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Jüdische Rundschau · 1908-02-14 · Heft 7 (14.2.1908) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 7 (14.2.1908)
Date
1908-02-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 38 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. ל hebräischer Sprache und iüdisclier Geschichte bis in die Neuzeit, Fortbildung für F.rwachsenc, Belehrung durch Vorträge, Lesehallen und Bibliothek gehören zu den vornehmsten Aufgaben. Wirtschaftspflege und Sozialpolitik haben sich anzureihen. Schutz der Schwachen — sowohl der wirtschaftlich Schwachen als auch der Kranken. Waisen. Siechen. Unter- Stützung des jüdischen Handwerks und Kleingewerbes durch geeignete Submissionsbedingungen bei Gemeindearbeiten, Krcditgewfthrung, Einrichtung von Spar- und Darlchnskasscn. Die Verwaltung müsse in streng demokratischem Geiste geführt werden. Modernes freiheitliches Wahlrecht. Publizität der Sitzungen der Körperschaften, gerechtes Stcucrwcscn unter Aufhebung aller Gebühren für Ritualien. Gleichheit in Schule, Synagoge und Friedhof. Im Kultus müsse die Gemeinde, um keinen Gewissenszwang zu schauen, den Anforderungen des traditionellen Judentums genügen. Der Korreferent Rosenthal - NVronkc trat im Gegensatz zu dem Referenten für weiter gehende Staatsaufsicht. insbesondere für die staatliche Schaffung, von Gesanitgcmcinden ein. Er befürwortet die Gründung von Gemeinde-Arcltiven und verweist durch interessante Beispiele auf deren Wichtigkeit. Auch an diese beiden Referate knüpitc sich eine kurze Diskussion, an der sich die Herren Salinger-Filclme. Berg. I)iamantv beteiligten. Alsdann gelangten in kurzen Verhandlungen noch folgende Anträge zur Beschlussfassung: Antrag des Büros: dass das Büro des Gruppenverbandes künftig mit dem Vorstand der Ortsgruppe Posen identisch sein seile. Antrag des obcrschlcsischen Gruppenverbandes: dass der Distriktstag sich dem dringenden Ersuchen an das Z-.K. anschliesse, den nächsten deutschen Delegierten tag nach Breslau oder Posen cinzuberufen. Resolution Saliiigcr: dass den kleineren Gruppen des Distrikts die Veranstaltung engerer Bezirkstage empfohlen werde. Nachdem noch ein Dankesvotum für das Büro angenommen war. schloss der Vorsitzende den Distrikstag um V*8 Uhr mit Worten lebhafter Genugtuung über den Verlauf des Tages und des Dankes für die rege Mitarbeit aller Beteiligten. Um 9 Uhr fand dann im schönsten Saale Posens eine öfientliehe Versammlung statt. Vor iast 500 Zuhörern entwickelte Herr Rechtsanwalt Grone man 11 tiefdurchdachte Ausiührungen über ״J ü U i s c h e M i s s i 011 und A s s i m i 1 a t i o n“; er fand die gespannteste Aufmerksamkeit und den lebhaftesten Beifall der Versammlung. Das grosse Interesse, das er er- Ycgte. bekundete sich in einer ausgedehnten sehr ernsten und 'würdigen Diskussion, in der verschiedene Nichtzionisten, ungeachtet mancher Einwände, doch alle warme Sympathien für den Zionismus zum Ausdruck brachten. Die glanzende Replik und ein enthusiastischer Schlussappell des Referenten endeten י den hochinteressanten Abend, der der Ortsgruppe zahlreiche neue Mitglieder und dem Parteifonds reichliche Spenden brachte. ׳ Damit war der zweite Posencr Distriktstag. an Inhalt und Erfolgen dein ersten nichts nachgebend. glücklich beschlossen. —I Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Am Donnerstag, dem 20. Februar ,veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung abends 9 Uhr, ln Dräsels Fcstsäleu, Nene Friedrichstr. 35. einen Vortrag mit Lichtbildern über ״Die .Indische Kunst der Gegenwart.“ Vortragender: Dr. Franz Landsberger -Bros- I a u. Gäste herzlich w illkommen. Eintrittsgeld 25 Pf. Berlin. Die jüdisch-nationale Fraucnvercinigung voranstaltete am 2. Februar im grossen Saale des ArolutektcuUauses, Wllhelmstrasse, einen Vortrag über das Thema: .JJie Judenfrage, eine moderne Kulturaufgabe der Völker“. Frau Lina Wagner-Tauber und Frl. Namni Üa 11 e111 waren die Referentinnen. Sie boten jede einen Vortrag, der sich wunderhar ergänzte. Das interessante Thema war im Geiste der Sprecherinnen nach jeder Richtung hin klar und scharf bcleuchtet. An der Hand er Wissenschaft. Literatur. Geschichte und hoher Seelenanschauung boten die beiden Reduerinnen Vollendetes. Zahlreicher Beifall uiid viel neue Mitglieder wurden dem Verein zuteil. M. S. Fllehne. Am Mittwoch, dem 5. Februar, hielt Herr Dr. Egon Rosenberg aus Posen einen inhaltreichen sowie fesselnden Vortrag über die ״Jüdische Volksbewcj gung.*' Wir können nur allen zionistischen Ortsgruppen der Provinz Posen den Rat geben, Herrn Dr. Rosenberg zu veranlassen, Propaganda-Vorträge für den Zionismus zu halten. Halberstadt. Am Mittwoch, dem 29. crt.. fand die Geiieralvcrsanuniimg unserer Ortsgruppe statt. Der Bericht über die Sammlungen für zionistische Zwecke ergab ein sehr befriedigendes Resultat. Wir vereinnahmten: für Schekalim und Landesbciträgc 102 Mk.. Palästina-Schekel 5 Mk.. Selbstbtste11erung.lfR80.Mk.. Samuel-Büchsen 112,90 Mk., National- Fonds und üclluiume 262.80 Mk.. Sammlung für Rumänische Juden 100 Mk., Diverses 20.50 Mk., zusammen 787,80 Mk. Diese Beträge sind im laufenden Vereiiisjahr. das am 30. Sepfernher 1907 abgelaufen ist. eingegangen. Inzwischen haben wir im •b Quartal 1907 ein noch besseres Resultat erzielt. Wir sammelten in diesem Quartal: für Parteifonds 187,50 Mk.. Oelbätime 12 Mk.. Sclhstbesteuening 60,50 Mk.. National-Fbnds 20 Mk.. zusammen 280 Mk. Wenn mau dabei bedenkt, dass unsere Ortsgruppe nicht ganz 30 Mitglieder umfasst, die ausserdem im Jahre ca. 2׳«> Mk. für die Ortsgruppe aufbringeii. so ist dies gewiss ein reckt schönes Ergebnis. Sehr viel liaKu wir den regelmässigen Eingängen durch die Selbstbe- Steuerung zu verdanken, und wir freuen uns sehr, dass sich diese Einrichtung unter unseren Mitgliedern so fest eiligebürgert hat. b. Marburg a. L. Am Sonntag, den 2. Februar, sprach Herr Dr. B locd e -Hamburg in einer stark besuchten Versamm- Jung .1111 Hotel Isenberg über das Thema: ״Die Juden als Rasse*‘. Die streng wissenschaftlichen Ausführungen des Redners fanden stürmischen Beifall. Eine äusserst interessante Diskusion. an der sich die Herren Goldschmidt. Dr. Blocde. Slonimcki. Klcinfeld. Plaut und Michael beteiligten, schloss sich dem Vortrage an. Nach einem einstündigen. inhaltlich wie theoretisch gleich gsänzenden Schlusswort, das einen tiefen Eindruck machte und allen Anwesenden unvergesslich bleiben wird, schloss die von Herrn caud. med. Spiro geleitete Ver- Sammlung um ,J'3 Ujir nachts. Der Abend ergab für unsere Ortsgruppe Ortsgruppe einige Neuanmcldungcn. R. O. Giessen. Der GIESSENfcR ANZEIGER bringt offenbar von interessierter Seite fügende Mitteilung: ״Eine Gruppe der Zionisten hat sich y' -inigen Tagen in Giesseti gebildet, obgleich in einer eis׳ age vorausgegangenen Versammlung sich die israelitischen Bürger unserer Stadt ablehnend gegen den zionistischen Gedanken und dessen Verwirklichung verhalten haben. Ganz besonders schari hatte sich Rabbiner Dr. Santi er dagegen erklärt, dass es im Interesse der dcut- ■•sollen, resp. hessischen Juden läge, in Palästina wieder einen nationalen Staat für die Juden zu schaffen. Er erklärte, man sei bereit, den bedrängten und verdrängten Glaubensbrüdern in Russland etc. in jeder Weise zu helfen und di»; deutschen Juden bestätigen dies auch, aber das Programm der Zionisten, so ideal deren Bestrebungen auch seien, könne rnan nicht billigen. Die in Giessen wohnenden Israeliten seien Hessen, und Deutsche dächten nicht daran, ihre Nationalität aufzugeben. Der zionistischen Gruppe sind in der Hauptsache junge Akademiker beigetreten.“ Herr Dr. S a n d e r, der nicht immer Hesse w־ar, wird in Giessen noch seine zionistischen Wunder erleben. Der Zionismus wird dort nicht akademisch bleiben und wir müssen Herrn Dr. Sander unser herzlichstes Beileid ausspreclien. Wir verzeihen ihm gern, dass er ״blind“ sein will. Strassburg. Am Donnerstag, dem 6. Februar, veranstaltete die hiesige Ortsgruppe eineu Vortragsabend, der sehr gut besucht war. Der Redner des Abend, Herr Luden D r c y - fuss, wurde seinem Thema: ״Der Zionismus, eine moderne Kultur idee“, in glänzender Weise gerecht. An den Vorfrag, der beifällig aufgenommeti wurde, schloss sich eine sehr rege Diskussion an. Die Sammlung fiir den N a t i 0 n a I f o n d ergab einen angemessenen Betrag. Iw. Gablonz a. N, Die Wanderversammhmg des T e p l i t z e r Volksvereins ..Zion“, die hier am 2. Februar vom ostböhmischen Ravotikomitee veranstaltet wurde, nahm einen sehr angeregten und für die Entwicklung unserer Bewegung an diesem Orte vielversprechenden Verlauf. Als Herr Dr. Emil Margulies (Trautenau) vor diehtgofülltem Saal die Ver- Sammlung cröftnete. durfte er die offizielle Vertretung des Kultusgemeinde-Vorstandes begriissen. Auf seine Einladung nahmen auch der 1. und 2. Kultusgemeindcvorstehcr am Tische des Präsidiums als Ehrenpräsidenten Platz. Herr

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