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Jüdische Rundschau · 1908-01-10 · Heft 2 (10.1.1908) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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*y» ht* fe«.’ i mS#L> iiZJ. imäAk Mi Agxf'.f No. 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 19 dfti für seinen patriotischen Zweck wohlzeeignete Buch. - Die wachsende Zahl von Unterstützungsgesuchen bedürftiger Gemeinden hat zur Vcrgrösserung der Gcniciudeunterstützungskommission und zur Ausarbeitung einer neuen Geschäftsordnunc geführt. Wie sich in den Fürsorge-Erziehungsanstalten zu Repzin und Plötzenscc das innere Leben während der Wintermonate gestaltet, wird in einem eingehenden Artikel erzählt. Das Gesamtarchiv der Deutschen Juden weiss von einer bedeutenden Vergrösseiung des ihm übergebenen Aktenmaterials zu berichten. Den MITTEILUNGEN ist je ein Nachtrag zum ..Handbuch *der jüdischen Gemeindeverwaltung*• und zur ״schwarzen Liste“ beigefügt. Neue Beschränkungen der Juden St. Petersburg, 31. Dezember. Wie ans einem Füllhorn kommen jetzt neue Ausnahmegesetze gegen die Jude״ zu Tage. Es sieht so aus. als ob der Senat keine wichtigere Bcschäftigung habe, und als ob das gesunde Russland vor den ״verrftterischen" Juden beschützt werden muss. In der letzten Sitzung des ersten Departements des regierenden Senats wurde!"!her das Wohnrecht von Frauen, welche die Hoehschul- Kurse (Bcsiushewski) absolviert habet«, ausserhalb des jüdisehen Ansiedhntgsrayons beraten. Diese Frage wurde schon \or zwei Jahren aus Grund einer Klage von Fra» Rafalowitseh wegen einer Handlung des Petersburger Stadtbaupttnanns auigeworfen. Atis Vertilgung des regierenden Senats wurde dann die Ausweisung von Frau Raialowitscl« auigelmben. ln der Folge aber entstanden in« Senat Meinungsverschiedenheiten über diese!'rage, und die Angelegenheit wurde dann zur Ab* uiteilung dem ersten Departement übergeben. Mit 22 gegen 17 Stimmen erklärte der Senat, dass die Bestuskewski-Kursc nicht als Hochschulkurse angesehen werden konnten, und dass daher Personen jüdischen Glaubens, welche sie absolvieren, nicht das Wohnrecht ausserhalb des jtidichen Ansicdelungsrayons gemessen. Diese Erklärung des Senats, dass die Bestushcwski-Kurse nicht als Hoehsclmlktirse auztisehen sind, entspricht aber durchaus nicht mehr den wirklichen Tatsachen. Die jüdischen Kolonisten in Russland Man schreibt der RUSSISCHF.K KORRESPONDENZ aus Petersburg: Die verfassungswidrigen Agrarreformen Stolypins haben auch die jüdischen Kolonisten des Gouvernements Jckaterinoslaw empfindlich berührt. Die jüdische!« Kolonisten treiben dort Ackerbau unter ungünstigen Verhfdtnissen und führen ein kümmerliches sorgenvolles ßauernleben. Nun hat die Landcinrichtungskommission des Bezirks Alcxandrowsk (des getonnten Gouvuernements) beschlossen, 37<0י Desjatincn Krön. Innücrcten, die Jahrzehnte lang von den jüdischen Kolonisten gepachtet waren, zu vet kaufen. Schon sind die diesbezugliehen Bekanntmachungen gedruckt und in den Doriämtern ausgehängt. Die betreffenden Landstücke waren, wie gesagt. Jahrzehnte lang von den jüdischen Ackerbauern gepachtet. Dr Verlust dieses einzigen, den jüdischen Kolonisten ztigängliehen, Bodcntonds ist ihr vollständiger wirtschaftlicher Ruin, denn die Halite der Kolonisten besitzt zu wenig Land, um eine selbständige Wirtschaft, ohne Pachtland. t'ühren zu können. Die angrenzenden Krongiitcr waren die einzigen, die sic pachten und bearbeiten konnten. Da die dortigen jüdischen Kolonien nur Ackerbau treiben und andere Erwerbsquellen Urnen fehlen, so wird ein bedeutender Teil der Kolonisten gezwungen sein, die bisherige Scholle zu verlassen. Damit entstehen aber auch iür die Bleibenden grosse Schwierigkeiten in ihrer Bewirtschaftung. Die Beschwerden der Kolonisten über die Beschlüsse der Bezirkskommission an die höheren Instanzen blieben vorläufig erfolglos. Man untersagt also den Juden. Land zu erwerben oder zu pachten, man vertreibt sie sogar von ihren alten bebauten Kolonien. Und dann behauptet man. sie seien arbeitsscheu und zur Landwirtschaft unfähig. Der Oberrabbiner von Saloniki Wie bereits gemeldet, ist Jakob Mcir. der durch seine Gelehrsamkeit und sein edles und modernes Wirken für die Palästinischen Juden bekannte Rabbi, von» Sultan als Chachambaschy von Saloniki bestätigt worden. Bis jetzt war seine Bestätigung von denselben Elementen verhindert worden, von denen Mcir in Jerusalem verleumdet worden war, von jenen Leuten, die es nicht gern haben, wenn ihnen jemand auf die Finger sieht und dadurch das so einträgliche Schnorrgeschäft zu verpfuschen droht. In der indischen Gemeinde von Saloniki, einer der bedeutendsten des Orients, sieht man der Ankunft des neuen Chachambraschy mit grossen Hoffnungen entgegen. Alle die zahlreichen indischen Institutionen der Gemeinde sind In den letzten Jahren nur sehr langsam oder gar nicht vorwärts geschritten, und man hofft allgemein von Jakob Meir, dass er einen neuen frischen Zug in das stagnierende Leben der Anstalten wie der hiesigen Juden überhaupt bringen wird. Auch ‘ die Zeitungen geben der Meinung Ausdruck, dass sich Meir dadurch ein grosses Verdienst erwerben könnte, wenn er die zum Teil wirklich veralteten Institutionen etwas zeitgemäss umgestaltcn würde. Der neue Chachambaschy wird in Konstantinopel erst den üblichen Treuccid leisten und dann bald sein Amt antreten. Kleine Mitteilungen Dorthin, dorthin .... Die DEUTSCHE TAGESZEITUNG schreibt: . Eine Stadt ohne Juden. Aus dem schlesischen Städtchen Ujcst sind im Laufe der letzten Jahre sämtliche jüdischen Einwohncr ausgezogen. Weil es im Orte keinen Juden mehr gibt, hat der Regierungspräsident die nur den« Namen nach noch fi rtbestchende jüdische Gemeinde Ujcst aufgelöst und die Juden der Umgebung, die ihr bisher angehörten. der Gemeinde Strehlen zugewiesen. - Glückliches Ujcst! Wer verstände nicht den gepressten Stossseufzer des hiederen Oerid, der sieh in den eigenen Rcdaktiousräumen vor i.iauschclmlen Juden — siehe: Paul Liman alias Saul Lfppmann und Robert Jähe alias Max Ararn! - nicht zu retten weiss! Wien. Wie wir dem .1CDISCHEN SOZIALDEMOKRATEN •.ntuehmeu. so!! die bosnische Verwaltung eine Verordnung eriassen haben, die für die christlichen Arbeiter den Sonntag, die jüdische n den Sonnabend, die muselmännischen den Freitag als Ruhetag bestimmt. Diese jüdische Zeitung empfiehlt der Regierung die Nachahmung dieses Vorgehens für Galizien und die Bukowina empfehlen, wo absolut und relativ mein Juden als in Bosnien wohnen. Wien Die Rückwanderung aus Amerika nimmt ungeheure Dimensionen an. Bis Ende Januar 19־.'S haben bereits 2>XHm« Rückwanderer bei der Hamhurg-Amerika-Linie Karten gekauft. Darunter sind auch viele Juden. Was diese Armen bei der schlechten wirtschaftlichen Lage in ihren Heimatländern beginnen werden, wissen sie selbst nicht. Ein besonders starkes Kontingent steilen die Fabrikarbeiter, die in der Landwirtschaft beschäftigten bleiben noch in Amerika. Da die Juden fast durchwegs städtisches Element sind, so ist der Prozentsatz an Juden wahrscheinlich ein ziemlich hoher. Die Tatsache er- Innert an den ..Sturm*• Rosen feiest ״Wir sind Juden, verlasscne Juden, unsere brennende Wunde löscht nur das Meer“. Persönliches. Am Dienstag, dem 14. Januar er., findet die \ ermählung unseres Gesinnungsgenossen Herrn Otto Colin- Königsberg i. Pr. mit Fräulein Bett ל• Siedner (Namslau) statt. -- Unser Gesimiungsgeiiosscnireund Dr. Georg Haipera in Hamburg wurde durch die Geburt eines T öc h t e r c h e n s erfreut. Die Redaktion scliliesst sich den zahlreichen Glückwünschen aus nah und fern herzllchst an. Geschäftliche Mitteilungen Hamburg-Amcrlka-Llnle. Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdampferii finden statt: Nach New York: II. 1. Postd. President Lincoln. 15. I. Postd. Amerika. 18. 1. Postd. President Grant. 25. 1. Postd. Pennsylvania. 25. 1. Postd. Kaiserin Auguste Victoria. 1. 2. Postd. Patricia. 8. 2. Postd. Pretoria. 15. 2. Postd. Grat Waldersee. 19. 2. Postd. Amerika. Nach Boston: 15. 1. Postd. Badcnia. 31. 1. Postd. Bosnla. Nach Baltimore: 15. 1. Postd. Badenia. 31. 1. Postd. Bosnia. Nach Philadelphia: 18. 1. Postd. Andalusia. Nach Westindier«: 10. 1. Post. Altcnburg. Nach Mexico: 14. l. Postd. AUcmauma. Nach Ostasien: 10. I. Postd. Hohenstaufen. 20. I. Postd. Belgravia. 25. 1. Postd. Sncvia. 3•*. L ein Dampfer. Neueste Naehrlchteit über die Bewegungen der Dampfer der Hamhurg-Amerika-Linie. Nordamerika: D. Janeta. 2. Januar 1 Uhr nachm, von Boston nach Baltimore. D. Pennsylvania, *von New York Konimend, 3. Januar 10 Uhr 25 Min. morgens auf der Elbe. Wcstindlen. Mexico. Südamerika D. Danlamach Havana׳ und Mexico. 2. Januar 6 Uhr morgens in Cadiz. D. Irnigurd .׳*?*}'ייי״״י""* »)■**£

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