon, Mannheim, und den andern Gesinnurgsgenossen za Ihrem Siege . . . . 5,25 ״ 7,75 ״ 1, * |1 1' I 1 יז%ווו > י^י״וי;^.1וי.'1י^«>ן»וווו?וו?*ו<ו «1 f יי

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