Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651552-2651573--05640-2662676- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Beilage JUEDISOHE RU NDSOH AU Jg.XIII, No.21 ■ Aus der zionistischen Bewegung Deutscher Delegiertentag 1908 TAGESORDNUNG. 1, Verhandlungstag: 1. Ansprache des Präsidenten Herrn R.-A. Dr. Bodenheimer־Köln. 2. Bericht des Zentralbureaus. 3. Die politische Stellung der Juden in Deutschland: R.-A Dr. Ascher-Dessau. 4. Unsere Stellungnahme zur jüdischen Gemeindepolitik: R - A. Dr. K 01 le n s c h e r-Posen. 5. Generaldebatte. 2. Verhandlungstag: 1. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas• Professor Warbu rg־Berlin. 2. Kulturelle Aufgaben in Palästina: Dr. Schemarjah Levvin-Berlin. 3 Debatte. 4. Wahlen für das Zentralkomitee und Zentralbureau. Die Delegiertenkarten werden in Breslau ausgegeben. Wir bitten die Ortsgruppen die Wahlen zum Delegiertentag schleunigst vorzunehmen und uns das Resultat derselben mitzuteilen. Besondere Vorschriften für die Vornahme der Wahlen bestehen nicht. Gemeldete Wahlen: Breslau: Lippniann Bloch, Dr. Aron Sandler, Max Kober, Leo (1 r ft n 111 a 1, sämtlich Breslau, als Delegierte. Dr. Walter S t c i n i t z, Redakteur S. Ci o 11 sch a 1 k. Breslau, Dr. Gurt W ci s s, z. Zt. Posen, als Krsatzdcligiertc. Dessau. Dr. Ascher, A. G 01 d in a n n als Delegierte; Dr. Moses, M. Schapiro als Kr־ satzdelcgicrte. Frankfurt a. M.: Professor Wcyl, J. Goitcfn, Fritz S o n d 11 e i in c r, L c v i g a r d, sämtlich in Frank- וויו rt a. M., als Delegierte, Hac k c’n b roc h, S. (leis, Frankfurt n. M., als Ersatzdclcgicrtc. Halle a. S.: sind. agr. Albert S t r a 11 s s als I) eieg i c r t c r, Dr. Alfred W o 11 f als Krsatzdclegicrt c r. Wronke: Lehrer Auerbach, Posen, als Delcgierte r, Tierarzt Wall, Wronke, als Ersatzdelegierter. Köthen 1. Anh.: Frau E?se Markus als Dclegierte. Zur Obentahmc von Mandaten haben sieh bereit erklärt*. Max W a I k - Breslau. Dr. Julius B cc kc r - Berlin. Dr. Kgon Rosen borg-Charlottcuburg. Dr. Adalbert S a c 11 s - Berlin. Redakteur A. H e r in 0 n 1 ־ Cliarlottenburg-Berlin. Frau Dr. Lcszynsky -Berlin. Fräulein Berta M a i e r 0 \v i t s c h - Berlin. Frau Rechtanwalt O r o u c in a n n ־ Berlin, Salo Trans lat cu r-Berlin. Dr. Z1 o c i s t i - Berlin, Paul Odzc- Hannover. Carl M it t woc h ־ Breslau. Apotheker M a ni 10 c k - Halcnsec-Berlin. Sigm. Ra ppop o r t-Kattowitz. Dr. 0. Weissmann• Kattowitz. Simon Freund- Kattowitz. Ref. Nothmann -Gross-Strchlitz. Ref. Schindler. Z. Z. Breslau. Die Tagung der badischen Zionisten Auf Einladung der zionistischen Gruppcnvcrbändc Badens fand letzten Sonntag, den 1ח. d. Mts. eine Versammlung der I adischcn Zionisten in Baden-Baden statt, um über die durch das Eintreten der Zionisten in die Gcmcindcpolitik in Baden geschaffene Lage zu beraten. Es wohnten 23 Gcsinmingsgc• rossen aus Mannheim, Heidelberg, Weinheim. Karlsruhe, Offenbürg und Frciburg der Tagung an. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: ..U n s c r c Stellung im jüdischen Gemeinde-!eben und zur jüdischen Gcmcindcpolitik'‘ referierten die Herren Dr. Julius Moscs-Mannlieim : und Rechtsanwalt Dr. P f ä 1 z c r - \V e i n h c i ni. Herr Dr. Moses gab eine prägnante Schilderung der Verhältnisse, durch die die badischen Zionisten gezwungen wurden, statt lediglich der Heimstätteupolitik zu dienen, sich auch um die Gcmcindcpolitik zu kümmern. Er forderte aber ein klares Gcmeindcprogranim und die Festsetzung bestimmter Riehtlinicn der Arbeit, insbesondere in unserem Verhältnis zu anderen Organisationen und besonders zur• Orthodoxie. Herr Rechtsanwalt P i ä 1 z c r ergänzte diese Ausfülirungen, insbesondere mit seinen Erfahrungen in kleineren Städten und auf dem Lande. Er forderte zum Versuch einer Politik der Versöhnung auf im Sinuc des zionistischen Aufrufs während der Wahl zur Synode, ausserdem aber ein taktisches Zusammengehen mit der Orthodoxie, die neben uns der einzige Träger indischer Ideale sei. überall dort, wo der Zionismus noch nicht Wurzel fassen könne. Insbesondere auf dem Lande, müssten Vereine gegründet werden zur Erziehung der Bevölkerung, insbesondere der Jugend, zu jüdischem Selbstgefühl. Nach einer sehr lebhaften Debatte, an der sich die Herren Rechtsanwalt V c i t- Ottenburg, Dr. K a u f m a n n־Freiburg, Julius W e r t h c i m ־ Mannheim, Dr. Simon- Heidelberg. Wilhelm B ä 11 r - Karlsruhe, Rechtsanwalt Dr. Hirsch und Liebling- Heidelberg und Daube- Freiburg, sowie die Referenten und der Vorsitzende Julius S i m o n - Mannheim beteiligten, wurde schliesslich folgende Resolution einstimmig angenommen: ״Die Propagierung der zionistischen Ideen Ist obersto Pflicht aller Zionisten. Wir erachten aber eine intensive Stcllungnahmc zu allen Fragen der jüdischen Gcmcindcpolitik als ein wertvolles Mittel zur Erziehung der jüdischen Bevölkerung in zionistischem Sinne. Insoweit nicht taktische Fragen ln Betracht kommen, soll diese Stellungnahme durch die zionistischen Organisationen als solche erfolgen auf Grund der ihnen zukommenden Pflege des jüdischen Selbstgefühls und Volksbcwusstscins. Zu diesem Zwecke schlicsscn sich die badischen Zionisten zu einem engeren Landesv c rl> and zusammen. Ferner wurde auf Antrag von Herrn Dr. Moses die Schaffung eines für badische Verhältnisse bestimmten Gcnieindeprograrnms beschlossen und Herr Dr. Kaufmann-Freiburg» gebeten, einen Entwurf, evtl, gemeinsam mit ihm geeignet erscheinenden Gesinnungsgenossen, auszuarbeiten. Herr Dr. K a u f 111 a n n - FrFciburg referierte sodann über die Ausgestaltung dieses neuen Landcsvcr-