Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1907)
- Date
- 1907-12-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 214 'JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 49 Gelder keine unbedingte Sicherheit geboten werden kann. Man beschloss, Herrn Prof. Warburg und Herrn Assessor Dr. Ruppin mit der Ausarbeitung eines positiven Vorschlages, welcher der nächsten Dircktoriunisitzung vorgclcgt werden soll, zu betrauen. In ähnlicher Weise wurde in der Angclgcnhcit des der Jaffacr Häuscrbaugesellschaft Achuzath Baith zu gewährenden Darlclms beschlossen, von Herrn Dr. Ruppin die diesbezügliehen Verträge ausarbeiten zu lassen und die ganze Angclegenheit der nächsten Direktoriumsitzung zur endgültigen Erledigung vorzulcgcn. Eine Debatte entspann sich über die Frage der Organisicrung der Oclbaumspende. Es wurde eine Einigung darüber erzielt, dass eine selbständige Organisation für dieselbe wiinsehenswert sei. Dagegen herrschten bezüglich der Nebenfragen, wie Namen, Sitz des Vereins etc. Meinungsverschiedenheiten, die in der Dehnte zum Ausgleich kamen. Man einigte sich schliesslich dahingehend, dass man Herrn Dr. Bodenheimer ersuchte, mit den Herren Prof. Warburg und Dr. Hantke auf der Grundlage eines in Berlin eingetragenen Vereins einen Vorschlag zur Vorlage in der nächsten Dircktojiumsitzung auszuarbeiten. In der Angelegenheit des Kaufes der zwei Häuser für die Kunstgcwcrbescliule ״Bezalcl'. wurde auf den Vorschlag von Dr. Ruppin beschlossen, das zweite kleinere Haus, welches in enger Verbindung mit dem schon gekauften grösseren steht, und für welches sich der NationaltorJs das Vorkaufsrecht für die nächsten 3 Jnhre gesichert hat. vorläufig noch nicht zu kaufen, bis man die Entwicklung d.r Kunsagewe.־׳beschule übersehen oder feststellen könne, ob dieses Haus für das neu zu errichtende Palästina-Amt zu gebrauchen sei. Nach folgender Diskussion über die Angelegenheiten von Kiriai’1 Scpher, der Schaltischen und Hindinschen Schenkung, der Schenkung von 25 <1100 Franks der rinr inischen Zionisten, der Güter Gindas, Hulda, Dnlaika und UmeJjune kam auch das Budget der Verwaltung des National:/ nds zur Sprache, und Herr Prof. W arhurg!nachte den Vorschlag, dass den einzelnen Direktoren etwa allmonatlich vertraulich ein Bericht eiligesandt werden solle. Zum Schluss der Tagung licss Herr Wolffsolm einen Brief, betreffend die Zustände in Galizien .zur Verlesung bringen, und im Zusammenhang* hiermit wurde eingehend der Miss* stand besprochen, dass noch eine grosse Anzahl von Zeitungen Spenden annehme bezw a.ngenonimeu habe, ohne dieselben abzuliefern und ohne zur Annahme von Spenden beredt* tigt zu sein. Herr Wolffsolm macht den Vorschlag, man solle sich, sobald man in Erfahrung gebracht hätte, dass eine Zcitung Spenden annehme und auswcisc, 3 Tage nach dem Ausweis der Bank erkundigen, ob die Gelder ordnungsgemäss abgeführt seien. Stelle es sich heraus, dass die Gelder trotz wiederholter Monierung nicht abgeführt werden, so müsse man durch eine diesbezügliche Publikation dafür sorgen, dass bei dieser Zeitung weiterhin keine Spenden eingchen. Nach Besprechung aller vorliegenden Angelegenheiten wurde als Termin für die nächste in Berlin statfiudende Sitzung des Direktoriums des Jüdischen Naiionalionds Freitag, der 3. Januar 1908 festgesetzt und die Sitzung geschlossen. ן :*,;•»;#*י. *. att; •יי— ■ל ״*״־׳■ י- *v-״ '־*״״: * ' י' ־ :.’ג.‘; , Statutenänderung Die RIGAISCHE RUNDSCHAU schreibt in ihrer Nummer vom 28. November 1907: ״In Sachen der Jüdischen Kolonialbank erhalten wir folgetide Zuschrift: Bezugnehmend auf die Ausführungen in Nr. 251 Ihrer geschätzten Zeitung ״Von der Jüdischen Kolonialbank“ bitten wir Sic um Aufnahme folgender Erklärungen: Die Jüdische Kolonialbank wurde zum Zwecke der Durchfültrung des zionistischen Programms gegründet, welches lautet: ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Es ist somit verständlich, dass weder Dr. Herz! noch sonst ein Zionist bei der Gründung der Bank an ein anderes Land als Palästina gedacht hat. Wenn trotzdem tatsächlich in den Statuten der Bank neben ״Palästina“ hinzugefügt ist, ״auch in anderen Teilen der Welt“, so erklärt sich dieser Wider- Spruch aus rein formellen Gründen. Das englische Gesetz verlangte eine genaue Grcnzbcstimmung der Länder Palästina und Syrien, was nicht gu* anging, da die Zionisten auch die angrenzenden Länder in den Bereich ihrer Betrachtungen zogen. Als aber die Statuten der Bank veröffentlicht wurden, liefen bei Dr. Herzl sogleich Proteste wegen dieses Zusatzes ein und unternahm unser verstorbener Führer sofort dlo nötigen Schritte, um eine Aendcrung der Statuten der Bank zu bcwirken. Wiederholt wurde auf den Kongressen die gleiche Bestimmung getroffen und aut dem letzten Haager Kongress endgültig im zionistischen Sinne entschieden. Die Zionisten erstreben die endgültige Lösung der Judenfrage, die nur auf dem Boden Palästinas, sowohl aus religiösen, als traditionellen Gründen möglich ist. Ein jedes andere Land kann nur als Erweiterung des Gohithgehietes betrachtet werden. wozu kein Jude, der die Geschichte seines Volkes kennt, die Hand bieten wird. Ebensowenig wird ein denkender Jude das mühsam zusammengebrachte Kapital der Bank für Palliativmassrcgcln, wie Regulierung der Emigration, verwendet sehen wollen, wie notwendig eine solche von allen anerkannt werden muss. Somit werden nicht nur Zionisten, sondern, bis auf die Territoriaüsten, auch alle übrigen Aktieninhaber mit Freude dem Antrag der Zionistischen Organisation beistimmen, die Statuten der Bank In der Weise zu ändern, dass ihr Tätigkcitsgebict auf Palästina und die daran grenzenden Gebiete beschränkt bleibe. Dr. J. Joffe. Der Prcssäusscrimg unseres Gesinnungsgenossen haben wir weiter nichts hinz.u/.iiiügen. als dass wir unsere Gesiimungsfrcunde noch einmal bitten, ihrer Pflicht gegenüber der Partei dadurch zu genüge:', dass sie den beigedruckten Stimmzettel ausschuelden und gehörig ausgeftilU an das Zuntralbureau ln Charlottcnburg 11, Bleihtreiistrasse 49, cinserrde». Aus den Ortsgruppen Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung voranstaltet am Sonnabend, dem M. Dezember eine .Makkabäerfeier verbunden mit Ball, in den Gesamträumen der Brauerei König- Stadt, Schönhauser-Allee 10/J1. Eintrittskarten ä 1 Mk., sowie Fantiüenkarlcn (iür 4 Personen gütig) ä 3 Mk., sind ln der Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Auguststr. 49 a. (4—6 Uhr nachm.). In der Buchhandlung des Herrn Louis Lamm, Neue Fricdrlchstr. 61/63. und an der Abendkasse zu haben. Berlin. In der Jüdisch-nafionalen Frauenverelnigur.g iinden im Dezember folgende Veranstaltungen statt: Sonntag, den 8. Dezember, Vormittag 11 Uhr, gemeinsame Besichtigung der ״Jüdischen Kunstausstellung“ unter sachgemässcr Führung. Der P a 1 ä s t i n a k u r s u s am Sonnabend, den 14. Dezember, fällt wegen der Makkabäerfeier der Bcrlincr Zionistischen Vereinigung aus. Sonnabend, den 28. Dezember, abends 9 Uhr, in den Räumen des jüdischen Volksvcreins, Dirkscnstr. 46 Hof I, P a 1Ü s t i n a v o r t r a g mit darauf folgender Diskussion. Im ״Jüdischen Jugendklu b“ jeden Sonntag von 4—7־ Uhr: Hebr. Unterricht von Herrn Dr. Renz er und Herrn Bancth. Vorträge der Damen: Frau Landau, Frau S c h 0 r, Fr!. Sachs, Frl. Bccrmann. Berlin. Am Sonntag, dem 8. Dezember 1907. 6 Uhr abends, veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung Abt. Bnci Zion eine Chanukah-Feicr. verbunden mit Ball, im Grossen Saale des Vereins Berliner Musiker, Kaiser Wilhelm- Strasse lSm. Für ein sehr reichhaltiges Programm ist bestens gesorgt. Eintrittskarten ä 50 Pf. sind an der Abendkasse zu haben. Gäste. Damen und Herren, sind hcrzllchst willkommen. Die Festrede hat Rabbiner I)r. Emil Levy freundfichst übernommen. Charlottcnburg. Donnerstag, den 12. Dezember, abends 8*2 Uhr. spricht im ״Gesellschaftsbaus“. Berlinerstr. 118 (am Untergrundbahnhof Wilhelmsplatz) Herr Archivar Dr. T ä u b 1 e r über ״Der jüdische Historiker Flavins Joscphus und ״das Assimilationsproblem . G.iste sind herzlich willkommen. — Sonntag, den 22. Dezember, veranstaltet die hiesige Ortsgruppe in den ״Kaisersälen“, Bismarckstr. 84 eine Makkabäerfeier, an der ausser rczitatorischen und musikalischen Vorträgen ״Ahasver“, Drama von Heyerrnanns, durch Berliner Bühnenkünstler zqr Aufiührnng gebracht wird. Die Verkaufsstellen der Eintnuskarten (ä 1 Mk.) werden in der nächsten Nummer bekannt gegeben. Zabrze O./S. Der jetzige Vorstand besteht aus den Herren Rechtsanwalt Dr. I-1 c h t c n s t e i n . Samuel Lobmann. Rcfer. Georg Schutz und Fräulein Marie Riese nfeld. Seit Beginn dieses Vierteljahres wurden allmonatlich zwei Mitgliederversammlungen veranstaltet, je eine am 1. und 3. Donnerstag im Monat. In der zahlreich besuchten Versammlung vom 21. November 1907 berichtete unser Delegierter Dr. Stahl aus Tarnov.ii.: über den 8. Kon-