Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 16-17 (15.4.1908)
- Date
- 1908-04-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2651552-2651569--05583-2662615- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 82 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 1t, 17 Aus den Ortsgruppen Berlin. Am Sonntag, dem 29. Mürz, fand in den Sälen des Vereins Berliner Musiker die wohlgclungcne Purimfeicr der sehr rührigen Untergruppe Bnei-Z!on der Berliner Z. V. statt. Aus dem Pogramm sei hervorgehoben: Ein von Kindern sehr niedlich dargcstelltcs Festspiel, dessen Regie Herr Emanucl Fischei übernommen hatte. Unter den Jüdischen Liedern, die von Frl. Vera Qoldberg mit bekannter Meisterschaft zu Gehör gebracht wurden, erwähnen wir besonders das Roscnfeldschc: ״Ich sing’ vor ihr“, das von Herr.־» Dymont sehr melodiös in Musik gesetzt worden ist: ferner: ״Haman hat gewollt“, Text und Musik von Fischei. An Stelle des behinderten Dr. Heinrich Loewc hielt Rabbiner Dr. E m i I L c v y die sehr eindrucksvolle Festrede. In der Kaffeepause folgten Vorträge von Richard Grossmann und andere Darbietungen. Die Feier war von ca. 500 Personen besucht und ihre agitatorische Wirkung geht daraus hervor, dass 30 Anmeldungen zur Mitgliedschaft erfolgten. L. B... M. Olciwltz. Am 9. April sprach in der hiesigen Ortsgruppe Herr cand. ing. Joseph Loe wy-Charlottenburg über ״Die Juden und die politischen Parteien Deutschlands“. Die Versammlung war von etwa *10 Personen besucht. Der Redner stellte die Forderung auf, man müsse in Zukunft denjenigen Reichs- und Landtagsabgcordneten, die die Stimmen der jüdischen Wähler beanspruchen, ein Jüdisches Programm vorlegen, dessen Kern die tatsächliche Durchführung der Gleichberechtigung bilden müsse. Nur wenn die Abgeordneten sich zur Vertretung dieses Programms verpflichten, dürften ihnen die jüdischen Stimmen Zufällen. In der sich dem Vortrag anschliessenden Diskussion vertraten die Herren Rechtsanwalt Cohn, Louis Cohn und Fleischer die Ansicht., dass die deutschen Juden ihre Interessenvertretung getrost den freisinnigen Abgeordneten überlassen könnten, dje sich die redlichste Mühe gäben, für die Juden einzutreten. Die Herren Förder und Morgenstern unterstützten hingegen die vom Redner aufgestellte Forderung und betonten, man vermisse in den Parlamenten ein energisches Eintreten für die jüdischen .Interessen. Vor allem sei cs nicht richtig, jüdisehe Interessen durch Abgeordnete vertreten zu lassen, die durch ihre Taufe zu erkennen gegeben haben, dass ihnen am Judentum sehr wenig liege. Es sei geradezu eine Beleidigung der jüdischen Wähler. Ihnen zuzumuten. einem Feinde des Judentums die Vertretung jüdischer Interessen anzuvertrauen. Stelle man aber jüdische Kandidaten aut. daun müsse man Männer wählen, die nicht nur deswegen Juden sind, weil sie von jüdischen Eltern stammen, sondern Männer, die von ganzem Herzen Juden sind, und die imstande sind, die jüdisehen Interessen mit Begeisterung zu vertreten. Die jüdischen Abgeordneten des österreichischen Parlaments sollten ihre Vorbilder sein. Würden die freisinnigen Parteien Kandidaten aufstellen, von denen die deutschen Juden hoffen könnten, dass sie ihre Interessen nicht nur vor den Wahlen, sondern stets vertreten würde, dann würden viele jüdische Stimmen, die jetzt aus Verärgerung über das energielose Eintreten der Freisinnigen für die jüdischen Interessen, für die Sozialcfemokratie abgegeben würden, dem Freisinn Zufällen. Letzterer würde in den deutschen Juden einen besseren und opferfreudigeren Bundesgenossen haben, pIs cs jetzt der Fall sei. N. Rattbor. Unsere zionistische Ortsgruppe veranstaltete Sonnabend, dem 11. d. M., einen Vortragsabend, an dem unser hiesiger Gg. Hermann Adler über .,Theodor Herzd’s Leben und Werke“ berichtete. Das zahlreich erschienene Auditorium folgte dem lehrreichen, mit wirksamen Zitaten aus Herzl's Schriften geschmückten Vortrag mit Aufmerksamkeit und spendete lebhaften Beifall. Leipzig. In der Zionistischen Vereinigung hielt an» Dnnerstag, dem 2. April. Im grossen Saale des ״Bonorand" Herr Joseph Carlebach einen Vortrag über das Thema: .,2% Jahre in Paiüstina“. Der Vortrag war schwach besucht. Chemnitz. Unsere Ortsgruppe veranstaltete am 5. c. einen öffentlichen Vortragsabend, zu dem durch Zirkulare und Inserate eingeladen worden war. Erschienen waren ungefähr 130 Personen aller Gesellschaftskreise. Den Redner des Abends. Herr Dr. W i t k 0 w s k y - Halcnsee. sprach über ..Erleben wir eine jüdische Renaissance?" Der Vortrag, dessen Glanzpunkt eine feinsinnige Analvsc der jüdischen Psyche w׳ar, erregte ausserordentlichen Beifall und gehört zu den allerbesten, die wir bisher hier gehört haben. Die lebhafte und in* allgemeinen sachlich geführte Diskussion drehte sich um all die Punkte, die gegen und für den Zionismus ins Feld geführt werden, und erst nahe an Mitternacht nahm die Versammlung, die einen grossen moralischen Erfolg für uns bedeutet, ihr Ende. Nürnberg. Monatsbericht aus der Zionistisehen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Der zu Ende gegangene Monat brachte für unsere Gruppe reiche Abwcchslung. Unter grosser Beteiligung wurde am 17. M ä r 7. eine wohlgelungcnc Purimfeicr abgehaltcn, bei der hervorragende Mitglieder vom Theater, bedeutende musikalische Kräfte u. dergl. mitwirkten: tiefen Eindruck machte auch die Festrede des Herrn Dr. iur. Jos. Münz, des 1. Vorsitzenden. Der materielle Erfolg für den Nationalfond usw. entsprach ganz den Darbietungen. — Am 31. März beehrte Herr Dr. iur. Eli Straus aus München die Gruppe mit einem Rcferatc: ״Ucber die wirtschaftliche Lage der Juden Palästina s". In streng objektiver Weise entrollte der Redner ein klares Bild, aus eigener Anschauung gewonnen, über die wirtschaftliche Lage der Juden Palästinas; der Redner wies auch hin auf die mannigfaltigen Be- Strebungen zur Hebung der dortigen Juden, besonders seitens der Zionisten. In . der Diskussion griff Dr. Bambergcr diefen Punkt besonders auf und skiziertc das Programm des Zionismus. — In einer in den letzten Tagen in F ü r t h abgehaltenen öffentlichen Versammlung sprach unser ehrwürdiges Mitglied. Herr Ph. H eimann über die Hagadah sehe! P c s a c h in zionistischer Beleuchtung. Auch an diesen Vortrag knüpfte sicli eine ernste Diskussion an, die zu einer Auseinandersetzung über den Nationalismus in seinem Verhältnis zur Religion führte. Königsberg. Am Freitag, dem 3. d. M.. verschied der Kaufmann Awroni Sehlem Pomercnz. Wir betrauern in dem Verstorbenen einen Mitbegründer . unserer Vereinigung. Er war ein treuer Zionist, weil er ein treuer Jude war. Sein anspruchsloses, herzliches Wesen, seine ernste Gesinnung, seine stets bereite Opferwilligkeit hatten ihm überall aufrichtige Sympathien erworben und werden sein Andenken in unseren Herzen wach halten. Der Vorstand der Königsberger Zionist. Vereinigung. Kruschwitz. Hier starb am 28. März im Alter von 69 Jahren unser Gesinnungsgenosse und Vertrauensmann, der Stadtkämmerer Herr Isidor Unser, der früher Kantor gewesen, und als er sich zur Ruhe gesetzt, vom Vertrauen seiner Mitbiirger mit dem städtischen Ehrenamt betraut wurde, wie er gleichzeitig das Amt als Rendant der Jüdischen Gemeinde bckleidete. Ehre seinem Andenken. > Nationalfond Sammlungen (ür den N’ationalfond und andere zionistische Zwecke sind ausschliesslich zu senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Max Wotlttclacr, Berlin NW. 33, ״•=*-■-■-״׳.■־.׳.י... Hols'einer Ufer 10. r.1 ףי Der Jüdische Nationalfond ist dazu bestimmt, palästinischen Boden als Gesamteigentum des Jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zelten zu erhalten. Vom S. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über V[t Millionen Mark. Familie Siegfried Salzmano, Berlin gratuliert Herrn und Frau Roscnth&l, Wronke xur Silbernea Hochzeit.. 1,— Mk. Louis La tn m, Berlin gratuliert zur Hochzeit G raupe — Burcztyn. 0,50 * B. Pinkowitz, Berlin aus derselben Veranlas- *ung. 0,50 , Max Wolisteiner, Berlin gratuliert Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin iur Nieder* lassung. 0,50 . Frits Asch, Berlin gratuliert Gertrud Levy, Berlin zum Geburtstage .. 0,50 י Jakob Reich, München gratuliert cur Hochzeit S. Goldreich —Treu. , Julius •Battfeld, Breslau gratuliert Ingenieur Fraenkel in Beuthen zur Verlobung mit Frl. Levy in Breslau .0,60 ״ Rechtsanwalt Or. Hantke, Berlin gratuliert zur Verlobung M ü hsam — La ndau. 1,— י Leo Wurmann, Köln gratuliert zur Verlobung Löwendahl— Hoffmano. 0,50 B Arya Monoason, Köln aus derselben Veranlas- »uog .. 0,50 י Zur Vermählung Burcztyn — Graupe, Berlin gratulieren : ייייויוז •»יוי^ויוימיידיודי