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Jüdische Rundschau · 1907-11-08 · Heft 45 (8.11.1907) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 45 (8.11.1907)
Date
1907-11-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 166 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 45 Präsenzliste des Oberschles. Zionistentages am 3. Novemb. 1907 Glelwltz: Referendar Schindler, Referendar Dr. C a s s i r e r, Hugo Scheyer, D. Adler. Leo F 0 c r d c r, Karl Locw y, Referendar N o t Inn a n n , Salo Qrflnbcrg c r. Bcuthen: Kantor W. A. Locb. J. Hersfcld, Curt Locwcnstam m. David B r z c z i n c r, Hugo L e s s c r, Rechtsanwalt Dr. Dobrzjnski, Gcrichtsassessor Dr. P0s n ans ky, Leo 0 u 11 in a n n , Dr. ined. B l ock, Otto Alorawsky. Bendrln: Joachim St eff ler, Felix Guttmann, A. L a c 11 ni a n n. Sosnowlcc: Jakob Weinberg. J. Schorff, J. M. Wcinrcb, Bernhard Schapiro. B. Tänzer. A. J a k u b o \v i c z. J. J a k u b o w i c z, S. O k n o w s k ־ל, Mendel S c h a p i r a. Mendel P r i w e r. Hcrsch א a c 11 c in i a. Bajlc N a c h c m i a. Moritz L u b e 1 s k y, Bernhard Perlstein. Zawlerczc: Josef Le bei mann. Myrskow (Russ.-Polen): Meyer Treu k, Fischcl Sojka. Abraham Sojka. Neissc: Apotheker Georg Kronid o \v s k y. Referendar H e i I b o r n. Liplnc: Dr. Auerbach. Anton.enhütte: Dr. P i 11 c z o\v c r. Breslau: Hugo Schachtel, Dr. A Sandler, Heinrich Frey hau. Zabrze: Samuel Locb ma n n, Referendar Schutz. Sitnon 0 1 a s er. Betty Glaser. H c r z b c r g, Rechtsanwalt Lichtenstein. KIsc K a a t z. ffitltsclifn: Leo M oslcr. Taruowltz: Dr. H. Stahl. Gross-Strehliiz: Willy N 0 111 m a n n. Fritz א o 111 m a n n. Könfgsluitte: Referendar Dr. F r ä n k e 1. Referendar H a m b 1! r g e r, Kurt P o i i t z e r, B. Politzer. Schwicutochlowitz: l edor B ö 11 in. Ratibor: Dr. Kassel. Max Pinczower. Zahnarzt Block. Rybiiik: Siegfried Manneberg. S. Wolff. Heinrich Perl. Salo P r i e ster, Leopold Lewy . Kattowitz: Ludwig K o r n b l u m . Jules F r i e d 1 a e n d e r. Simon Freu n d. Arnold W jene r, Eva Wiener. Golda Wiener, F'riderike Scheyer. J. Daniel. Isidor K i r s c h n e r. Max Schwcrscnz, Siegmund Rappaport, Paul Rappaport, Flla Rapp;!• Port. Alired Mttlier. Grete Müller. Bcrtiia Kochina n n, Martin Kochma!1 n, Max Steiner. Messingwerk bei Berlin: Math Rosenblüth. — Hierzu kommen noch etwa 40 Gesinnungsgenossen aus Polen und verschiedenen Orten Obcrschlcsiens. die verspätet erschienen und deren Namen deshalb in der Präsenzliste nicht icstgcstcllt wurden, so dass im ganzen 130 organisierte Zionisten am Obcrschlesisehen Zionistentag in Kattowitz teilnahmen. Oberschleslscher Zicnlstsntag (Vorläufiger Bericht.) Der III. Oberschlcsische Zionistentag fand am 3. Novcmber er. unter grosser Beteiligung in Kattowitz statt. Aus allen Teilen Obcrsclilesicns und aus den benachbarten Ortschaften Russ.-Polcns waren Gesinnungsgenossen erschienen. Mehr als 150 Personen fanden sich zu der um 3 Uhr nachmittags beginnenden Vcrsammlumr ein. Sic begann mit einem Referat des Vorsitzenden des Obcrschlcsischcn Gruppenverbandes Dr. Hermann Stahl. Tarnowitz. über ..Zionistische Arbeit in Ober- Schlesien“, dein sich eine kurze Diskussion anschloss. Dann sprach Dr. Sandler-Breslau über ..Städtische und ländliche Kolonisation in Palästina“. Die überaus klaren und von genaucr Sachkenntnis zeugenden Ausführungen wurden von der Versammlung mit stürmischen, lang andauerndem Beifall aufgenommen. Die Versammlung, schloss mit einem Referat des Herrn Hugo Schachtel. Breslau, über Parteifonds und Nationalfouds; Abends fand ein von der zionistischen Ortsgruppe Kattowitz veranstalteter Volksabend statt, der von mehr als 200 Personen besucht war. Herr Dipl.-Ingcnicur Hecker, Kattowitz. begriisste die Gäste. Herr Arthur Morgenstern. Gleiwitz. sprach In begeisterten Worten über die Idee des Zionismus. Rezitationen, Liedervorträge und Kommcrslieder wechselten mit einander ab. Tanz beschloss die überaus gelungenc Veranstaltung. Ausführlicher Bericht folgt. [—ן Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Wir machen unsere geehrten Mitglieder darauf aufmerksam dass gleichzeitig mit der am 1. November beginnende!! Einziehung der Mltgliedsbclträge für das 4. Ouartal die Schekel pro 1907/08 elnkasslert werden und bitten wir, die Quittungen zur Ersparung unnötiger Einziehungskosten prompt elazufösen. Berliner Zionistische Vereinigung. Der Vorstand. Berliner Zionistische Vereinigung. Am Donnerstag, dem 11־. November, abends 9 Uhr, findet in den Sophicn-Sälcn (Virchow-Saal). Sonhienstr. 17-18. eine Mitgliederversammlung stau, in der Herr Dr. Arthur R u p p i n über den ״Stand der jüdischen Arbeit in Pa l äst i!1 a" sprechen wird. Berlin. In einer öffentlichen Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung sprach am 4. November Dr. Seheinarja Lewin aus Wilna über Kulturprobleme in Palästina. Der Vortragende, beim Berliner Publikum durch seine vorjährigen Vorträge über die Stellung der Juden in Amerika und über nationale Erziehung noch in bester Erinnerung stehend, knüjnte au d.e Stimmungen an. die ihm, der nach längerem Aufenthalte in Nordamerika eine Reise nach Pai.istina unternahm, ergriffen, als er den durch tausend Erinne* rungen und Hoffnungen geheiligten Boden der Heimat des jüdischen Volkes betrat. Ein Vergleich der Lage der zwei Millionen Juden Amerikas mit der an Zahl so viel geringereu Judenhcit Palästinas iiel, wenn man nicht eitlen rein materiellen Massstab;!!5gelegt, bei weiten! zu Gunsten der letzteren ans; mir in ihr!:•;gen die Keime einer rasch aufsteigenden Entwicklung zur Fi'eiheit. zur vejrtschanhclien Selbständigkeit und zu nationalen! Eigenleben. Die Bedenjung der hebräischen Sprache für diese Reuai>>;!״cc des;11 Jisehen Volkes winde eingehend dargelegt, der Vortragende sieht sie nur in Palästina zu wahrem Leben erwachen, alle Wiederbelebungsversuche in der Di;!spora sind ihm nur Expernnentc, vcrgebliclie Bemühungen um einen 'Eulen. Fs felgte nun eine Schilderung des Werkes der Alliance, des Hillsvereins, der Chalukah. des Barons RotscliiUl. mit Hinweisen auf die Tätigkeit christlicher Körperschaften., ln ergreifenden Worten und Bildern kam der Schmerz des Vortragenden zum Ausdruck•, als er der geringen Beteiligung der Judenhcit, und namentlich der zionistischen, an allen pJüsti-!)?scheu Kuliurwerke!!, z. B. im Schulwesen, in der Eriorschung jüdischer Altertümer, gedenken musste. Und von seiner Vorurteilslosigkeit ' legte es ein schönes Zeugnis ab. wenn er. trotz Erkenntnis aller so oft betonten Fehler der erwähnten Organisationen ihnen dennoch nach Möglichkeit Gercchtigkcit widerfahren Hess und sich schliesslich mit einem lebhaften Appell an die Kreise, die sich zum Zionismus bisher nicht haben durchringen können, wandte, ind.em er sie aufforderte, den Hilfsvercin der dcutsch.cn Juden zu fordern, der zuerst nächst dem Zionismus und unter dessen Einwirkung die nationalen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung Palastinas erkannt und Ihnen nach Möglichkeit (namentlich durch Einführung der hebräischen Unterrichtssprache in seinen Schulen) Förderung gewährt habe. Reicher Beifall des übe! aus zahlreich erschienenen Publikums worunter sich viele Nicht/ionisten befanden, lohnte den Redner. Aber seine Objektivität erregte bei einem Teil der Hörer grosses Missfallen. Herr Landes verlieh diesem Gefühl als erster Diskussionsredner Worte. Fr tadelte scharf die Aufgebung der obersten Prinzipien des Zionismus, die er in der Empfehlung des Hiiisvereins erblicken zu müssen glaubte, und sprach mit Emphase von einer Bankerotterklärting des Zionismus, um schliesslich zu bekennen, dass er gar picht Zionist sei. Die lebhaften.Beifalls- und Missfallenskundgebungen, die seine Worte begleiteten, erinnerten an manche stürmische Versammlung in den Jugendtagen unserer Bewcgung. Herrn Landes erwiderte Dr. Hans O. Heymanu, der in seiner ruhig-bestimmten, sachlichen Art nachwies, w ie sehr ersterer den Redner missverstanden habe, der unter strengster Wahrung des prinzipiellen nationalen Standpunktes lediglich das Zusammengehen mit befreundeten Organisationen in rein praktischen Dingen empfohlen hatte, wie cs in jeder Politik notwendig und üblich ist. Dr. Lewin bestätigte in seinem Schlusswort die Richtigkeit dieser Auffassung — es hatte ihn auch kaum ein Zionist missverstehen können. — und riss noch einmal durch packende Beredsamkeit seine Hörer fort. Die Zionistische Vereinigung ist Herrn Pr. Lewin für den genussreichen und anregenden Abend zum grössten Danke verpflichtet. Charlotteiiburg. Zionistische Ortsgruppe. Donnerstag.־ den 14. November, abends BEI• Uhr. findet im ..Gesellschaftsliaus". Berlinerstr. 118 (gegenüber dem Rathaus, am Untergrundbnhnhof WiÜiclmplatz) eine Mitgliederversa 11U11I u n g statt, in der Herr Dr. W i t k o w s k y über ,.Die Grundlagen des jüdischen Volkstums" sprechen wird. Gäste sind herzlich willkommen.

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