Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1907)
- Date
- 1907-11-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir stellen in den jüdischen Gemeindewahlen in Berlin. Naher auf sie einzugehen erscheint dadurch überflüssig, dass die seit Jahrzehnten bestehenden Gegensätze zwischen ״Liberal“ und ״Konservativ“ ausgeglichen sind und einem Wahlbündnis der feindlichen Parteien Platz gemacht haben. Vielleicht werden nun die Konservativen entdecken können, was an den Liberalen liberal, und die Liberalen, was an den Konservativen konservativ ist. Wer etwas auf sich hält und eine Meinung zu vertreten hat, hat sich der Stimme enthalten. s ליי %*־ ן i 0 ns!:0mfiG9! Köln, den 24. und 25. November 1907. (Vorläufiger Bericht.) Anwesend: D. Wo I f f s 0 h n , Präsident, Professor Warburg, Jacobus Kann. Der Präsident eröffnet die Sitzung mit einem ausführ■ liehen Bericht über die jüngsten Verhandlungen in Kon stan t i n ope I. Er hat sich dort zusammen mit Herrn'Dr. Katzenelson, dem Präsidenten der Bank, Ende Oktober und Anfang November drei Wochen aufgehalten. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Sie lassen aber schon jetzt erkennen, dass unsere früheren Beziehungen weiter ausgebaut sind, und dass die massgebenden Kreise unsere Pläne ernst und bereitwillig prüfen. Der Präsident gab der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, dass die Verhannlungen positive Resultate zeitigen werden, die in der Richtung unserer Bestrebungen gelegen unsere Arbeit wesentlich fördern dürften. Das Aktionskomitee nahm von dem Bericht mit Befriedigung Kenntnis. Die Angelegenheit wird mit allem Nachdruck weiter bearbeitet werden. Im übrigen muss bezüglich dieses Punktes vorläufig auf den offiziellen Bericht der WELT verwiesen werden, Aus der reichhaltigen Tagesordnung heben wir folgende Punkte hervor: Die technischen Vorbereitungen für* die geplante Filiale der Bank bezw. der Ang10 Palestine Com ־ pany in Konstantinopel sind im wesentlichen beendet. Die nächste Sitzung des Bankdirektoriums wird daher die Angelegenheit definitiv erledigen können. Die Sitzung soll noch im Dezember d. J. stattfinden. Zur Förderung der Arbeit in Palästina wurde die E r r i c h t u n g e i n e s P a I ä s t i n a a m t e s mit dem Sitze in J a f f a oder Jerusalem beschlossen. Zum Leiter desselben wurde Herr Dr. Arthur Ruppin, zum Sekretär Herr Dr. Thon, beide zurzeit in Berlin, berufen. Die Verwendung des Waisenfonds wurde endgiitig geregelt.. Zunächst sollen entsprechend den Vor- Schlägen Dr. Ruppins aus den Zinsen 12 Waisenkinder in Palästina erzogen werden. Die nächste Sitzung des E n g 1 r c n A k ־ tionskomitces findet bereits wieder am 19. Dezember d. J. statt. Das Grosse Aktionskomitee wird am 6. und 7. Januar 1 9 08 zusammentreten. Die Sitzung wird in B e r 1 i n stattfinden. Gleichzeitig werden D irektorium und Aufsichtsrat der Bank und der Anglo Pajestine Company, sowie Direktorium und Genossen des Jüdischen Nationalfonds in Berlin zusammentreten. Im übrigen wurde über verschiedene palästinische Projekte die Statutenänderung der Bank, das Berliner Bureau, die WELT, HAOLAM, Jüdischer Verlag und Parteifonds verhandelt. Sitzung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds Köln, den 24. und 25. November 1907. (V or 1 5 u fi k e r Bericht.) Anwesend: Präsident W o I f f s o h n und Professor W a r b u r g als governors, Dr. B 0 d e n h e i m e r und Dr. H a n t k e als Direktoren, ferner Dr. Ruppin und Agronom Bcrman. Die Sttzung schloss sich an die Beratungen des Engeren Aktionskomitees an. Dr. Bodenheimer erstattete einen ausfülirjichen Bericht über die bisherige Tätigkeit des Direktoriums. Die Neuorganisation der Nationalfondsverwaltung selbst wird in kurzem durchgeführt sein. Dagegen liegen die Verhältnisse in den einzelnee Landesorganisationen, soweit die Propaganda für den Nationalfonds in Betracht kommt, mit wenigen Ausnahmen noch sehr im Argen. In vielen Landesorganisationen wird überhaupt noch nicht systematisch für den Nationalfonds gearbeitet. Das Direktorium versucht alles, um hier Abhilfe zu schaffen. Die Propagandamittel werden in kurzem wesentlich verbessert sein. Ein Flugblatt und neue Büchsen werden In den nächsten Wochen ausgegeben. Die Herausgabe ge-