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Jüdische Rundschau · 1908-03-06 · Heft 10 (6.3.1908) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 10 (6.3.1908)
Date
1908-03-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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No. 10 JODISCHS RUNDSCHAU Seile »1 /ut Teiluii* 2aז nichl wissen, vclctic Hälfte ihuen Zufällen I wird und sie deshalb allein aus Eigenmtcrcsse für die richtige Anlage und Pilege der ganzen Pflanzung sorgen werden. Die Kolonisten haben sich auch verpflichtet, schon von diesem Jahre an jährlich eine gewisse Quantität Mandeln den! Verein zur Verfügung zu steilen, so dass der Verein in der Lage ist. seinen Mitgliedern schon von diesem Jahre an eine ״Palästinagäbe*‘ zu senden. Diese Abmachung basiert auf der Berechnung, dass die als endgültiges Eigentum des Vereins verbleibende Hälfte von ca. 150 Dunam bereits ertragfähige:; Mandeln- und Olivenlandes nicht mehr als 15 000 Ere. kosten wird. d. h. Francs 10t» resp. Mk. 80,—pcr Dunam. welcher Betrag allgemein als Minimum der Selbstkosten bis zur vollen Reifeperiode gilt. Der Verein hat den Kolonisten zur Bedingung gestellt, au! der Vercinspflan/.ung ausschliesslich jüdische Arbeiter zu heschär tigen. Nach erfolgter Teilung wird der Verein sein Besitztum voraussichtlich an professionelle jüdische Landarbeiter verpachten, sofern er bis dahin keine selbständige Verwaltung besitzen wird. Die Kolonisten sind aber ausserdem auch kontraktlich verpflichtet, die Verwaltung der dem Verein zukommenden Parzelle auch weiterhin gegen Vergütung eines Viertels der Ernte zu übernehmen, falls der Verein es wünscht. Wenn Differenzen zwischen dem Pflanzutigsvcrein und den Kolonisten entstehen sollten, muss die streitige 'Angelegenheit einem Schiedsgericht zur Schlichtung übertragen werden. Falls die eine Partei sich weigert. Schiedsrichter zu ernennen, erlöschen ihre Rechte auf das Grundstück zu Gunsten der anderen Partei. Ebenso erlöschen die Ansprüche der Kolonisten, wenn sic nach dem Urteil der Majorität der Schiedsrichter die Pflanzung vernachlässigt haben. Wird sich die oben skizzierte Methode bewähren, lind'es ist nach Lage der Dinge kein Grund vorhanden, das Gegenteil anzunehincn. so wird dadurch die jüdische Kolonisation eine raschere Ausdehnung erfahren, als es bisher der Fall war. da dann unser Vorgehen allgemeine Nachahmung finden dürfte. Dass der Verein auch in Palästina populär ist. geht daraus hervor, dass schon aus mehreren jüdischen Kolonien AngcbGe seitens zuverlässiger Kolonisten vorliegen, unter gleichen Bedingungen Ncuanlagcn iftr den Verein zu übernehmen. Wir werden in Zukunft vor allem solche Angebote bevorzugen, die von Kolonisten mit mehreren Söhnen ausgehen, da in diesen Fällen infolge des Erwerbes von Land durch ihre eigene Arbeit es den jüngeren Söhnen ermöglicht wird, gleichfalls als Ackerbauer int Lande zu bleiben. Finanzlage des Vereins. Um den anderen Palästinensischen Institutionen nicht hindernd in den \Vcg zu treten, hat der Pilanzungsvcrein bisher noch keine Agitation für seine Zwecke entfaltet. Wenn es dennoch dein Verein gelungen ist. ohne besondere Bemühungen den Betrag von ungefähr 9000 Mark schon Jetzt aufzubringen, so ist diese erireulichc Tatsache lediglich auf die Zugkrait der unserem Verein zu Grunde liegenden Idee sowie au! das in allen jüdischen Kreisen erwachende Interesse für Palästina zurückzuführcn. Durch die Anlage der ersten Pflanzung haben wir aber eine Verpflichtung von ungefähr 12 000 Mark übernommen. so dass uns noch ca. 3000 Mark zur vollen Begleichüng des ersten Erwerbs ielilen. Wir sind überzeugt, dass unsere Freunde durch zahlrcich.cn Beitritt zu dem Pilanzungsverein sowie durch Werbung unter ihren Bekannten uns in den Stand setzen werden, nicht nur den kleinen Fehlbetrag in kürzester Zeit zu decken, sondern auch eine zweite Anlage in einer anderen jüdischen Kolonie in Palästina ins Werk zu setzen. Wenn wir aber auf dem bisherigen Wege schnell weiter kommen wollen, so ist cs nötig, dass möglichst die vollen Beträge sofort eingezahlt werden; da der Ankauf und die teure erste Bearbeitung (tiefes Pilügcn oder Umschauiclu) eines stets doppelt so grossen Landes als w ir nachher besitzen werden. schon im ersten Jahre die ganze Summe erfordert, während die Bearbeitung des Landes in den weiteren Jahren bis zur Ernte von den Kolonisten für ilire Rechnung geleitet wird. Wir bitten also dringend darum, möglichst als ordentliche Mitgüeder —־ durch einmalige Einzahlung der vollen 80 Mark per Dunam — dem Verein beitreten zu wollen. Organisation des Vereins. Der Ausschuss unseres Vereins setzt sich zur Zeit wie folgt zusammen: Prof. O. Warburg (Vorsitzender). Rabbiner Dr. Esclielbacher (stellvertretender Vorsitzender). Dr. Moritz Sobernheim (Schriftführer), ßertkold Israel (Schatzmeister). Prot. Dr. Martin Philippson. Siegmund Bergei. Dr. Hirsch Hildesheimer. S. Hepner. Dr. Franz Oppenheimer. Dr. S. Soskin. Hermann Struck und Dr. H. G. Hevmaun. Auszug aus den Satzungen: Mitgliedschaft. § 5. Mitglieder des Vereins können Einzelpersonen. Vereine und Korporationen werden, die den zuru Ankauf von mindestens 1 Dunam Land und den zur Bepflanzung desselben mit Bäumen nötigen Betrag dem Vereine zur Verfügung stellen. Als Ankaufspreis fiir das Landstiick sind'20 Mark, zur Be- Pflanzung dieses Grundstücks weitere 60 Mark zu entrichten. Mindestens!0 Mark müssen hei der Anmeldung der Mitgliedschalt, weitere 10 Mark im nächstfolgenden Jahre. die übrigen 60 Mark können auch in jährlichen Raten von mindestens 6 Mark entrichtet werden. Ausser der Verpflichtung zur Zahlung dieses Betrages sind mit der Mitgliedschaft keine anderweitigen Verpflichtungen verbunden. Es können auch aui Wunsch gegen Entrichtung der entsprechenden Beträge Landparzcllen zur Ehrung und zum Andenken anderer, auch Verstorbener, gestiftet werden, jedoch muss in diesem Falle der Betrag von 80 Mark per Dunam sofort eingezahlt werden. Ordentliche und ausserordentliche Mitglieder. § 6. Durch die Einzahlung der ersten zwanzig Mark w ird mau ausserordentliches Mitglied, nach Vollzahlung der 80 Mark ordentliches Mitglied. I m m e r w ährend e ti n d E h r e n m i t g i i c d c r. S.7. Mitglieder, die den zun: Ankauf und Bepilatuuug von zehn .Dunam erforderlichen Betrag von achthundert Mark eingezahlt haben, werden immerwährende Mitglieder: solche, die sieh ausserordentlich um den Verein verdient gemach! haben, werden vom Vorstände zu Ehrenmitgliedern ernannt. Rechte der Mitglieder. § S. Fiir die Dauer ihrer Mitgliedschaft erwerben die ausserordentlichen Mitglieder eine unbepilan?te. die ordernliehen Mitglieder eine bepflanzte LandparzeHe. Ersteren wird fiir je 20 Mark eine unhepilanzte. letzteren fiir je 80 Mark eine bepflanzte Landparzelle in! Vereinsbuche zugeschrieben, worüber ihnen entsprechende Diplome ausgestellt werden. Die immerwährenden und ordentlichen Mitglieder erhalten alljährlich eine aus den Bodenprodukten Palästinas oder den daraus hcrgestellten Erzeugnissen bestehende Palästinagabe. Nur ordentliche, immerwährende und Ehrenmitglieder hesitzet! Stimmrecht, sowie aktives und passives Wahlrecht. Die Namen der immerwährenden Mitglieder werden auch nach dem Tode in der Mitgliederliste weitergefiihrt. Den Ehrenmitgliedern wird vom Verein auf dem Eigentum des Vereins eine Gedenktafel errichtet. Ausweis der MftgHedsbehräge . vom 1. November 1907 bis 15. Februar 1908. I. Ordentliche Mitglieder: No. 48 Konsul Sobern heim. Berlin. 1 Dunam (80 Mk.). N49 .״ Dr. Fritz Cassel. Berlin. 1 Dunam. eingetr. durch die Ortsgruppe Ratibor (SO Mk.). No. 50 Bankdirektor Kurt S 0 I) e r n h e i nt. Berlin. 1 Dunam (SO Mk.). No. 51 Frau Generalkonsul Eugen Landau, Berlin I Dunam (SO Mk.). No. 52 Dr. Moritz S o h e r n h e i nt. Berlin. 1 Dunam (SO Mk.). N53 .״ Dr. H. G. H c v nt a 1111. Berlin. 1 Dunam (SO Mk.). Nt». 54 Frau Frida Hahn. Berlin. 1 Dunam (SO Mk.). No. 55 Hermann Daniel und Frau. Krotoschin. 1 Dunam. eingetr. gelegentlich ihrer Vermählung (SO Mk.). No. 56 Zion Sins- It c i ni e r. New York s. A.. eingetr. durch seine Eltern. I Dunam (St» Mk.1. No. 57 Jiid. Volks verein ״Zion". Tcplitz- Schönau. I Dunam. eingetr. durch Frau Elisabeth Perutz 185 Mk.L No. 58 Aron Joset Bravmann. Wien. 1 Dunan» (SO Mk.). No. 59 Albert Sabcrski. s. A.. Berlin. 1 Dunam. eingetr. durch seine Frau (80 Mk.). No. 60 Dr. Camille Le v v. Biel. I Dunam (S1 Mk.). No. 61 Max Sau deck. Kolm.! Dunam (80 Mk.). No. 62 Abraham Sojka. Mvszkow. I Dunam (SO Mk.). No. 63 Maurice F. K lab in. Sao Paulo. 1 Dunam. eingetr. durch Frau Klabitt (SO Mk.). No. 6-4 Sclntan Lafer. Sao Paulo. 1 Dunam. eingetr. durch Samuel Later (80 Mk.). No. 65 Daughters o f Zinn. Baltimore. 2 Dunam (160 Mk.). No. 66 Hermann Struck. Berlin. 1 Dunam, in Raten entrichtet (80 Mk.). No. 67 Rechtsauw. Prof. Ü. Biclkowski. Petersburg, I Dunam. in Raten entrichtet. (80 Mk.). No. 68 Redakteur S. Gottschalk. Breslau. I Dunam. in Raten entrichtet (80 Mk.). Zusammen 1766 Mk. 2. Ausserordentliche Mitglieder. No. 17 Raphael O r a d e 11 w i t z .. Berlin. 1 Dunam (20 Mk.). No. 18 Verein ״Jeschur utr. Troppau, 1 Dunam (20 Mk.). No. 19 Clara Boschwitz. Berlin, l Dunam. eingetr. durch Is. Boschwitz (20 Mk.). No. 20 J. L. I saacs. Baltimore, ä Conto 4 Duuants (54,08 Mk.). No. 21 Moses Mord. *

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