Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-11-29 · Heft 48 (29.11.1907) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651500-2651548--05256-2662269
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 4 Seite 206 . JÜDISCHE samten Jüdischen Volkes. Der unmittelbare Erfolg des Abends war, dass mehrere Mitglieder den Beitritt angemeldct haben. — Am Sonntag, dem 8. Dezember 1907, abends 6 Uhr findet im grossen Saale des Vereins Berliner Musiker. Kaiser Wilhelmstrasse 18 m eine grosse C h a!1 u k a h ־ Feier mit anscb.licsscndem Ball tmd der Mitwirkung hervorragender Künstler statt. Um diese Feier zu einer besonders glanzvollen zu gestalten, so ist für ein sehr reichhaltiges Programni bestens gesorgt. Eintrittskarten ä 50 Pt'g. sind an der Abendkasse zu haben. Gäste, Damen und Herren sind• h e r z 1 i c 11 s t w i 11 k 0 in 111 c n. ni. Berlin, A111 Dienstag, dem 12. November 1907 hielt Frl. Noemi Baneth einen Vortrag über ״Jüdische Frauen-Verbände. In klarster, logischer Auseinandersetzung wie ebenso sympathischer Redeform erörterte Rednern! all die Lebens* bedingtingen eines jüdischen Fraucn-Verhandcs. die unbedingt zu seinem Dasein und Fortbestand not tun: Betätigung des Vorstandes als Gehirn des Verbandes als vorbildliches Beispiel für die Mitglieder in Disziplin und einheitlicher Logik und vor allem ״bewusstes Fühlen. Wissen und Handeln als Jüdinnen." Der Zwiespalt i.n Herzen der unbewussten Jüdinnen, die nur für jüdische Dinge handeln wollen, in ihrem Reden, Denken und ihren Anschauungen oft genug autijüdisch sich offenbaren, ist ein Unding. Aus der Tatsache dieses geistigen und seelischen ״Mankos leitete Rednerin die Dis* harmonle, die Unzulänglichkeit des Frankierter jüdischen Fr;u;cn!..ges ab. deren Fahrerinnen Frl. Papp*• :’•keim und Frl. Werner sie trotzdem in schöner Objektivität die Anerkennung als hoc!;K-fühigte I'rauenfiihrerimien zollte. Was jedoch F'rl. Pappenhum als jüdische F'raueatithrerin in: ׳!ge Unkenntnis unserer Thora und Geschichte gegen die EhrenstelUmg des jüdischen Weibes in Rede und Druck gesündigt, vcranlasste die Versammlung, folgende von Herrn Lamm verfasste Rcso* lut fort anzunehmen; ..Die am 12. November im Restaurant Rosenthal auf Veranlassung der jüdisch-nationalen Frauen- Vereinigung tagende Versammlung erhebt Pretest gegen die der historischen Wahrheit und Tatsachen entgegengesetzten Behauptungen derjenigen Rednerinneri des Fra.uen-Köngresses in Frankfurt, welche die Ehre der jüdischen Frau in den Augen der Mitwelt herabzasetzen geeignet sind." Was uns Fräulein Baneth durch geistigen Inhalt ihres Vortrages geschenkt, ist unschätzbar und ermutigend für jeden Juden, ihr n a c 11 ni s t r e b e 11 auf die geistige *und praktische Höhe jüdischer Lebensbetätig u n g für jüdisches Volks w b 111. Berlin. Am Donnerstag, dem 5. Dezember, abends 9 Uhr pünktlich, findet in Dn'iscls Festsälen, Neue Friedriclistr. 35, ein Vortragsabend des Schriftstellers und Rezitators Schalon Alelclicin (S. Rabbinowitz) statt. Er wird Skiz7.cn und Novellen in jüdisch-deutscher Mundart vortragen. (Reservierte Plätze 1 und 2 Mark. Bei seiner Tourndc durch Amerika wurde Schalmn Aleichem als der ..} ß d i s c 1! e Mark T >v a i 11" gefeiert. Mark Twain freute sich darüber so sehr, dass er nach einem Vortragsabend an den Rezitator hcrankam und sagte: ״Ich bin der amerikanische S c h a 10 in A 1 e I c h c m“. Charlottenburg. Am 1$. November sprach Herr Dr. Rupp,in in gut besuchter öffentlicher Versammlung über ״Jiidfsches Leben im heutiger. Palästina". Der Referent gab zunächst ein sehr anschauliches Bild vom jüdischen Leben in den palästinischen Stücken, um dann in ebenso fesselnder Weise über die jüdische Arbeit in den Kolonien zu sprechen. An den Vortrag schloss sich eine interessante Diskussion. ' Der Abend brachte ur.s wiederum neue Mitglieder. Berlin. Ifcrzlklub Bcrlhi-Charlottcnburg. Der Herzlklub vollendete am 1. Oktober sein I. Semester und kann die sich gestellte Aufgabe, die er sich zuerst gestellt hat, nämlich die Ausbildung eines kleinen Kreises Junger Knuf’.cute zu tüchtigen Agitatoren als gelöst betrachten. Wir fordern daher alle diejenigen zionistischen Handlungsgehilfen, dem•!! daran gelegen ist, ihre allgemein jüdischen und speziell zionistischen Kenntnisse zu erweitern und sich zu brauchbaren Propagandisten für unsere Sache auszubikien. auf. sich uns anzusclilicssen. Durch die Verpflichtung zur Beteiligung an unseren Diskussioucn bieten wir auch jedem Gelegenheit, seine rednerisehcii Fähigkeiten zu verbessern. Insbesondere dürfte cs sicth 1'tir neu ,inch Berlin liiuziigezogeue junge Kauflcutc fcnjpfcklen, den! Herzlklub beizutreten, wo sie Anschluss an gRjckivshiiite Kollegen sowie reichliche Gelegenheit zu zionis’r 1Tc*kr..Bei;itig 11 ng finden. Nächste Sitzeng am Mittwoch, dem■.T DT^en.ber im B u r g 11 0 t e 1 (H a s m onac?). Burg- Stesse.'״Zuschriften an den Schriftführer Richard P ö's.iäc'r ,'*SifaSflnirgcrstr. •13 a tmd an Dr. Paul Loc wensfein ,' NW; 87,' 'Jagowstr. 43. - *J r? , > Dl״,.׳׳׳ ׳. » 1 ־ , RUNDSCHAU Hamburg. In einer stark besuchten. Versammlung der hiesigen Ortsgruppe referierte am 23. d. Mts. Herr Dr. Ha Ipern über den VIII. Kongress. Nachdem der Vorsitzende in bewegten Worten der dahingeschiedenen Frau Dr. HerzI gedacht hatte, legte der Referent in klaren Ausfiihrungcn seine Stellung zu den Vorgängen und Entschliessungen des letzten Kongresses dar. Er beschäftigte sich besonders mit der Tatsache der Beschränkung des Aktions-Komitees auf 3 Mitglieder. Wenn man bedenkt, dass die Bewegung in bezug auf die Zahl ihrer Mitglieder und der jüdischen Bevölkerung überhaupt, nach dem Osten gravitiere, hier aber */• der Zionisten hinter Ussischkin ständen, so sei es bedaucrlieh, dass dieser Mann der Leitung nicht mehr angehörc. Er halte diese Veränderung für einen taktischen Fehler. Ussischkin sei für die praktische Arbeit eingetreten, weil er sie für gefährdet gehalten habe, er würde ebenso für die politische eingetreten sein, wenn sie in den Hintergrund gedrängt werden würde. Die Ausscheidung Ussisclikins sei nicht auf prinzipielle Gegensätze zurückzufiihrcn. denn das. was Ussischkin erstrebt habe, sei anerkanntes Programm der gcsamten Partei geworden. Der Vifl. Kongress bedeute eine Abkehr vom reinen Chartcrismus. Man habe begonnen, den Wert der Erlangung kleiner politischer Konzessionen und ein allmähliches wirtschaftliches Vordringen in Palästina zu schätzen. Den Ansführungen Dr. H a 1 p e r 11 s folgte lebliafter Beifall. In der Diskussion suchte der zufällig als Gast anwesende Herr Kantor Blitz die Veränderung des Aktions-Komitees aus politischen Gründen zu rechtfertigen. Einige Bemerkungen über die politischen Zionisten vc ran hissten Herrn Estermann, eine historische Klarstellung der Motive zu geben, die einen Teil der Zionisten damals veranlasst haben, sich mit dem Uganda Projekt zu befassen. Es fehlen grundsätzliehe Garantien bei einer Besiedelung Palästitias, bedeute auch eine grosse Unsicherheit aber kolonisatorischen Resultate, ln einer Entgegnung erklärte Dr. Ha Ipern, dass die Be- Schlüsse des VII. Kongresses für jeden Zionisten unbedingt bindend sein müssen, und ein von diesen abweichender Standpunkt innerhalb des Zionismus nicht geduldet werden könne. An der Diskussion beteiligten sich noch die Herren Dr. Kalni u s. Dr. Besser und L. M.ic h a e 1. Lübeck. Am 20. November sprach Herr Kantor Blitz aus Dessau in unserer Ortsgruppe über den ״Untergang des jüdischen Staates". In klaren, eindrinjglick.cn Worten schilderte er den heldenmütigen Kampf unserer Vorfahren um ihre Staatliehe Selbständigkeit. Die von Begeisterung erfüllte Rede weckte die gleichen Gefühle bei den Hörern, die noch lange rach Beendigung des Vortrages in regem Gedankenaustausch über das Gehörte und die nationalen Bestrebungen der Gegenwart vereint blieben.. 1♦ Eberswalde.. Am 24. November sprach hier als Vertreter des Grupperiverbandes Brandenburg-Pommern Dr. H e y in a n n über: ״Was haben wir für uns in Palästina getan?" Die Ortsgruppe, die in letzter Zeit etwas daniederlag, hat siel» mit vorläufig 22 Mitgliedern rekonstruiert und ist bei energischer Arbeit des neugewähltcn Vorstandes noch grosser Ausdehnung fällig. Nationalfond 7 Mk. Königsberg I. Pr. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltet von jetzt ab allmonatlich zwei Mitgliederversammlungen, je eine am ersten und dritten Donnerstag im Monat. Es wird jedesmal ein Referat gehalten und sodann eine Zcitungsübcrsicht gcgeben, der in erster Linie der Inhalt der nichtzionistischen und antisemitischen Presse zu gründe gelegt wird. In der Vcr- Sammlung am 21. November referierte Dr Pelz über den Frankfurter Judentag. wobei er ausführlich auf die Geschichte des Verbandes Deutscher Juden und seine Stellungnahme zu unseren Bestrebungen einging. In der Diskussion 'wurde sehr lebhaft die Frage erörtert, wie weit die nielitzionistischc» Organisationen zurzeit durch den Zionismus beeinflusst werden und ob und in welchem Grade diese Beeinflussung geeignet ist. den Zionismus zu fördern. Das Pressereferat hatte Herr stud. Brillil übernommen. — Das diesjährige Makkabäerfest wird in der iibliclicn festlichen Weise am S. Dezember in den Räumen des alten Schiitzenhauscs gefeiert werden. Nachträglich sei noch mUgctcilt, dass unser Kongress-Delegierter Dr, Pelz am 24. Oktober im Artushof vor einem grösseren Publikum über den Kongress referiert hat. . . Königsberg. Am 29. Oktober fand die statutenmässige Generalversammlung statt. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Dr. Georg Co 1111, Dr. Pelz, Salzmann, Sambursky, Dr. Stein. Dessau. Hier ist die zionistische Tätigkeit in vollem Schwünge. Seitdem unser Delegierter. Herr Kantor Blitz, vom Kongress zurück kam. wird mit Hochdruck gearbeitet. Herr Kantor Blitz ist unermüdlich tätig. In einem glänzen- 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.