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Jüdische Rundschau · 1908-01-31 · Heft 5 (31.1.1908) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 5 (31.1.1908)
Date
1908-01-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAUJe. «.. Aus der zionistischen Bewegung ן Aus den Ortsgruppen r Berlin. AmMotitag, dem 3. Februar 1908, abends 9 Uhr, findet eine Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung, Abt .״Bne-Zfon“ in Dräsel's Fcstsälen, Neue Fricdirchstr. 35, statt. Herr Dr. Heinrich Loewe wird einen Lichtbilde r-V ortrag Ober Palästina halten. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Zur Deckung der Unkosten wird ein F.intrittsgeld von 25 Pig. erhöhen. Besondere Einladungen ergehen nicht. Berlin. 111 der ...I ii d i s c 11 ־ n a li ״ n a I e n F rauen- Vereinigung sprechen am Sonntag den 2. Februar l‘MS. vormittags II Mä Uhr, im groscsn Saale u״s Architektenhauscs. Wilhelnistr. 92/93. Frau Lina W a g n c r ־ T a u b e r und Frl. Naenii B a n e t h über .,I) i c .1 u U c 11 i r a g e — eine moderne Kulturaufgabe t'cr Volker", Herren und'Damen als Gäste willkommen. Berlin. Vf r c i n j li ü. Handlungsgehilfe n. Sonnabend, den 1. Februar. 9 Uhr abends, findet die kons t i t u i c r e n d e 11 encra I vers a m 1111 1111 g dos Vereins statt (Gipsstr. 12a II). Damen und Herren willkommen. Zuscliriiten bis auf weiteres au H. F r e i r i c h . N. 2J. Gr. 21 n mb u r ge r s t r. I*/J9 III. Königsberg I. Pr. Die Mitteilung v1!״ der ״Ibriali" zu Königsberg in No. 4 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU wurde als gegen den V. J. St. zu Königsberg gerichtet missverstanden. Wir bedauern, dass unser Ausdruck dazu Veranlassung gab, und versichern, dass der Berichterstatter in keiner Weise den V. J. St. irgendwie verletzen wollte. Für die ihr iah: Sambursky. Hamburg. Vor .Eintritt in die Tagesordnung ermahnt der Vorsitzende. Herr D r. Kalmus, die Anwesenden, doch eifrig dafür zu agitieren, dass Mitglieder und Gesinnungsgenossen, die noch nicht für den Partcifond gesteuert haben, dieser Pflicht schleunigst naclizukomnicn. Zugleich ersucht er die Mitglieder. dem Beispiele unserer englischen Gesinnungsgenossen folgend, in den nächsten drei Monaten bei Gelcgcnheitsspenden, wo irgend möglich, anstatt die anderen zionistischen Institutionen, nur noch den Parteifonds zu berücksichtigen, da ) dessen Stärkung zurzeit als die wichtigste Aufgabe der Einzelj arbeit eines Zionisten zu bezeichnen sei. Sodann erhielt das; Wort Herr Dr. Blöde zu einem Referat über die Sitzung des ן Grossen Aktions-Komitees. In seiner bekannten geistreichen , Art entrollt der Redner ein anschauliches Bild von dem gegenv artigen Stande der zionistischen Arbeit. Mit den Beschlüssen des Aktions-Komitees ist er im grossen und ganzen cinver- { standen, die Gründung der Landcntwicklungsgesellscliaft bildet 1 einen vcrheissiiiigsvollen Anfang für die Schaffung einer im j besten Sinne des Wortes bodenständigen jüdischen Bevölkerung in Palästina. Dagegen kann er die beschlossene Gewährung eines langfristigen Darlchns aus den Mitteln des Nationalfonds an eine jüdische Häuserhaugescilsciiaft in Jaffa nicht billigen. Die Tätigkeit dieser Gesellschaft liege zu wenig im Rahmen der Aufgaben des Nationalfonds. Dieser muss ausserdem hestrebt sein, seine Mittel möglichst flüssig zu halten. — Hieran folgte ein ebenso interessanter wie lehrreicher Vortrag des Herrn D r. W a s c h i t z über die jüdische Politik in Galmei(. Auf Grund seiner intimen Kenntnis der Personen und Verhältnisse entwarf der Redner in kurzen Worten ein fesselndes Bild von der höchst erfreulichen Umwandlung, die in der Psvelic der indischen Massen in Galizien, nicht zu kleinen 'Feilen dank der zionistischen Agitation, in den letzten Jahren \״r sich gegangen ist. Die zionistischen Abgeordneten im Rcichsrate haben durch ihr gesamtes Auftreten viel zur Hebung des Ansehens der Juden, sowie zur Stärkung ihrer Selbstnciitung beigetragen. Dass die zionistische Tätigkeit die rein zionistische nicht geschädigt habe, gehe daraus hervor, dass die Zahl der Sehekelzahler sich gerade in dem entsprechenden Zeitraum erheblich vermehrt hat. Kattowitz O.-Schl. Am 23. d. M. referierte Herr Diplom- Ingenieur Hecker in sehr gut besuchter Versammlung über ..P a 1 ä s t i n a — das jüdische 7. u k 11 n f t s I a n d“. Nach einleitender kurzer Definition der Grundlagen unserer Bewegung. insbesondere der religiösen und geschichtlichen Rolle Palästinas behandelte der Redner ausführlich die Frage der Eignung unseres Landes als Kolonisationsgebiet. Kr gab eine Darstellung der geographischen Verhältnisse (Bodengestalt. Wasservcrhältnissc. Klima. Vegetation. Bevölkerung) und er- «:terte die volkswirtschaftliche Bedeutung. Landwirtschaft und Industrie. Handel und Verkehr. Nach einer Auseinandersetzung über die natürlichen Bedingungen der Besiedlung des Landes schilderte der Referent die Kriolgc jüdischer Arbeit und die durch zionistische Initiative geschaffenen Institutionen geschältliehen und kulturellen Charakters. ־ Den Vortrag ausführlich vledcrziigcbcu und inhaltlich zu würdigen, verbietet der Rahmen dieses Berichtes; es sei nur fcstgestellt. dass die Objektivität und (irfmdlichkeit in der Behandlung der Materie — unter Verzieht auf jegliche Rhetorik - auf die Zuhörer d«•!! vorzüglichsten Eindruck machten. In der Diskussion betonte Herr Rabbiner Dr. Braunschweiger vom Standpunkte des Nichtzionisten die dringende Notwendigkeit, die praktische Pah'istinaarhcit rege zu fordern. Die wirtschaftliche Er- Schliessung des Landes bedeute nicht nur eine Entlastung des Armenetats der jüdischen Allgemeinheit, sondern schaffe auch den Mitteln der Phiiantropic die einzige, dem jüdischen Geiste (Arbeit und nicht AI m 0 s e n!) entsprechende Ver- Wendung. In Ergänzung dieser Ausführungen sah sich der Ve rsitzende. Herr Arnold Wiener, veranlasst, auf die ideelle Bedeutung der Erage für das konservative Judentum cinziigehen. Unter Hinweis auf von den Reformern (Abraham (ieigern 11. a.) mit Intensität betriebene Ausmerzung des Zionsgtdaiikcns ans dem jüdisch-religiösen Anschaiiiingskreis. hetone er mit Nachdruck, dass ein Judentum ohne die Hoffnung au: Zion keine Entwickluiigsir.öglichkcr. habe. Ratibor. Im Verein für Jüdische Geschichte und Literatur sprach atu letzten Sonntag Dr. Heinrich Loewe-Berlin über ..Kulturelle S t r c i f z ii ge im jüdischen O r i e n t". Die durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten Schilderungen der jüdischen Volksl'ciniat Palästina fanden hei dem stark besuchten Auditorium ein begeistertes Echo. cb. Leipzig. Am 21. Januar sprach in der hiesigen Ortsgruppe N. S o k o 1 e w über: ..Die kleinen H i I f s w c r k c und das grosse H i 1 f s we r k für die bedrängten Jude n". Die materielle und moralische Lage der russischen Juden sei jetzt schlimmer als je zuvor. Die zahlreichen Ililfswerke innerhalb Russlands haben verhältnismässig sehr wenig er!eicht. Der Zionismus dagegen, der materiell gar nichts gebe, gehe doch das. was das edle Jüdische Volk am nötigsten brauche: Ein Ideal! Der Vortrag wurde sehr beifällig autgenommen. w. Cöthen. Ortsgruppe ..L i b a 11 0 n“. In der hiesigen Ortsgruppe ..Libanon“ hielt Herr Kantor Blitz aus Dessau ein längeres Referat über die letzte Sitzung des Aktionskomitees in Berlin. Vortragender vei stand cs. die zahlreich erschieneneu Zuhörer für die wirtschaftlichen Vorgänge Palästinas zu gewinnen und erntete lebhaften Dank. An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Frau Dr. S. Cassel. Am II. d. M. hielt Herr Julius Simon aus Mannheim in der hiesigen Zionistischen Vereinigung einen Vortrag über das Thenm: .,Der VIII. Zionistenkongress, Rückblick und Ausblick“. Nach einem kurzen UcberMick über die Geschichte der zionistischen Bewegung entwarf dec Redner ein fesselndes Bild von den Vorgängen des VIII. Kongresses und ging dann dazu über, an der Hand eines interessanten, von eingehendem Studium zeugenden sachlichen Materials in überaus anregender Weise die Aufgaben darzulegen, welche die Beschlüsse des letzten Kongresses gestellt haben, uni deren Lösung der zhmistischn Gegenwartsarbeit in Palästina Vorbehalten ist. Au den mit grossem Beifall angenommenen Vortrag knüpfte sieh eine lebhafte Diskussion, in der u. a. Herr Lehrer Horwitz eingehend auf die Schwierigkeit des Problems der Jugendeizieiiung in zugleich jüdischem und patriotischem Geiste hinwies. In einem eindrucksvollen Schlusswort, in dem auch das vielbesprochene Verhältnis vom Zionismus und Staatsbürgertum dargelegt wurde, beantworjete Herr Simon die in der Diskussion aufgeworfenen Fragen, und man konnte feststellen. dass seine Ausführungen allseitige Anerkennung fanden. Die Versammlung, die erst in vorgerückter Stunde und. wie üblich, mit einer Sammlung für den Nationalfond ihr Ende fand, hedeutet einen grossen agitatorischen Eriolg. ke. Köln. Samstag, den 25. d. M.. fand im Saale des Hotel Bulin die erste öffentliche Versammlung des ״H e r 7.1 k 111 b s" statt. Der Referent. Herr Adolf Pollak. sprach über das Leben und Wirken Theodor Merzls. Er begann seine Schilderung mit der Studienzeit und führte uns dann in ausiiih!lieber Weise sein Leben in Paris vor. wie er durch die Dreyfus-Affäre und durch den Antisemitismus dazu veranlasst wurde, seinen .,Judenstaat“ zu veröffentlichen. Mit grosser Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden den Ausführungen des ליויויי יויייי

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