Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1908)
- Date
- 1908-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang ר;i: Brief aus Posen De!־ Zcntralverein deutscher Staatsbürger jüdischen i Glaubens führ! seit seiner allgemein bekannt gewordenen Loeweversammlung in Posen das Dasein eines im verborgenen blühenden Veilchen. Auf jei e folgie, um chronologisch zu berichten, die Versammlung der freisinnigen Partei, in welcher einer unserer Gesinnung'geno-ten, Dr Kollenscher, seiner Anhängerschaft an die jüdische Schule unter gegebenen Bc* dingungen Ausdruck verlieh. Sturm bei Christ und Jud — aber mehr bei letzerem. — Es kommt nun die Gedächtnisfeier für Gabriel Riesser. Rechtsanwalt Kirschner benutzt diese Gelegenheit, bei welcher pletätvollervveise eine Diskussion ausgeschlossen war und die Zionisten, da sie nicht Mitglieder der. Z.*V. sind, fehlten, um im Aufträge des Vorstands ln heftigster Form den Zionismus anzugreifen. Vor einigen Wochen hielten die Herren Cohn-Dessau und Brödnitz-Berlin eine ausserordentlich stark besuchte Z.-V.- Versammlung ab, welcher einige unserer Gesinnungsgenossen als Gäste beiwohnten.־ Es fehlte jeder Misston, Herr Cohn hob bei Besprechung der jüdischen Organisationen Tätigkeit und Verdienste des Zionismus anerkennend hervor. Zum Schluss sprach Herr Rechtsanwalt Kirschner. Wegen des allgemeinen Aufbruchswaren aber seineWe! 10 nicht vernehmbar. ImAnschluss an diese Versammlung'brachle der GEN 1ANZ. die wohl allem* halben bekannt gewordene fingierte Rede des Geh. San.-Rat Dr. Cohn. Vorher hatte dasselbe Blatt wiederholt Artikel, welche sich mit hiesigen Verhältnissen beschäftigten und welche teilweise recht scharf in diese hineinleuchteten, veröffentlicht. Wir als Zionisten sind jedoch nur für die in der offiziellen zionistischen Presse erscheinenden Auslassungen verantwortlieh. Und wenn einmal ein Zionist nicht-zionistische Fragen, z. B. Gemeindesachen anderwärts bespricht, so ist das eine rein persönliche Sache, für welche der Zionismus in keiner Weise verantwortlich ist; und Anonymität ist journalistisches Recht — Nun kam gestern eine geschlossene Mitglieder- Versammlung. Herr Dr. Pinkus referierte und brachte die Generalanzeiger artikel zur Sprache, welche er samt und sonders dem Zionismus in die Schuhe schob — bis auf den letzten, von dem er durch ehrenwörtliche Erklärung wusste, dass er von keinem der Zionisten geschrieben oder auch nur inspiriert war. Trotzdem wurde gerade dieser benützt, um nach Kritik des G.-A. den Zionismus herunterzureissen.; et 'Des Und dies, trotzdem Herr Dr. Pincus aus Unterhaltungen wissen musste und wusste, dass Herr Dr. Moses der Verfasser und trotzdem er auch ferner aus derf durch R.-A. Dr. Hantke mit der dortigen Zentralleitung des Z.-V. geführten. Verbandlungen, deren treue Innehaltung er uns schon Zutrauen konnte, wissen musste, dass der Zionismus seine Kinderschuhe der Polemik längst ausgezogen hat und zur ausschliesslich positiven Arbeit übergegangen ist. — Der Verus-Ailikel im General- Anzeiger, dessen Anonymität ja bald gelüftet wurde, hatte mit dem Z.-V. nichts zu tun, sondern nur mit der durch Personal- Union allerdings ihm verbündeten deutsch-freisinnigen Partei. Er hat übrigens seine Erledigung gefunden. So lagen und liegen bis heut die Verhältnisse: von unserer Seite wurde jede Möglichkeit eines Konfliktes verhindert. Trotzdem kamen in gehässigster Art Beschimpfungen gegen unsere Bewegung. Brauchten die Herren etwas Anregung des Interesses für den Z.-V, so hätten sie etwas leisten sollen und sich nicht mit widerlichen Polizeidiensten und Anzeigen (Fall Hötzsch) begnügen. Hötzsch, Antisemit, wurde an die hiesige Akademie berufen. Darob Beschwerde des hiesigen Z -V. beim Oberpräsidenten und Minister. Es lebe die akademische Lehrfreiheit unter dem Schutze des Freisinns! Billiger und weniger Geist erfordernd war es freilich, auf dem Zionismus herumzuhacken vor einem Forum, das vom Zionismus so wenig Ahnung hatte w ie wohl die Festredner selbst. Man schritt zur Wahl: Mitglieder der Versammlung, welche nichts mit dem Zionismus zu tun haben, beantragten, einen Herin R., Mitglied der zionistischen Ortsgruppe seit 3 Wochen, zu wählen. Nun erklärte Herr Rechtsanwalt Kirschner, welcher natür• lieh auch loswetterte, Übungsgemäss in Abwesenheit der Zionisten: Sie können uns nicht zumuten, mit einem Zionisten in einem Vorstand zusammenzuarbeiten. Diese Bemerkung wurde von Herrn Dr. Pincus in verschärfter Form wiederholt. Laut wortgetreuer Nachschrift und anderweitiger Bestätigung entspricht es nicht der Tatsache, dass, wie es jetzt darzustellen versucht wird, gesagt worden sein soll: wir lehnen jede Zusammenarbeit mit Posencr Zionisten und im Zentralverein ab. Diese Tatsachen wollen wir hiermit nicht nur unseren Gesinnungsgenossen, sondern auch der Zentralleitung des Zentralvereins zur Kenntnis geben. Eine Frage ist noch kurz zu erörtern; Gehören Zionisten überhaupt in den Zentralveiein und speziell in den arbeitenden 5,״ ff **וי