Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-02-07 · Heft 6 (7.2.1908) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 6 (7.2.1908)
Date
1908-02-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651559--05428-2662450
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 3 t No. 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU 1' eich״, indem er besonders auf die Tätigkeit der zionfstischeu Abgeordneten im Reichsrai hiir.vies. Hamburg. Am Sonntag, dem 2. Februar veranstaltete die Zionistische Frauengruppc den zweiten Untcrhaltungs-Nachmittag für junge Mädchen, die in Geschäften tätig §inJ. Wieder waren ca. 100 Mädchen erschienen* die mit lebhaftem Interesse den ausgezeichneten und geschickt arrangierten Darhietungeu folgten. Frau Constanze Mathfason entwarf in fesselnder, von poetischem Schwung und nationaler Bcgcistcfutig erfüllter Rede ein Charakterbild von Theodor Herzl. Frl. HcnSchcl sang treffliche Lieder, Frl. Hedwig Engel rezitierte meisterhaft die ..Ikrurlah“ von Löwenberg und eine humoristische Kindergeschichtc von Josefa Metz. Frl. Erna Lewandowskv erfreute am Klavier durch das Spiel jüdischer Volksmclodien. deren letzte (״Dort, wo die Ceder") im Chor gesungen wurde. Frl. Hedwig Liibke gebührt das Verdienst der Annregung und des Gelingens dieser regelmassigen Veranstaltungen, durch welche der zionistische Gedanke in Kreise getragen wird, die uns sonst unerreichbar sind. Andere Ortsgruppen mögen dem Beispiel folgen! k. Bremen. Am Dienstag, den 28. Januar er., sprach in einer von unsere! Ortsgruppe unter Einladung fast sämtlicher liiesigen Juden cinberufcneii. aber leider schwach besuchten Agitatioiisversanimliing Herr Dr. Bloede über das Thema: ״Vom Ghetto zum Zionismus“. Der geschätzte Redner entwickelte in meisterhafter Weise den Gegensatz zwischen dem assimilatorischcn Glicttojudcntum und dem modernen nationalen Judentum und die daraus folgende Grundidee des Zionismus und!iss seine Hörer in dem von geistvollen Sarkasmen durchwirkten Vortrage zu wahrhaft begeistertem Beifall hin. 111 der Diskussion wurden von einigen der Anwesenden sachliche Fragen gestellt, die der Vortragende ebenso treffenj beai'twartete. Die Ortsgruppe gewann drei Scliekelzahler. Nationaliondssammlung. Sch. Dessau. Ein Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe, Herr Hofbankier Paul Märker, ist durch das Hinscheiden seines allvcrehrten Vaters. Herrn Moritz Märker aus Cöthen, von tiefem Schmerze betroffen worden. Die hiesigen Zionisten ergreifen gern die Gelegenheit, ihr verehrtes Vorstandsmitglied Ihrer Innigsten Teilnahme zu versichern. Es möge auch hiermit mit wenigen Worten aui das Leben dieses nunmehr verstorbenen Mannes hingewiesen werden. Herr Moritz Märker aus Cöthen. der in! Grciscnaltcr von 85 Jahren starb, war ste!is ein treuer Jude und ein treuer Sohn seines Volkes. Von den vielen alteingesessenen jüdischen Familien Cöthens. die durch Assimilation dein jüdischer. Volke verloren gingen, wurzelte er fest im Bereiche des Judentums. Er förderte jüdische Institutionen und jüdisches Leben. Allen Versuchen, den jüdischen Gottesdienst in Cöthen nach Art anderer Kulte umzugestaltcn. setzte er sich mit Energie und Erfolg entgegen. Was aber dem Leben dieses trefflichen Mannes die Krone aufsetzte, ist, dass er erst vor drei Monaten. obwohl schon kränklich, eine zionistische Versammlung besuchte und mit jugendlichem Mut für diese grosse jüdische Bewegung Verständnis fasste. Er Hess sicli als Zionist in die Liste einzeichnen. Die hiesige Ortsgruppe spendet auf den Namen des Herrn Moritz Märker und auf den Namen seiner Ihm im Tode vorgegangenen Gattin Ida Märker 2 Bäume. B. Cöthen. An! 28. Januar fand in unserer Ortsgruppe ״LIb a n 0 n“ ein Vortrag statt von dem Dozenten des hiesigen Polytechnikums, Herrn Kaiser. Vor Beginn des Vortrages nahm die erste Vorsitzende Veranlassung, des so jählings dem Leben entrissenen Vorstandsmitgliedes Herrn I). Lew insolin, in warmen Worten zu gedenken. — Der Vortragende, der sich das Thema ״Land und Leute in Palästina (unter Belücksichtigung der neueren Zeit") gewählt hatte, bereiste einst Palästina und was er vorbrachte, trug den Stempel eigener Anschauung und erzielte daher eine um so grössere Wirkung. Der Vortrag war sehr belehrend und die zahlreiche Zuhörer- Schaft spendete reichen Beifall. Frau Dr. S. Halle a. S. Montag, den 10. Februar, abends 9 Uhr: Zusamnienkunft im Hotel ״Goldener Löwe“,!. Etage, Töpferplan 1. zur Besprechung verschiedener Parteifragen. Halle a. S. Dienstag, den 11. Februar, abends sVj Uhr: Vortragsabend des ״Jüdischen L11 e r a!t u r - Z I r k c I s“ im grossen Saal des Hotels Goldener Ring, Markt 22. Referenten: Herr Rechtsanwalt Dr. A s c 11 e r - Dessau über ..Probleme im modernen Judentum“, und Herr Kantor Blitz- Dessau tiber ״Der Haager Kongrcss“. Dresden. Am 23. Januar sprach Herr N. Sokolow-Köln in einer öffentlichen Versammlung über: ״Die Renaissance des jüdischen Volkes“. In seinen fesselnden!* 1׳(.,stiindigen Dar- Jegungen führte er den glänzenden Nachweis, dass der moderne Zionismus der einzige richtige Weg ist, um das jüdische Volk als solches zu beleben. Mit Stolz und Recht können wir ihn daher als die wahre Renaissance unseres yolkes bezeichnen. Dtm Redner wurde mehrfach lebhafter Beifall gespendet. — An jedem Dienstag wird ein hebräischer Sprachkursus unter Leitung des Herrn Lehrer Gliickmann abgehaften. Aus Baden. In dem vor wenigen Tagen im Alter von 47 Jahren in Baden-Baden verstorbenen Arzte Dr. Julius Stern verliert unsere Bewegung einen warmen Freund und gesinnungstreuen Anhänger. Dr. Stern hat sich bald nach den! Auftreten des politischen Zionismus unseren Reihen angeschlossen: unter dein kleinen Häuflein badischer Zionisten, das Bodenhcimer im Jahre 1898 zu einer Konferenz in Karlsruhe zusammenberief, befand sich auch Stern, der damals noch im badischen Obcrlande praktizierte. Der Heimgegangene genoss als Mensch. Jude und Arzt allscitigc Verehrung sowohl in seinen! früheren ländlichen Wohnsitze, als in Baden-Baden, wo er einer angestrengten Praxis oblag, daneben aber allen jüdischen Fragen ein lebhaftes Interesse zuwandtc. Mit der Familie trauert um den zu früh Verblichenen auch unsere Organisation. die ihm ein ehrendes Andenken bewahren wird. Strassburg. Samstag, den IS. Januar, fand im Restaurant Blum die diesjährige Generalversammlung statt, die leider nur schwach besucht war. Wie wir dem Bericht entnehmen, waren im Laufe des Jahres mehrere Vorträge gehalten worden, die grossen Beifall gefunden haben. In den Vorstand wurden gewählt: Dr. Ca leb Vorsitzender, Mvrtill Bloch 2. Vorsitzender, E. D r e v f u s Kassierer. J. Wetzlar Schriftführer, E. Bfckhardt, C. Goldsclnnid, Dr• W eil.— Unter Bezugnahme auf das Rundschreiben No- 6 des Zentralburcaus teilen wir Urnen mit, dass unsere wöchentliehen Zusammenkünfte Donnerstag im Restaurant Blum, wo auch die JÜDISCHE RUNDSCHAU aufliegt, stattiinden. ־Ei Sprechsaal 3 Nr 4$t Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktton nur die pressgeseullche Verantwortlichkeit. Scbr geehrter Herr Redakteur! Ich ersuche Sie um Aufnahme folgender Richtigstellung: In der letzten Nummer der RUNDSCHAU stand folgende Briefkastennotiz: ״Bureau des Misrachi iiir Westeuropa: Dr. Feuchtwangcr. Sie fordern uns auf, Ihren Auiruf unter der Bedingung abzudrucken, dass wir damit gleichzeitig auf unser Recht verzichten sollen, ״aus Paritätsgründen“ auch eine etwa entgegengesetzte Richtung zu Worte kommen zu lassen. Die entgegengesetzte Richtung hat niemals an uns das Verlangen gestellt. Ihre Partei totziischweigcn. Dieser Passus In Ihrem Begleitbriefe, der uns in unserer Pressfreiheit schon fetzt beschränken will, macht uns die Aufnahme Ihres Aufrufes unmöglich•“ I Ich lasse meinen Brief, der zu obiger Auslassung geführt hat, im Wortlaut folgen: Frankfurt a. M.. 15. Dezember 1907. An die verehr’.. Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU Berlin. Wir erlauben uns hiermit. Ihnen einer! Aufruf zu übersenden mit der liofl. Bitte um Abdruck in Ihrer Zeitung. Die WELT und das FRANKE. ISRAELITISCHE FAMILIENBLATT werden diese Woche diesen Aufruf bringen. Wir stellen dieses Ersuchen nur 111 der Voraussetzung, dass der ov. Abdruck In Ihrer Zeitung nicht alls Präccdenzfaii gelten könne, ln dessen Konsequenz auch die ev. Auiuahmc antireligiöser (oder dergl.) Artikel aus Paritätsgründen von uns gebilligt werde müsste. In diesem Falle w ürden w ir lieber auf den Abdruck verzichten. Mit Ziousgruss und Hochschätzung Bureau des Misrachi für Westeuropa. I. A.: Dr. Feuchtwanger. Fiir jeden nur halbwegs Urteilsfähigen ist der Sinn dieses Schreibens klar. Ich kann mich deshalb auf die einfache Gegenüberstellung beider Schriftstücke beschränken. Ich will nur noch hinzulügen. dass das gleiche Ersuchen in gleicher Form an die W’ELT gerichtet worden ist und die WELT das Begleitschreiben in keiner Weisp beanstandet, sondern den Aufruf abgedruekt hat. Frankfurt a. M.. 22. Dezember 1907. Ergebenst ״ Dr. Feuchtwangcr. Die Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU glaubt sich immer noch zu den 11״ a 1 b w e g s Urteilsfähige 11״' rechnen zu dürfen, wenn sic nichts anderes aus der Zuschrift

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.