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Jüdische Rundschau · 1908-01-24 · Heft 4 (24.1.1908) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 4 (24.1.1908)
Date
1908-01-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ז s»*s m -a**» I« :« I I f i i . 4! :* i 1 1 i i! * I I No.J____ _JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 31 Es gibt jetzt keine wichtigere Aufgabe füi* uns! als unverzüglich die regste Agitation für den Parteifonds zu entfalten• Werbet und sammelt, wo immer Juden weilen, deren Herzen für unser heiss geliebtes Land und unser schwerbedrängtes Volk von Treue und Pflichtbewusstsein durchdrungen sind. DasAktionskomitee I. A.: David Wolffsohn Prof. Dr. Otto larburg Jakobus Kann Moderne Exulanten i I i Der alte Fluch ״Unstet und flüchtig sollst du sein!“ j lastet auf dein Jüd schcn Volke• Nach der Auflösung des Jüdischen Reiches wiederholten sich die Vertreibungen von Juden bald aus diesem bald aus jenem Lande. Noch denken wir mit Schaudern zurück an die Zeiten der der Kreuzzüge, an den ״Schwarzen Tod“ und an die Gewalttaten der Kosakenhorden. Damals war der Wanderzug reicher an Blut und Schrecken; jedocii war w ohl die Zahl der Wandernden nicht so gross wie heute. Jetzt werden wir nicht mehr w ie einst von Assyrern und Römern in Ketten ins Exil gescchlcppt, jetzt ist der sicht- : bare Zw ang geschw unden, es sind ״moderne Exulanten“, die der Not der Zeit und Umstände gehorchend, keine Ruhe; linden und hin 1md 1;er wandern. Riesige Dimensionen j nimmt die Zahl derer an, d'e ihre Heimat wechseln: 1 in den Jahren lSbOGPO? haben ca. 2 Miilioiieii Juden j ihren Herd in fremde Gegenden verlegt, und noch immer , steigt die Zahl der Ruhelosen. So wanderten im Novcni- : ber 1907 ca. 1000 Judn mehr in Amerika ein, als im 1 gleichen Monat des Vorjahres (November 1907 bis 12 •US, ■ November 1906 bis 114S0 Personen). Und jetzt haben j Heimatsehnen. Seufzer aus dem Golus. I. Ein Sehnen geht durch die WcOt-- durch die jüdische Welt. Lin Sehnen nach Licht und Freiheit. Auch mich hat diese Sehnsucht erfasst.- Sie macht uils jedoch nicht schwach-neinmutig und stolz macht sie uns; sie rüttelt uns auf aus dem langen Schlafe, in den das Golus uns versetzt; s:e zeigt uns ein Ziel, das wir erstreben können, sie gibt uns die Hoffnung auf eine herrliche Zukunft. — —- -_ .— Und wir müssen dieses Ziel erreichen. Lange genug sind wir zerstreut über alle Länder.-- Wir werden uns sammeln von allen Enden des Erdballs; die Liebe zu unserem Laude, unserer Heimat, w ird für uns kämpfen, unsere Sehnsucht wird uns führen.- -Sic wird uns eine neue Weit schaffen, eine Welt freier Menschen-freier Judenim freien Judenlande. —-- II. Zion, wir lieben Dich.-Wir sehnen uns nach dir — Fühlst Du cs nicht, wie unsere Gedanken zu Dir eilen durch Luft und Äther; spürst Du es nicht, wie das Blut in uns wallt' und kocht, das alte, feurige M. \ . v __ wir uns mit einer neuen Phrase der Jüdischen Wauder־ bewegunft zu beschäftigen, mit der Rückwanderung. Glücklich sind diejenigen, deren Not in Ellis Island der Ein wände niugsstation von New York, endigt. So lange sie mit den russischen Gewalthabern zu kämpfen hatten, war cs ihre letzte Hoffnung im Lande der Freiheit und Gleichheit aniatmen zu können. Aber doppelt traurig ist das Los derjenigen, die sich :11 dieser Annahme völlig getäuscht sehen, die entweder zuriickgeschicKt wurden, oder aus Mangel an Beschäftigung imikchrea müssen. Diese wahren Typen des Golus bleiben in der 'Tat zwischen Himme! und Wasser schweben- Sie haben keinen Boden mehr unter den Füssen. Amerika hat sie in ihren letzten Hofmungen enttäuscht; auch in den Südstanten macht sich bereits die amerikanische Krisis bemerkbar; das Itoisteiiland hat sich nicht bewährt, und England hat seine Grenzen iiir die jüdische Einwanderung geschlossen. So bleibt den armen Emigranten, nielits übrig, als w ieder zurück ins Unglück wandern, zurück nach Russland und Rumänien, wo sie das Letzte zu Geld gemacht hatten. Und auch dieses haben sic bereits auigezehrt• Dort wartet ihrer die grösste Not, in vielen Fällen auch Misshandlungen, Gciüngnis oder gar Makkabäerblut, wenn w ir Deiner gedenken.- --Und immer denke ich an Oicli.-- Wenn ich am Morgen aufstche, wenn ich mich am Abend nicderlcgc, wo ich gehe, wo ich stehe --immer suchen Dich meine Augen--—- immer ־ —-— — ewig.-— Ich sinke auf die Kniec, - -ich strecke meine Arme aus —- ich ringe die Hände, und meine glühenden, lechzenden Lippen öffnen sieh und hauchen — — — Deinen Namen.- III. Palästina! — — — Du bist meine Heimat. Ich habe Dieb nie gesehen, doch ich liebe Dich.-Ich kenne Deinen Schmerz, Deine Seufzer. Auch Du hast Sehnsucht. — ---—- Sehnsucht nach dem Pflug, der deinen Boden durchziehen, nach den Bauern, die Dich beackern sollen und Dich bepflanzen mit de,u goldenen Früchten des Südens.-Du sehnst Dich nach Schiffen, die Deine Seen und Flüsse befahren, nach dejt Bahnen, die d:ch durcheilen sollen, nach Doriern, -nach Städten.-Du suchst ein freies, aufrechtes Geschlecht, das sieh glücklich fühlt, Deine heiligen Schollen bearbeiten zu können; Du suchst das Geschlecht, dessen Geschichte unzertrennlich mit Dir verknüpft ist, das Volk, das stolz Dich seine Mutter

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