Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1907)
- Date
- 1907-12-06
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 49 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 213 Mk. Mk. Tiehauer, Zabrze 4,~ Willy Nothmann, Betty Glaser, Gross-Strelitz . . 10,- Zabrze .... 5,- Ludwig Fröhlieh, Er wich Schüller Ratibor .... 6,- (L Rate), Zabrze . 1,™ Siegfried Früh- Leopold Lewj, lieb, Ratibor . 5,- Rybnik .... 5,- Fritz Glücks- Siegfried Wannamann, Ratibor . 5,- berg, Rybnik . 4,- Hermann Adler, Thekla Bejss, Ryb- Ratibor .... 5,- nik. 4,- Dr. Jacob, Kiet . 5,— S. Wolff, Rybnik 4,- Dr. B e h r, Kiel 10,- Referendar Heil* S. B ergho ff, Kiel 5,- b 0 r n ,* Heisse . 10,- Hugo Tannen- Apotheker Kromo• lowsky, Neisse 5,- wald . . . . 5,- SuttH» :S7V.au MS. Die Sitzung des Ermsren Aktionskomitees %J Offizieller Bericht. Am Sonntag. dem 24. und Montag dem 25. November hielt das Engere Aktionskomitee in Köln eine Sitzung ab. An einmen Punkten der Beratung nahmen auch die Herren Dr. H a n t k e und Dr. R u p p i n teil. Der Präsident des Aktionskomitees erstattete über seinen letzten Aufenthalt in K o n s t a 111 i 11 o p e l, wo er zusammen mit dem Präsidenten des J.C.T., Herrn Dr.K atzenelson. mehrere Wochen weilte, lind über die mit den dortigen!nassgebenden Kreisen und offiziellen Personen gepflogenen U n - t c r h a 11 d 1 u n « e 11 ausführlichen Bericht. Die Unterhandlungen sind für die Erfolgsaussichten unsc rer Bemühungen insofern von der grössten Bedeutung, als sie die für unsere Unternehmungen wesentlichste Voraus- Setzung geschaffen haben: einen unmittelbaren regen Verkehr mit den entscheidenden Paktoren. Nach dieser Richtung hat der Präsident wichtige Schritte unternommen. Was über allen Zweifel als iestgcstelft bezeichnet werden kann, ist, dass nicht nur unsere früheren Beziehungen in ihrem ganzen Umfange fortbestehen, sondern dass man jetzt in höheren türkischen Kreisen an das Problem unserer Arbeitspläne griindlieber und bereitwilliger als je herantritt. Unsere Vcrbindüngen mit den entscheidenden Paktoren befinden sich in einer sichtlich fortschreitenden Entwicklung, die zu einem weiteren Arbeiten ermutigt. Die Verhandlungen sind in ein Stadium getreten, in dem positive Projekte in einer festen umrissenen Gestalt unter dem Gesichtspunke realpolitischer Erwägungen behandelt werden. Der Präsident hofft und ist der Ansicht, dass die Vorstellungen, die seit seinem früheren Aufenthalt in Konstantinopel im Marz dieses Jahres erwogen und fortlaufend behandelt wurden, dank der jetzt prinzipiell günstigen Stimmung eine Basis für die Erreichung erstrebenswerter Resultate bilden werden, und ist überzeugt, dass die Verhandlungen derartig reale Resultate zeitigen dürften, dass die weitesten Kreise unseres Volkes und die massgebenden jüdischen Institutionen ihre Kräfte bereitwilligst in den Dienst dieser Sache stellen werden. Das E.A.K. begriisste die Bemühungen des Präsidenten mit Genugtuung und beschloss, die Arbeiten nach dieser Richtung mit aller Energie fortzusetzen. Das Engere A. K. nahm des weiteren mit Befriedigung Kenntnis von den! Bericht über die von dem Präsidenten zusammen mit Herrn Dr. Katzeiielson wegen Errichtung einer Bankfiliale in Konstantinopcl entfaltete Tätigkeit. Endgültige Beschlüsse über diese Angelegenheit sollen in der nächsten Sitzung des Direktoriums des Jcwish Colonial Trust, die Ende Dezember stattfindet, gefasst werden. Gemäss dem im Haag gefassten Beschlüsse, eine Sitzung des Grossen Aktionskomitees im Januar in Berlin abzuhalten, wurde das Grosse Aktionskomitee auf den f». Januar 1908 nach Berlin c i n b c r u f c n. Die Tagesordmtng wird demnächst bekannt gegeben werden. Gleichzeitig sollen Sitzungen des E.A.K. und des Amsiclitsratcs des J.C.T. stattfinden. * Nach einer eingehenden Beratung kam das E. A. K. zu einem Beschlüsse über die Verwendung des seinerzeit für die Opfer der Pogrome gesammelten Ponds, der gemäss dem Beschhisse der Jahreskonferenz zugunsten der Pogromwaisen verwandt werden soll. Darnach sollen vorläufig aus den Mitteln des Ponds eine Anzahl Pogromwaisen in Pahistina erzogen werden. Die erforderlichen Schritte •sind bereits cingclcitet. Das E. A. K. beschäftigte sich auch mit der Präge der Abänderung der Ba n k s t a t u te n. Es wurde bcschlossen, die drei vom Kongresse eingesetzten Juristen zu ersuchen, ihr Gutachten schnellstens abzugeben. Herr Dr. Hantke erstattete Bericht über die Einriehtung und Tätigkeit der neugegriindeten Abteilung Berlin des Zionistisc 11 en Zcntralbtircaus. Aus seinem Berichte ging hervor, dass das Bureau nunmehr in der Lage ist. seine Propagandatätigkeit in grosserem Massstabe zu bcginnen. Das Bureau wird sich demnächst an die einzelnen Landsmannschaften mit diesbezüglichen Vorschlägen wenden lind ihnen bei der Beschaffung neuer Propagandamaterialien und dem Ausbau der bereits bestehenden Institutionen mit Rat und Tat behilflich sein. י Die Propaganda für Palästina und die I n f o r - mätion der Presse erfährt in dem Bureau spezielle Bcachtimg. Gemäss der vom Kongress angenommenen Resolution wurde beschlossen, das Berliner Bureau zu beauftragen, eine neue G c s ü 11 ä f t s o r׳d 11 u n g für den Kongress atiszuarbeiten und dem A.-K. vorzulegen. Nach einer ausführlichen Besprechung w urde beschlossen, das P a I ä s 1111 a - A m t in Palästina nunmehr einzuriclitcii. Als dessen Leiter hat das E. a.-K. Herrn Dr. R 11 p p i 11 und ausserdem iiir das Bureau des Amtes Herrn Dr. Thon engägiert. Das E. A.-K. hat beschlossen, an sämtliche Ecderationcn und A.-K.-Mitglieder eine dringliche AuPirderung ergehen zu lassen, sofort tatkräftig mit den Sammlungen für den Parteifnuds zu beginnen und die eingehenden Beträge uuverzüglich zu überweisen. Bericht über die Sitzung des En;3rer, tesfcss dss JiiiÜsGkü listlonslle-rgls (Keren Kajcmcth Lc Jisrael) Ltd. vom 2-i. und 25. Novbr. 1907. Offizieller Bericht. 1111 Anschluss an die Sitzung des Engeren Aktionskomitecs fanden am Sonntag, dem 2-1. und Montag, dem 25. Novemher in den Räumen des hiesigen Hauptbureaus Sitzungen des Engeren Ausschusses des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds statt. Anwesend waren vom Direktorium die Herren Rechtsarnvalt Dr. Bodenhcimer, der Präsident des A.-K. David Wolffsohn, Professor Warburg. Rechtsanwalt Dr. Hantke. Ferner waren anwesend das Mitglied des Engeren Aktionskomitees Herr Jacobus Kann, die Herren Assessor Dr. Ruppiu, Agronon! Bermann, Generalsekretär N. Sokolow,. Julius Berger, Dr. Zobel und der Sekretär des hiesigen Bureaus Herr H. Kaufmann als Protokollführer. Trugen diese Sitzungen auch im grossen und ganzen den Charakter einer vorberatenden Besprechung, so war sic doch in allen Teilen hochbedcutsam und ihr Verlauf nach jeder Richtung hin befriedigend. Herr Rechtsanwalt Dr. Bodenhcimer eröffnete die Konfertnz, indem er ein allgemeines Bild der heutigen Lage des Nationalionds in den verschiedenen Ländern gab und die bislierigen Arbeiten des hiesigen Bureaus kurz skizzierte. Alsdann gab er die zur Verhandlung vorliegenden Punkte bekaum, von welchen als wichtiger die Prägen der Bildung eines Agrarfonds in Palästina, der Darlehnsvertrag der Baugescllschaft Achuzath Baith, die Wahl des Hcrzl-Waldcs, und die Organisation der Oelbnumspende zu erwähnen sind. Pcrner sind zu nennen die Angelegenheit Kirjntl! Scplicr, Hulda, Verpachtung von Dulaika uiid Umedjune. Den grössten Teil der ersten Sitzung füllte die Besprccimug der Präge der Bildung eines Agrarfonds aus. Es handelte sich darum, wie man den diesbezüglichen Beschluss des 8. Zionistenkongresses ausführen solle. Zwei Vorschläge lagen vor, einer von Herrn Levontiu, der im Anschluss an die A.P.K. die Schaffung einer Agrarabteilung dieser Bank vorsieht, und ein anderer von Herrn Prof. Warburg. Die Grundidee des letzteren gipfelte darin, dass man dem NationaUomls die Möglichkeit geben müsse, seine Ländereien in Palästina zu verwerten und ordnungsgemäss zu verwalten. Er empfiehlt daher die Gründung einer selbständigen Betriebsgescilschaft, einer Land-Development-Company , mit einem Kapital von etwa 50000 Pfund Sterling, welches jedoch nur zur Hälfte eingezahlt werden solle, zum Teil in Ländereien, zun! Teil in barem Gelde. 1111 Prinzip war dieser Vorschlag allen Anwesenden sympathisch. Es zeigten sieh jedoch inso- 0־rn Schwierigkeiten, als nach den Statuten der Jüdische Nationalfonds an einer derartigen Gesellschaft diesem für seine